Archiv der Kategorie: Ruhr

Nordrhein-Westfalen und Metropole Ruhr

Essener Tafel ist überall – auch in Bottrop und Gelsenkirchen

  • Die Essener Tafel hat gehandelt, um etwas gegen das Bedrängt-sein durch neue, ausländische Nutzer zu tun.
  • Darüber gibt es große öffentliche Entrüstung, aber auch Verständnis.
  • Die Trennung von Nutzern von Freibädern nach Ethnien ist in Ruhr schon bekannt.
  • Inzwischen werden aufgrund von „Konfliktsituationen“ in Bädern bereits Sicherheitsdienste eingesetzt.

Die Essener Tafel will als neue Empfänger für Lebensmittel nur noch Deutsche aufnehmen. Diese Maßnahme war nach Ansicht der Essener Tafel notwendig, da andere „Kunden“ verdrängt wurden. Das heißt nicht das bereits registrierte Nutze ausgeschlossen wurden. Die generelle Entscheidung wird vielfach kritisiert. Vielleicht war das wirklich nicht der schlaueste Weg, aber das zu beurteilen bedarf auch Wissen, was vor Ort überhaupt geleistet werden kann. Das fehlt mir.

An der gleichwohl mutigen Entscheidung erkenne ich, dass bei der Essener Tafel ein Problem besteht. Es funktioniert nicht so einfach mit dem Miteinander von eingesessener und neuen bzw. zugewanderten Einwohnern. Das ist nicht mal neu.
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Wolf ist im Ruhrgebiet angekommen

Canis lupus ante portas. Der Wolf steht vor den Toren der Metropole Ruhr. Verschiedene Bürger und Medien berichten von Wolfsichtungen in den letzten zwei Tagen. Unter anderem aus Wesel-Bislich und Hamminkel-Mehrhoog gibt es Meldungen.

Mal sehen, ob es zu Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern des Wolfes kommt. Die Schäfer sind schon alarmiert. Das dürfte nicht weniger kontrovers ablaufen, wie die öffentliche Debatte in östlicheren Bundesländern. Dort haben sich ganze Rudel dauerhaft gebildet.

Rheinische Post vom 19.02.2018
Radio Kreis Wesel vom 20.2.2018

Endgültige Sperrung der Schwimmbrücke in Dahlhausen

Plötzlich und unerwartet erfolgte die Sperrung der Schwimmbrücke in Dahlhausen. Nach einer Email an die politischen Geschäftsstellen – nicht die Ratsmitglieder direkt – kam es direkt zu einer Pressekonferenz, In dieser wurde die Sperrung der Schwimmbrücke verkündet. Eine ordnungsbehördliche Verfügung. Diese muss auch gerichtsfest sein. Da wird die Verwaltung ganze Arbeit geleistet haben. Hier gibt es die Präsentation der Pressekonferenz.

Die Begründung für die Sperrung soll die Missachtung der Verkehrsregeln durch alle Verkehrsteilnehmern – inklusive Fahrradfahrer – sein. Medienvertreter berichten von der Pressekonferenz, die Verstöße seien immens und gefährlich.

Bedürfnis für die Verbindung bleibt bestehen

Die Sperrung wird das Problem nicht beseitigen, dass ein starkes Bedürfnis für diese Verkehrsbeziehung über die Ruhr hinweg besteht. Daher wird das Thema „Schwimmbrücke“ nicht verschwinden. Es wird anders diskutiert werden.
Dabei darf nicht vergessen, dass die jetzt gemessene Fahrzeugfrequenz geringer ist als vor der langen Sperrung. Der Verkehr hat sich andere Wege gesucht. Zu dem muss auch die Länge der Umwege einbezogen werden. Die Petition von 2016 hat den Bedarf belegt.

Die Berichterstattung wird zunächst aus der reinen Meldung bestehen. Dann lassen die folgenden Tage Hintergrundberichte erwarten. Diese sollen hier gesammelt werden.

PyroGames 2017 im Moviepark Bottrop

  • Feuerwerker-Wettstreit-Show PyroGames findet am Samstagabend vorm Moviepark in Bottrop statt
  • Diese PyroGames bringen Feuerwerk, Lasershow und Livemusik.
  • Im Herbst folgt noch mehr Lichtkunst im nördlichen Ruhrgebiet: Vom 12.-29. erleuchtet Marl.

