CDU macht Musikzentrum zum Wahlkampfthema

Jahrhunderthalle + Marienkirche + Musikzentrum = JA zu Bochum
„Jahrhunderthalle plus Marienkirche plus Musikzentrum gleich Ja zu Bochum“ ist auf einem Plakat zu lesen, dass die CDU Bochum für den Landtagswahlkampf hat drucken lassen. „Wir bekennen uns damit zu dem in einem langen Prozess entstanden Paket der Baumaßnahmen an der Jahrhunderthalle, für die Marienkirche und das neue Musikzentrum“, erklärt Landtagskandidat Dirk Schmidt (CDU).

In den letzten Wochen hatte vor allem die Piratenpartei Bochum den Bau des Musikzentrums in Frage gestellt. Inzwischen sammelt ein Teil der Piratenpartei Unterschriften gegen das Musikzentrums und ein Teil Unterschriften für eine Bürgerbegehren dazu. Ein klare Positionierung ist sogar in der Ablehnung des Projektes nicht zu erkennen. Mit dem Wahlkampfplakat bekennt sich die CDU zu allen drei Projekten und will den Bochumer Bürgern vermitteln, dass die drei Projekte nicht mehr getrennt betrachtet werden können.

„Die prekäre Haushaltssituation der Stadt Bochum hat Rat und Verwaltung gezwungen, nach Lösungen für die Finanzierung des Musikzentrums zu suchen. Daher ist das Projekt einer neuen Spielstätte für die Bochumer Symphoniker auch zum Konzept des Musikzentrums in der Marienkirchen mit angegliedertem Konzertsaal mutiert“, erklärt der CDU-Landtagskandidat. „Die Entscheidung des Landes, Geld für den Bau des Musikzentrums bereitzustellen ist dabei auch eng mit der Zukunft für die Jahrhunderthalle im Westpark verbunden. Haushaltsrechtliche Gründe zwingen das Land, sich von dem Objekt zu trennen. Daher konnten hier für Bochum sehr gute Verträge mit dem Land geschlossen werden.“ Die weitere Entwicklung des Areals rund um die Jahrhunderthalle sieht u. a. den Bau eines Parkhauses, die Entwicklung der Dampfgebläsehalle und weitere Instandhaltungen vor. „Alle drei Projekte sind ein Paket“, resümiert Dirk Schmidt.

Zum gleichen Thema: Position der CDU-Ratsfraktion zum Musikzentrum

Das Bild zeigt von links nach rechts Gaby Meckelburg, CDU-Generalsekretär Oliver Wittke, Christian Haardt und Dirk Schmidt.

6 Gedanken zu „CDU macht Musikzentrum zum Wahlkampfthema“

  1. CDU-Position zum Musikzentrum: „Natürlich wird das Musikzentrum künftig Betriebskosten verursachen. Aber zugleich wer­den bisherige Kosten für Räume, Transporte und transportbedingte Reparaturkosten der Instrumente etc. entfallen. Danach, so hat die Fachverwal­tung ermittelt, verbleiben jährliche Mehrkosten von 300 000 Euro.“

    Für ein gebäudebezogenen Kosten fallen gem. DIN 18960 pro Jahr an:
    100 Kapitalkosten (Zinslast, Abschreibungen u.a.)
    200 Objektmanagementkosten
    300 Betriebskosten
    400 Instandsetzungskosten

    Ist es Ignoranz oder Dummheit, wenn man dem Bürger vortäuschen will nur Betriebskosten fallen für ein Gebäude an. Kapital-, Objektmanagement- und Instandsetzungskosten fielen hingegen nicht jedes Jahr an?

    Hat sich die CDU von der Verwaltung einen Bären aufbinden lassen und keiner hat gemerkt, dass es da eigentlich noch ein paar andere gebäudebezogenen Kosten gibt außer den Betriebskosten?

    Oder will die CDU die Bürger bewusst über die wahren Kosten täuschen?

    Es muss wohl letzteres der Fall sein, den Dirk Schmidt und seine Getreuen wurden ja häufig genug auf die nicht kalkulierten Kosten hingewiesen. Da hätte man ja mal bei einem Betriebswirt nachfragen können.

