Gespenst, Hintergrund: 'Papp Plagiat aus Plaste' von C-PROMO.de / photocase.com

Opel: Der Buhmann von General Motors geht um

Gespenst, Hintergrund: 'Papp Plagiat aus Plaste' von C-PROMO.de / photocase.com
Der Buhmann geht um!
Die Zeitungen online und print sind voll von Berichten über einen Bericht, dass General Motors das ggf. Bochumer Opelwerk schließen wolle, so hier auf DerWesten: GM droht offenbar mit Schließung des Opel-Werks in Bochum (08.02.2012).

Der Buhmann hat keinen Namen. Er heißt „GM official“. Die Berichterstattung, dass US-Konzernmutter General Motors europäische Werke und sogar das Bochumer Opel-Werk schließen wolle, begann nach meiner Recherche mit einem Bericht im Wall Street Journal (online), für den die Autoren Sharon Terlep und Christoph Rauwald verantwortlich scheinen; ein gewisser Nico Schmidt soll zu dem Artikel beigetragen haben. Doch was ist der Artikel eigentlich? Ich sehe in ihm eine vom GM Vorstand lancierte Nachricht. Der „GM official“ wird von den willigen Journalisten immer wieder angeführt und seine Äußerungen sind dann Anlass für das Dementi des „GM spokesman“ Mr. Bingol, dessen wichtigster Nachricht im Artikel lautet:

Mr. Bingol said the official’s comments don’t represent the company’s official stance with the union.

Der ungenannte Offizielle gibt Anlass zu Dementi
Der Artikel ist online leider nicht vollständig verfügbar – nur gegen Bezahlung. Allerdings finde ich online an mehreren Stelle eine deutsche Version. Ich habe ihn mir besorgt. Die Quelle der Journalisten ist ein ungenannter Offizieller Vertreter von GM. Die einzige zitierfähige Quelle mit Namensnennung ist Mr. Bingol, der ein Dementi liefert. Ich komm nicht umhin, meinen Verdacht zu äußern, dass die Nachricht lanciert wurde, um das Dementi zu platzieren. Einfacher können Journalisten ihr Geld nicht bekommen. Die Aufmerksamkeit weiterer Medien ist ihnen gewiss. Im Sinne von „Schreiben um Geld zu verdienen“ ist das dann Journalismus, weniger im Sinne eines gesellschaftliche Auftrags.

Alles Kosmetik
Die Frage ist, warum wurde eine Nachricht zwecks Dementi lanciert. In den nächsten Tagen wird General Motors (GM) seinen Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahrs 2012 und somit für das gesamte Jahr 2012 vorlegen. Nachdem sich der US-Konzern, nicht die europäische Opel-Tochter, über einen Konkurs entschuldet hat, schreibt sie wieder schwarze Zahlen. Für die europäische Opel-Tochter gilt das nicht. Das ist nicht gut für den Aktienkurs. Das ist nicht gut, wenn der Verdacht entstehen könnte mit us-amerikanischen Steuergeldern und Abschreibungen defizitäre europäische Werke zu unterstützen. Daher vermute ich, war die lancierte Nachricht und das Dementi notwendig, um den Knall nächste Woche in den USA zu puffern. Die Märkte werden es bereits in den nächsten Tagen einpreisen. Und wer weiß, was in dem Bericht steht. Vielleicht auch ein paar gute Nachrichten, so dass der Kurs noch nach oben schnellt, wenn das europäische Desaster bereits verkraftet ist. Alles Kosmetik.
Und nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe, finde ich diesen Kommentar von Nikolaus Doll in der Welt: Diesmal ist es wirklich ernst.

Druck auf Arbeiter
Und GM dürfte auch in den Kram passen, dass der Druck auf die Arbeitnehmer bei Opel weiter wächst. Diese haben bereits erheblich auf Lohn verzichtet: Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Lohnsteigerung. Eigentlich stünde da ein vorgesehene, (prozentual) kräftige Steigerung an. Das erhöht die Kosten, aber es stellt sich die Frage, wann es einfach mal zu wenig an Lohn ist. Das Lohn-Dumping kann ja nicht ewig nach unten fortgesetzt werden.

Und wenn auch ich aufgerufen bin, alles zu tun, um die Arbeitsplätze bei Opel und den Standort des Opelwerks in Bochum zu erhalten, so wächst mit jeder dieser Aktionen die Sorge, dass es irgendwann doch einmal vorbei ist. Das Entwickeln eines Plan B ist aber auch wenig opportun. Und so muss ich hoffen, noch lange mit dem Buhmann aus Amerika zu leben.


Im Bild „Der Buhmann GM geht um!“ wurde das Bild „Papp Plagiat aus Plaste“ von C-PROMO.de / photocase.com verarbeitet.

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