Die ganze Nachricht: Eine Regionaldirektorin für die SPD, ein Bereichsleiter für die Grünen

Heute Morgen ergab sich, dass ich auf dem Flur beim RVR der Regierungsvizepräsident Karola Geiß-Netthöfel begegnete. Sie suchte den Weg zu einer Sitzung der SPD-Fraktion. Das wunderte mich vor der Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Aber okay, ich kannte sie aus dem Aufsichtsrat der Freizeitzentrum Kemnade GmbH, die u. a. das Bad in Heveney auf der Stadtgrenze Bochum/Witten betreibt. Und ein paar Stunden später zeigte sich der Anlass: Sie soll neue Regionaldirektorin werden. Damit hat die SPD endlich eine Kandidaten bzw. eine Kandidatin gefunden. Und so wird es auch per Pressemitteilung kommuniziert.

Die SPD findet eine neue Regionaldirektorin„, lautet die Nachricht kurz und einfach. In ihrer Einfachheit verdeckt die Nachricht jedoch Zusammenhänge. Nicht die lange Suche und die Absage des vorherigen Kandidaten wird da besonders verdeckt, was mit „was länge währt, wird endlich (?) gut“ kommentiert werden könnte, sondern der Umstand, dass die SPD nicht allein beim Regionalverband Ruhr bestimmt, sondern eine rot-grüne Koalition. Also stellt sich die Frage, nach der Gegenleistung für die Fraktion Bündnis’90/Die Grünen.

Die Gegenleistung ist auch keine Geheimnis und wurde vielfach publiziert, als der Kandidat für das Amt des Regionaldirektors noch Dänzer-Vanotti hieß. Dennoch soll hier mal darauf hingewiesen werden, denn ich gehe davon aus, dass der Teil des rot-grünen Verhandlungspakets medial (zunächst) nicht aufgeriffen und in Beziehung gesetzt werden wird. Wenn am 4. April 2010 Karola Geiß-Netthöfel zur Regionaldirektorin gewählt werden wird, dann ist für die Tagesordnung der Sitzung sicher auch der Punkt „Wahl einer/s Bereichsleiters für den Bereich Planung“ vorgesehen. Dort wird dann erwartungsgemäß der Fraktionsvorsitzende von Bündnis’90/Die Grünen, Martin Tönnes, zum neuen Bereichsleiter gewählt.
Die ganze Story, oder ‚Der Deal‘: Eine Regionaldirektorin für die SPD, einen Bereichsleiter für die Grünen.

Meine Vermutung zur Qualität des regionalen Journalismus ist, dass dieser Hintergrund nicht mehr beleuchtet wird. Die Berichterstattung wird bei der Nachricht („Fakten, Fakten, Fakten!“), dem anstehenden Ereignis, stecken bleiben. Erklärende Zusammenhänge, Beziehungen, das eigentlich Politische wird dahinter wird nicht dargelegt werden.

Ich sag‘ für die nächsten Tage eine Linkliste zu Berichten zu. Hier zunächst etwas zu den übrigen Personalien, verlinkt zu den Ruhrbaronen:

Martin Tönnes will RVR-Planugnsdezernent werden, Stefan Laurin, 15.09.2010

Christoph Dänzer-Vanotti wird neuer RVR-Chef – Thomas Westphal wird Brauser-Nachfolger, Stefan Laurin, 13.09.2010

2 Gedanken zu „Die ganze Nachricht: Eine Regionaldirektorin für die SPD, ein Bereichsleiter für die Grünen“

  1. Ach, Herr Kollege Schmidt!
    Ihr erneuter Versuch, einen in Koalitionen/Kooperationen jedweder Zusammensetzung ganz normalen Vorgang, nämlich die Vereinbarung von Personalvorschlagsrechten zwischen den Pertnern, zu skandalisieren ist nur noch „schnarch“. Das lockt keine Katze mehr hinterm Ofen vor, höchstens die von Schmidt…

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