Olympische Sommerspiele in der Metropole Ruhr sind tot

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Die Idee existierte recht lange und kann als einer der Versuche gesehen werden, große, internationale Veranstaltungsformate ins Ruhrgebiet zu holen. Gelungene, neuerdings Dekadenprojekte genannte Veranstaltungen, waren IBA Emscher Park und Kulturhauptstadt Ruhr.2010. „Stadt der Wissenschaft“ war ein nationaler Titel, den die Metropole Ruhr nicht erhielt, und international, nicht einmal national, wird sie als möglicher Ausrichter Olympischer Spiele nicht in Betracht kommen.

Aus dieser Erkenntnis heraus, hat sich ein regionaler Zweckverband vor einigen Wochen aufgelöst. Mit einem Abschlussbericht der jahrzehntelangen Aktivitäten befasste sich (23.05.2011) der Ausschuss für Kultur und Sport des Regionalverbands Ruhr (RVR) anlässlich einer Sitzung in der SportSchule Kamen-Kaiserau.

Das Ruhrgebiet hat in der Vergangenheit bekanntermaßen bereits zwei Anläufe zur Ausrichtung Olympischer Sommerspiele unternommen. Ab Mitte der 80er Jahre plante die Region eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2000. Auf Wunsch des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) stellte das Ruhrgebiet im Jahr 1990 seine Ambitionen aber zugunsten Berlins zurück, das in der internationalen Bewerbungsphase scheiterte.

Einen zweiten Versuch startete das Ruhrgebiet ab dem Jahr 1996. Einer Vorgabe des nordrhein-westfälischen Landtages folgend, entschloss man sich später zu einer Kooperation mit dem Rheinland und einer gemeinsamen Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012.

Im Jahr 2001 wurden der Zweckverband Rhein-Ruhr 2012 und die Düsseldorf Rhein-Ruhr 2012 GmbH gegründet. Sie hatten in der nationalen Ausscheidung das Nachsehen, denn das NOK entschied sich 2003 für Leipzig, das im internationalen Bewerbungsprozess gegen London jedoch chancenlos war.

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Sollte sich München trotzdem durchsetzen und als weltweit erste Stadt nach Olympischen Sommerspielen (1972) auch Olympische Winterspiele ausrichten, wäre eine weitere Olympiabewerbung Deutschlands in absehbarer Zukunft aussichtslos. Damit würden nämlich nur sechs Jahre nach den Sommerspielen 2012 in London innerhalb kurzer Zeit erneut Olympi-sche Spiele in Europa ausgetragen, so dass es in den kommenden Jahren keinerlei realistische Chancen mehr für eine weitere Olympia-Ausrichtung auf diesem Kontinent geben würde.

Falls München nicht Host City für die Winterspiele 2018 werden sollte, wäre zunächst einmal abzuwarten, ob es seitens der Stadt und des DOSB Bestrebungen gäbe, einen zweiten Anlauf zu unternehmen. Sollte dies nicht der Fall sein, käme für den DOSB als potentieller deutscher Bewerber für Olympische Sommerspiele nur die Bundeshauptstadt Berlin, nicht aber die Metropole Ruhr in Betracht. [RVR Drs. 12/0336]

Das wird also in dieser Generation nichts mehr. Die letzte, bereits national gescheiterte Bewerbung für 2012 hatte übrigens insgesamt 23 Mio. Euro gekostet. Für München sehe ich es schon als zweifelhaft an, ob es hinreichend „global city“ ist, um erneut Gastgeber für Olympia zu werden.

Wie sich das für jede gute Rede und Verwaltungsvorlage gehört, wird darauf hingewiesen, dass die Metropole Ruhr sportlich bestens aufgestellt sei. Internationale Sportveranstaltungen wie Welt- und Europameisterschaften fanden bereits im Ruhrgebiet statt, wie auch die Universiade und die World Games. Die Möglichkeit wird auch gesehen, sich um die Ausrichtung des neuen Veranstaltungsformats Olympischer Jugendspiele zu bemühen.

Für München, das mit der jetzigem Bewerbung weltweit einzigartig Gastgeber nicht nur Olympischer Sommer- (1972), sondern auch Winterspiele werden will, gilt es die Daumen zu drücken. Es ist notwendig.


Foto: „Hellas Olympia 2 Euro“ von savoulidis / photocase.com

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