Alle Beiträge von Dirk Schmidt

Regional- und Kommunalpolitiker mit den Arbeitsbereichen Mobilität, Infrastruktur und Umwelt. U. a. Vertreter der Stadt Bochum beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im Aufsichtsrat der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn-AG (BoGeStra). Aktiver Jäger und Politikwissenschaftler. Wohnhaft in Wattenscheid-Westenfeld, Vorsitzender der CDU Wattenscheid. Jahrgang 1974.

emscher:zukunft – Das NeueEmschertal

Wenn gleich diese Kategorie zunächst einmal ‚emscher:zukunft‘ heißt, dann ist dies mehr der Semantik von ‚Zukunft der Emscher und des Emschertals‘ gewidmet als der Typographie des Titels eines Masterplans der Emschergenossenschaft zum Umbau des 83 Kilometer langen Flusses, der mitten durch die Metropole Ruhr fließt.

Einst war dieser Fluss sogar über 100 Kilometer lang. Er nahm das Abwasser einer stetig wachsenden Bevölkerung auf, überflutete aber auch die entstehende Industrieregion, was regelmäßig zu allerhand Problemen führte. Schließlich wurde der Fluß in ein Betonbett gezwängt und vor der Mündung in den Rhein ein Klärwerk errichtet. Nicht nur die Emscher war davon betroffen, sondern auch alle in sie hineinfließenden Gewässer: meiste im Ruhr-Jargon ‚Köttelbecke‘ genannt. Manche Köttelbecke war aber mal ein mäandrierender Bach. Die Zukunft der Emscher und ihrer Zuflüsse soll wieder „zurück zur Natur“ gehen. Ganz wird dies aber nicht möglich sein, steht dem doch heute viel entstandene Bebauung im Wege und gilt es ein rückwärtsgewandtes Fließen aufgrund bergbaubedingter veränderter Topographie zu verhindern.

Die Zukunft der Emscher und des Emschertals ist aber nicht allein im Umbau eines Flussbettes zu finden. Das NeueEmschertal – so der Name einer Arbeitsgemeinschaft von Regionalverband Ruhr und Emschergenossenschaft – will daran anschließende Projekte verwirklichen, so soll am Wasser auch wieder gewohnt werden. Auch gibt es Überschneidungen zur Kultur – zu Kulturlandschaft und Industriekultur. Die städtebauliche Bedeutung der Emscher und ihres Tals hat dann auch Anknüpfungen zum Kulturhauptstadt Projekt Ruhr.2010.

Ruhr.2010 und Ruhr(n) – symbolische Irrtümer

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Duis autem vel eum iriure dolor in hendrerit in vulputate velit esse molestie consequat, vel illum dolore eu feugiat nulla facilisis at vero eros et accumsan et iusto odio dignissim qui blandit praesent luptatum zzril delenit augue duis dolore te feugait nulla facilisi. Lorem ipsum dolor sit amet,

Industriekultur – was ist das?

In Hattingen an der Ruhr steht die Henrichtshütte und gammelte vor sich hin, als mir der Gedanke kam: Das ist Industriekultur? Doch was ist Industriekultur? Nach der Lektüre des zugehörigen Wikipedias wird damit alles das bezeichnet, was im Zusammenhang mit der Kultur und Technik – Kulturtechnik? – des industriellen Zeitalters zu tun hat. Dazu gehört auch eine Kulturlandschaft, die durch das Industriezeitalter geprägt wurde.

Kulturlandschaft war auch der Begriff, der mir zunächst einfiel? Was ist das Ruhrgebiet, was die Region Ruhr bzw. Metropole Ruhr? Geographisch bezeichnet es eine Region, die durch den Abbau von Kohle geprägt ist. Die Prägung erfolgte besonders stark in den letzten zweihundert Jahren durch die industrielle Kohleförderung, die die Region zum Zentrum der Kohle- und Stahlindustrie machte. Nicht nur aufgrund des mit der Industrialisierung verbunden Bevölkerungswachstum und dem Entstehen des heutigen Ruhr wirkt das noch immer nach. Wo kommt es wohl her, wenn die Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) oder leitende Angestellte von RWE Nordrhein-Westfalen als Energieland bezeichnen?

Diese Kulturlandschaft ist aber nicht nur durch Industriebrachen und -Ruinen geprägt, sondern wurd ganz gewaltig umgekrempelt, selbst wenn es den Bewohnern nicht immer auffällt. Flüsse liegen teilweise höher als das Umland und in die sie fließenden Bäche. Hier wird (industrielle) immer Wasser bergaufgepumpt werden, da der Bergbau die Topografie verändert hat. Wassersport ist in Ruhr auch stark verbreitet? Liege ich falsch, wenn ich den größten Kanuclub in Ruhr verorte? Kanäle, einst gebaut für den Kohletransport oder das Anschiffen von Weizen für die Bevölkerung, sind noch immer da, selbst wenn das Verkehrsaufkommen nicht mehr den Betrieb von Schiffshebewerken rechterfertigt. Bahndämme stellen Barrieren in den Siedlungen dar, werden aber mehr und mehr zur Fahrradwegen. Und dann war da noch der erste und zweite Umbau der Emscher …

All das kostet Geld, all das ist politisch, denn das Geldausgeben muss gerechtfertigt sein. Nichts-tun geht aber auch nicht. Der Thatcherismus hat Bergwerke in England und Wales ohne Nachsorge stillgelegt. „Martha Tydfil“ habe ich mal besucht. Nur die Europäische Union steckt da inzwischen was rein. Brachen, insbesondere in den Siedlungskernen, müssen entwickelt werden, sonst werden die Probleme nur vergrößert. Das gilt gerade auch für die sozialen Folgen für die Wohnbevölkerung, wenn auf das Wohnen hingewiesen wird. Aber auch für die Arbeitsbevölkerung. Hinter all der Entwicklung – dem Strukturwandel – stecken auch Menschen. Zu den Menschen gehört ihre Geschichte. Die Menschen und ihre Vergangenheit müssen mit in die Zukunft genommen werden und um diesen eine zugeben, muss auch das Vergangene berücksichtigt werden.

Die Zukunft der Metropole Ruhr liegt nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten in inzwischen alten und gewachsenen Städten. Diese Kategorie nimmt die Verknüpfungen auf.

Andernorts

‚Vorort‘ wäre sicher auch ein netter Name für eine Kategorie gewesen, die Berichte in anderen Blogs, auf anderen Internetseiten und in anderen Medien – Radio, Fernsehen, Zeitungen – aufgreift, sofern sie sich auf die Metropole Ruhr beziehen. Aber Vorort ist auch die der Vor-Ort – neudeutsch „downtown“, wenn’s denn so was in Ruhr überhaupt gibt.

Vorort ist aber auch dort, wo die Kohle abgebaut wird – beser: worden ist. Das ist dort, wo gilt: „Vor der Hacke ist es duster.“ Von der Kohle- und Stahlromantik befürchte ich jedoch, dass sie als Titel für eine Kategorie nicht geeignet ist, wenn der eine oder andere Beitrag gerade versucht, diese Revier-Erzählung zu brechen. So muss dann ein etwas mehr abstrakter Begriff her, um als Klammer für das Geschehen vorort zu dienen, über das andernorts berichtet wird.