Archiv der Kategorie: Bochum

Freizeitverhalten: Sonntag-Shopping-Vergnügen

Muttertag ist wie Valentinstag nur ein Geschäft für die Floristen, mag mancher sagen. Nun, daher kann ich mal folgende Beobachtung zum Besten geben: Heute war’s beim Garten-Center Schley in Wattenscheid besonders voll. Das mag an Muttertag liegen.

Es ist insgesamt recht angenehm, dass ein Garten-Center und nicht nur ein Schnittblumen-Verkäufer am Sonntag länger geöffnet hat. Das führt bereits zur Ausformung von Freizeitverhalten. Bei sonnigem Wetter kann am Sonntag der Garten-Center besucht werden, wo allerlei Pflanzen für den Garten oder Balkon erstanden werden. Die Gartenarbeit wird so zu einem Sonntagsvergnügen und der Pflanzeneinkauf belastet nicht mehr den kostbaren Samstag.

Ich sehe hier eine Parallele zum Einkaufen an Tankstellen zu später Stunden oder an Wochenenden. Ich finde das auch nicht nicht schlimm. Der Beitrag hier gehört daher zu Freizeitipps, was am Sonntag unternomment werden kann: Gartenarbeit, der Garten-Center ist auf.

Rotlichtüberwachung oder: sich was in die Tasche lügen

In der gestrigen Ratssitzung musste ich mal von der Fraktionsmeinung der CDU abweichen. Ein paar Tage vorher stellte ich fest, dass ich nicht der einzige war, der Probleme mit dem vorliegenden Antrag zur „Fotografischen Rotlichüberwachung an Lichtsignanlagen“ hatte. Und bei der Abstimmung zeigte sich dann, dass da einige auch von der Parteiführung die Beschlussvorschlag – egal, was verändert worden war – mittragen wollten.

Anlass war der Vorschlag der Verwaltung, an den Kreuzungen Universitätsstraße/Wasserstraße, Unterstraße/Am Neggenborn, Essener Straße/Goldhammer Straße, Castroper Straße/Anschlussstelle A43, Berliner Straße/Fritz-Reuter-Sraße und nach dem Umbau der Herner Straße ggf. auch an der Kreuzung Herner Straße / Wilbergstraße Kameras aufzustellen. So beschreibt die Verwaltung die vorgesehene Investition:

An jedem Punkt würden absenkbare, sabotagesichere Gehäuse installiert. Zudem würden Erdarbeiten anfallen, Schleifen in der Fahrzeugbahn zu verlegen und Kontrollsignale (sichtbar auf Fotobeweis) zu installieren sein, und es wären Anschlüsse an die vorhandenen LSA herzustellen. Pro Standort fallen Kosten in Höhe von 17.000 – 21.000 € brutto an. Die Standorte könnten im Wechsel mit 1 Kamera bedient werden. Ein Fotoeinsatz mit Kamera, Zubehör und computergestützter Auswertung ist mit 35.000 € zu veranschlagen. Ein Auswerteprogramm kostet 10.700 €.

Und dann folgt in der Vorlage der Abschnitt „Einnahmeerwartung:

Für die 5 ausgewählten Standorte plus Kamera sind 130.000 € einmalige Investition zu kalkulieren. Hinzu kommen laufende Kosten p. a. in Höhe von 8.000 €. Personalbedarf entsteht beim StA 30 / Bußgeldstelle sowie beim StA 32 / Verkehrsüberwachung. Unter der Voraussetzung, dass p. a. 1.500 Ordnungswidrigkeiten festgestellt werden und zu ahnden sind, ergibt sich bei 30 ein Bedarf von 0,8 Kräften bei einer Jahreseinnahme von 133.000 € durch Bußgelder und Verwaltungsgebühren. Bei 32 ist von zusätzlich 0,5 Stellenbedarf auszugehen.

Für mich ist das ingesamt nur „Abzocke“. Vorlage und Diskussion im Vorfeld haben mich nicht von der Notwendigkeit überzeugen können, dass wir diese Rotlichüberwachung brauchen. In der Vorlage steht sogar drin, dass einige Städte von einer Überwachung in dieser Form absehen.

