Zugesch……. Parkanlagen und Liegewiesen

Uettelsheimer See (Moers), 6-Seen-Platte Wedau (Duisburg), Toeppersee (Duisburg), Revierpark Vonderort (Bottrop/Oberhausen), Ruhrtal (Essen) sind wohlklingende Namen wie aus einem Urlaubskatalog. Dieser Urlaubskatalog gefällt aber nicht nur Menschen, sondern auch Gänsen – allen voran die ursprünglich aus Nordamerika stammende Kanadagans. Dabei mögen Gänse gerade Parkanlagen mit See. Hier finden sich neben dem Gewässer auch Weiden, vormals durchaus als Liegewiese genutzt. Gibt es dann noch genügend ruhige Nistplätze, zum Beispiel auf einer Insel im See, dann steht dem Wachsen einer größeren Population nichts im Wege. Das gilt insbesondere für die Kanadagans, die sich in Europa wesentlich stärker zunächst an die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen angepasst hat und weniger menschenscheu als die heimische Graugans ist. Inzwischen ist die Kanadagans ein Kulturfolger: Sie folgt dem Menschen in seine Freizeit- und Parkanlagen. Das gilt auch für die Metropole Ruhr, was die Liste mit Artikeln zu örtlichen Gänseproblemen am Ende dieses Beitrags belegt.

Im Gegensatz zur Bislicher Insel bei Xanten und weiteren Gebieten am Niederrhein, die der Rats durchziehender Gänse dienen, ist die Angelegenheit in Städten bzw. an den Stadträndern der Metropole nicht nur ekelhaft, wenn ganze Wiesen und Wege zugekotet sind. Gänsekot kann auch eine Badedermitits auslösen. Berichtet wird von Juckreiz und Pusteln, nach dem Aufenthalt auf einer belasteten Liegewiese. Wenige Brutpaar stellen dabei kein Problem dar, allerdings große Kolonien. Die Masse macht das Problem.

Die Bekämpfung der Gänseplage ist bereits nicht einfach. Schonzeiten und Schongebiete dienen dem berechtigten Schutz aller Gänsearten, indem sie die Jagd verbieten. Die Schonzeit kann aber ggf. aufgehoben werden, wenn vorgenannten Probleme auftreten. Allerdings ist es nicht einfach und ungefährlich in Städten und Parkanlagen der Jagd nachzugehen. Das dürfte einleuchtend sein. Man denke auch an die Wildschweinprobleme in großen Städten, insbesondere in Berlin. Es gibt aber auch immer wieder Auseinandersetzungen mit Natur- und Tierschützern, die es meines Erachtens übertreiben und große Populationen erhalten wollen. Heute hörte ich von einem Vorschlag, Kinderspielplätze mit zugekoteten Sandflächen auf betroffenen Wiesen einzuzäunen. Kinder wie im Zoo einzusperren, um den Gänsen in unseren Städten Vorrang zu geben halte ich für falsch. Ich bevorzuge, dass die Kinder zudem auch die Wiesen um den Sandkasten herum nutzen können. Daher verfolge ich Projekte der Umsiedlung und Vertreibung von Gänsen. Ähnliche Probleme und Projekte gibt es seit längerem für Stadttauben.

Man müsste sich eigentlich mal insgesamt mit den Kulturfolgern in unserer Region beschäftigen. Ich fasse den Begriff mal weiter: Tauben, Füchse, (Kanada-)Gänse, Enten (hörte ich aus Gelsenkirchen), Wildschweine, Rehe (hörte ich aus Bochum), Kaninchen (diverse Friedhöfe) und ggf. auch Marder und Marderhunde. Weiß da wer mehr?

Einige Artikel zum Thema

Gans schmutzig im Revierpark Vonderort„, Verena Reimann, WAZ Bottrop, 02.07.2010

Revierpark Vonderort : Gans oder garn nicht„, Dennis Vollmer, WAZ Oberhausen, 24.06.10^0

Unterbacher See : Mit dem Bussard gegen Gänse„, Sonja Schmitz, Rheinische Post Düsseldorf, 06.05.2010

Gänse im Visier, Marcus Schymiczek, WAZ Essen, 24.09.2010

Unterbacher See : Freie Flugbahn für Gänse„, Hans Onkelbach, Rheinische Post Düsseldorf, 21.05.2010

Unterbacher See : Gänse dürfen geschossen werden„, Hans Onkelbach, Rheinische Post Düsseldorf, 14.07.2009

Kanadagänse stören den Frieden : Stadt packt die Flinte aus„, Gregor Herberhold, Duisburg, 04.03.2009

Eingewanderte Gänse fressen Weizenfelder leer„, Harry Seelhoff, DerWesten, 31.07.2009


Bild: „Gänseinvasion“ von fult | photocase.com

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