Wirksames Grillverbot ohne Grillverbot

20110718-111655.jpg

Auf der Bochumer Stadtautobahn findet sich seit Jahren ein Schild „Radar“, das die Fahrgeschwindigkeit effektiver reduzieren soll als ein Tempolimit allein. Eine Radarfalle für Temposünder gibt es dort höchstens gelegentlich.

Schmechtingstal oder Schmechtingwiese heißt der Park hinter den Häuserzeilen der Herner Straße und vor der teilweise gut bürgerlichen Bebauung so etwa des Dichterviertels am Stadtpark. Das ist ein Grünzug, der von der Wiese vorm Bergbaumuseum über die Kleingartenanlage bis zur A40 führt.

Die Stadt Bochum hat dort an der Schmechtingwiese ein neues Schild. Es drückt unter anderem aus, dass das Grillen dort verboten sei. Die Stadtverwaltung hat das Schild in seiner nicht gerade offiziell wirkenden Form dort aufgestellt. Anlass ist, das Grillen, das Überhand genommen haben sollen, damit einzuschränken. Und wie Anwohner und Verwaltung im Umweltausschuss der Stadt berichteten, wirkt es auch. Das Grillen soll weniger ein Problem darstellen, in Form einer Belästigung von Bürgern und Anwohnern.

Die Belästigung kenn ich nicht aus eigenem Erleben. Zuletzt war ich vor etwa 7 bis 8 Jahren zu einem Geburtstagsgrillen unweit einer Hütte im Schmechtingtal. Und daher hier lose die Infos, die mich dazu erreichen:

  • Das Grillen im Schmechtingtal soll nach dem Grillverbot am Kemnader See ausgeufert sein.
  • Es sollen vor allem Migranten dort verstärket gegrillt haben.
  • Das Grillen soll in größeren Familienverbänden erfolgt sein.
  • Das Grillen soll zu erheblichen Mengen zurückgelassener Abfälle geführt haben.
  • Anwohner und Besucher des Parks seien durch Lärm und Rauch belästigt worden.
  • Es seien nicht immer aufgeständerte Grille verwendet worden, so dass der Rasen beschädigt wurde.

Fazit einer Email an mich dazu: „Viele trauten sich gar nicht mehr hinein [ins Schmächtigstal].“

Und jetzt hat die Stadtverwaltung gesagt, dort darf nicht mehr gegrillt werden. Allerdings hat die Stadterwaltung gar keine Grundlage dafür, dies zu bestimmen. Das Schild entfaltet keine Wirkung. Da steht zwar ein Grillverbotschild, es gibt aber gar kein Grillverbot. Ein wenig wurmt und ärgert mich das schon. Ich bin versucht, meinen keine zwei Euro teuren Einweggrill, der vermutlich von chinesischen Kinderhänden zusammengepackt wurde, zu nehmen und aus Protest dort eine Wurst zu grillen!

Auch Die Linke hat das bemerkt und konfrontiert den Stadtrat auf der kommenden Sitzung mit einem „Antrag, die Schilder wieder abzubauen, da sie „irreführend“ seien. Und sie haben sogar recht, dass so ein Verbötchen auch die beschränkt, die quasi ordnungsgemäß grillen ohne andere zu belästigen oder zu schädigen. Wie sieht so was aus? Müll wieder mitnehmen, einen aufgeständerten, nicht zu großen Grill verwenden sowie Lärm und zu starke Rauchentwicklung verhindern. Die Glut oder Asche wird nicht auf den Raßen entsorgt. Einfach mal das gute Benehmen des Grillens beachten!

20110718-111729.jpg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.