Vorarbeiten zur Bäderschließung in Bochum

Die Stadtverwaltung bereitet Entscheidungen zur Schließung weiterer Bäder in Bochum vor. Ganz vorne auf der Liste sind die Bäder in Höntrop und Linden, aber auch die Aufgabe der Freibäder und Lehrschwimmbecken wird diskutiert. Dass Vieles im Argen liegt, zeigt eine Aufstellung der jährlichen Defizite, siehe Tabelle unten. Mehr als 6 Millionen Euro gibt die Stadtverwaltung für die Defizite allein des Schwimmbetriebs aus. Da wird auch der neue Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) rangehen müssen.

Untersucht wird auch der Neubau eines Bades. Wie das ins Bild passt? Organistorisches Verbesserungen sprechen dafür, aber insbesondere der Umstand, dass ein Neubau meist günstiger da steht als die Renovierung eines Bades. Und so entsteht ein großes Szenario: Die Schließung von zwei bis vier Bädern und die Zusammenfassung der Lehrschwimmbecken am Standort einens neuen großen Bades würde Millionen sparen. Die Hoffnung besteht, durch einen geeigneten Standort mehrere Nutzer zufrieden zu stellen. Das ist nicht immer einfach, wie aktuell eine Diskussion in Dortmund-Wischlingen um das Zusammenlegen eines städtischen Bades und eines Freizeitbades zeigt (siehe RN Dortmund, 1.10.2015) Auch hier wird disktuiert, ob es der Standort des Freizeitbades oder des städtischen Hallenbades wird, an dem das zukünftige erweiterte Bad steht.

Der Standort ist für so eine Lösung, für die auch mit Protesten zu rechnen ist, ein wichtiger Faktor. Wattenscheid könnte am Ende ohne ein einziges Bad dastehen; zurzeit gibt es das Hallenfreibad im Südpark und das Wellenfreibad in der Südfeldmark. Gleiches gilt für den Bochumer Südwesten. Könnte der Standort in Bochum-Linden allein deshalb erhalten bleiben, weil sich der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat als Freund und Förderer dieses Bades zu erkennen gibt?

Westfalenbad in Hagen war eine gelungene Strategrie

Das so eine schwierige Operation gelingen kann, zeigt das Beispiel der Stadt Hagen, die vor einigen Jahren das Westfalenbad neu gebaut hat. Hier waren damals die Umstände glücklicher, worauf hier schon einmal im Zusamenhang mit der Schließung des (neuen) Stadtbades in der Bochumer Innenstadt hingewiesen wurde.

Glücklicher erscheint die Strategie zum Westfalenbad in Hagen. Mit der Eröffnung wurden vier kommunal getragene Bäder geschlossen. Zudem schlossen damals um 2010 je ein Bad im benachbarten Schwerte und in Wuppertal. Zumindest für Hagen mag die Rechnung aufgehen: Tausche vier alte gegen ein neues Bad. Das kann als positiv gelten, selbst wenn das Bad ein Zuschussgeschäft bleibt. Gegenüber dem status quo ante kann bei besserer, weil neuerer Qualität das Defizit begrenzt werden. (siehe Zu viele Bäder im Ruhrgebiet: In Bochum schließt das neue Stadtbad nach nur 10 Jahren (10.10.2012)

Das Nordbad gibt es inzwischen auch nicht mehr. Nach einem technischen Defekt ist es nie wieder geöffnet worden. Mit Stadtbad und Nordbad sind bereits zwei Schwimmbäder weniger auf dem Markt.

Presse und Öffentlichkeit in Bochum und Wattenscheid haben die Diskussion um Schließung dieser Einrichtungen nicht aufgegriffen. Die Diskussion steht in den nächsten Monaten an. Nicht nur die Positionierung der SPD, von Fraktion und neuem Oberbürgermeister, wird interessant – auch die der Grünen. Dort hat sich Stadtbezirksvertrer Oliver Buschmann (Grüne) weit aus dem Fenster gelehnt und sogar einen Förderverein für das Bad in Höntrop ins Leben gerufen. Zwischenzeitlich ist der Mitglied des Stadtrates geworden. Trägt er Schließungsvorschläge mit, auch wenn das Bad in Höntrop betroffen ist oder in Wattenscheid Kein bad mehr erhalten bleibt? ‚Schließen oder Optimieren‚ hieß es vor zwei Jahren. Kein Geld in der Kasse zu haben, tut weh. Es ist zu wenig für das Optimieren vorhanden.

BadDefizit 2013 
Querenburg-0,54 Mio. €Uni-Bad
Höntrop-1,23 Mio. €Hallenfreibad
Hofstede-1,04 Mio. €Hallenfreibad
Linden-0,87 Mio. €Hallenfreibad
Langendreer-1,05 Mio. €Hallenfreibad
Südfeldmark-0,45 Mio. €Wellenfreibad
Werne-0,20 Mio. €Freibad
Alle Lehrschwimmbecken-1,57 Mio. €
Summe-6,95 Mio. €

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