Archiv der Kategorie: Bochum

Wo in Ruhr 2018 das Osterfeuer brennt

Osterfeuer in Ruhr werden weniger. Grund sind behördliche Auflagen. Zahlreiche Kommunen schreiben seit einigen Jahre eine Anmeldung vor. Von über 100 ist die Zahl in Dortmund inzwischen auf 20 gesunken. Hier wird eine Liste mit >60 Feuern geführt.

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Leitbild Mobiltität: Der Bürger will zur Arbeit, nicht von A nach B!

Die Stadtverwaltung Bochum hat ein Leitbild für Mobilität entwickelt. So etwas wird heute benötigt, um Verwaltung und Planung steuern zu können. Meint man. Diese Leitbild reduziert die Bochumer Bürgerinnen und Bürger zu Beförderungsfällen. Diese Beförderungsfälle wolle von A nach B. Leider, dürften die Autoren denken. Und deswegen muss das möglichst ohne Belastung für Umwelt und das Stadtbild erfolgen. Das Verkehr ein wichtiges Element einer Stadt ist, kommt nicht vor. Grabesstille passt nicht zum Wort Stadt.

Menschen verfolgen Ziele – Menschen haben persönliche Bedürfnisse

Die Bedürfnisse von Menschen variieren. Sie unterscheiden sich nach Alter, Geschlecht und Beruf. Wer jünger als 18 Jahre ist, der wird seine Strecken nicht allein mit dem Auto bewältigen. Die Nutzung des Autos lässt im Alter nach. Familien mit Kindern haben andere Anforderungen. Weshalb gibt es Familienparkplätze? Frauenparkplätze? Und nicht alle haben ein Auto.

Der zweite Entwurf für ein Leitbild Mobilität ist völlig verhunzt. Erneut. Er erfüllt höchstens die Bedürfnisse derjenigen, die keinen Verkehr wollen. Eine Stadt aber braucht Verkehr. Und eine Stadt braucht Verkehr nicht nur für ihre Bürgerinnen und Bürger, sondern alle, die von außerhalb hierher kommen.

Verkehr und Stadtentwicklung?

Wenn ein Leitbild nicht auf der Ebene der Ziele und Lebenssituationen von Menschen definiert wird, dann doch bitte auf der Ebene der Stadtentwicklung. Bochum ist ein Oberzentrum in der Mitte von Ruhr. Es ist Universitätsstadt und Sitz vieler Verwaltungen. Diese Beschreibung ist nicht vollständig. Aber sie steht in ihrer Kürze schon im Kontrast zum Leitbild, dass die Stadtverwaltung vorgelegt hat.

Hier ein Zitat:

Bochum wird auch 2030 die Mobilität seiner Einwohner sicherstellen – unabhängig von individuellen finanziellen Voraussetzungen. Im Allgemeinen lautet dabei das Grundbedürfnis, von A nach B zu kommen. Es ist also nicht entscheidend, mit welchem Verkehrsmittel die Bochumer ans Ziel kommen, sondern, dass sie in der Lage sind, ihre Ziele in einer angemessenen Zeit, zu bezahlbaren Kosten und insbesondere verkehrssicher erreichen zu können. Alle Bochumer gelangen auch 2030 an ihre Ziele, aber mit weniger Emissionen. (*)

Der Text belegt das Ziel: Die Reduktion von Verkehr. Die Reduktion von Belastungen ist ja wünschenswert, aber wie Verkehr aussehen soll, kommt im Papier zu kurz. So kann Stadt nicht gestaltet werden.

VfL: Starker Start, starkes Spiel, dann halt einen Punkten gegen Holstein Kiel

Dem Heimsieg gegen Darmstadt 98 folgte ein Unentschieden gegen den damaligen Spitzenreiter, den 1. FC Nürnberg. Und dann ein Auswärtssiege beim FC Ingolstadt 04. Könnte der VfL Bochum 1848 die Kurve kriegen? Mit der Frage ging ich zum Spiel am Samstagmittag 10.3. Der VfL empfing Holstein Kiel.

