Schilda im Kreisel – Hordeler Straße gesperrt

In meiner Rede anlässlich der Aufstellung als CDU-Landtagskandidat bin ich bereits auf das Thema ‚Sperrung der Hordeler Straße“ eingegangen. Zuvor hatte mich das Problem bereits per Telefon erreicht. Eine Bürgerin fing mich sogar vor einer Veranstaltung in Wanne-Süd ab. Morgen findet sich die Sperrung sogar im überregionalen Teil der WAZ: „Ein unfreundlicher Akt“ (Hubert Wolf, Bernd Nickel, 24.11.2009) – Was ist eigentlich passiert? Mir stellt sich das zurzeit wie folgt dar:

Akt 1
Nach Diskussionen und einem Vorlauf, der laut Bericht einer Bürgerin bis 1993 reicht, wurde im Jahr 2000 beschlossen die Hordeler Straße zu sperren. Mir wird dabei berichtet, ein Hintergrund sei gewesen, dass ein SPD-Politiker dort gewohnt habe. Es kommen meines Erachtens aber auch Interessen von neu hinzugezogenen Besitzern neuer Eigenheime in der Gegend hinzu. Zunächst ist dann aber nichts passiert.

Damals soll auch die Stadt Herne, vermutlich die Bezirksvertretung Eickel als politisches Gremium, beteiligt worden sein. Die CDU, hier die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Bochum-Mitte, hatte die Sperrung nach meinen Infos damals bereits abgelehnt. Die SPD-Mehrheiten in Bezirksvertretung Bochum-Mitte und Stadtrat setzten den Beschluss jedoch durch. Aber wie gesagt, es ist dann nichts passiert. Die SPD-Politikerin bzw. der SPD-Politiker soll dann sogar weggezogen sein.

Wie gesagt, es ist zunächst nichts passiert, allerdings haben vermutlich einige Verwaltungsmühlen gemahlt und erreicht, dass die Hordeler Straße keine Landesstraße mehr ist, sondern eine Gemeindestraße. Das ist ein zu prüfender Hintergrund. Danach konnte sie abgebunden werden.

Akt 2
Etwas 8 bis 9 Jahre später wird ein Kreisverkehr auf der Kreuzung Eickeler Straße / Hordeler Straße / Magdeburger Straße. Sogar eine Nase wird so angepasst, dass weitehrin eine freie Fahrt von oder nach Eickel über die Hordeler Straße besteht. Allerdings wurde sie unattraktiv gestaltet. Zudem wurde zwischenzeitlich die Trasse der Straßenbahnlinie 306 angepasst, u.a. zweispurig ausgebaut. (Google Maps zeigt aktuell noch die alte, einspurige Trassenführung ohne Kreisverkehr.) Der Kreisvekehr ragt angeblich sogar zwei Meter in das Gebiet der Stadt Bochum hinein. Liegt der Kreisverkehr wirklich auf der Grenze? Diese Karte der Stadt Herne hilft mir leider nicht weiter.


View Kreisel Hordeler Straße in a larger map

Akt 3
Ein Anwohner hat sich dann wohl nach Bau des Kreisverkehrs an den alten Beschluss der Stadt Bochum erinnert und seine Ausführung auf dem Weg der Beschwerde veranlasst. (Oder war es doch die Verwaltung?) Das erreichte die politischen Gremien, wieder die Bezirksvertretung Bochum-Mitte. Der Beschwerde wurde dann stattgegeben. Dies führte dann dazu, dass mit in dem Kreisverkehr Drängelgitter aufgestellt worden sind. Eine erneute Benachrichtigung oder Bestätigung der Beschlussfassung der Politik oder der Nachbarstadt Herne erfolgte nicht. Das typische Kirchtumsdenken der Verwaltungen im Ruhrgebiet zeigt sich hier an einer Schnittstelle zwischen zwei Städten.

Die Sperrung erhöht die Rückstaugefahr auf dem Linksabbieger an der Kreuzung am Hannibal-Center.

Akt 4
Gewerbetreibende aus Eickel, vom Eickeler Markt und Bürger aus Herne und Bochum machen gegen die Sperrung mobil. Unterschriften werden gesammelt, die Presse berichtet. Fernsehen und Radio fehlen noch. Ich sage voraus, dass sich die politischen Gremien nochmals damit befassen werden. In der Sitzung der CDU-Ratsfraktion am letzten Montag habe ich das Thema bereits für die nächste Sitzung vorgemerkt. In 4. Akt befinden wir uns gerade, die Auseinandersetzung wird hier ihren Höhepunkte und vielleicht eine Lösung finden.

