Archiv der Kategorie: Wahl

Landtagswahl: Wähler im Ruhrgebiet strafen SPD mit Zweitstimme für AfD ab

  • Hohe Stimmanteile für die SPD korrelieren mit hohen Stimmanteilen für die AfD bei den Zweitstimmen.
  • Stimmbezirke mit hohen Stimmanteilen für die bürgerliche Parteien CDU, FDP und Grüne weisen geringe AfD-Anteile auf.
  • Wahlsieg der CDU ist bestimmt durch eine starken Verluste bei den Zweitstimmen der SPD.

    „Im Herzen Sozi. Deshalb bei der AfD.“ plakatierte eben diese im Landtagswahlkampf 2017. Das Bild zeigt mit Guido Reil einen ehemaligen Vorsitzenden eines SPD-Ortsvereins im Essener Norden. Und das hat wohl gesessen. Es fiel zuerst meiner Frau auff: Der Abstand des Wattenscheider Direktkandidaten der SPD – Serdar Yüksel – zum Zweistimmenanteil der AfD entspricht in vielen Stimmbezirken dem Stimmanteil der AfD.

    Also dann mal den Methodenkasten ausgepackt. Mit ein paar Tagen Verspätung lassen sich die Daten aller Stimmbezirke der Stadt Bochum für eine Tabellenkalkulation herunterladen. Flugs ein paar Korrelationskoeffizienten errechnet. Und siehe da. Es scheint zu stimmen.

    • Hohe Stimmanteile der SPD korrelieren mit hohen Stimmanteilen der AfD [Koeffizient 0,43], anders: Wo die SPD stark ist (war), ist auch die AfD stark.
      Ein Test zur Überprüfung, der deutlicher ausfallen müsste, wäre eine Korrelation zwischen dem Zweitstimmenergebnis der AfD 2017 mit dem SPD-Stimmenanteil 2012. Die Daten hatte ich gerade nicht zur Hand./li>
    • Die summierten Ergebnisse der drei bürgerlichen Parteien CDU, FDP und Grüne korrelieren umgekehrt [Koeffizient -0,63]: Wo diese Parteien stark sind, ist die AfD schwach./li>
    • Korrelationen von CDU bzw. FDP mit dem AfD-Stimmanteil sind im Vergleich deutlich schwächer. [-0,28 bzw -0,36]

     

    Die SPD hat die Wahl an der Ruhr stärker verloren, als dass die CDU sie gewonnen hat

    Die CDU fuhr am 14. Mai 2017 landesweit 33,0 Prozent der Stimmen ein. Damit ist sie Wahlsieger in Nordrhein-Westfalen. Dennoch ist das Ergebnis das zweitschlechteste der CDU in NRW. Im Jahr 2005 hatte Jürgen Rüttgers 44,8 Prozent erhalten, bei damals 37,1 Prozent für die SPD. Der Wahlsieg beruht nicht nur darauf, dass Armin Laschet die CDU aus dem Tief von 2012 wieder herausgeführt hat, sondern auch auf einer Schwäche der SPD. Das erklärt dann, weshalb die SPD im Ruhrgebiet mit > 10 % mehr verloren hat als im übrigen Nordrhein-Westfalen. Hier war einfach mehr zu verlieren.

    Und auch wenn die CDU zahlreiche Stimmen von ehemaligen SPD-Wählern erhalten hat, so ist dennoch bedauerlich, dass eine Wanderung von der SPD zur AfD erfolgte. Das kann eine Ablehnung der CDU sein, aber auch schlicht aller Parteien. Diese Stimmen für die AfD stellen einen Protest gegen das System dar. Daher dann auch die häufige Kombination aus der Erststimme für den SPD-Kandidaten und der Zweistimmen für die AfD. Die SPD hat große Teile ihrer Wählerschaft inhaltlich enttäuscht, schließe ich daraus. Da helfen dann auch Köpfe nicht – außer der von Guido Reil, dem prominentesten Abtrünningen.

    Ein Blick in die Nachbarstädte zeigt nichts anderes. Die SPD hat ein Problem mit der AfD.

Wahlkampfauto in Herne ausgebrannt

Am Dienstagvormittag erreichte mich die schockierende Meldung, dass im Nachbarwahlkreis ‚Herne I‘ ein Wahlkampffahrzeug nachts augebrannt sei. Schockierend, weil es sich vermutlich um Brandstiftung handelt. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an.

