Ruhrbarone – Bastion der Ruhr Öffentlichkeit

ruhrbarone: Journalisten bloggen das Ruhrgebiet“ Oha, diesen Satz ganz oben links auf ruhrbarone.de muss ich erst einmal dekonstruieren. Immer Netz gibt’s ja viele Klammeren: eckige [, gescheifte { und spite <. Der Name des Bloggs ist auch geklammert, nämlich von Herrschaftsansprüchen. Beginnt es mit dem Herrschaftstitel Baron endet es mit dem Herrscchaftsgebiet. Doch das unangenehme -gebiet in Ruhr, wirkt niedlich, ja es wirkt gerade symphatisch, denn es sind ja Ruhrbarone und keine Stahlbarone, die hier gebieten. Und was wissen wir über die Gebieter? Es sind Journalisten. Nicht irgendwelche Journalisten. Nein, es sind DIE Journalisten des Ruhrgebiets. Der Herrschaftsanspruch offenbart die Bestimmtheit der Gruppe, die ohne bestimmten oder unbestimmten Artikel harmlos daher kommt.

Doch worüber will sich dies Gruppe der bloggenden Journalisten erheben? Über das Gebiet, seine Bewohner oder seine Medien? Eher wohl seinen bestimmendne (WAZ-)Medienkonzern. Das Erste scheint mir das Objekt der Beobachtung, die Zweiten die Empfänger der Botschaften und der Dritte oder die Dritten das Objekt der Kritik, ja des Mangels. Die Ruhrbarone begannen zu bloggen, nachdem das große Sterben der Regionalteile begonnen hatte. Was gab es damals nicht alles im Fax-Verteiler für Pressemitteilungen: taz ruhr, welt kompakt – mit NRW-Teil (oder Ruhr-Teil *grübel*), onruhr.de und Landesausgaben von überregionalen Zeitungen. Manches Geschöpf starb aufgrund sinkender Auflagen von ‚Zeitung‘ insgesamt. Ursächlich wird das Internet angesehen. Manches Geschöpf entstand aber gerade als Antwort hierauf. Neue Wellen der Innovation werden kommen. Gerade verändert der WAZ-Konzern, der so viel in DerWesten investiert hat, seine Struktur und ggf. noch mehr. Bisher fehlt es noch immer an einer Ruhr-Öffentlichkeit.

Screenshot von Ruhrbarone

Wenn es eine Ruhr-Öffentlichkeit gibt, dann ist Ruhrbarone ihr Kristallisationspunkt. Es mag sein, dass die Seite „Rhein-Ruhr“ in der WAZ immer noch knapp eine Million Auflage Tag für Tag erreicht, aber ich klage über den Inhalt: Hintergründe wenig, banal manchmal, tagesaktuell nicht immer. Das Produkt sieht mehr nach Zufall aus. Banal ist auch manches der Ruhrbarone. Treffender: Manch ein Ruhrbarone sendet mir Banales, aber ich zahle auch nicht dafür. Die Ruhrbarone veröffentlichen hier jeder für sich, so stehen die Erzählstränge der Journalisten-Autoren nebeneinander. „In Vielfalt verein.“ Das macht zugleich ihren Reiz aus. Es handel sich um eine Plattform.

Es handelt sich um eine mächtige Plattform. Der Blogg wird nicht von Millionen gelesen, aber von einer elitären Teil-Öffentlichkeit der Metropole Ruhr. So interpretiere ich zumindest, was ich über die Leser höre und wie meine eigenen Erfahrungen aussehen. Was auf Ruhrbarone enthüllt wird, ist Thema für eingefleischte Ruhris. Spreche ich mit einem politischen Vertreter der CDU oder SPD, aus Hagen oder Dortmund, einem grünen Verwaltungsmitarbeiter oder einem Medienvertretern, er oder sie hat’s gelesen.

An Einnahmen und kommerziellem Erfolg mag’s mangeln. Zu Weihnachten nehme ich mir vor meinen Beitrag zu leisten, in dem ich etwas aus dem Merchandising-Programm bestellen. Ich denke da an eine Ruhrbarone-Tasse. Eine Funktion hat der Blogg aber anscheinend erreicht: Erscheint etwas auf ruhrbarone.de, dann wir auch die Printpresse darüber berichten. Irgendwer formte das Bild von den Trüffelschweinen, die die Trüffel finden, die andere dann vermarkten. Es handelt sich um ein Avantgarde. Barone, die als Vorbild vorangehen.

Ein weiterer Anspruch schwingt bei den Baronen mit. Sie recherchieren selber. Sie beschränken sich nicht auf Kommentare und Zusammenfassungen. Diese Arbeit in einem Umfang, der täglich Etwas Neues bringt, adelt sie und sie tragen das Krönchen zu recht. Gebe es Euch nicht, gebe es nur die WAZ. (sorry,RN)

Wer sich mit der Metropole Ruhr befasst, muss ruhrbarone.de als Pflichtlektüre lesen.

Ich habe nur ein paar Ruhrbarone persönlich kennengelernt, bei denen bedanke ich mich für die lange Verlinkung meines (derzeit) nicht fortgesetzten Bloggs spampolitik.de