CDU-Experimente mit dem Internet

„Keine Experimente“- dieser uralte Wahlkampfslogan aus einer Zeit deutlich vor meiner Geburt fällt mir manchmal ein, wenn ich an den Umgang „der CDU“ mit dem Internet denke. Meine Probleme rühren meist daher, dass a) das Internet zu wenig durch die Funktionäre rezipiert wird, was auch etwas an der Altersstruktur als Volkspartei liegen mag. Dabei sollen es gerade Ältere sein, die die Internetseiten von den Ortsverbänden bis zur Bundespartei besuchen. Wird das Internet als Medium begriffen und sogar eingesezt, dann sind b) die Besonderheiten des Mediums nicht klar. Das Internet wird wie ein großer zu kontrollierenden Zeitungsmarkt mit einem klaren Rückkanal begriffen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die verbreiteten Botschaften zu kontrollieren seien.

Heute will ich mich aber gar nicht ärgern, sondern mal auf das Positive hinweisen. Folgende Ansätze des Einsatzes des Internets aufzeigen:

  1. Vor etwas fünf Jahren haben sich an verschiedenen Orten Content Management Systeme etabliert. Ich selber sehe, dass bei der CDU in Bochum und Essen sowie der CDU Ruhr. Es gibt inzwischen auch Agenturen, die Pakete für Organisationseinheiten anbieten. Daran schließen sich auch Videos, MP3s  etc. an. Ein Kreisverband hat eine ehemalige Journalistin für die Medienarbeit angestellt. Newsletter ersetzen an verschiedenen Orten, die Rundbriefe an Mitglieder. Diese werden insbesondere von Abgeordneten erstellt (Lammert, Sommer etc.)
  2. Die CDU Bochum führte eine Mitgliederbefragung durch. Dies wurde auch über das Internet abgewickelt, siehe „CDU Bochum schließt Mitgliederbefragung ab“ vom 02.10.2009.
  3. Das Wahlkampfunterstüzter-Team teAM Deutschland organisierte sich übers Internet.
  4. Und heute neu: eine Online-Petition unter www.solidaritaet-mit-opel.de . Die CDU Ruhr sammelt Unterstützungsunterschriften für die Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter von Opel. Das war nicht meine Idee, sondern der Verbandsspitze, aber ich habe bei der Umsetzung geholfen. Ich bin mal gespannt, wie sich dies im Laufe der Woche entwickelt.

Ich denke, dass sich bzgl. Internet bei der CDU gerade auf der unteren Organisationsebene noch einiges tun wird. Im Internet fand ich neulich ein Konzept eines Landesverbandes der Piratenpartei zum Einsatz des Programm Request Tracker (RT) für die Koordination der Vorstandsarbeit. Da bin ich auch an einem Experiment beteiligt – aber nicht bei den Piraten.

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