Die Diskussion um die Verwendung der Einnahmen war dann insgesamt eine Posse, bei der sich die rot-grüne Koalition, die den Beschluss ja tragen muss, was in die Tasche gelogen hat. Die Einnahmen der benötigten 1.200 Ordnungswidrigkeiten, mit denen dann sicher gerechnet wird, sollen für die Verkehrserziehung verwendet werden. Das war eine wunderbare, politische korrekte Diskussion: Die Stadt Bochum benötigt die Einnahmen von den bösen Verkehrsteilnehmern, die sich nicht an das Rotsignal halten wollen, um damit die guten Schülerinnen für die Teilnahme am bösen Vekehr zu schulen. So platt kam mir die Diskussion vor.

Und dann der Knüller: Diskutiert wurde zunächst die Verwendung der Einnahmen für die Verkehrserziehung. Das kann man ruhig beschließen, so eine feste Zuordnung ist aber unzulässig. Alle Einnahmen gehen in den städtischen Haushalt, aus dem auch alle Ausgaben bestritten werden. So ein Beschluss mit einer sachlichen Zuordnung ist nur ein Feigenblatt, dass auf die Dauer nichts bindet. Höhe der Einnahmen und Ausgaben werden jedes Jahr neu festgelegt.

Die Posse geht noch weiter. Es wird mit jährlichen Einnahmen von €133.000 gerechnet, wobei als Grundlage von 1.200 Verstößen ausgegangen wird. Den Einnahmen stehen einmalige Investitionen für Aufbau und Technik in Höhe von €140.700 gegenüber. Die jährlichen Kosten für Betrieb und Personal, dass ja die 1.200 Ordnungswidrigkeiten bearbeiten muss, betragen € 106.820. Der zu erwartende jährliche Überschuss beträgt folglich € 26.180. Nach 5-6 Jahren wären dann die einmaligen Kosten von €140.700 bezahlt. Dann würde die Stadt einen Gewinn machen, es sei denn, es müssten neue Anschaffungen für die Rotlichüberwachung getätigt werden.

Frühestens in 5-6 Jahren würde also erstmalig ein Betrag für die Verkehrserziehung anfallen, denn am Ende sollten nicht die jährlichen Einnahmen, sondern nur die Überschüsse für die Verkehrserziehung verwendet werden. Dieser kleine semantische Unterschied von Einnahmen und Überschüsse reduziert die Summe und das Ziel der Maßnahme. Falls Bochum einen Nothaushalt bekommen sollte, sind zudem die Gelder für Verkehrserziehung als freiwillige Leistung der Stadt als erste gestrichen.

Was kann ich jetzt noch tun? Abwarten und zu gegebener Zeit nachhaken: Wie haben sich die Einnahmen entwickelt? Was wurde für die Verkehrserziehung ausgegeben? Die Koalition kann jetzt sagen, sie täte was für die Verkehrserziehung, selbst wenn erste Einnahmen erste zum Jahresende kämen und Überschüsse erst in 5-6 Jahren.

Was bleibt? Durch die Gegenrechnung von Einnahmen und Ausgaben werden von den Rotlichtsündern nun 1,3 Stellen bei Stadtamt (StA) 30 und 32 finanziert sowie die Kosten der Arbeitsplätze. Wir haben also mehr als eine Planstelle finanziert, die in der aufgeblähten Verwaltung bestehen bleiben kann.

Integrationsausschuss darf beschließen, wie lange noch? [Update]

Im Rahmen einer Experimentierklausel ist vor fünf Jahren der Ausschuss für Migration und Integration der Stadt Bochum eingerichtet worden. Die Stadt Bochum nutzt dafür wie andere Kommunen die Experimentierklausel der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung. Dies musste bzgl.  §27 mit den Regelungen zum Ausländerbeirat dringend weiterentwicklet werden. Die letzte rot-grüne Landesregierung hatte nichts Neues mehr bewerkstelligt, so dass vielflältiges Experimentieren im Lande notwendig war.

In Bochum hatte man sich für ein „Experiment“ entschieden und dann auch mit der Kommunalaufsicht ausgehandelt, bei dem ein Ausschuss gebildet wurde, der den übrigen Ausschüssen des Rates gleichberechtigt war. Das besondere ist, dass er aus Ratsmitglieder und gewählten Migrantenvertretern zusammengesetzt ist, wobei die Zahl der Ratsmitglieder die der Migrantenvertreter um eins übertrifft und der Vorsitzende aus den Reihen der Ratsmitglieder stammt. Das ist aber normal, da die Vorsitze in Ausschüssen im Rat per Quoten auf die Fraktionen entfallen.

