Jugendhilfeskandal: Der billige Leumund des Dr. Dieffenbach

Der Jugendhilfe-Skandal um die Bochumer Life Jugendhilfe GmbH und das Ratsmitglied Gerd Lichtenberger (SPD) ist noch nicht vorbei. Nach einer erneuten Berichterstattung im WDR Fernsehen (die story, 02.06.2015) lässt nun Gutachter Dr. Rainer Dieffenbach, Chefarzt der Vestischen Kinder- und Jugendklink, seine Tätigkeit für die Life-Jugendhilfe ruhen. Dadurch wird jetzt klar, dass Dr. Rainer Dieffenbach für die Life-Jugendhilfe tätig ist. Das verwundert, weil er in einer Informationsveranstaltung im Rathaus Bochum als Experte zum Skandal berichtet hatte. Wäre Dr. Dieffenbach damit denn nicht befangen?

Die Reportage im WDR und nachfolgende Zeitungsartikel (RN, WAZ) greifen eigentlich den Konflikt auf, dass Dr. Dieffenbach für die Life-Jugendhilfe Gutachten zur Betreuung fertigte und gleich die Therapie dazu anbot:

Dieffenbach und Lichtenberger kooperieren bereits seit Längerem, hielten gemeinsam Vorträge auf Fachtagungen. Einen Interessenskonflikt sieht Lichtenberger darin nicht. Das Jugendamt könne ja eigene Gutachter beauftragen, sagt er in der WDR-Reportage.

Dr. Dieffenbach begutachtet Jugendliche für Life, bietet die Therapie an und berichtet zum Skandal rund um die Life-Jugendhilfe in den Gremien, die sich um Aufklärung bemühen. Die CDU-Ratsfraktion hat sich deswegen nun an die zuständige Sozialdezernentin der Stadt Bochum gewandt. „Die CDU-Fraktion ist fassungslos darüber, dass die Sozialdezernentin den Ratsmitgliedern und der Öffentlichkeit in einer Informationsveranstaltung über die individualpädagogischen Auslandsmaßnahmen des Jugendamtes Herrn Dr. Rainer Dieffenbach als unabhängigen Experten präsentiert hat, obwohl dieser Geschäftsbeziehungen zur Life GmbH unterhält und damit von dieser auch Gelder erhalten hat“, erklärte dazu Fraktionsvorsitzender Christian Haardt MdL.

Politik und Öffentlichkeit bewusst getäuscht?

Die CDU fragt nun die Stadtverwaltung, ob ihr die Geschäftsbeziehung zwischen Lichtenberger und Dieffenbach bekannt war. Es wäre ein Skandal, wenn dies bejaht wird. Dann steht der Verdacht im Raum, dass die Kommunalpolitiker und die Öffentlichkeit bewusst getäuscht worden seien. Von einer unabhängigen Expertise des Dr. Dieffenbach kann keine Rede sein.

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