Am Horizont: Jahrhunderthalle, Marienkirche, Konzerthaus, Einkaufscenter Viktoriastraße

In den letzten Tagen und Stunden wurde ich auf eine ganze Menge anstehender Diskussionen und bedeutender Entscheidungen der nächsten Wochen aufmerksam, die Bochum und die Metropole Ruhr betreffen. Dabei hatte ich noch nicht einmal Zeit, die letzte Sitzung des Umweltausschusses gänzlich zu verarbeiten.


Viktoriastraße Bochum auf einer größeren Karte anzeigen

Angesichts der Fülle an Themen, jetzt keinen Kommentar zu einem Projekt – geschweige allen -, sondern nur eine Aufstellung. Auch im Zusammenhang muss einiges betrachtet werden. Die nachfolgenden Themen werden vorausscihtlich die Seite 1 der Lokalteile der nächsten Tage füllen.

Jahrhunderthalle Bochum

In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur und Stadtentwicklung am Mittwoch, 16. Juni 2010 (morgen) steht eine Vorlage zur Jahrhunderthalle -Nr. 20101202 – auf der Tagesordnung. Dabei geht es um die seit Jahren zu erwartende Übernahme der Jahrhunderthalle vom Land. Dazu ist die Stadt rechtlich nicht verpflicht, beim Land besteht jedoch Handlungsbedarf, sich dieses Eigentums zu entledigen. Und diverse Umstände sprechen dafür, dort ein Paket von Stadt und Land – ggf. RVR? – zu schnüren. Darin eingepackt werden müssen ggf. eine Umsiedelung des Sitzes der Kultur Ruhr GmbH (Ruhr-Triennale), der Bau eines Parkhauses und eine Sanierung der Jahhunrderthalle sowie weitere Maßnahmen. In der Vorlage der Stadtverwaltung heißt es weiter:

Auch die Bewilligung der Förderung weiterer Maßnahmen in Bochum wurde vom Land an die Bereitschaft der Stadt zur Übernahme der JHH geknüpft. Hier ist insbesondere die Förderung der Marienkirche zu nennen.

Marienkirche

Ein Teil der Förderung der Marienkirche war/ist bereits in den Listen der Städtebauförderung 2009 des Ministeriums für Bauen und Verkehr NRW vorgesehen. Sie finden sich unter Förderreserve. Die 2010er Listen sind meines Wissens bereits regional vorberaten worden, liegen aber auch im jetzigen „Spät-Frühjahr“ noch nicht vor, was an Verzögerungen aufgrund rechtlicher Veränderungen in Folge des letzten Bundeshaushaltes liegen soll. Aber das ist ’ne kleine Randbaustelle. (Auch gibt es hier Verbindungen zu den Themen Route der Industriekultur und ggf. neuer Standort für die Kultur Ruhr GmbH. Das sind regionale Themen, mit denen sich der Regionalverband Ruhr (RVR) befasst.)

Zuletzt war geplant, dass in der Marienkirche direkt neben dem Konzerthaus ein Kammermusiksaal entsteht. Das Konzethaus konnte aufgrund der Haushaltslage nicht wie vorgesehen – bzgl. Konzept und Kosten – realisiert werden. Es scheiterte am Widerstand der Kommunalaufsicht. Dazu heißt es in obiger Vorlage auf Seite 10 jetzt:

Der Umbau der Marienkirche wird durch das Land gefördert, wenn sie als kommunale Maßnahme umgenutzt wird. Im Hinblick auf eine Verbindung mit einem Neubau für die Bochumer Symphoniker ist durch die Stadt zeitnah ein Nutzungskonzept und ein Raumprogramm vorzulegen. Dazu sind Wettbewerbsverfahren erforderlich sowie die Einhaltung einer engen Verbindung zum Förderantrag ViktoriaQuartier.

Das führt dann zum Thema, wozu der Nachrichtendienst ddp heute was zu berichten weiss, wie bo-alternativ anführt.

Spielstätte Bochumer Symphoniker

Bei Ad-Hoc-News findet sich die Meldung von ddp, hier ein Auszug:

Bis zu den Sommerferien hoffen die Bochumer Symphoniker auf eine Klärung, ob trotz der finanziellen Notlage der Stadt der geplante Bau des Konzerthauses angegangen werden kann. Nach dem Wegfall des städtischen Zuschusses liefen derzeit Gespräche über mögliche Alternativen zur Finanzierung, sagte die Sprecherin der Bochumer Symphoniker, Christiane Peters, der Nachrichtenagentur ddp.

Hier kann also noch etwas erwartet werden.

Einkaufscenter Viktoriastraße

Mit dem Titel „Standortentwicklung Viktoriastraße“ (Nr. 20100389) soll in der gleichen Ausschusssitzung und danach im Rat für den Einstieg in die Planungen und Gesrpäche über ein neues Einkaufscenter auf dem Gelände u. a. mit dem alten Justizgebäude und dem Telekomgebäude gegenüber dem Rathaus votiert werden. Von der Dimension her geht es um 20.000 qm zusätzliche Einzelhandelsflächen in der Bochumer Innenstadt.

Um gleich Irrtümern und Kritikern vorweg zu kommen. Ja, es handelt sich um ein sehr großes Projekt und es ist Teil der Kannibalisierung beim Einzelhandel im Ruhrgebiet. Allerdings kann man ggf. nur mit den Wölfen heulen, das Schlimmste zu verhindern versuchen und muss auch die Rechte der Eigentümer berücksichtigen.

Wenn ich noch an die Veränderungen am Katholikentagsbahnhof (am Riff) denke, dann soll sich einiges tun entlang der Achse der Viktoriastraße. Jedes Projekt wird einzeln berichtet und bewertet werden, aber auch dieser Zusammenhang muss ggf. beurteilt werden.

Für die nächsten Tage erwarte ich weitere Informationen und Hintergründe sowie massive Kritik zu den Projekten. Na denn…

5 Gedanken zu „Am Horizont: Jahrhunderthalle, Marienkirche, Konzerthaus, Einkaufscenter Viktoriastraße“

  1. An der Bildung der Kinder soll nicht gespart werden. Aber mir leuchtet auch nicht ein, warum das Geld bevorzugt in den Erhalt nicht ausgelasteter, maroder Gebäude gesteckt werden muss – vorgeblich für die Kinder. Das Thema lässt sich so schlecht pauschalieren.

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