Deponie Marbach wird zum öffentlichen Risiko

In Bochum-Hamme, unweit der Erzbahntrasse und der Autobahn A 40, liegt die Deponie Marbach. Die lange nicht genutzte Deponie erhielt – umstritten – neues Leben. Sie dient der Ablagerung von Schlacken aus den Lichtbogenöfen bei outokumpu Nirosta, vormals ThyssenKrupp Nirosta. Die Öfen sind gerade mal einen Kilometer von der Halde entfernt. Ein Vorteil einer Aufstockung der Halde um weitere 35 Meter ist die Nähe zu den Öfen. Das reduziert Kosten, Verkehre und CO2-Ausstoss. Allerdings fühlen sich die Anwohner belastet. Darüber wurde schon viel berichtet. Jetzt wird Outukumpu jedoch den Standort Bochum schließen, ja sogar ein Jahr früher als geplant. Was geschieht nun mit der Deponie?

Deponie MarbachDie Frage ist nicht ganz trivial. Das war auch im Umweltausschuss der Stadt Bochum am 10.10.2013 Thema. Die Deponie wurde nur Standort bezogen zugelassen. Endet die Produktion von Nirosta am Standort Bochum, dann endet auch die Deponie. Zumindest dürfen keine anderen Stoffe, insbesondere von anderen Standorten hier abgeladen werden. Allerdings könnt es zu einem Verkauf des Nirostawerks kommen. Der Käufer könnte in die Deponie übernehmen. Mit Blick auf den Edelstahlmarkt ist das derzeit ein unwahrscheinliches Szenario.

Deponie Marbach muss nach Stilllegung gesichert werden

Die Aufstockung der Deponie Marbach bedeutet auch, dass sie nach Stilllegung in einen vorher definierten Zustand gebracht werden muss. Dazu gehören natürlich auch Mengen an Schlacken, die jetzt nicht mehr abgelagert werden. Das Landschaftsbauwerk wird überplant werden müssen. Aber Sicherungsmaßnahmen nach Stand der Technik und eine Gestaltung des Deponiekörpers werden notwendig. Die Verwaltung der Stadt Bochum bestätigte, dass outokumpu verpflichtet ist, einen derartigen Zustand herzustellen. Der Zustand zuvor, vor Wiederinbetriebnahme, reicht nicht. Das beruhigt. Allerdings beruhigt, dass outokumpu genügend Rückstellungen für Stilllegung und Sicherung der Deponie Marbach hat. Mancher bezweufekt das auch. Hoffentlich reicht das Geld.

Denkbar ist auch ein Szenario, wo die Deponie Marbach am Ende in einer Gesellschaft sammelt, der am Ende das Geld ausgeht. Nach einer solchen Insolvenz könnte die Stadtverwaltung in die teure Verantwortung geraten, die Deponie übernehmen zu müssen. Dann wird sich zeigen, ob sich der finnischen Mutterkonzern outokumpu in die Pflicht nehmen lässt. Es besteht ein öffentliches Interesse, dass outokumpu nicht die zukünftigen Lasten der Deponie auf die Allgemeinheit abwälzt. Das macht mir Sorgen. Wer sich nicht an Tarifverträge hält, hält der sich …

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