Es reicht nicht mehr fürs Leben von Opel Bochum, es reicht noch nicht fürs Sterben

Hand aufs Herz! Wie lange wird es Opel in Bochum noch geben? Politisch korrekt heißt es natürlich immer. Etwas anderes will angeblich keiner hören. Lassen Kommunalpolitiker auch nur einen Zweifel an einer Zukunft von Opel in Bochum aufkommen, drohen SPD-Politiker und Gewerkschaftler über sie herzufallen. Für den Erhalt der Arbeitsplätze wird sogar Lohn-Drückerei in Kauf genommen. Es soll ja sozial zugehen. Allerdings suchen jetzt auch die Genossen der SPD einen Ausweg. Unter breiter, das heißt dann sicher gewerkschaftlicher, Beteiligung soll an einem Plan B gearbeitet werden. NRW-Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) kündigte eine entsprechende Arbeitsgruppe an.

Fremdfahrzeug vor Opel Bochum
In der Arbeitsgruppe kann es darum gehen, die Produktionsbedingungen am Standort Bochum zu verbessern. Dazu könnten Grundstücke und Gebäude veräußert werden. Das ist bei den Werken als geschlossene Einheiten nicht so einfach. Direkte Zahlungen an Opel verbieten sich EU-rechtlich. Vielleicht kann ja ein Mitnutzer gefunden werden – oder ein neuer. Subventionen verbieten sich wie gesagt, so dass der im Raum stehende 7-stellige Betrag für die Arbeitsgruppe – also ein paar einstelligen Millionen – mehr für Konzepte, Gutachten und Honorare zur Verfügung stehen wird. Die Botschaft für den „Plan B“ soll Hoffnung verbreiten. Allein mir fehlt der Glaube.

Pessimistisch betrachtet handelt es sich bei der Entwicklung „Plan B“ jetzt um den Einstieg in den Ausstieg. Gut wenn Opel daran jetzt beteiligt werden kann. Am Ende stellte sich es am Besten da, wenn die Adam Opel AG und damit General Motors sich frei kaufen von der Drohung eines teureren Streiks bei Werksschließung. Dafür muss möglichst nah an den Zeitpunkt 2016 herangekommen werden. Dafür muss etwas geboten werden, so wie die jetzt vorgesehene Zahlung der gestundeten Lohnerhöhung und eine weitere Stundung ab sofort. Klar, dass kann ein Beitrag der Belegschaft zu einem Konsolidierungsprogramm sein. Es wirkt aber auch als Beruhigungspille für die Belegschaft. Eine Pille, die sie selber bezahlt hat. Es reicht nicht mehr fürs Leben von Opel Bochum, es reicht noch nicht fürs Sterben.

Die jetzt seitens der SPD eingeschlagene Auflösung des Dramas verspricht nicht einfach Arbeitslosigkeit. Da werden ein paar erste neue Arbeitsplätze herauskommen. Die brauchen wir unbedingt und noch mehr. Eine weitere Transfergesellschaft und am Ende Abfindungen erwarte ich. Aber das wird ein langer Weg, denn es sind noch ein paar Jahre bis 2016. Stutzig macht mich, dass an anderen Standorten über Personalabbau gesprochen wird, aber nicht über einen Plan B. Die Sozialdemokraten könne sich als Kümmerer inszenieren. Wenn’s jemandem nutzt, dann wenigstens ihnen. Zumindest kann dann langsam über die Zeit danach gesprochen werden. Derweil wird die Belegschaft zermürbt. Traurig.

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