Das Experiment auch in Bochum zu wagen, war dringend geboten. Der alte Ausländerbeirat hatte gerade einmal zwei funktionierende Sitzungen zustande bekommen: die erste und die letzte. Ansonsten waren die Mitglieder und Gruppen im Ausländerbeirat einfach nur zerstritten und wirkten nicht arbeitsfähig. Der neue Ausschuss für Migration und Integration funktionierte wesentlich besser.

Jetzt steht eine Novelle des §27 der Gemeindeordnung an. Vorschläge liegen von den Landtagsfraktionen CDU und FDP (gemeinsam) sowie von der Fraktion Bündnis’90/Die Grünen vor. Von der SPD habe ich noch nichts gehört. Aus Bochumer Sicht ist eines leider traurig: Keiner der beiden Entwürfe enthält eine Beschlussrecht für das neue Migrantengremium. Der Ausschuss würde wieder auf eine beratende Funktion beschränkt, egal welches Modell realisiert wird oder egal, ob die Gemeindeordnung der Kommune eine Wahl zwischen verschiedenen Optionen ließe. Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bochum hat sich daher an die Landtagsfraktion der CDU gewendet, um auf dieses Problem hinzuweisen.

Und nun was besonders kurioses: Der Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft der Migrantenvertretungen (LAGA) trug heute die Unterschiede zwischen den Gesetzentwürfen vor und stellt die Position der LAGA hierzu dar. Mit der Bochumer Situation hatte er sich nicht befasst. Die Forderungen der LAGA bleiben hinter der Situation in Bochum zurück. Das ist bedauerlich. Die Lösung in Bochum scheint einmalig zu sein. Ich würde sie gerne behalten.

Die CDU-Fraktion hat hierzu am Donnerstag eine Pressemitteilung herausgegeben. Presseberichterstattung erfolgte bereits am selben Tage.

Sirenen – nicht an der Ruhr

In den letzten Jahren geisterte das Thema Sirenen nur ab und zu durch die Meiden. So war einmal ein Bericht auf der Seite „Rhein-Ruhr“ der WAZ. (Er ist über die Links im ersten der unten aufgeführten und verlinkten Artikel auf DerWesten zu erreichen.) Es zeigt sich, dass bestimmte Themen Zeitfenster haben. 2001 und vor allem 2005 war mit dem Thema kein Blumenstrauß zu gewinnen. Nicht einmal bei der Presse konnte Interesse geweckt werden, und ich hab verzichtet bein den Haushaltsberatungen immer wieder damit anzukommen. Nur mit ein paar „Feuerwerkern“ habe ich mal darüber gesprochen und als wir über nicht funktionierende Probealarme sprachen. Das brachte das Thema eines landesweit einheitlichen Signal, dass auch alle verstehen wieder auf. Infrage kam und kommt dabei nur das Sirenensignal.

Ich teile nicht die Meinung unserer Stadträtin, dass Lautsprecherdurchsagen geeigneter wären. Das gilt nicht unumschränkt. Bei Bombenentschärfungen mit geplanten Evakuierungen in Turnhallen und Schulen mag das stimmen. Bei einer akuteren Gefahrenlage vergeht aber  zu viel Zeit zur Organisation und bei der Alarmierung, die zudem notwendige Rettungskräfte bindet.

Es sieht auch danach aus, das gerade die Städte an der Ruhr bei den Sirenen gespart haben. Wie sieht das eigentlich in den ländlicheren Gebieten aus?

Morgen (06.05.2009) finden sich weitere Artikel in den Lokalausgaben der WAZ in Bochum und Wattenscheid. Bemerkenswert ist, wie weit bereits Berechnungen und Konzepte zur Installation von Sirenen bei der Feuerwehr angestellt worden sind. Das sieht mir danach aus, dass die Fachverwaltung diese befürwortet, die politische Verwaltungsspitze – ggf. mit Respekt auf die Haushaltslage – mauert. Das kommt im Bereich der Feuerwehr öfter vor.