Akt 5
Im Finale wird dann eine modifizierte Lösung gefunden werden. Folgendes kann ich mir vorstellen, da ich denke, dass es gegen eine vollständige Öffnung der Hordeler Straße (mit Drembels) auch Widerstand geben wird:

  1. Die Hordeler Straße wird (wieder) freigegeben, jedoch für Lastkraftwagen (über 3,5t? auch Busse …) gesperrt. Schlechter dürfte sein, dass
  2. die Straße nur in eine Fahrtrichtung (Richtung Eickel wegen der vorgenannten Rückstaugefahr) geöffnet wird.

Bemerkenswert ist, dass eine Veränderung der Einstufung einer Straße am Stadtrand derartige Auswirkungen für die Nachbarschaft hat, aber diese darüber vorab nicht informiert wird. Irgendwie normal, aber vom Effekt her eher nicht. Mmh. Und dann finde ich es auch bemerkenswert, dass zum Planfeststellungverfahren bereits die Abbindung der Hordeler Straße betrieben wurde, darin aber bewusst nicht berücksichtigt wurde (da sie noch den falschen Status hatte und zu einer Bauverzögerung geführt hätte). Wenn die Hordeler Straße abgebunden werde hätte sollen, dann hätte der Kreisverkehr gar nicht so gebaut werden sollen! Hier wurde bewusst etwas gebaut, was dann mit Drängelgattern abgesperrt wurde. Konfus.

Am aussagekräftigsten dürfte die Mitteilung Nr. 20092335 vom 30.09.2009 vorgelegt durch die Verwaltung der Stadt Bochum für die Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Mitte am 05.11.2009 sein.


Es ist also einiges zu recherchieren. Für jegliche Info bin ich dankbar.
Manche Info kann ich auch noch nicht einsortieren, wie eine Veränderung an der Widmung der Herzogstraße und Hinweise auf den Busverkehr sowie Verlagerung des bekannten Wanne-Eickeler Busunternehmens.

Weitere relevante Mitteilungen:
Nr. 20032438 vom 25.09.2003: „Hordeler S./Durchf.Busse

Nr. 20023551 vom 18.12.2002: „66-Zweigl.Ausb.L 306“

Nr. 2002235 vom 30.09.2009: „21-Beschwerde gem. § 24 GO NRW hier: Sperrung der Hordeler Straße“

3 Gedanken zu „Schilda im Kreisel – Hordeler Straße gesperrt“

  1. Hallo Herr Schmidt,

    heute Nachmittag gab es einen weiteren Dreh an der Barriere, diesmal vom ZDF. Die Ausstrahlung erfolgt am Mittwoch oder Donnerstag in der Drehscheibe, ist aber auch via Internet abrufbar.
    Mehr als 150 Unterschriften gegen die Sperrung liegen mittlerweile vor. Besonders im Hinblick auf die Ruhrstadt 2010 müssen solche für die Mehrzahl der Bürger unsinnigen Abgrenzungen einfach verhindert werden.
    MfG
    Michael Kersting

  2. Hallo Herr Schmidt,
    die einzig richtige Lösung ist die Hordeler Strasse wieder freizugeben. Ansonsten könnten wir ja alle Strassen mit hohen Verkehrsaufkommen blockieren. Ich brauche jeden Tag ca. 8 Minuten länger, um in Richtung Günnigfelder Str. zu kommen. Ganz zu schweigen von den erhöhten Treibstoffkosten. In Bochum steht man mittlerweile mehr, als man fährt.
    Prima für die Umwelt. Da nutzen die tollen Umweltzonen die eingerichtet wurden. Auch da wurden die Autofahrer nur abgezockt.
    Ich möchte Sie hiermit bitten, sich für die Wiederherstellung der alten/ normalen Verhältnisse einzusetzen

    Mit freundlichen Grüssen

    Thomas Weinreich

  3. Wie überall auf der Welt kämpfen selbst Götter vergeblich gegen die Dummheit. Das Volk hat sich für diese Politik entschieden.
    Wenn man bedenkt wie lange schon über diesen Unsinn berichtet/ diskutiert wird, kann man sich vorstellen,wie andere Probleme in dieser Stadt gelöst werden und Zukunft gestaltet wird. Es ist nicht ausreichend wenn sich „Sinn und Unsinn “ die Waage halten.

    Sich aber auch noch um die Teilnahme an „Innovation City“ zu bewerben, ist da schon tollkühn.

    Den Unsinn abwählen.

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