Studentenverbindungen: Grüne Hochschulgruppe gewaltig gescheitert

Die großen Zeiten der Linken an der Ruhr-Universität Bochum sind vorbei. Für eine linke Mehrheitsbildung im Studierendenausschuss (AStA) der ersten Hochschule in der Metropole Ruhr reicht es eine Weile schon nicht mehr. Als letztes Refugium scheint die Grüne Hochschulgruppe (GHG) verblieben zu sein. Von den einstigen Protagonisten wie JUSO-Hochschulgruppe und Linke Liste (LiLi) ist außer gelegentlicher Agitation nicht mehr viel geblieben. Zum Uni-Jubiläumsfest Blaupause wollten Linke es noch mal krachen lassen. Unter Führung der GHG wurden dann am Ende 14 Personen aufgeboten, die Störaktionen auf dem Jubiliäumsfest der Ruhr-Uni – der Blaupause am 6. Juni 2015 – initiieren wollten. Es sollte ein Zeichen gegen Studentenverbindungen, diskriminierend begrifflich als Burschenschaften bezeichnet, gesetzt werden. Die Aktion hat aber mehr die Defizite der linksradikal orientierten Grünen offenbart.
Nicht dass ich das bedauere. Der Autor ist selber aktiver Christdemokrat und davon unabhängig Mitglied zweier Studentverbindungen.

Die meisten Mitglieder von Studentenverbindungen dürften das genauso sehen wie die GHG.
Die meisten Mitglieder von Studentenverbindungen dürften das genauso sehen wie die GHG.
Ja, es gibt problematische Studentenverbindungen in Bochum. Als das sehe ich die Prager Burschenschaft Arminia an, die zur Deutschen Burschenschaft gehört. Genauso kritisch bin ich beim Verein Deutscher Studenten (VDSt). Die drei katholischen Studentenverbindungen, die Landsmannschaft, die Jagdverbindung und das Corps (und eine Jagdverbindung) sehe ich als unbedenklich an. Letzterem gehöre ich an, seit dem ich mein Studium in Bochum einst begonnen habe. Linksradikale Agitation setzt regelmäßig Burschenschaft mit Studentenverbindung gleich. Ein Fehler allein schon deswegen, weil Studentenverbindungen unterschiedliche Ausrichtungen hinsichtlich Wertvorstellungen, Religion und gemeinsamen Aktivitäten haben. Äußerlich sichtbare Gemeinsamkeiten beschränken sich auf traditionell getragene Bänder mit den Farben der jeweiligen Studentenverbindung, bunte Mützen, Fahnen und eigene Vereinsheime. Einige Verbindungen nehmen nur Katholiken auf, andere nur Deutsche. Einige definieren sich über den gemeinsam ausgeübten akademischen Fechtsport, andere über Religion oder aber nationalistische politische Ziele, so die Burschenschaften.

Die Welt der Studentenverbindungen ist bunt. Es gibt diese bunte Welt auch an der jetzt 50 Jahre alt gewordenen Ruhr-Universität. Allerdings nicht so bunt und so vielfältig wie in traditionellen, alten Universitätsstädten. Zentraler Bestandteil des universitären Lebens sind sie in Bochum nie gewesen. Allein die politisch Linke hat die Studentenverbindungen als Feindbild stets überhöht, indem die Kritik allein schon an ihrer Existenz massiv vorgetragen wurde. So auch jetzt, da sich mehrere Studentenverbindungen als offizielle Hochschulgruppen am Unifest namens Blaupause mit eigenen Aktivitäten beteiligten.

„Burschis raus, sonst Blaupause kaputt“

Im Vorfeld haben sich verschiedene Akteure gegen Studentenverbindungen auf der BlauPause ausgesprochen, allen voran die JUSOs die GHG. Das reichte dann bis zu einem Brief an den Bundespräsidenten, aber auch der Verbreitung eines anonym betrieben Blogs. In diesem wurden unverhohlen mit Gewalt gedroht, wenn die Unileitung die Studentenverbindungen nicht ausschließe: „Burschis raus, sonst Blaupause kaputt“ Sogar in die WAZ hat es das angebliche Bündnis geschafft, von dem nirgendwo zu erfahren ist, wer das ist.