    Dirk Schmidt eine Wette: Wenn die Kosten des Musikzentrums bei 300.000 EUR/ Jahr liegen, zahle ich Sie, sonst zahlen Sie die Differenz. Sie wetten nicht. Schade.

  2. CDU-Position: „Natürlich wird das Musikzentrum künftig Betriebskosten verursachen. Aber zugleich wer­den bisherige Kosten für Räume, Transporte und transportbedingte Reparaturkosten der Instrumente etc. entfallen. Danach, so hat die Fachverwal­tung ermittelt, verbleiben jährliche Mehrkosten von 300 000 Euro.“

    Die gesamten gebäudebezogenen Kosten gem. DIN 18960 bestehen aus:
    – 100 Kapitalkosten (Zinslast, Abschreibungen u.a.)
    – 200 Objektmanagementkosten
    – 300 Betriebskosten
    – 400 Instandsetzungskosten

    Ist es Ignoranz oder Dummheit, wenn man so tut als würden für ein Gebäude nur die Betriebskosten pro Jahr anfallen, aber keine Kapital-, Objektmangement und Instandsetzungskosten?

    Haben sich Dirk Schmidt und seine Getreuen von der Verwaltung einen Bären aufbinden lassen oder wollen sie die Bürger bewusst täuschen, für das Musikzentrum fielen jährlich keine weiteren „Mehrkosten“ als die Betriebskosten an?

    Zweites ist offensichtlich der Fall. Immerhin wurde auch die CDU immer wieder darauf hingewiesen, dass neben den Betriebskosten jährlich erhebliche weitere Kosten anfallen werden. Aber sie halten an dem Märchen fest. Sie hätten sich bei einem Betriebswirt über die Sachlage informieren können, wollten sie wohl aber bewusst nicht.

    Dirk Schmidt, sollen wir wetten: Wenn die 300.000 EUR/ Jahr gebäudebezogene Kosten eingehalten werden, dann zahle ich sie, wenn nicht, zahlen sie den Differenzbetrag. Sie Wetten nicht? Schade.

  3. Hallo Herr Schmidt,

    na, das Wahlkampfthema ist dann mal voll nach hinten losgegangen. Kommt schon mal vor, wenn man so ganz an den Bürgern vorbei Politik macht und sie versucht mit falschen Zahlen zu überzeugen.

    Viele Grüße
    Volker Steude

  4. @Volker Steude
    Sie scheinen mir derjenige zu sein der die DIN 18960 fordert. Dazu: a) Die Standards sind freiwillige. b) Auch DIN-Vorgaben sind nur ein Teil der zu berücksichtigenden Aspekte, auch zum Beispiel bei Ausschreibungen, VOB etc. c) Entscheidend ist, was das Musikzentrum die Stadt Bochum zukünftig im Kulturetat mehr kostet als bisher.
    Bei der Betrachtung der zusätzlichen – anderweitig zu kompensierenden – Ausgaben vergessen, dass die Positionen, von denen Sie behaupten sie seien vergessen worden, bereits anderweitig anfallen.:

    Auch derzeit haben die Bochumer Symphoniker eine „Objekt“, in dem sie proben und ihre Sachen unterstellen. Allerdings ist das gerade einmal Platz für etwa 20 Zuhörer.

  5. DIN 18960: Allgemein gültige Grundlage zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit von Hoch­bau­ten während der Planung und Nutzung, siehe z.B.: https://www-docs.tu-cottbus.de/bauoekonomie/public/Forschung/Publikationen/Kalusche-Wolfdietrich/2006/48_nk-hochbau_grdlg_anwend.pdf

    Ich hoffe, wenigstens bei der Statik wendet die Stadt die allgemein anerkannten DIN-Normen (freiwillig!) an. Wenn schon nicht bei der Kostenplanung.

    Die Stadt Bochum war halt schon immer etwas schlauer als andere Kommunen und die Verantwortlichen zeichneten sich durch hohen wirtschaftlichen Sachverstand aus. Das Ergebnis, kein genehmigter Haushalt 2009, 2010, 2011, 1,39 Mrd. Schulden und ca. 500 Mio. EUR Sanierungsstau bei Gebäuden… .

    Irgendwann sollte eigentlich jeder merken, dass da jemand bei der Stadt offensichtlich nicht rechnen kann… .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.