Zuschlag für Nahverkehr in Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen ab 2015

Das Fahren mit Bus und Bahn im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr wird zum 1. Januar 2015 teurer. Die Monatskarte Ticket1000 für die Ruhr-Großstädte (Tarif A2) kostet dann 1,55 € mehr. Für die Ruhr-Großstädte Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen kommt ein weiterer Euro Zuschlag hinzu. Für das bessere Angebote in den Städten wird der neue Tarif A3 eingeführt. Zukünftig wird ein Zuschlag von bis zu 10 % erwartet. Die Mehreinnahmen sollen dem Erhalt und Ausbau des dichteren Nahverkehrsangebots in den Städte zugute kommen.

Bei den Einzelfahrscheinen und Tagestickets bleibt der Unterschied von 10 Cent zwischen den Städten beziehen. Laut VRR-Fahrpreistabelle kostet eine Fahrt durch Herne und Gelsenkirchen 2,50 € gegenüber 2,60 € in Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen.

Laut Beschluss der Politiker des VRR-Zweckverbands sollen die Mehreinnahmen dem Nahverkehr zur Verfügung stehen. So heißt es in der VRR-Vorlage:

Dieses neue Preisniveau wird zunächst in den Städten Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Essen und Wuppertal eingeführt, wobei der Verwaltungsrat […] diese Entscheidung an die klare Erwartung verbunden hat, dass das Leistungsangebot und -niveau (Basisjahr 2014) durch die kommunalen Aufgabenträger bzw. Verkehrsunternehmen erhalten bzw. ausgebaut wird.

Sollte eine Stadt das Angebot mehr als 2 % reduzieren, so soll die Einstufung überprüft werden, was alle paar Jahre obligatorisch ist.

Fahrpreis: Mehr Nutzen für Kämmerer als für Nutzer?

Sorgen bereiten mir zeitgleich angekündigte Einsparungen und Leistungseinschränkungen durch die örtlichen Verkehrsunternehmen. In Dortmund solle, wie in Essen öffentlich diskutiert, über Kürzungen beim Angebot bei Bus und Bahn nachgedacht werden. Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn-AG (BoGeStra) plant von ihren beiden städtischen Gesellschaftern je eine halbe Million Euro weniger jährliches Defizitausgleich zu fordern. Zusätzlich wird bereits ab Januar 2015 der Schülerverkehr, zusätzliche Busse zu Schulbeginn am Morgen und zum Schulende, auf fast die Hälfte reduziert, wie die BoGeStra letzte Woche Mittwoch mitteilte.
Ich befürchte, dass die Mehreinnahmen mehr den städtischen Kämmerern dienen als dem Angebot an die Nutzer des Nahverkehrs. Dieser hat in den Ruhr-Großstädten seine Auslastungsgrenze erreicht.

Auch die Städte Düsseldorf und Wuppertal gehören ab Januar 2015 zum neuen Tarifgebiet A3, in dem das Monatsticket für die Kommune etwas teurer wird. In Gelsenkirchen, Hagen, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sei das Angebot laut VRR nicht ausreichend, um den Zuschlag zu rechtfertigen.

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