Schild in Burgaltendorf

Bochum, Essen, Hattingen und eine schwimmende Brücke

Schwimmbrücke im Städtedreieck Bochum-Dahlhausen, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Dumberg
Schwimmbrücke im Städtedreieck Bochum-Dahlhausen, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Dumberg
Für die Erneuerung der Schwimmbrücke zwischen Bochum, Essen und Hattingen ist kein Geld da. Viele Pendler nutzen die Brücke von Bochum nach Essen. Die auf einem Ponton ruhende Brücke verkürzt die Fahrzeiten über die Ruhr erheblich. Ist sie, wie leider oft, gesperrt, dann müssen Umwege über Hattingen-Mitte oder Essen-Steele gefahren werden. Viele Autofahrer meiden die Brücke bereits und es ist klar, dass bei einem Ausbau der Verbindung mit mehr als 10.000 Fahrzeugen pro Tag gerechnet werden muss. Aber ein Aus- oder Ersatzbau ist nicht in Sicht. Die betroffenen Städte und der Ennepe-Ruhr-Kreis bekommen das interkommunal nicht hin und auch die Finanzierung – untereinander oder mit Landesgeldern – steht nicht. Ein jahrelanges Trauerspiel in der Mitte der Metropole Ruhr.

Schild in Burgaltendorf
Weiträumig umfahren: Breiten und Gewichtsbeschränkung

Im Bau- und Verkehrsausschuss des Stadt Essen steht sie morgen wieder auf einer Tagesordnung (Drs. 617/2014). Die Essener Stadtverwaltung wird einen Bildervortrag abliefern und berichtet. Weshalb sollte sie mehr tun? Weder das Nord- noch das Südufer der Brücke über die Ruhr sind Essener Stadtgebiet. Ein Blick auf die Karte zeigt aber das Dilemma. Es sind gerade mal 700 bis 1.200 Meter von der Brücke bis zum Essener Stadtteil Burgaltendorf – je nachdem, ob Luftlinie herangezogen oder die Straße genommen wird, die entlang der Stadtgrenze läuft. Die Brücke ist eine direkte Verbindung nach Bochum für einen Ort, von dem aus in drei Himmelsrichtungen der Weg über die Ruhr führt.

Die Schwimmbrücke wurde nach dem zweiten Weltkrieg errichtet, zunächst provisorisch und dann in der heutigen Form. Sie ist eine technische Besonderheit, denn statt eines Mittelpfeilers lagert das Gewicht auf einem Schwimmkörper, dem Ponton. Ein Teil kann sogar ausgeschwenkt werden, um Schiffe passieren zu lassen. Eine Ruhrschleuse schließt sich unmittelbar an. Vor der Brücke liegt eine Eisenbahntrasse durchs Ruhrtal. Nur die Lewackerstraße trennt sie vom Hang. Es geht hier steil ins Ruhrtal hinunter. Nicht viel Platz für ein Bauwerk, dass den idealerweise den Bahndamm und die Ruhr gleichzeitig überbrücken sollte. Ein Verlegung der Brücke ist daher immer wieder im Gespräch. Allerdings würde das Verkehrsströme verändern oder auch die Beteiligten an der Brücke. Eigentümer der Brücke ist der Ennepe-Ruhr-Kreis, den Bau hat die seinerzeit reiche Stadt Bochum bezahlt, ebenso die Unterhaltung. Nutznießer eines Neubaus stromabwärts wäre auch die Stadt Essen, dann aber sicher auch an den Kosten beteiligt. Gegen eine Lösung stromaufwärts hat sich die Stadt Hattingen ausgesprochen (vgl. insgesamt Drs. Bo 20132463).

Für Busse gesperrt: Fahrgäste müssen zu Fuß über die Brücke

Nur eine Fahrspur, daher eine Ampelanlage
Nur eine Fahrspur, daher eine Ampelanlage
Für den Hattinger Stadtteil Dumberg hat die Anbindung nur bedingt Priorität. Die drei Kommunen finden nicht zueinander. Die Essener Ratsfrau Wallburga Isenburg (CDU) nennt das inzwischen eine „Posse“. Sie kommt aus Burgaltendorf und weiß um 12 bis 14 km Umweg, die gefahren werden muss. In Bochum-Dahlausen liegt der nächste S-Bahnhof für den Ort, aber die marode Brücke kann die Busse nicht der tragen. Die Busline wurde in einen Essener und einen Bochumer Teil geteilt. Die Passagiere müssen zwischen den Haltestellen beider Linien zu Fuß über die Brücke. Wenn sie nicht gerade wegen Hochwasser oder akuter Reparaturen gesperrt ist ….

Kein Geld für kommunale Straßen, kein Geld für Landesstraßen

Die Kommunen müssten sich auf eine Verteilung der Kosten einigen. Hilfreich wäre, wenn die Straße von einer Kreisstraße zu einer Landesstraße aufgestuft werden könnte. Dann – so das Kalkül – könnte das Land die Straße zumindest anteilig bezahlen. Das erwartet Verkehrsaufkommen einer neuen Brücke rechtfertigt das, aber es gibt bereits viele Landesstraßen in der Umgebung. Die Bauprogramme des Landes sind jedoch von der rot-grünen Landesregierung weiter reduziert worden. Die Programme sind völlig überzeichnet.

Auch bei der Bezuschussung kommunaler Straßen sieht es nicht besser aus. Mit Hinweis auf die Auseinandersetzungen mit dem Bund über die Nachfolge des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes ab 2020 werden keine Mittel mehr bewilligt. Landesverkehrsminister Michael Groschek MdL (SPD) hat von den dürftigen Resten des Programm noch einen Topf für ein Sonderprogramm bilden lassen. Dessen Titel lässt etwas hoffen, denn es geht um kommunale Großbrücken. Doch da sind viele marode, nicht nur im Dreistädteecke. Es wäre schon hilfreich, wenn die die Betroffenen sich gemeinsam ans Land wenden würden.

Schwimmbrücke im Dreieck Bochum-Essen-Hattingen

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