CDU: Deutsch-Türkisches Forum wird ‚Union der Vielfalt‘

17 Jahre bemühte sich das Deutsch-Türkische Forum in der CDU (DTF) um die Interessen von Migranten in und an der CDU. Der Blick auf die Berichterstattung um das DTF gerade auch in den letzten Monaten in der regionalen Presse in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass eine Entwicklung öffentlich verborgen geblieben ist. Das DTF hat sich zu einer Organisation weiterentwickelt, in der sich Migranten nicht nur türkischer Herkunft engagieren. Am 25. Juni 2014 erfolgte die Weitergabe des Vorsitzes des DTF NRW vom Gründer Bülent Arslan an die erste muslimische Bundestagesabgeordnete der CDU, an Cemile Giousouf Mdb aus Hagen. Dabei beschlossen die Mitglieder auch eine Änderung von Satzung und Namen. Das DTF heißt nun „Union der MigrantenVielfalt – Netzwerk Integration“. Das Ziel ist es eine anerkannte Vereinigung der CDU zu werden, die in allen Bundesländern und der gesamten Fläche vertreten sein soll.

Bülent Arslan und Cemile Giousouf MdB, neue Vorsitzender der Union der Migranten
Bülent Arslan und Cemile Giousouf MdB

Deutschland wird weniger, älter und bunter. Die Mitglieder des Landesverbandes des DTF, die in Düsseldorf zusammenkamen, waren sicher wenige gemessen an der Größe der CDU. Sie waren dafür deutlich jünger als der Durchschnitt der CDU. Das fiel überraschend auf, wenn die Kandidaten für die turnusgemäßen Vorstandswahlen das Alter ihrer Kinder nannten. Die Versammlung war auch bunter, gerade auch in der Breite er vertreten Migranten. Viele haben die deutsche Staatsangehörigkeit, dennoch spielt die Herkunft, selbst bei Migranten der zweite oder dritten Generation noch immer eine Rolle.

Die Umfirmierung in „Union der Vielfalt“ hat Vorarbeit gekostet, den der Vorstand passte sich an. In ihm sind Migranten mit vielen verschiedenen kulturellem Hintergrund vereint. Ich verzichte auf eine Aufzählung. Stattdessen verweise ich auf die Vielfalt in ihrer Komplexität. Die Muslimin Cemile Giousouf mag türkisch klingen? … sie entstammt einer griechischen Minderheit und hat auch einen griechischen Pass. Welch schöne Symbolik, dass sie den Vorsitz von einem Türkischstämmigen übernimmt.

17 Jahre Deutsch-Türkisches Forum

Vor 17 Jahren machten sich einige junge Politiker mit dem Deutsch-Türkischen Forum – DTF – auf den Weg. Damals schien es angebracht, eine Trennung bei Migrantengruppen zu haben. Aber es gab auch Zweifel, ob die Trennung richtig sei. Zu der Truppe zählte Bülent Arslan, der langjährige Vorsitzende des DTF NRW sowie Thomas Kufen MdL. Er war einige Jahre Integrationsbeauftragter der Landesregierung und integrationspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Heute gibt es Bundestags- und Landtagsabgeordnete der CDU, die selbst Migranten sind bzw. auch eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit haben. Es ist ein langer Weg von damals. Bülent Arslan kann davon ein Lied singen. Vor zehn Jahren wollte er mal Kandidat der CDU für die Wahl zum Deutschen Bundestag werden. Das hat nicht geklappt. Zur letzten Bundestagswahl haben die gleichen Delegierten mit Cemile Giousouf aufgestellt, die als erste Muslima für die Union in Berlin sitzt. Tempora mutantu“

CDU-Landesvorsitzender Armin Laschet MdB und Bülent Arslan
CDU-Landesvorsitzender Armin Laschet MdB und Bülent Arslan

Union der Migranten – Netzwerk Integration Nordrhein-Westfalen e.V.

Die „Union der MigrantenVielfalt“ hat sich zum Ziel gesetzt, als ordentliche Vereinigung bzw. Sonderorganisation der CDU anerkannt werden. Die neue Vereinigung will nicht nur in die Gesellschaft wirken, sondern in die CDU hinein. So sehr die CDU sich hinsichtlich der Integration von Migraten verändert hat, sich sogar für sie geöffnet hat, so sehr wird aber auch befürchtet, dass sich die Gesellschaft schneller entwickle, als die CDU mithalten könne. Mithalten meint damit politische Inhalte und die Kompetenz der Mitglieder und einzelnen Gruppen, Migranten Willkommen zu heißen.

Die Zahl der Migranten nimmt zu, ihre politische Rolle auch. Die CDU hat sich lange schwer getan, Migranten (nicht Vertrieben) zu akzeptieren und hinkte anderen Parteien, ja der gesellschaftlichen Entwicklung weit hinterher. Da ist noch einiges zu tun, Bülent Arslan schloss seine Rede mit einem Zitat von Norbert Blüm als Warnung:

Wer festhält, was verändert werden muss, verliert alles.

In einer früheren Version habe ich die "Union der Migranten" geschrieben, irgendwie fällt es mir schwer von DTF auf Union der Vielfalt umzustellen.

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