Demo "Gegen Grüne Gewaltbereitschaft", Bochum 6.6.2015
Demo „Gegen Grüne Gewaltbereitschaft“, Bochum 6.6.2015

Von Gegen-Demo gegen Grüne Gewaltbereitschaft überrascht

Das Ultimatum an das Rektorat auf Ausschluss der Studentenverbindungen verstrich. Einem unbestätigten Bericht des JUSO-liken Magazins bo-alternativ kam es zu einem Anschlag auf den Festakt der Uni in Form eines Feueralarms mit „unterstützender Rauchentwicklung„. Unter Führung der GHG und ihre linksradikalen Vordenkers Karsten Finke wurden Störaktionen auf der Blaupause initiiert – natürlich unter Verstoß gegen die Regeln der BlauPause. Es kam zu den Versuchen einer Demonstration mit satirischen Plakaten. Vor den benachbarten Ständen zweier Studentenverbindungen kam es zu einer Gegen-Demo.

Von den Gegendemonstranten wurde von den Grünen Gewaltfreiheit eingefordert. Das Ultimatum an das Rektorat, dass die GHG unkrititsch weiterverbreitet hatte und die Präsenz des Karsten Finke ließen dies‘ nicht sofort erwarten. Karsten Finke hatte erst vor wenigen Wochen seine Mitgliedschaft im Rat der Stadt Bochum beendet, nachdem sich der Stadtrat gegen seine verständnisvolle Positionierung zu brennenden Polizeiautos in Frankfurt ausgesprochen hatte.

Grüne in Konflikt mit der Polizei

Die Demonstration zeichnete sich dadurch aus, dass die Gruppe mit Ausnahme der Sprecherin Nina von Witzleben und Karsten Finke meist damit beschäftigt war, ihre Gesichter hinter den Plakaten zu verstecken. Versuche eines Gesprächs wurden mit Äußerungen schon beleidigenden Charakters erwidert. Nach wenigen Minuten war die Aktion aber auch schon beendet, nachdem Polizeibeamte sich direkt an den bekannten Karsten Finke wandten, um klar zu machen, dass hier gegen Regeln verstoßen werde. Der Konflikt mit der Polizei war absehbar. Einige Demonstranten zeigten sich auch aggressiv, als ihre Aktion nicht lief. Das verwundert nicht angesichts bekannter linker Intoleranz und des Kraftakts, den die Aktion für die GHG darstellte. Ein eigener Stand auf der Universitätsstraße war verwaist. Es fällt auf, dass die Studentenverbindungen in Summe mehr Vertreter an ihren Stände hatten als die GHG-Gruppe. Gescheitert.

Stand der Grünen Hochschulgruppe, Blaupause 6. Juni 2015
Stand der Grünen Hochschulgruppe, Blaupause 6. Juni 2015

Linksradikalismus bei Bochumer Grünen

Die Grünen in Bochum haben seit einiger Zeit ein Problem mit linksradikalen Elementen in den Reihen der Grünen Jugend und der Grünen Hochschulgruppe entwickelt. Hier gibt es offenbar Verständnis für Gewalt als politisches Mittel gegen Andersdenkende. Die Verweigerung von Gesprächen ist ein unschöner, aber hinzunehmender Aspekt der GHG. Der Einsatz von Gewalt, und eben auch bereits in Form verbaler Gewalt, ist hingegen nicht tolerierbar. Hier muss eine gesellschaftliche Ausgrenzung erfolgen, die ggf. auch staatlich sanktioniert werden muss. Bedauerlich ist, dass die Bochumer Grünen nicht aktiv werden. Dazu passt die folgende Äußerung vom Bochumer Ratsmitglied Sebastian Pewny, selbst gleichzeitig in der GHG aktiv und im Senat der Ruhr-Universität: „Das in der Grünen Partei linksradikale sind habe ich vor langer zeit akzeptiert“ [Rechtschreibung wie im Original]

P.S.: Irgendwie fehlt es den Vertretern der GHG auch an Humor.

2 Gedanken zu „Studentenverbindungen: Grüne Hochschulgruppe gewaltig gescheitert“

  1. Als Jäger die Studentenverbindung Hubertia Ruhr zu Bochum zu vergessen, tut mir im Herzen weh. Waidmannsheil

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