Feuerwehr wünscht sich Sirenen zurück“, Christoph Meinerz, WAZ, 04.06.2009

Feuerwehr empfiehlt Sirenen„, Norbert Schmitz, WAZ Wattenscheid, 06.05.2009

Lautsprecher sinnvoller als Sirenen„, Norbert Schmitz, WAZ Wattenscheid, 05.05.2009

CDU will Sirenen wieder in Dienst nehmen„, WAZ Bochum, 06.05.2009

weiterer Bericht in WAZ Bochum vom 04.05.2009

Sirenen – Notfallalarmierung der Bevölkerung

Feuerwehr: Wir brauchen wieder Sirenen“ macht die WAZ heute auf. Das freut mich, denn damit setzt sie ein Thema wieder auf die Agenda, mit dem ich mich in Bochum schon einmal befasst habe: „Nofallalarmierung der Bevölkerung“

Hierzu hatte ich in 2005 einmal eine Anfrage im Ausschuss für Umwelt und öffentliche Einrichtungen gestellt. Aus den Gesprächen vor und nach der Anfrage sowie der Beantwortung durch die Verwaltung ist mir Folgendes im Gedächtnis belieben:

  • In den 1990er Jahren bis Anfang dieses Jahrtausends sind die bekannten und noch betriebsbereiten Sirenenanlagen des Bundes den Kommunen zur Übernahmen angeboten worden. Der Bund sah keinen Sinn in der Erhaltung, da sich die Bedrohungslage Deutschlands verändert habe. Die Kommunen haben davon regelmäßig keinen Gebrauch gemacht. Die Frage stellt sich, ob eine flächendeckende Alarmierung der Bevölkerung – Wecken und Benachrichtigen – mit dem vorhandenen System zeitgemäß und hinreichen bzgl. Zeit und Fläche möglich war.
  • Die Alarmierung der Bevölkerung über Gefahrenlagen stellt sich in Ballungsräumen anders dar als in ländlichen Gebieten. Alarmierung über Mobiltelefone und Rundfunk führen nicht dazu, dass die schlafende Bevölkerung das auch wahrnimmt. Abhilfe bringen hier Lautsprecherwagen von Polizei und Feuerwehr. Jedoch ist diese Art der Alarmierung personal- und zeitintensiv. Das ganze Stadtgebiet einer typischen Stadt im mittleren Ruhrgebiet wird so kaum kurzfristig zu erreichen sein. Dies spricht für den Einsatz von Sirenen.
  • Die Technik der Sirenen hat sich weiterentwickelt: Selbst für eine Großstadt wird nicht mehr ein umfangreiches Netz an Sirenen benötigt, sondern deutlich weniger große Anlagen. Dies senkt Wartungs- und Unterhaltungskosten. Ich hab mir allerdings auch sagen lassen, dass die Geräte in unmittelbarer Nähe so laut seine, dass „eine Kuh daneben tot umfalle“. Eine Sirenenalarmierung mit dem Hinweis „Radio einschalten“ ist also technisch wengier aufwendig zu realisieren als zu frühren Zeiten. [Bei 1-2 Sirenen pro Stadtteil wäre von 50 Sirenen in Bochum auszugehen.]
  • Das Sirenensignal bzw. die Sirenensignale sind hinreichend als Warnsignale bekannt und werden so auch heute noch wahrgenommen. Viele moderne Warnanlagen, z.B. in Einkaufszentren, haben ein erhebliches Problem: Die Menschen fragen sich, was das für ein Geräusch sei. Sie erkennen dies aber nicht als Alarmsignal, sondern denken ggf. an eine Alarmanlage gegen Einbruch.

Mein Fazit seinerzeit war und ist bis heute , dass moderene Sirenenanlagen die bestgeeignete Einrichtungen zur kurzfristigen, effektiven und auch wahrgenommen Alarmierung der Bevölkerung sind. Das Signal sollte dabei bedeuten, dass das Radio einzuschalten sei.
Meiner Erwartung nach wird es in Bochum zu dem Thema auch unterschiedliche Sichtweisen in der Verwaltung geben. Der Verwaltungsvorstand wird ablehnen, Geld für neue Sirenen auszugeben, die Fachverwaltung es jedoch begrüßen.

PDF-Dokumente aus der Ratsinformationssystem der Stadt Bochum, über die ich verfüge:

WAZ entdeckt Parteienfinanzierungs-Skandal – oder auch nicht?

Sätze wie dieser ärgern mich und bestärken meine Zweifel an der Qualität der WAZ. Redakteurin Kirsten Simon schreibt heute:

Grundsätzlich gilt: Der Kommunalwahlkampf ist Sache der Fraktionen, bei Europa- und Bundestagswahl gibt es mehr Unterstützung, auch finanzielle, von überregionaler Parteiebene. 

Oha, entweder hat sie sich das grundsätzlich vertan, oder hat die Realität erkannt, nach der die Parteien eigentlich für die Wahlen verantwortlich wären.  Ich kann es nicht gut heißen, wenn der Staat (=Stadtverwaltung?) die Arbeit der Parteien inklusive Wahlwerbung reglementiert.