Die Metropole Ruhr ist ein Zentrum der Lichtkunst. Und diese hat viele Facetten, zum Beispiel Feuerwerk.
Am kommenden Samstag, den 30.9. finden die PyroGames 2017 in Bottrop statt. Auf einem Parkplatz vor dem Moviepark wird es Livemusik der Band Rose Bogey’s und Feuerwerk geben. Dazu kommt eine Lasershow:

Ein weiteres Highlight ist die atemberaubende Licht- und Lasershow des Multimedia-Laser- Feuerkünstlers Jürgen Matkowitz, dem Inhaber von Apollo – Art of Laser and Fire. Die Zuschauer werden eine eigens auf die Pyro Games zugeschnittene und musiksynchrone Lasershow erleben, die den Spielort in ein optisches sowie musikalisches Szenario verwandelt. Die Magie von Laserlicht, Feuerzauber und Musik verschmelzen in Harmonie zu einem sehr wirkungsvollen Kunstwerk.

Es handelt sich um die zweite Tournee der Show durch Deutschland, siehe Bericht hier im Blog. Die Show in Bottrop (siehe Programm) beginnt um 19 Uhr auf dem Parkplatz E vor dem Moviepark-Gelände. Zunächst gibt es Gespräche mit Pyrotechnikern und Musik auf der Bühne. Nach Sonnenuntergang, wenn’s richtig dunkel ist so gegen 21:30, geht der Wettstreit der Feuerwerker los. Dieser dauert zwei Stunden. Gegen 23:30 Uhr ist dann wieder Siegerehrung und Livemusik angesagt.

Feuerwerker bei der Montage
Auch Hintergründe zur Pyrotechnik gibt es bei den PyroGames.

Freikarten

Auf der Facebook-Seite dieses Blogs verlose ich zwei Freikarten für die PyroGrames in Bottrop. Die Verlosung läuft bis Freitag, 29. September 2017 um 10 Uhr. Die Gewinner könne ihre Freikarten direkt an der Abendkasse abholen.

Mehr Lichtkunst-Events im Herbst 2017

Die PyroGrames sind nicht die einzigen Lichtkunst-Events in diesem Herbst. Am 12. Oktober 2017 starter „Licht Stadt Utopie“ in Marl. Im Rahmen von „Urbane Künste Ruhr“ wird die Ruhrgebietsstadt Marl in einen Lichtparcours verwandelt. Dieser wird vom 12. bis 29. Oktober dienstags bis sonntags zwischen 16 und 22 Uhr erstrahlen.

Bildmaterial: A&O PyroGames GmbH

Landtagswahl: Wähler im Ruhrgebiet strafen SPD mit Zweitstimme für AfD ab

  • Hohe Stimmanteile für die SPD korrelieren mit hohen Stimmanteilen für die AfD bei den Zweitstimmen.
  • Stimmbezirke mit hohen Stimmanteilen für die bürgerliche Parteien CDU, FDP und Grüne weisen geringe AfD-Anteile auf.
  • Wahlsieg der CDU ist bestimmt durch eine starken Verluste bei den Zweitstimmen der SPD.

    „Im Herzen Sozi. Deshalb bei der AfD.“ plakatierte eben diese im Landtagswahlkampf 2017. Das Bild zeigt mit Guido Reil einen ehemaligen Vorsitzenden eines SPD-Ortsvereins im Essener Norden. Und das hat wohl gesessen. Es fiel zuerst meiner Frau auff: Der Abstand des Wattenscheider Direktkandidaten der SPD – Serdar Yüksel – zum Zweistimmenanteil der AfD entspricht in vielen Stimmbezirken dem Stimmanteil der AfD.

    Also dann mal den Methodenkasten ausgepackt. Mit ein paar Tagen Verspätung lassen sich die Daten aller Stimmbezirke der Stadt Bochum für eine Tabellenkalkulation herunterladen. Flugs ein paar Korrelationskoeffizienten errechnet. Und siehe da. Es scheint zu stimmen.

