Jugendhilfeskandal um Auslandsunterbringung geht weiter

In Bochum, Marl Dorsten und in Gelsenkirchen geht der Skandal um die Auslandsunterbringung von Jugendlichen weiter. Auf die Berichterstattung im ARD-Magazin Monitor hin wurde noch mehr „Staub“ aufgewirbelt. In Gelsenkirchen wurde umgehend die Leitung des Jugendamtes vom Dienst freigestellt. Die Stadt Dorsten lässt ihre Arbeit vom Landesjugendamt prüfen. Es gibt Sondersitzungen politischer Gremien, und es wurden zur letzten Sitzung am Donnerstag diverse offizielle Anfragen gestellt im Rat der Stadt Bochum, dem der SPD-Politiker Gerd Lichtenberger (SPD) angehört, der Geschäftsführer der im Film dargestellte Life Jugendhilfe GmbH ist.

Anschuldigungen gegen ARD-Reporter nicht haltbar?

Aufgeklärt ist bis heute nichts – auch nicht, ob es einen wirklichen Skandal ist. Das Verhalten der Beschuldigten verdichtet aber den Verdacht. So prüft laut Bericht der Ruhrnachrichten die ARD jetzt rechtliche Schritte gegen Gerd Lichtenberger, der behaupte, die Mitarbeiter des Magazin hätten quasi Hausfriedensbruch begangen und auch einen anderen Hof gefilmt als den, auf dem der gezeigte Jugendliche untergebracht worden sei. Schutzbehauptungen? Von wem?

Noch nicht alles am Licht – Kinderschutzbund erhielt Geld

Die Auseinandersetzung, ob der Wahrheitsgehalt des ARD-Berichts wirklich zweifelhaft ist oder ob die Anschuldigungen Lichtenbergers nur Schutzbehauptungen sind, werden sich in den nächsten Tagen klären lassen. Dafür muss in Ungarn jemand die wirklichen Verhältnisse vor Ort recherchieren.
Für Gelsenkirchen scheint der Skandal nach einer „atemraubenden Woche (Titel der WAZ Gelsenkirchen) auch sicher nicht beendet. Inzwischen ist der Kinderschutzbund mit hineingezogen. Der jetzt dienstbefreite stellvertretende Jugendamtsleiter war auch stellvertretender Vorsitzender der örtlichen Vereinigung des Kinderschutzbundes. Für die Übernahme der Buchführung sollen 5 € pro Tag und Jugendlicher an den Deutschen Kinderschutzbund geflossen sein.

Neue Fakten von Westpol

Für Sonntagabend ist in der Sendung Westpol ein weiterer Bericht angekündigt. Der Vorankündigung im Radio ist entnehme ich den Vorwurf, dass die Leitung des Gelsenkirchener Jugendamts weiter für die umstrittene Gesellschaft gearbeitet habe, nach dem die Firmenanteile an Verwandte weitergereicht worden waren. Mehr dann Sonntagabend im WDR-Fernsehen. Eine Vorankündigung gibt es in den WDR-Nachrichten (Redaktion „die story“).

Das Bild zeigt den Sitz der Life Jugendhilfe GmbH an der Hattinger Straße in Bochum-Weitmar.

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