Parteien stellen Kandidaten auf, die in Parlamente gewählt werden. Vereinfacht bilden diese dann im Rat der Stadt Bochum oder im Landtag Fraktionen entsprechend ihrer Parteizugehörigkeit. Diese Fraktionen erhalten öffentlicher Gelder, um ihrer Aufgaben zu erfüllen. Parteiarbeit wie das Drucken und Aufhängen von Plakaten gehört nicht dazu. Das wäre auch eine unzulässige Finanzierung von Parteiarbeit.

Der Satz ist einfach falsch, der ganze Beitrag ist mit auch ziemlich naiv.

Jetzt sagen die Parteien zwar alle, dass sie es nicht übertreiben wollen, aber das ist ja eine Auslegungssache. Vielleicht sollte die Stadt doch einmal darüber nachdenken, den Wahlkampf zu reglementieren, nur an ausgewiesenen Stellen Wahlplakate zuzulassen und auch die Stückzahl zu begrenzen. Damit die Wahl nicht zur Qual wird.

Nachbesserungen am Ausbau der A40

Heute lese ich in der WAZ Wattenscheid mal wieder von Werner Dechardt von der Bürgerinitiative zur (besser gegen die) A40.  Morgen findet sich die Nachricht, dass die Bezirksvertretung Wattenscheid – auch die CDU – eine Feinstaub-Messstation noch vor 2011 haben will.

Einen Tunnel, Deckel oder ähnliches wird es realistischerweise in den nächsten Jahren für die A40 in Wattenscheid nicht gegeben. Politiker aller Couleur und auf allen Ebenen geben da kein Geld her. Weder Bundesverkehrsminister Tiefensee (SPD), noch Rot-Grün in Bochum scheinen bereit zu sein, jeweils eigenes Geld in die Hand zu nehmen. Und das scheint mir auch gut so. Erst einmal muss das Projekt stehen, um weiterzusehen.

Und das „weiterzusehen“ ist auch richtig für die beiden Anliegen, mit denen ich da in den letzten beiden Tagen konfrontiert werde:

  1. Die Trasse der A40 soll erstmal gebaut werden. Es kann sein, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW hier und da zuviel abgeholzt hat. Da sich der Umweltausschuss der Stadt Bochum öfter mal mit dem Vorgehen von Straßen.NRW befassen durfte, würde ich mich das nicht wundern.
    Schaue ich mir den ersten Abschnitt an, der langsam fertig wird, dann kommt bei mir der Gedanke auf, dass da hier und da vielleicht noch nachgebessert wird. Bei der Projektgröße scheint mir das aber normal. Da wird noch einiges gestaltet werden müssen und ggf. am Lärmschutz nachgearbeitet werden müssen. Pflanzen werden auch helfen.
  2. Die Forderung nach einer weiteren oder zeitlich früheren erneuten Messtation für ein Jahr ist auch nicht neu. Es gab auch eine Mitteilung im Rat der Stadt Bochum hierzu. Und da ziehe ich das gleiche Fazit: Erst muss der Ausbau fertig werden. Es hilft ja nichts, wenn da eine höhere Belastung mit Feinstaub festgestellt wird, es sich jedoch um eine atypische Situation handelt. Während der Umbauphase wird die Stausituation heftiger sein als vorher und nacher. Die Mitteilung der Verwaltung zeigte aber auch, dass von einer geringeren zukünftigen Belastung auszugehen sei.
    Und jetzt denke ich mir mal das Ergebnis dieser Messstation: Wenn da keine erhöhten Messwerte festgestellt werden, dann passiert nichts. Den Kritikern ist dann der Wind aus den Segel genommen; es sei denn, das Wetter sei Schuld an den guten Messergebnisse.
    Und wenn doch? Dann ist entweder die Ausnahmesituation als intervenierende Dritt-Variable oder im ersten Jahr die atypische Wetterlage ursächlich hierfür.
    Was könnte dann getan werden? Richtig, der Ausbau müsste beendet werden, um die atypische Situation zu beenden. Und das messen wir dann ab 2011, wenn die A40 fertig ist.

Warum messen wir dann nicht gleich 2011, wenn wir wissen, wie sich die ausgebaute A40 auf die Feinstaubbelastung dauerhaft – und nicht nur in der atypsichen Baussituation verhält ?