    • Hohe Stimmanteile der SPD korrelieren mit hohen Stimmanteilen der AfD [Koeffizient 0,43], anders: Wo die SPD stark ist (war), ist auch die AfD stark.
      Ein Test zur Überprüfung, der deutlicher ausfallen müsste, wäre eine Korrelation zwischen dem Zweitstimmenergebnis der AfD 2017 mit dem SPD-Stimmenanteil 2012. Die Daten hatte ich gerade nicht zur Hand./li>
    • Die summierten Ergebnisse der drei bürgerlichen Parteien CDU, FDP und Grüne korrelieren umgekehrt [Koeffizient -0,63]: Wo diese Parteien stark sind, ist die AfD schwach./li>
    • Korrelationen von CDU bzw. FDP mit dem AfD-Stimmanteil sind im Vergleich deutlich schwächer. [-0,28 bzw -0,36]

     

    Die SPD hat die Wahl an der Ruhr stärker verloren, als dass die CDU sie gewonnen hat

    Die CDU fuhr am 14. Mai 2017 landesweit 33,0 Prozent der Stimmen ein. Damit ist sie Wahlsieger in Nordrhein-Westfalen. Dennoch ist das Ergebnis das zweitschlechteste der CDU in NRW. Im Jahr 2005 hatte Jürgen Rüttgers 44,8 Prozent erhalten, bei damals 37,1 Prozent für die SPD. Der Wahlsieg beruht nicht nur darauf, dass Armin Laschet die CDU aus dem Tief von 2012 wieder herausgeführt hat, sondern auch auf einer Schwäche der SPD. Das erklärt dann, weshalb die SPD im Ruhrgebiet mit > 10 % mehr verloren hat als im übrigen Nordrhein-Westfalen. Hier war einfach mehr zu verlieren.

    Und auch wenn die CDU zahlreiche Stimmen von ehemaligen SPD-Wählern erhalten hat, so ist dennoch bedauerlich, dass eine Wanderung von der SPD zur AfD erfolgte. Das kann eine Ablehnung der CDU sein, aber auch schlicht aller Parteien. Diese Stimmen für die AfD stellen einen Protest gegen das System dar. Daher dann auch die häufige Kombination aus der Erststimme für den SPD-Kandidaten und der Zweistimmen für die AfD. Die SPD hat große Teile ihrer Wählerschaft inhaltlich enttäuscht, schließe ich daraus. Da helfen dann auch Köpfe nicht – außer der von Guido Reil, dem prominentesten Abtrünningen.

    Ein Blick in die Nachbarstädte zeigt nichts anderes. Die SPD hat ein Problem mit der AfD.

Fragen zur Kulturpolitik in Nordrhein-Westfalen

Von der Kulturpolitischen Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen habe ich noch nie gehört gehabt – bis sie mich angeschrieben hat. Vielleicht kann ich mich an die KuPoGe auch einfach nicht erinnern. Dann bekommt sie jetzt etwas Aufmerksamkeit durch den Fragebogen, den sie mir geschickt hat. Der Link dahin hilft beim Google-Ranking.

Nunja, die Kulturpolitik ist diesmal relevant im Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen. Und das hat heute auch die FA FAZ in einer Überschrift.

Kultur? Nein, danke!

Im Wahlkampf sind sich alle Parteien in Nordrhein-Westfalen in einem einig: Kulturpolitik ist Nebensache. Warum stört sich niemand daran?

Der Artikel der FAZ hat mich daran erinnert, dass ich die Fragen des Sprecherrates der KuPoGe noch beantworten wollte. Dafür habe ich noch bis zum 14. Mai Zeit. Das haben die Sprecher vorgegeben. Dann ist die Wahl auch gelaufen.

Ich halte mich nicht für einen Kulturpolitiker. Dennoch hier meine Antworten:

1. Was hat Sie kulturell am meisten beeindruckt im letzten Jahr?

Das war ein Besuch des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden. Gegeben wurde ‚Der ideale Eheman‘ von Oscar Wilde. Ich habe darüber gebloggt.

Und dann hat mich die Eröffnung des Annelies-Brost-Musikforums in Bochum schwer beeindruckt, so dass ich einige Wochen später wieder zu Gast war.

2. Haben Sie sich in Ihrem Wahlkreis schon kulturpolitisch engagiert, und wenn ja, wofür?

Nein. Kulturpolitik betreibe ich nicht aktiv. Ich unterstütze Bemühungen die regionale Kulturförderung des Landes anders zu organisieren. Es ist mir ein Graus, dass die Metropole Ruhr auf unterschiedliche Kulturregionen aufgeteilt ist.