Und dann lief es auch. Der VfL Bochum fand immer wieder eine Lücke, einen ungedeckten Mann. Dann lief der Angriff. Zu Anfang passierte das öfter. Die Holsteiner stellten sich darauf ein. Dennoch: Der VfL war überlegen. Und so kam auch das 1:0 für den VfL.

Nach der Pause waren die Gäste aus Kiel verwandelt. Jetzt rollten die Angiffswellen nicht nur in Richtung des Tors der Kieler. Auch in die andere Richtung. Die Mannschaften waren ebenbürtig und griffen immer wieder das Tor des Gegners an. Und so kam nach 15 Minuten in der zweiten Halbzeit der Ausglech.

Aber das Spiel steigerte sich. Die Stimmung im Stadion auch. Wer hier das zweite Tor machen würde, war eine Glücks- und Zeitfrage. Die letzte Viertelstunde war Spannung pur. Am Ende dann 1 Punkt für die Gäste wie die Gastgeber.

In der ersten Halbzeit hatte der VfL die Hoffnung erfüllt, aber in der zweiten Hälfte kam die Realität zurück. Der VfL Bochum 1848 steht einen Punkt vorm Relegationsplatz raus aus der 2. Liga. Krass #Ziel 1 drin bleiben… In der Halbzeit hängt da immer eine Werbung im Tor, die vom Aufstieg spricht. Allerdings können drei Punkt in einem Spiel auch eine merkliche Reise nach oben bedeuten in der Tabelle. Die Vereine liegen mit den Punkt eng zusammen. 35 Punkte ist der Durchschnitt.

RE 11 zu spät, zu kurz oder ganz ausgefallen

3 bis 4,5 Minuten durchschnittlicher Verspätung, 14 % der Züge mit weniger (nur 1) Wagen und 4 % ganz ausgefallene Züge… Die Misere der Deutschen Bahn in Ruhr.

Jetzt ist es amtlich! Der RegionalExpress 11 (RE 11) zwischen Duisburg und Hamm, manchmal auch bis Kassel-Wilhelmshöhe hat arge Probleme. Häufig kommt der RE11 zu spät, er verfügt nicht über alle Wagen oder fällt ganz aus. Im jüngst veröffentlichten „Qualitätsbericht SPNV 2017“ des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) heißt es:

Häufig fuhren die Züge der Linien RE 6 und RE 11 allerdings nicht mit den vertraglich vorgeschriebenen Sitzplatzkapazitäten, weil Fahrzeuge fehlten.
[…]
Der RE 11 ist im Vergleich zum Vorjahr doppelt so spät: Im Schnitt sind es nun über dreieinhalb Minuten.
[…]
Beim RE 11 ist die Lage hingegen grundlegend anders. Hier fehlt bei einer Abweichung in der Zugbildung in der Regel gleich die Hälfte der Sitzplätze, weil der Zug dann nur mit einem ET 425 unterwegs ist, obwohl der VRR eine Doppeltraktion bestellt hat.

Bei anderen Linien, zum Beispiel RE 6, sieht’s nicht besser aus


An dieser Stelle mache ich kenntlich, dass der VRR für das Jahr 2017 unterschiedliche Zahlen zu Verspätungen veröffentlicht hat. Die zur Pressemitteilung am 28.02.2018 veröffentlichten Verspätungszahlen weichen von denen im Qualitätsbericht, der am 08.03.2018 schriftlich vorgelegt wurde ab. Beim RE 11 sind 4,75 Minuten durchschnittliche Verspätung gegenüber knapp unter 3 Minuten.

