Wann schließt RWE Standorte und Niederlassungen?

Im 1. Quartal 2014 ist der Gewinn von RWE weiter eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr etwa um ein Drittel. Der Gewinn ist die Grundlage für die Zahlung einer Dividende. Die 25 % der Gesellschafter sind Kommunen, z. B. Bochum oder Essen. Sie sind auf die Einnahmen in Millionenhöhe dringend angewiesen. Teilweise gehören die RWE-Aktien nicht den Städten direkt, sondern mittelbar über eigene Gesellschaften, zum Beispiel Stadtwerke. Bei den verschachtelten Strukturen dienen die Gewinne aus dem Energiebereich oft der Verlustabdeckung beim Nahverkehr – siehe ‚Energiewende frisst Nahverkehr‚. Daher ist das eine kritische bis dramatische Entwicklung.

Liegt hier 'ne lange Leitung?
Liegt hier ’ne lange Leitung?
Der Gewinn ist die Grundlage für die Dividende, die auf Druck von Gesellschaftern kontinuierlich fließen muss. Was tun? RWE hat bereits ein Sparprogramm, das die Reduzierung von einst 74.000 auf 61.000 Beschäftigte vorsieht. Dazu gehört der Verkauf der DEA: Weniger Beschäftige benötigen weniger Platz, weniger Gebäude. In der Konsequenz ist für weitere Einsparungen und zur besseren Auslastung vorhandener Gebäude mit Standortschließungen bei weit verteilten Konzern zu rechnen.

Dividende reduzieren oder Standorte schließen?

Schließungen von Standorten und Niederlassungen ist aber nicht so einfach zu bewerkstelligen, wenn sie in Kommunen liegt, die selber Gesellchafter sind. Gerne argumentieren SPD-Politiker, dass die kommnalen Anteile am Stromkonzern dafür da sind, Einfluss auf den Energieriesen auszuüben. Den Kommunen können werder Dividenden-Kürzung noch Stellenabbau oder die Schließung einer Niederlassung vor Ort schmecken. Ein Dilemma.

RWE will weitere Kraftwerke schließen

In dieses Umfeld kommt nun die Mitteilung, dass RWE Kraftwerke still legen will (z.B. Handelsblatt, 14.05.2014: „RWE will noch mehr Kraftwerke still legen„). Insbesondere Gaskraftwerke sollen betroffen sein. Kraftwerke sind Betriebsstätten, an denen nicht nur Beschäftigte arbeiten, sondern auch Steuern gezahlt werden. Welchen Einfluss wollen Kommunen ausüben, wenn sie zusehen wie ihr Standort verschwindet? Worauf wollen sie dann einen Einfluss ausüben?

Mancher scheint da eine lange Leitung zu haben. Aber bald geht es bei RWE ans Eingemachte. Erhalt von Standorten, Arbeitsplätzen und einer hohen Dividendenzahlung lässt sich nicht mehr unter einen Hut bringen. Die Kommunen werden bereits die Diskussion zu spüren bekommen. Welche Standorte sind betroffen?

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