IKEA auf der Suche nach Platz in der Metropole Ruhr

Stellt man sich die A40 als zentrale Achse durch die Metropole Ruhr vor, dann sind hier zwei IKEA-Märkte aufgereiht: Zum einen Ende hin IKEA im Indupark Dortmund und IKEA in zentraler, innenstädtischer Lage in Essen. Hinzu kommt noch der ebenfalls gut ans Autobahnnetz angebundene Standort in Duisburg am Kreuz A42/A59. Einst gab es noch einen Markt in Dorsten. Etwas ab vom Kern der Metropole gibt es an der A1 einen Standort in Kamen. Das reicht dem IKEA-Konzern nicht. Seine Märkte sind gut ausgelastet. Nachdem die Suche entlang der A43 nicht erfolgreich war, wurde der schwedische Einzel- und Möbelhändler etwas bescheidener. Es wurd ein weiterer Standort entlang der A42 gesucht, es muss auch nicht ein gleich ein ganzes Einkaufszentrum wie das IKEA Scandinavian Centre in Lübeck oder ein Gewerbegebiet „IKEA-Homepark“ mit weiteren Fachmärkten werden.

IKEA-Parkhaus in Essen, Bild: Richard Carr
IKEA-Parkhaus am Berliner Platz, Essen
Zur einstigen Kruppstadt (Weststadt) hin orientiert, direkt hinter dem dort neu entstandenen Einkaufszentrum Limbecker Platz, liegt ein IKEA-Fachmakrt in integrierter Innenstadtlage. Es gibt eine Stadtbahnanbindung über den Berliner Platz, der Teil des Innenstadtrings ist. Es sieht nach mustergültigem Strukturwandel, denn die zweigeschossige, blaue Stahlhalle geht in ein Parkhaus über, das zum inudstriekulturellen Erbe der Region gehört. Darauf der Schriftzug „IKEA“. Hinter dem IKEA findet sich eine Mischung aus Bau- und Möbelmarkt bzw. Möbelmärkten, gegenüber Elektronikhändler und auch ein universitäres Zentrum, nebenan entstehen neue Wohnformen. Der IKEA-Konzern gibt dem Standort des Marktes keine Zukunft. Er sei zu klein für einen Markt samt der begleitenden, meist großflächigen Einzelhändler.

Standorte an der A 43: Bochum und Wuppertal

In Bochum hat IKEA einen Standort nicht weit vom Kreuz A40/A43 gesucht, siehe Pottblog und Möbelage. Allein die Bochumer Kommunalpolitik wollte ihn nicht. Er widerspricht dem Masterplan Einzelhandel der Stadt, denn IKEA macht viel Umsatz – wenn nicht den größten Anteil davon – mit sogenannten zentrenrelevanten Sortimenten. Der schwedische Riese verkauft ja insbesondere Küchenutensilien, Gardinen und Stoffe, Geschirr und Glaswaren, Bilderahmen etc. Der Standort an der A43 zielte auch auf die Kunden aus Recklinghausen, die mal schneller über die Autobahn herausnehme könnten. Ein Standort etwas weiter südlich im Kreuz A1/A43 ist da weniger attraktiv. Hier sehen die Planerwünsche einen IKEA Homepark vor, der neben einem IKEA-Markt weitere Fachmärkte – bildlich als Hallen vorgestellt – vorsieht. Die Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises laufen Sturm gegen den IKEA Homepark, sie befürchten Kaufkraftverluste in ihren städtischen Zentren, wenn so ein Riese vor ihrer Tür entsteht. Der Regionalverband Ruhr (RVR), politische Klammer der Städte der Metropole Ruhr, hat sich mit einer Resolution gegen das Projekt ausgesprochen, das allerdings schon außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs liegt. Die am förmlichen Planverfahren beteiligt Regionalsplanungsbehörde des RVR hat den Wuppertalern mitgeteilt, dass der Bau eines IKEA Homeparks an dieser Stelle nicht zulässig darstellbar sei und rät daher dringend das Bauleitverfahren einzustellen.

Oder an die A43 in Gelsenkirchen

Anders ist die Situation an der A42 in Gelsenkirchen gelagert. Hier hatte die Stadtverwaltung den schwedischen Investor abblitzen lassen. Vergeblich waren offenbar bisher Anfragen in Herne, Castrop-Rauxel und Bottrop. Das anvisierte Gelände in Schalke-Nord ist aufwendig saniert worden, auch unter Verwendung europäischer Fördergelder. Diese Untersagen eine Folgenutzung durch Einzelhandel. Der Protest von Einzelhändlern und Kommunalpolitikern wendet sich bisher nicht gegen eine Ansiedlung fernab des Innenstadtzentrum. Der Einzelhandelsverband begrüßt so ein Vorhaben ausdrücklich. Böse Zungen behaupten, dass es in Gelsenkirchen nichts mehr zu schützen gibt. Im Gegensatz zur Verwaltung wird bei anderen Gelsenkirchener Akteuren, so der CDU-Ratsfraktion, die das Thema in den Stadtrat trägt), eine IKEA-Ansiedlung auch als Chance gesehen. Die rechtfertigt auch eine eventuell Rückzahlung erhaltener Fördergelder, woran der bisher vergeblich suchende schwedische Riese durchaus beteiligt werden könnte. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass IKEA-Märkte ein positiv besetztes Image haben und sich großer Beliebtheit bei Kunden erfreuen. Die Entwicklung einer lahmenden Innenstadt lässt sich nicht unbedingt dadurch fördern, dass einem potentiellen Konkurrenten Steine an die Füße gebunden werden. So könnte die Stadt Gelsenkirchen die erste Kommune sein, die betreffend der Ablehnung eines IKEA-Marktes in nicht integrierter Einzelhandelslage aus der Reihe tanzt.

IKEA ist durchaus noch am Standort Schalke-Nord interessiert. Gespräche laufen nach einem Bericht der WAZ wieder – zumindest mit Politikern. Irgendwo wird der schwedische Riese, der trotz positiven Images auch nur ein Wirtschaftskonzern ist, Kompromisse machen müssen. Das gilt für die Standorte Gelsenkirchen, Essen wie Wuppertal. Aus Düsseldorf ist zu vernehmen, dass zwei Polit-Opas einst verschiedener parteipolitischer Prägung zwecks Lobbyarbeit zum Thema angeheuert wurden und Gespräche führen. Lobbyarbeit des Konzerns lässt sich erahnen. Bei dem Thema gibt es viel zu gewinnen – oder zu verlieren.

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