Loveparade nach 2011 – wohin?

Könnten Sie sich einen Verbleib der Loveparade im Ruhrgebiet vorstellen?

Schaller: Na klar. Das Ruhrgebiet ist ein würdiger Gastgeber. Das war in Essen und Dortmund so. Das wird jetzt in Duisburg so sein. Und 2011 steht ja auch noch Gelsenkirchen auf dem Programm. Wichtig ist für uns, dass die regionale Unterstützung hier phänomenal ist, besser als in Berlin. Und noch ein Trumpf: Die Leute hier können richtig gut feiern.

(DerWesten.de, Duisburg, 18.06.2010)

Diese Worte des Geschäftsführers und Markeninhabers der Loveparade dürften die Herzen vieler junger Ruhris höher hüpfen lassen. Allerdings brachten Sie mich gleich ins Schmunzeln, denn so einfach wird die Entscheidung auch nicht sein. Ich erinnerte mich, wie seinerzeit die Loveparade vom damaligen Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (WMR) an die Ruhr geholt wurde. Die Absichtserklärung sollen auch die Städte Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen mitunterzeichnet haben, aber dennoch war da immer eine gewisse Ungleichheit der Partner. Es machte sehr den Eindruck, dass die WMR – eine 100%ig Tochter des Regionalverbands Ruhr – den Fisch an Land gezogen hatte, aber für die Zubereitung und allen Kosten die „gastgebenden“ Städte verantwortlich seien. Dazu hieß es:

Schaller und auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Metropoleruhr, Hanns-Ludwig Brauser, versichern, dass nicht ein einziger Cent an Steuergeldern für den Musik-Event ausgegeben werde. „Wir haben auch definitiv nichts dafür gezahlt, dass wir den Zuschlag bekommen haben“, versichert Brauser gegenüber FOCUS Online.
(FOCUS online, 21.06.2007)

Ganz problemfrei war das aber nicht. Bochum musste die Loveparade absagen – aus welchen Gründen auch immer. Allerdings erlebte ich bei Diskussionen seinerzeit zu dem Thema, dass nicht alle Gruppen und Generationen gleichermaßen positiv dem ‚Event‘ gegenüberstehen.
Und in Duisburg sah es auch lange nicht einfach aus. Aufgrund haushaltsrechtlicher Schranken darf die Stadt Duisburg keine städtischen Gelder für die Loveparade zur Verfügung stellen. Gelder würden aber für Dienstleistung wie allein die Reinigung der Strecke bzw. jetzt des Geländes der Loveparade benötigt. Schätzungen sprechen von 3 Mio. €. Diese konnten durch Sponsoren aufgetrieben werden, so dass die Bezirksregierung das Finanzierungskonzept für die Loveparade genehmigen konnte, denn es belastet den städtischen Haushalt nicht weiter. Auch in den anderen Kommunen der Region sieht die finanzielle Situation nicht besser aus.

Soll die Loveparade erhalten und dazu im Ruhrgebiet erhalten bleiben, müssen sich erst einmal Städte in der Metropole Ruhr finden, die sich bewerben und dafür über entsprechende räumliche, logistische und finanzielle Möglichkeiten verfügen. Bei letzterem können vielleicht Sponsoren helfen, aber auch das steht in den Sternen und macht solche Planungen schwierig. Ich sehe niemanden, der sich derzeit an die Spitze einer solchen Bewegung setzt.

Und so erinner‘ ich zuletzt an ein paar andere Worte damals, nachdem die Loveparade zuerst nach Essen zog:

Schaller rief Städte in ganz Europa auf, sich als neue Parade-Heimat zu bewerben
(Netzeitung, 21.07.2007)


Bild (ohne Schrift): „L.O.V.E.“ von misterQM / photocase.de

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