Emscherkunst.2013: Übernachten in Fluss und Wolke

Wolken in der Wolke
Wolken in der Wolke

Seit dem 22.06. und bis zum 06.10.2013 findet entlang der Emscher, von Gelsenkirchen bis zu Mündung in den Rhein bei Dinslaken, die Ausstellung Emscherkunst.2013 statt. Es handelt sich um ein Nachfolgeprojekt der Kulturhauptstadt Ruhr.2013. Die Ausstellung mit Objekten entlang der Emscher soll triennal fortgesetzt werden. Dieser Beitrag widmet sich der dreiteiligen Installation des Berliner Künstlers Rainer Maria Matysik mit dem Titel „Fluss und Wolke“. Sie befindet sich direkt an der Emschermündung. Eigentlich fällt das Wasser der Emscher da zurzeit nur einfach in den Rhein hinunter.

Installation "Wolke und Fluss" an der Emschermündung
Installation „Wolke und Fluss“ an der Emschermündung
Die Installation gehört zu den Objekten, in denen auch übernachtet werden kann – notdürftig. Aber nicht nur das Kunstobjekt ist so interessant für die Übernachtung. Es macht die Kombination mit dem Ort am Rhein. Der industriell genutzte Abwasserfluss Emscher fällt gereinigt im Schatten eines Kohlekraftwerks über den Rhein, den Lastkähne befahren. Es ist aber auch landschaftlich schön dort zwischen den Menschen mit ihren Rädern und Hunden, den Spatzen und Storchen und den Wolken. Es ist ein kleines Erlebnis von der Wolke aus das alles zu beobachten. Teilweise wird man beobachtet, bis Hineingucker in die Wolke peinlich berührt und erschreckt feststellen, dass da wer in der Wolke wohnt 🙂

Nachfolgend sei auf zwei youtube-Videos verwiesen. Das erste habe ich selber gefertigt von unserem 14-stündigen Leben auf, in und um die Wolke. Es zeigt die Umgebung, Landschaft und Natur. Und es ist halt ein Amateur-Video von 3:44 Minuten Länge. Die Ummgebung gibt mir zeitlich mehr. Das Kunstobjekt kommt mir mehr als Instrument zur Erschließung der Umgebung in ihren zeitlichen Phasen vor.

Das zweite Video ist vom Veranstalter. Künstler Rainer Maria Mystik erläutert sein Werk. Es wird seine Entstehung gezeigt. Es sind auch schöne Bilder dabei, gerade zu Anfang der 7:06 Minuten.

Bewohner und Besucher der Wolke haben Kommentare hinterlassen, die sich im Audionetz der Ausstellung finden lassen. Das alles ist immer nach Künstler sortiert, mit denen sich die Ausstellung schmückt. Eine Anmerkung zur Gestaltung von Videos, Internetseite und Schildern: Ich finde es auffallend, dass die Namen groß geschrieben werden und die Werktitel klein. Aber die meisten Besucher dürften es nicht bemerken. Das Schöne an dieser Kunst im urbanen Raum ist, das sie sicher noch Elitenkunst ist, aber sich an eine andere Elite als die der kulturellen Hochkultur wendet. Den Schnurz mit Kommentaren von Künstlern und Kuratoren braucht es nicht. Im dem Sinne gilt: Auftrag erfüllt, der Rest ist Beiwerk.

Die Übernachtung hat 60 € gekostet. Dafür haben die Mitarbeiter auch den Container mit der Waschgelegenheit und der Toilette abgeschlossen. Es handelt sich also mehr um Camping ohne Dusche etc. Allerdings hat jemand unser Bett frisch bezogen, als wir ankamen. Die Handtücher konnten wir dann nicht gebrauchen.

Es gibt auch Wirtschaftsförderung durch die Ausstellung zu erleben. Die Gaststätte Stapp nur wenige Meter entfernt freut sich jeden Abend über zwei zusätzliche Gäste, die auch deren Sanitäranlagen benutzen dürfen. Die Wirtsleute nehmen das deutlich war.

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