Streikgewinnler: Das Metropolrad Ruhr

‚metropolradruhr‘ ist ein bei der Errichtung öffentlich gefördertes Projekt für ein Fahrradverleihsystem in allen Großstädte des Ruhrgebiet. Dahinter steckt das Selbstverleihsystem der Firma Nextbike, die europaweit tätig ist. In die politische Diskussion um metropolradruhr fießen immer wieder Aspekte der Zahl der inzwischen 300 Stationen und Ausleihungen pro Jahr bzw. pro Tag ein. Pro Station sieht das oftmals mager aus, aber andererseits finanziert sich das System nicht nur aus den Verleihungen. Die Stadt Bochum gewährt einen Zuschuss zum Bau von Stationen, nextbike ist von Sondernutzungsgebühren für die Stationen befreit und verdient auch an der Werbung auf den Rädern. Es wird sich zeigen, ob die Rechnung nach dem Auslaufen der Förderung dauerhaft aufgehen kann. Ein Bericht hierzu findet sich zur nächsten Sitzung des Ruhrparlaments.

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Einen besonderen Erfolg kann metropolradruhr aufgrund der Warnstreiks im öffentlichen Dienst feiern. Bereits letzte Woche am Mittwoch sollen sich die Ausleihzahlen verdoppelt bis verdreifacht haben. Auf Nachfrage teilte mir Nextbike mit, dass dies auch am Mittwoch und Donnerstag (26./27.03.) der Fall gewesen sei. Folgende absolute Zahlen wurde mir über die Verleihspitzen zugesandt, wobei es zu insgesamt 3000 Verleihungen pro Tag gekommen sein soll:

Bezogen auf die letzten beiden Tage liegt Bochum mit 1031 Fahrten dabei ganz vorn, gefolgt von Dortmund 733, Essen 625, Duisburg 350 usw.
Die Hauptbahnhöfe waren zu den Stoßzeiten der Pendler besonders stark frequentiert, also zwischen 7 und 9:00 morgens und nachmittags von 16-19:00 Uhr

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Studenten nutzten Verleihräder zwischen Uni und Bahnhof
Letzteres hat mich nicht gewundert, denn ich kam gestern mehrfach zu Fuß an der Leihstation am Bochumer Hauptbahnhof vorbei. Da war reger Verkehr und gegen 22:00 Uhr war zwar keine Ausleihaktivität mehr zu erkennen, aber eine überfüllte Station zu sehen. Da standen mehr Räder als Plätze eingeplant waren, siehe Bild. Die Räder müssen erst wieder zu anderen Stationen. Die Radler habe die „Mobilitätslücke“ zur nicht streikenden Bahn per Rad überbrückt. Nextbike wies mich auf die Kooperation zwischen Ruhr-Universität in Bochum hin.

In Bochum haben wir die Kooperation mit der RUB, hier sind viele Stiudenten morgens zur Uni geradelt und nachmittags zurück zum Hbf, die haben bei jeder Fahrt die ersten 30min frei.

10 % des Jahresverleihs oder mehr an drei Streiktagen
Zu der Verleihzahl von 3.000 Ausleihungen fehlt mir ein Vergleich. Nextbike spricht von Verdoppelung bis Verdreifachung. Als das System im Aufbau war, gabe es von Januar bis August 2012 31.000 Verleihungen. Das soll noch mehr geworden sein. Dann hätte Nextbike an den drei Streiktagen mehr als 10 % Prozent seines Jahresumsatzes erzielt. Das halte ich deshalb für wichtig, weil ich erwarte, dass so mehr Leute zur Nutzung gebracht wurden, die sie jetzt vielleicht bei Gelegenheit wiederholen. Die Bürger müssen an das neue System auch erst gewöhnt werden.

2 Gedanken zu „Streikgewinnler: Das Metropolrad Ruhr“

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