Essen will vorangehen bei Expo Klimawandel


Auf die hohen Kosten einer Weltausstellung – zu Deutsch: Expo – zu Klimaschutz und Umwelt in der Metropole Ruhr habe ich bereits hingewiesen und auf eine mögliche Zwischenlösung als Europäische Umwelthauptstadt 2014/15. Dabei bleibe ich auch erst einmal, denn die über die Finanzierung eines solchen Projektes muss erst noch gesprochen werden. wie es in einem Artikel der WAZ heißt „später, später, später“.

Essener Ratsbeschluss
Das Projekt dieser Expo in Ruhr ist letzte Woche einen Schritt weiter gekommen. Auf Antrag von CDU, Grünen, FDP und EBB, einer Essener Bürgerliste, beschloss der Rat der Stadt Essen, dass ihr Oberbürgermeister Paß (CDU) sich für Essen bei der Realisierung verwenden solle. Der Antrag des Viererbündnisses (PDF) gibt viele Optionen für Essen in der Begründung an und belegt mir indirekt, dass man sich in Essen bewusst ist, als Bannerträger der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010 besonders zu profitieren. Die zentrale Passage des Beschlusses lautet:

Der Rat der Stadt unterstützt ausdrücklich die Bestrebung eine internationale Weltausstellung ‚EXPO Fortschrittsmotor Klimaschutz‘ ins Ruhrgebiet zu holen. Zu diesem Zweck ist frühzeitig zusammen mit den Nachbarstädten auf den Regionalverband Ruhr sowie auf Landtag und Landesregierung zuzugehen, um sich konstruktiv auch mit möglichen Flächenangeboten einzubringen.

Bemerkenswert finde ich den Hinweis auf interkommunale Kooperation über den Regionalverband Ruhr und das durchschimmernde Angebot, wieder als Bannerträger für eine Expo (oder als Europäische Umwelthauptstadt) bereit zu stehen.

Lösung für Finanzierung des Aus für Flughafen Essen/Mülheim
Im Rahmen der Projektentwicklung für Bewerbungen als InnovationCity Ruhr haben die Städte Essen und Mülheim eine Idee für den Flughafen Essen/Mülheim entwickelt. Zuletzt hatte sich in Mülheim eine Mehrheit gegen den Flughafen gefunden, so heißt es dazu auf DerWesten (Mülheim, 23.09.2010):

Der Ausstieg aus dem Flughafen-Geschäft ist erst vor wenigen Wochen vom Rat beschlossen worden. Essen und das Land wollen den Flughafen auch nicht mehr. Das Gelände für Zukunftstechnologien und wissenschaftliche Stätten zu nutzen, diesen Vorschlag hatte der Sprecher der „Initiative gegen Fluglärm“, Waldemar Nowak, bereits mehrfach gemacht. „Für Mülheim könnte so eine Expo langfristig wegweisend sein“, meint er, denkt an Fördergelder und daran, dass dieses Areal endlich eine „sinnvolle Nutzung“ erhielte.

Eine Ende für den Flughafen Essen/Mülheim hat allerdings auch seine Tücken, denn eigentlich müsste er zwecks Vertragserfüllung bis 2034 betrieben werden. Ansonsten ist mit Schadensersatzzahlungen zu rechnen, wenn man sich mit den Anspruchsinhabern nicht vorher einig wird. Und das dürfte mit Geld möglich sein. So heißt es dazu auf DerWesten (Essen, 07.10.2010):

Na bitte: Für den Aero-Club, der auf dem Flughafen noch bis 2034 einen gültigen Vertrag hat, und für das Luftfahrtunternehmen WDL, das bis 2025 Nutzungsrechte besitzt, würde sich aus den Zuschuss-Töpfen für eine Klima-Expo schon eine Abfindung finden lassen, ist eine der Hoffnungen, zumal andere Lösungen, wie es sich die Mülheimer gerade einmal wieder von einem Gutachter haben vorrechnen lassen, locker Millionenbeträge kosten dürften. Egal, ob man nun die bestehende Landebahn verkürzt, oder sie gar an den Rand des Flughafens verlegt, um Platz für andere Nutzung zu schaffen – es käme teuer.

Das erklärt das besondere Interesse der Städte Essen und Mülheim. Auch gerade die CDU geht dort voran. Es lohnt Sicht für sie. Auffällig sind die wenigen Anstrengungen der SPD dort. Erkennbar bilden sich gerade Strukturen einer interkommunalen und regionalen Kooperation heraus.


Bild: Eisberge von Jökulsarlon, von rzihlmann / photocase.de

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