Ruhrpressekonferenz – nette, tote Idee

Die Metropole Ruhr hat keine Öffentlichkeit. Das ist ein Schicksal, dass sie mit der Europäischen Union teilt. Wie passend für die Kulturhauptstadt Europas. Schaue ich mir die Verbreitungsgebiete der Zeitungen des WAZ-Konzern, die Einzugsgebiete der Hörfunk- und TV-Regionalprogramme des WDR und diverse weitere Funk- und Printmedien an, dann ist die strukturbildende auf beiden Ebenen die gleiche. Es gibt Medien für kleinere Einheiten, die über Spezial-Öffentlichkeiten verbunden sind. Eine dieser Spezialöffentlichkeiten ist die Blogger-Szene, u.a. auch ruhrbarone.de

Die Bundespressekonferenz ist eine privat getragene, etablierte und gut bekannte Institution. Landespressekonferenzen kennt man auch, wie auch Länderteile in Zeitungen. Einige Journalisten, teilweise auch von den Ruhrbaronen (siehe Vorstand des Ruhrpressekonferenz e.V.) habe es einmal so versucht, dass sie eben eine solche Ruhrpressekonferenz gegründet haben.

Ruhrpressekonferenz e.V.

Fazit des Versuchs: Ruhrbarone.de ist in der Funktion erfolgreicher. Ein Blick auf die Seite zeigt mir, dass die Idee regionaler Pressekonferenzen tot ist. Woran liegt das? Einen Gedankenansatz finde ich in dem Phänomen, das regional interessante Ereignisse und Nachrichten in der Regel an Dienstagen und Mittwochen bei mir eintreffen. Ich schließe daraus, dass regionale Themen und regionale Vermarktung von Ereignissen immer noch etwas künstlich wirkendes ist. Künstlich bedeutet, dass es bewußt regional vermarktet wird. Dabei lässt sich Ursache – die Gestalt der Medienlandschaft – nicht von Wirkung – Künstlichkeit – unterschieden. Es kann auch sein, dass nicht die Medienlandschaft künstlich ist, sondern die regioanle Identität ein kreiert. Allerdings halte ich letzteres aufgrund anderer Indizien und des Phänomens einer empfundenen, wenn auch real (unbemerkt) nicht gelebten Identität der Bürger, nicht für die richtige Betrachtungsweise.

Es gibt bisher keine regionale Öffentlichkeit, einen Punkt, in dem sich die Berichterstattung fokussiert. Es gibt keinen Ort und Verteiler, über den „alle“ erreicht werden.

Warum gibt es kein einheitliches Regionalfenster Ruhr im WDR-Fernsehen (2 Fenster) und WDR-Hörfunk (3 Fenster)? WIeso gibt kein Lokalradio Ruhr, sondern verschiedene Teilregionale Sender in unterschiedlichen Verbünden? Zu schweigen von einer Zeitung des Ruhrgebiets, selbst wenn die WAZ damit wirbt.

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