Die Forderung macht also keinen Sinn. Da aber auch nur die Werte des LANUV anerkannt werden und das LANUV erst in 2011 wieder messen will,  wird eh nicht viel passieren. Also gehe ich in 2010 mal lieber auf eine Begehungstour und schau mir die Mängel des Ausbaus an, um konkrete Forderungen nach Nachbesserung zu erheben.

Keine Grünen beim Ausmarsch der Maischützen?

Den Ausmarsch von 8km Länge nach Harpen haben Pamela und ich heute so langsam verwunden. Blasen haben wir keine an den Füßen, aber sie schmerzen noch leicht. Gestern Abend waren wir auch einfach nur müde. Der Bericht in der WAZ Bochum wird morgen von Kaiserwetter berichten.

Der Gruß zum Maiabendfest heißt „Blau-Weiß“ und wird ebenso beantwort. Irgendwer rief zu meiner und anderer Irritation mal „Grün-Blau“ … hä? „Grün-Weiß“ hätte ich noch verstanden und einem der Schützenverein zugeordnet. Eines ist mir dabei aber aufgefallen. Ich habe dieses Jahr keine Grünen gesehen. Damit meine ich politisch „Grün“. Ich lasse gerade so die Gesichter der mitmarschierenden Ratsvertreter vor meinem inneren Auge quasi vorbeimarschieren und mir fällt keiner ein? Waren die alle nur beschäftigt oder war denen das Brauchtum zu militaristisch.

Müssen Politiker von Bündnis’90/Die Grünen eigentlich das Maiabendfest grundsätzlich oder zumindest in seiner heutigen Form ablehnen? Ich habe erlebt, wie grüne Kommunalpolitiker gegen Zuschüsse für Schützenverein gestimmt haben. Zum ersten Mal in der Bezirksvertretung Bochum-Süd. Jetzt denke ich auch an all die Vorschläge zu Verschärfung der Vorschriften für den Waffenbesitz. Wobei ich der Meinung bin, dass keiner der Vorschläge geeignet wäre, für mehr Sicherheit zu sorgen.

Beim Zapfenstreich vielen klare Worte zum Disput über Form und Zukunft des Maiabendfestes. Ich wünsche mir auch eine bessere und über die Stadtgrenzen hinaus erfolgende Vermarktung. Am Rand des Maischützenumzugs – der Parade – stehen noch viel zu wenig Zuschauer. Warum berichtet kein Fernsehsender vom Zug? Aber an den Kapellen, Säbeln und Schützenvereinen würde ich doch nichts ändern wollen. Steckt da das Problem?

Wählermobilisierung in Bochum

Zum Thema „Wählermobilisierung in Bochum“ und insbesondere im Bochumer Norden hat mich am Donnerstag, den 7. Mai 2009 die CDU Gerthe-Hiltrop-Bergen eingeladen. Ich denke, dass die Veranstaltung wieder im katholischen Vereinshaus in Gerthe stattfindet. Bereits vor einem Jahr habe ich dort zum Demografischen Wandel in der Region und in Bochum refereriert.

Vorgeschlagen für Landtagswahlkreis 109

Gestern Abend hat mich mein Ortsverband, die CDU Westenfeld, als Kandidaten für die Landtagswahl nominiert. Schön, wenn alle so hinter einem stehen. Das heißt noch nicht, dass ich am Ende der Kandidat für den Wahlkreis 109 („Bochum III – Herne II“) sein werde, sondern nur, dass ich mich darum bemühe. Die übrigen Ortsverbände können ja auch Kandidaten benennen. Das scheint acuh so zu sein. Aufgestellt wird der Direktbewerber für den Wahlkreis schließlich in einer Delegiertenversammlung aller Ortsverbände im Herbst. Denkbar wäre auch eine Mitgliederversammlung gewesen, aber scheinbar sind die Weichen dort anders gestellt worden.

Der Wahlkreis 109 umfasst alle Wattenscheider Stadtteile und Ortsverbände mit der Ausnahme von Eppendorf, also: Günnigfeld-Südfeldmark, Wattenscheid-Ost, Wattenscheid-Stadtmitte, Leithe, Westenfeld, Höntrop. Aus Bochum kommen Hordel, Hamme, Griesenbruch und Hofstede hinzu und aus Herne der gesamte Stadtbezirk Eickel.

Ich habe mich entschieden, die Kandidtur nicht still und leise voranzutreiben, um dann plötzlich aus der Versenkung zu erscheinen. Vielmehr will ich die Ortsverbände durcharbeiten und mich bei möglichst vielen zu bewerben.