Nahaufnahme einer Flascher des Bieres der Marke Corona Extra

Corona Extra: teueres, zu billiges Biervergnügen

Aufgrund eines Berichtes im Nachrichtendienst „EUWID Recycling“ habe ich mir zum letzten Wochenende einen Sixpack Corona Extra gekauft. Die Bierflaschen wollte ich mir einmal genauer ansehen, denn laut Bericht der Deutschen Umwelthilfe e.V. handelt es sich um Einwegflaschen, die rechtswidrig als Mehrwegflaschen in den Handel gebracht würden.

Nahaufnahme einer Flascher des Bieres der Marke Corona Extra
Corona Extra: Flasche: Dünnes Glas mit Naht, ohne Schleifspuren

Ich hätte mir die Flaschen ohne Hinweis nicht näher angeschaut, aber was sehe ich: Eine dünnglasige Flasche mit Naht. Flaschen mit Naht, habe ich mal gelesen, seien preiswerter. Demnach wäre das eine Einwegflasche. Beim Kauf eines Sixpacks achte ich nicht darauf. Es handelt sich aber wirklich um eine Pfandflasche wie bei den anderen Sixpacks üblich. Die Flaschen werden dann mit einem Pfand von 8 Cent im Laden belegt. Für das Sixpack macht dies insgesamt 48 Cent aus. Die Flaschen werden nach Konsum zum Supermarkt zurückgebracht, das Pfand erstattet.

Alles ungebrauchte Mehrwegflaschen?
Und dann? Die Corona-Flasche meiner nicht repräsentativen Stichprobe sahen alle ungebraucht aus. Es waren auch keine Schleifspuren zu sehen. Das sind diese Spuren u. a. oben an der Flasche ziwschen Flaschenhals und Beginn des Etiketts. Auf braunen Flaschen sieht das wie ein weißer Streifen aus. Wenn ich darüber nachdenke, dann sieht das nicht nach einer Mehrwegflasche aus, sondern wie eine Einwegflasche. Nur, wer denkt darüber nach? Die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat es getan, wie weitere Presseberichte, z. B. FTD und Welt zeigen. Demnach hat die Radeberger-Gruppe, die das mexikanische Bier in Deutschland vertreibt, die Flasche rechtswidrig als Einweg in den Verkehr gebracht.

Der EUWID Recycling ist zu entnehmen, dass das Bier aus Mexiko über Belgien nach Deutschland geliefert würde. Das sollte auch der Rückweg des Pfandguts sein. Demnach war bisher nicht so. Was genau mit den Flaschen geschah, bleibt jedoch im Dunkeln. Der Vorteil für die Radeberger-Gruppe für das bisherige Vorgehen liegt in einem Wettbewerbsvorteil: Der Sixpack ist mit 48 Cent Pfand belegt, bei Einweg wären es 6 mal 25 Cent. Das sind 1,50 € und damit 1 € mehr. Da das Importbier teuer ist, ist dies in diesem Marktsegment sich relecant. Ich habe in einem Supermarkt in Essen-Huttrop für den Sixpack Corona 7,99 € bezahlt, zzgl. Pfand macht das. 8,47 €. Für die Hälfte hätte ich schon was bekommen. Mit dem Einwegpfand müsste ein Sixpack Coroan Extra sogar 9,49 € kosten.

Transkontinentales Pfandsystem
Selbst wenn der mexikanische Hersteller das Pfandgut aus Deutschland wiederbefüllen würde, würde das ökologisch Sinn ergeben? Da müssen dann ja Flaschen zweimal über den Atlantik verschifft werden. Voll hin und leer zurück. Was spricht gegen eine Abfüllung in Europa, frage ich mich? Berichte deuten darauf hin, dass die Radeberger-Gruppe aber wirklich ein transkontinentales Pfandsystem aufbauen will. Dann gibt es bald Pfandflaschen aus Mexiko. Werden diese dicker und schwerer sein? Ein Vorteil könnte sein, dass das Pfandssystem vielleicht ins Ausland exportiert wird.

Hier die Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe e.V. im Original: Erfolg für Deutsche Umwelthilfe: Radeberger Brauereigruppe räumt jahrelange Verbrauchertäuschung bei Corona Bier ein. Auf den Internetseiten der Radeberger-Gruppe odoer Corona Extra (EU-Website) fand ich keine Stellungnahme.

Das Bier passte gut zu einem scharfen spanischen Wildgericht am Sonntag.

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