Zechengebäude Unser Fritz

Extraschicht 2012. Kleinode entdecken mit Planung. Preis im Einklang.

Als ich am Vorabend der Extraschicht auf dem Jahresempfang des Ruhrgebiets war, dachte ich einen Moment an die Konsequenzen schlechten Wetters für die Extraschicht 2012. Es wurde jedoch sonnig, warm und trocken. Das braucht eine erfolgreiche Extraschicht, die vom Ambiente der industriekulturellen Spielorte und ihrer Illumination lebt.

Es gibt die großen Spielort, die Drehscheiben, wie den Nordsternpark in Gelsenkirchen. Allerdings haben die Schmidts es sich angewöhnt, diese zu meiden. Zum einen sind sie uns zu voll. Wir meiden das Gedränge. Zum anderen meiden wir die Wartezeiten und haben eher Interesse an späteren, nächtlichen Ereignissen. Leider beißt sich das ein wenig mit dem Wunsch gerade die kleinere Spielorte zu besuchen.

Zur Extraschicht 2012 waren wir nur an den Spielorten der Künstlerzeche „Unser Fritz“ in Wanne-Eickel und zum Schluss wenige Kilometer weiter auf der „Zeche Consol“ in Gelsenkirchen. Von dort wieder bis zur Zeche Ewald, wo auch gestern wieder eine länger dauernde Party zu erwarten war, haben wir es nicht mehr geschafft.

„Licht an!“

Zechengebäude Unser Fritz
Illuminiertes Zechengebäude „Unser Fritz“ unter dem Mond von Wanne-Eickel

Die Extraschicht verspricht viel mit „Licht“. So hieß es auf einem Großplakat für den Spielort Nordsternpark auch „Licht an!. Das bewarb nicht nur die künstlerische Illumination der industriekulturellen Gebäude, sondern auch eine Lasershow im dortigen Amphitheater, in das ein alter Kohlehafen am Rhein-Herne-Kanal umgewandelt worden war. Nur leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass es im Nordsternpark bei Transport und Eintritt ins Theatergeländer stets zu Menschenaufhäufungen kommt. Im letzten Jahr waren es 200.000 Besucher, die die Extraschicht besuchten, und ich schrieb hier im Blog „Extraschicht 2011 teilweise überlaufen„.
Dann doch lieber Kleinode besuche. So ging’s zur wirklich toll be-, ja erleuchteten, Zeche „Unser Fritz“. Es wimmelte dort von Fotografen mit Stativen. Im Zechengebäude mit Künstlerateliers gab’s live music, aber attraktiver schien uns die Musik draußen auf einem uns noch unbekannten Strandgelände. Wir haben dort … ja, was … gechillt, in einem Strandkorb. Und da wir nicht um 18 Uhr, sondern um 21 Uhr unsere Tour in die „Nacht der Industriekultur“ beginnen, gab es Verwunderung, als wir „so spät“ unsere Tickets gegen ein Armbändchen tauschten. Bis dahin hatte es keiner sehen wollen. An viele Elementen der Extraschicht lässt sich auch ohne Ticket teilnehmen. Das lohnt sich dann, wenn man eh nur einen und dazu wohnortnahen Standort besucht, denn dann wird ja auch kein Bus benutzt.

Festhalten muss ich, wer die Extraschicht auskosten will, muss früher anfangen und sich fürs Ende einen Partystandort mit nächtlichem Programm, z. B. Nordsternpark oder Zeche Ewald aussuchen. Die Zeit zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens zu füllen ist nicht ganz einfach, bei warmen Wetter aber angenehmen. Auf „Konsol“ konnten wir zwar noch die Lichtinstallation samt Akustik genießen, aber auch die beginnenden Abbauarbeiten wahrnehmen. Das zu vermeiden, erfordert Planung wie der späte Heimweg. Die Ruhrtalbahn zu nehmen schied bei ersten Überlegungen schon aus, da ich nicht auf „Zeche Nachtigall“ in Witten stranden wollte. Im Vorjahr erinnere ich mich noch an eine nächtliche Tour mit Bus, U-Bahn und Wartezeiten.

Budget, Besucherandrang, Renommee und Preis im Einklang

Planung bei Besuch mehrerer kleinerer Standorte und Besuch später Veranstaltungen scheint mir auch wichtig zu werden, da es die Extraschicht gezwungen ist, kostendeckend zu arbeiten. Daher auch mein sorgvoller Blick zum Wetterhimmel. Was passiert, wenn es ab Siebenschläfer und rund um den Termin der Extraschicht einfach mal nur regnen sollte? – Das Budget (durch Zuschüsse) war einmal größer für diese Veranstaltung (siehe mein Beitrag zur Extraschicht 2010). Die Teilnehmerzahlen sind über die Jahre gestiegen. Dem Geschäftsführer der RVR-Tochtergesellschaft Ruhr Tourismus GmbH Axel Biermann gilt mein Hochachtung, Kosten, Renommee und Besucherandrang zusammengebracht zu haben. Und angesichts des kleinen Preises für die Teilnehmerkarte sind die Einschränkungen, die eine genauere Planung erfordern, vertretbar. Das ist ja auch ein Luxusproblem, das sich mir stellt.

Linkliste zu weiteren Berichten

Xtranews: Ein Sommer-Märchen: Zwölfte ExtraSchicht begeistert mit viel Glanz und Licht

WAZ Bottrop: Extraschicht – vom Barock in die Zukunft

Emsdetter Volksteitung (Ruhrnachrichten): Spot an für Zechen und Öfen – „Nacht der Industriekultur“

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