Träum weiter – Solide Komödie am Schauspielhaus Bochum

Die junge Künstlerin Nora ist ins ins Koma gefallen. Um sie herum versammelt sich ihre auseinandergedriftete türkisch-griechisch-deutsche Familie und ihre Ex-Freundin. Diese Komödie der Zwischenzustände unter Kulturen, Generationen, Geschlechtern, sexuellen Orientierungen und zwischen Leben und Tod ist mit Charakteren überzeichnet, die alle ihr Päckchen an Problemen im Leben vor sich her tragen. Und manchmal ist es auch mehr als eins.

„Es muss Menschen wie mich geben, damit die Welt nicht untergeht.“

Dennoch bearbeitet die Dortmunder Drehbuchautorin Nesrin Şamdereli – bekannt von „Almanya – Willkommen in Deutschland“ (Youtube-Trailer) – die Themen der Päckchen bis in alle Tiefe. Es ist halt eine Komödie, eine dramatische Komödie mit gutem Ausgang. Und hier will gelacht werden, um den Preis kein Problem zu tief zu bearbeiten.

So überzeichnet die Autorin Nora als bio-deutschen Gutmenschen. Regisseurin Selena Kara lässt Schauspielerin Anne Eigner mit blondem Zopf auftreten. Und diesem Gutmenschen mit Helfer-Syndrom geht es nicht um ein Päckchen, sondern um alle Päckchen, die sie lösen will. Mit dem Ziel dafür gefeiert zu werden, der Gesellschaft ein Vorbild zu geben.
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Nahverkehrsplan 2017: Meilenstein für mehr Bus & Bahn

„Alle 15 oder zumindest alle 30 Minuten ein Bus oder eine Bahn und an manchen Stellen sogar alle 7 ½ Minuten – das ist der Kern des neuen Nahverkehrsplans für die Stadt Bochum“, stellt CDU-Ratsmitglied Dirk Schmidt nach Beschlussfassung im Rat der Stadt Bochum am letzten Donnerstag fest. „Ich bin sehr zufrieden. Eine lange Debatte in Ausschüssen endete jetzt auch in einer langen Debatte im Rat. Aber am Ende wurde der Nahverkehrsplan einstimmig verabschiedet. Das ist ein gutes Fundament.“

Dissens hatte es im Rat zuletzt in drei Punkten gegeben. Ein strittiger Punkt war der der 3-Minuten-Takt für die Stadtbahnlinie U35 insbesondere zu Stoßzeiten. Nachdem der Fachausschuss das Ziel der höheren Zugfolge beschossen hatte, nahmen SPD und Grüne diesen Beschluss im Rat wieder zurück. Ebenso fand der CDU-Antrag auf Videoüberwachung auch außerhalb vom Hauptbahnhof und der Stadtbahnanlage keine Mehrheit. Abgelehnt wurde der Wunsch der Bezirksvertretung Wattenscheid, den Haltestellenbereich am August-Bebel-Platz zu überwachen.
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Streit um die Wiedereröffnung der alten Zentraldeponie in Bochum

„Wir wollen hier Klarheit schaffen.“, äußerte Christian Hart, Vorsitzender CDU-Ratsfraktion, zu Beginn einer Debatte des neuen Abfallwirtschaftskonzepts der Stadt Bochum im Rat der Stadt am letzten Donnerstag. Zuvor war das Abfallwirtschaftskonzept nach einer kontroversen Debatte im Hauptausschuss der Stadt Bochum auf die Ratssitzung vertagt worden. Zentraler Punkt der Auseinandersetzung war die Zukunft der Deponierung von Abfall in Bochum.

Ein Antrag der CDU-Fraktion im Rat formulierte dazu Folgendes:

„Die Entsorgung der trotz intelligentem Bodenmanagementsystems verbleibenden Restmengen findet in regionaler Kooperation statt. Auf eine Erweiterung der Bochumer Deponieflächen soll möglichst verzichtet werden.“

Ein Sprecher der Grünen machte klar, dass man nicht versprechen dürfe, Bochum wird die Deponie nicht wieder öffnen. Der Bauschutt müsse ja irgendwo hin. Die CDU dagegen pochte auf eine regionale Lösung.

