EU-Umwelthauptstadt: Essen wird’s nicht. Neue Chance für Ruhr.

Europäische Umwelthauptstadt / European Green CapitalDen Titel „Europäische Grüne Hauptstadt“ bzw. Europäische Umwelthauptstadt wird im Jahr 2016 die Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens, tragen. Glückwunsch! Oslo war lange als Favorit gehandelt worden, konnte sich aber am Ende nicht durchsetzen. Die Stadt Essen kam mit ihrer Bewerbung immerhin in die Endrunde. Es war die erste Bewerbung aus Essen. Ljubljana hatte sich bereits im Vorjahr beworben.

Die Essener Bewerbung war aus der Initiative für eine regionalen Bewerbung hervorgegangen, bei der anfangs die Städte Bochum, Essen und Dortmund vorangegangen waren. Die Abstimmung untereinander war aber nicht optimal, zeitlich und rechtliche Hürden traten auf, so dass sich am Ende Essen für eine Bewerbung ohne die Partner entschieden hatte. Jetzt zeigt sich, dass es alleine nicht reicht. Aber aus der Essener Bewerbung kann die Metropole Ruhr viel lernen, um es doch gemeinsam zu versuchen.

Die rechtlichen Hürden dafür werden derzeit aus dem Weg geräumt. Mit der anstehenende Novelle des RVR-Gesetzes wäre dann eine gemeinsame Bewerbung möglich. An gemeinsamen Umweltzielen arbeiten die Stadtverwaltungen und der RVR derzeit.

Natürlich steht Essen auch der Weg offen, es erneut allein zu versuchen. Ich halte es für klug, jetzt zu analysieren, was Ljubljana besser gemacht hat. Essen hat es ja bereits in die Endrunde geschafft. Die Region kann einen Beitrag leisten, wo es Essen allein nicht schafft.

Keine Wissenschaftsmetropole, kein Weltkulturerbe – Masse macht nicht Klasse!

An gescheiterten Bewerbungen der letzten Jahre können einige Gemeinsamkeiten abgelesen werden. Essen wurde nich Umwelthauptstadt, die Industrielandschaft des Ruhrgebiets wird nicht als Weltkulturerbe vorgeschlagen und die Region wurde nicht als Wissenschaftsregion ausgezeichnet. Es mangelt oft an fehlender regionaler Zusammenarbeit. Entweder fehlt sich ganz oder es reicht nur, Einzelprojekte zusammenzufügen, ohne dass ein schlüssiges Konzept vorliegt. So zuletzt geschehen bei der Bewerbung als UNESCO-Weltkulturerbe. Die schiere Menge an Einrichtungen, den immer selben Industriedenkmälern und Hochschuleinrichtungen reicht nicht. Masse macht nicht Klasse! Hier muss die Region an sich arbeiten. Da muss auch mal auf etwas verzichtet werden, was nicht dazu gehört. Aber dieser Auswahlprozess, dieses Nein-Sagen, das fällt der Region schwer. Das Bedürfnis nach regionalen Konsenz führt schnell zur Beliebigkeit, weil jeder mit allem beteiligt wird. Konzentration auf das Wesentlich fehlt dann.

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