Die unzuverlässigen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn

Die Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn AG. Eine nicht enden wollende Geschichte der Defekte. Heute stand ich wieder vor einem diesern blau-rot-silbernen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn. Ich war am Kölner Hauptbahnhof angekommen und sah, dass in 6 Minuten ein pünktlicher ICE nach Essen fährt. Es waren sogar Automaten frei. Also tippte ich Schritt für Schritt die Angaben hinein. Ich hatte Zeit meine Bahnbonuspunkte zu sammeln und wollte dann zahlen. Die Maschine akzeptierte meine EC-Karte scheinbar und die Eingabe der vierstelligen PIN stand als letzte Hürde vor mir. Ich scheiterte. Die Anzeige über dem Ziffernblock teilte mir im Widerspruch zum Bildschirm mit, dass dieser Vorgang nicht möglich sei. An weiteren Automaten musste ich jetzt anstehen. Der Zug wurde nicht mehr angezeigt, als ich an der Reihe war. Ich verpasste ihn. Die nächste und langsamere Verbindung war erst mehr als eine halbe Stunde später. Für den Weg nach Essen benötigte ich 50 Minuten länger. So kenne ich die Deutsche Bahn: eine Geschichte der Enttäuschungen.

Welchen Bahnhof hätten’s denn gern?

Fahrkartenautomaten im Kölner Hauptbahnhof

Ich müsste es eigentlich besser wissen. Ich will mich aber einfach nicht an den miesen Automatenservice gewöhnen. Am Vortag war ich erst nach Wesseling gefahren. Am Wesselinger Hauptbahnhof hält nur die Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Dennoch kannte der Fahrkartenautomat am Essener Hauptbahnhof ‚Wesseling‘. Er bot mir gefühlte 30 Ausstiegsbahnhöfe an. Ein Anruf im Büro half mir, mich für ‚Köln Hbf‘ und die Stadtbahn zu entscheiden. Allerdings bekam ich nicht den Zug gebucht, den ich laut Fahrplan nehmen wollte. Der Automat wollte mich unbedingt per Regionalbahn schicken. Also musste ich dann doch ins Reisezentrum, Schlange stehen, mit dem Automatenbetreuer sprechen, um dann schließlich eine Fahrkarte nur nach Köln zu buchen. Dort sollte ich dann separat eine Fahrkarte für die Stadtbahn kaufen. Doch es kam anders: Der Automat bot mir NRWPlus an für Köln an. Ich verstand, dass ich damit den Nahverkehr in Köln nutzen dürfe, wozu Wessling leider nicht mehr gehört. Der Automatenbetreuer erklärte mir, dass das jedoch keine Rolle spiele, da Köln Hbf der nächste Bahnhof sei. Vertrauend auf diese geographischen Kenntnisse kaufte ich erfolgreich eine Fahrkarte. Bis Wesseling wurde ich nicht kontrolliert.

So schlimm ist die Geschichte nicht. In Kamen und in Wattenscheid gab’s neulich überhaupt keine Fahrkarten. Die Servicetelefonnummer für defekte Automaten werde ich beim nächsten Anruf in die Kurzwahlliste meines Telefons übernehmen.

Das Tarifsystem müsste einfacher, die Fahrwegeermittlung noch komfortabler. Aber neben der Software müsste die Maschine auch in den Hardwarekomponenten besser werden. Keine Papierschnipsel mehr, keine versagenden Kartenleser, keine nicht funktioniernden Geldscheinerkenner, keine defekten Telefonmodule für die EC-Kartenbezahlung und so weiter. Mit meinem Telefon funktioniert „Touchpoint“ (Kontaktpunkt für Tickets per Handy) leider nicht. Aber statt eines völligen Umstiegs auf ein anderes System, dass die Hardware zum Kunden verlagert, erwarte ich zuverlässigere, bedienerfreundliche Automaten. Die Komponentensammlung der Deutschen Bahn ist davon noch entfernt. Zuverlässig sind die erst, wenn ich mich auf die verlassen kann, wenn sie meine Erwartungen erfüllen.

Der graue Bildschirm eines defekten oder abgestürzten Fahrkartenautomatens der Deutschen Bahn AG reiht sich in die blauen Bildschirme einiger Windows-Betriebssystemversionen der 1990er ein: Guru!

Zurück in Wattenscheid geht’s so weiter …
Am Donnerstagmorgen habe ich genügend Zeit, denn der RegionalExpress hat Verspätung. Ich hätte gerne ein Tagesticket für 11,60 €. Aber bei der angebotenen EC-Zahlung heißt es dann am Ziffernblock: Vorgang nicht möglich. Ein zweiter Versuch scheitert ebenfalls. Banknoten nimmt der Automat nur bis 10 € an. Ich kann nur 4,90 € zusammenstückeln. Bei insgesamt 3 Fahrten heute wird das also teurer als ein Tagesticket.

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