SPD und Grüne standen der CDU mit ihren Positionen gegenüber, ob und wie der Deponierung von Bauschutt und anderen Materialien weiterer Abfallklassen entgegnet werden könnte.
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Katzenschutz: Freigänger müssen in Bochum kastriert sein

In seiner November-Sitzung hat der Rat der Stadt Bochum nach Monaten der Diskussion eine Katzenschutzsatzung beschlossen. Sogenannte Freigängerkatzen müssen im Gebiet der Stadt Bochum gekennzeichnet, registriert und kastriert sein.

Die zentrale Vorschrift lautet:

„Die Haltungsperson hat die Freigängerkatze eindeutig und dauerhaft durch Mikrochip oder Ohrtätowierung zu kennzeichnen und zu registrieren.“

Aufgegriffene und freilebende Katzen müssen laut Satzung kastriert werden. Alternativ kann die Stadtverwaltung die Kastrierung anordnen.

Umstrittenes Betretungsrecht von Privatgrundstücken

Die Diskussion um die Satzung und den Katzenschutz hat Monate gedauert dFinanzielle und rechtliche Aspekte mussten geklärt werden. Die Kosten der Kastrierung freilebender Katzen übernimmt die Stadtverwaltung nicht. Umstritten war zuletzt im Rat ein Paragraf, der das zwangsweise Dulden des Betretens eines Grundstücks regelt. Die CDU lehnte den massiven Eingriff städtischer Beauftragter ins Hausrecht von Eigentümern, Pächtern und Mietern ab. SPD und Grüne votierten dafür.

Mit der Satzung wird angestrebt, dauerhaft die Zahl freilebender Katzen zu reduzieren. Das dient auch dem Schutz von Tieren, die regelmäßig Beute von Katzen werden, insbesondere Singvögeln.

Polizei: Ruhiger Einsatzverlauf – trotz Schlägereien mit Dynamo-Fans

Wie die Wahrnehmung verschiedener Menschen unterschiedlich sein kann. Nach dem Spiel des VfL Bochum 1848 gegen die SG Dynamo Dresden kam es im Umfeld des Ruhrstadions zu Schlägereien. Meine Bilder entstanden hinterm Parkhaus am Stadionring. Zu sehen sind Dynamo-Fans die auf Polizisten einschlagen – über die Leitplanken hinweg. Das war schon krass. Ein Trikotträger geht zur Leitplanke, schlägt über diese hinweg auf einen Polizisten.

Freunde sagen mir, das war noch harmlos. Ich will mich daran aber nicht gewöhnen.

Und dann lese ich eine Pressemitteilung mit dieser Überschrift: „VfL Bochum – SG Dynamo Dresden – Ruhiger Einsatzverlauf für die Bundespolizei“ (27.08.2017) Das irritiert.

Klar, hier geht es ’nur‘ um die Bundespolizeit. Am Standion war die Landespolizei zuständig, zu der auch die Bereitschaftspolizei gehört. Dennoch hier der Schluss der Pressemitteilung:

Die Abreisephase nach dem Spiel verlief friedlich und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Die Bundespolizei leitete sechs Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoff, Versammlungs- und Waffengesetz, Beleidigung, Nötigung und Hausfriedensbruch ein.

Text und Bilder passen für mich da nicht zusammen. Das wirkt wie eine Satire, und das führte zu dieser Satire, in der Text und Bild nicht zusammenpassen.
Die Bilder erinnern mich daran, weshalb in Bochum für Teil der Innenstadt ein Glasverbot erlassen würde. Das gilt gerade zu den Zeiten des Auf- und Abzugs sogenannter „Fans“. Solche wie hier im Bild.

Welch ein Kontrast. Und dann kam noch jemand auf mich zu, der sich als Polizist vorstellte und mir das Filmen untersagen wollte. Als ich ihn nach Namen, Dienstausweis und Dienstnummer fragte,
wurde ich dann laut. Nichts davon war erhältlich. Am Ende war’s dann doch kein Polizist.