Privat unterstütze ich gelegentlich Kulturprojekte in meiner näheren Umgebung. Das waren zuletzt ein Videoprojekt des Wattenscheider Alt-Punks Wolfgang Wendland und ein Ballettinszenierung am Musischen Zentrum der Ruhr-Universität Bochum.

3. Was muss Ihrer Meinung nach in der nächsten Legislaturperiode kulturpolitisch vorangetrieben werden?

Ich sehe weiterhin eine Herausforderung darin, die Anschlussfähigkeit der deutschen Kultur bei den nächsten Generationen zu sichern.
Wenn im Film eingangs einem weißen Kaninchen gefolgt werden soll, dann ist das eine Referenz an Lewis Carrolls Alice in Wonderland. Diese Referenz muss erst einmal verstanden werden. So eine Refernez muss auch mit „des Pudels Kern“ verstanden werden. Das ist mir ein Anliegen. (Lösung: Faust I, Goethe)

4. Wie könnte eine Vernetzung Ihres Schwerpunktressorts mit der Kulturpolitik aussehen?

Bereitstellung von Parkplätzen für Veranstaltungen und Kombitickets für den Nahverkehr.

5. Welche Ideen haben Sie, um kulturelle Veranstaltungen für ein breiteres Publikum zu öffnen?

Ich gehöre nicht zu denen, die die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen zwangsweise mit meinem Kulturverständnis zu beglücken. Die Zeiten einer staatlich verordneten Hochkultur wie zur Zeit des Absolutismus sind vorbei.

Die Kulturschaffenden werden schon Angebote schaffen müssen, die dem Publikum gefallen. Diese entscheiden mit ihren Füßen. Politik sollte allein helfen, dass auch Projekte und Innovation möglich sind, um so eine Fortentwicklung zu ermöglichen. Akteuren darf es im Kulturbereich nicht möglich sein durch Marktmacht Neues zu verhindern.

Das Bild zeigt das Podium auf der 1. Kulturkonferenz Ruhr im Jahr 2012.

Weitere Details: Lösungsvorschlag für offene Schwimmbrücke

Etwas euphorisch kommt die Zeitungsmeldung der WAZ daher. Im Sommer sollen „Fahrversuche“ für einen neuen Lösungsvorschlag der Bochumer Stadtverwaltung erfolgen. Sollten diese Versuche glücken, dann wäre die Brücke frühestens im 1. oder 2. Quartal 2018 dauerhaft geöffnet. Also toi, toi, toi, das die Fahrversuche glücken und kein Planfeststellungsverfahren notwendig wird.

Erste Unterlagen liegen inzwischen vor, die die jetzt angestrebte Lösung konkretisieren. Aus den Vorschlägen der Bürger wurde ein Vorschlag eines Ingenieurbüros entwickelt. Diesen hat die Stadtverwaltung in Bochum weiterentwickelt.

Einbahnstraße, Lkw-Wendemöglichkeiten, versenkbarer Pöller für Lieferverkehr

Im Einzelnen enthält der Vorschlag folgende Elemente:

  • Die Lewackerstraße wird zur Einbahnstraße von Linden nach Dahlhausen. Verkehr aus Hattingen und Essen müsste nach der Brücke links abbiegen.
  • Keine Fahrzeuge über 3,5 to und keine mit Anhänger. (Die Brücke verträgt bis 12 to)
  • Schaffung von Wendemöglichkeiten für Lkw auf Bochumer Seite.
  • Fahrbahneinbauten und ggf. Höhenbeschränkungen.
  • PIN-Code gesicherter Pöller, um Anlieferverkehr auf der Lewackerstraße zu ermöglichen.

Die Realisierung des Vorschlag erfordert die Zustimmung einiger Anlieger/Eigentümer. Sowas könnte den Zeitplan durcheinander wirbeln. Die Finanzierung wird derzeit geklärt, auch für Testversuche in diesem Sommer.

Wenn alles gut läuft, könnte es im 1. Halbjahr 2018 etwas werden. Das wäre dann noch über ein Jahr hin.

Schwimmbrücke soll wieder geöffnet werden – aber nicht kurzfristig

Die Schwimmbrücke in Dahlhausen soll wieder geöffnet werden. Diesen Vorschlag wird die Stadtverwaltung in Bochum vorlegen, verlautet am 9. Februar 2017 in Bochum. Es zeichnet sich ab, dass ein beauftragtes Ingenieurbüro aus verschiedenen Vorschlägen einen realisierbaren Vorschlag entwickelt hat.

Die Lösung soll aus versenkbaren Sperren, einer Einbahnstraßenregelung auf Bochumer Seite und einer Wendemöglichkeit für schwere Lkw auf Hattinger Seite bestehen. Details will die Stadtverwaltung Vertretern der Nachbarstädte am Donnerstag um 16 Uhr im Rathaus Bochum vorstellen.

Wann die Brücke aufgeht, steht aber noch nicht fest. Gehofft wird auf eine schnelle Lösung. Allerdings ist zu befürchten, dass Verwaltungsabläufe noch eine Schließung für das ganze Jahr 2017 bedeuten.

Diskussionen werden in der Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Südwest am 22.2. (ab 15:30, Verwaltungsstelle Weitmar, Hattinger Straße 389, BO) erwartet. Danach tagt am 14.3. der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur im Rathaus Bochum.

Zu den Sitzung werden auch schriftliche Details über den neuen Lösungsvorschlag, sowie seine Vorteile und Nachteile vorliegen.

DITIB-Moschee mit PKK-Graffiti beschmiert

Die nächste Stufe der Eskalation der politischen Konflikte in der Türkei hat das Ruhrgebiet erreicht. In Bochum tauchten heute Graffiti-Schmierereien auf. Die DITIB-Moschee an der Schmidtstraße wurde mit „PKK“ und „INTIKAM“ (Rache) beschmiert.

Durch die Gemeinde der Türken und der Türkisch-stämmigen geht ein Riss – spätestens seit dem Putschversuch gegen Erdogan im Vorjahr. Die Bekämpfung der Putschisten durch den Präsidenten von der AKP scheinen über das notwendige Maß hinausgewachsen zu sein. Forderungen an ausländische Staaten, auch an Deutschland, sorgen für Verwunderung.

Innerhalb der Türken und Türkischstämmigen in Deutschland setzt sich der Riss fort. Gruppen, die einst Seit‘ an Seit‘ standen, stehen sich als Gegner gegenüber. Hinzu kommen Gegensätze, wo vorher gehofft wurde, in der Zukunft Konflikte friedlich beilegen zu können. Der Konflikt mit der kurdischen PKK ist hier als erstes zu nennen.

Die Fortsetzung der Konflikte in Deutschland bleibt zeicht sich nicht nur in Diskussionen, sondern auch in Aktionen. Die Bespitzelung von Andersdenkenden durch die Organisation DITIB in Köln hat inzwischen die Staatsanwaltschaft dazu gebracht, Ermittlungen anzustellen. Der Vorwurf lautet auf „geheimdienstliche Agententätigkeit“.

Fortsetzung der politischen Konflikte in Deutschand

Mir wurde berichtet, dass Erdogan-Anhänger dafür werben, Angebot vermeintlich der Gülen-Bewegung zuzurechnender Organisationen nicht mehr wahrzunehmen. Ein Türke, mit dem ich in der Kommunalpoltik zu tun habe, rief mich an, ob ich im helfen könne, Deutscher zu werden. Ich hab ihm Informationsmaterial der Stadtverwaltung hierzu gegeben. Einigen Türkischstämmigen wird klar, wie sehr sie schon deutsch und nicht mehr türkisch sind.

Es kann nicht akzeptiert werden, dass ausländische politische Konflikte sich in Deutschland fortsetzen und hier ausgetragen werden. Es war schon schwer verständlich, dass der türkische Wahlkampf auch in Deutschland stattfindet. Die hier lebenden Türken dürfen wählen. Wahllokale gab es auch in Deutschland. Politische Gewalt hat auf den Straßen hier nichts verloren. Es gilt das Gewaltmonopol des Staats – für alle!

PKK ist die Abkürzung der kurdischen Arbeiterpartei Partiya Karkerên Kurdistanê, die in der Europäischen Union als terroistische Vereinigung eingestuft ist. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) ist ein Dachverband von Moscheen in Deutschland, der unter dauerhafter Leitung und Kontrolle des staatlichen türkischen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten steht. APO ist eine Name eines der – jetzigen oder ehemaligen – Führer der PKK.