Augebrannter VW Beetle
Augebrannter VW Beetle

Das Fahrzeuge war im Einsatz für den CDU-Kollegen Sven Rickert. Es war für den Wahlkampf entsprechend beklebt. Laut Berichten von Zeugen soll kurz vor dem Brand ein Fahrzeug mit laufendem Motor gewartet haben. Dann sei es schnell weggefahren.

Da es sich um eine Fahrzeug im Wahlkampf handelt, ermittelt nun der Staatsschutz. Es liegt nahe, dass es sich um eine politisch motivierte Straftat handeln könnte.

Ich habe den Eindruck, dass politische motivierte Gewalt und Agressionen im Wahlkampf zunehmen. Dabei geht sie nicht von den kandidierenden Parteien oder Kandidaten aus. Sie scheint mir aus unbekannter dritter Queller zu kommen. Auch die Zahl beschädigter und geklauter Plakate nimmt zu.

Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Bochum: Eine Prognose

Am 13. September 2015 fand die Oberbürgermeisterwahl in Bochum statt. Keiner der 12 Bewerber konnte mehr als 50 % der Stimmen auf sich vereinigen. Daher findet am 27. September eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen statt. Im Rennen sind daher noch Thomas Eiskirch (SPD) und Klaus Franz (CDU). BOB-Wahl hat zur Stichwahl eine weitere Befragung der Panelteilnehmer unternommen.

Wahlprognose von BOB-Wahl zur Bochumer Oberbürgermeisterwahl 2015
Wahlprognose von BOB-Wahl zur Bochumer Oberbürgermeisterwahl 2015
Laut Prognose von BOB-Wahl kommt Thomas Eiskirch auf 52,6 % [53,9 %] und Klaus Franz auf 47,4 % [46,1 %]. In Klammern sind die Ergebnisse der Rohdaten angegeben.

BOB-Wahl gewichtet die Daten für seine Prognose anhand demografischer Angaben des Alters und des Geschlechts. Die Verteilung weiterer Merkmale floss bereits bei der Zusammenstellung des Teilnehmer für dieses Panel ein. Es handelt sich um den gleichen „Pool“ der bei den vorherigen Befragungswellen Befragten.

Die leichte Verschiebung zwischen Rohdaten und gewichteter Prognose resultiert aus der Korrektur der Geschlechts- und Altersverteilung. Werden Frauen und ältere Bürger stärker gewichtet, dann legt Klaus Franz hier zu. Ein Aspekt der nicht zu vernachlässigen ist, wenn es bei der Stichwahl darum gehen sollte, wer Wähler bewegen kann, zur Wahl zu gehen.

Da die Differenz zwischen beiden Kandidaten sehr gering ist, ist nach unserer Prognose auch nicht unwahrscheinlich, dass es Thomas Eiskirch am Sonntag nicht wird. Allerdings haben mit Ausnahme der Anhänger der Freien Bürger alle Anhängerschaften – selbst die der CDU – den SPD-Bewerber vorn gesehen. Meist nur knapp, teilweise aber recht deutlich – so bei den SPD-Anhängern. Wiederum sind es ungewichtet auch nur ca. 70 %, die Eiskirch vorne sehen. Die übrigen tippten sehr, sehr knapp oder für den CDU-Bewerber. Eine Stimme mehr oder weniger kann am Sonntag den Unterschied ausmachen.

Die September-Befragungswelle lief vom 20. bis 22. September einschließlich und mit 3 Tagen nur ein Drittel so lang wie die bisherigen Befragungswellen im Juli und August.
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Thomas Eiskirch (SPD) wahrscheinlich OB von Bochum, aber nur wahrscheinlich

Wahlprognose von BOB-Wahl zur Bochumer Oberbürgermeisterwahl 2015
Wahlprognose von BOB-Wahl zur Bochumer Oberbürgermeisterwahl 2015
Nach dem der SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahlen in Bochum unter 40 % landete, zeichnet sich einer Umfrage des Projekts BOB-Wahl jetzt auch ein knapper Ausgang bei der Stichwahl in Bochum ab. Das wäre nicht das erste mal, das es so knapp wird. Es würde aber reichen, denn mit 52,6 % wären mehr als 47,4 % für Klaus Franz (CDU).

Die Autoren des Projekt BOB-Wahl, darunter der Autor dieses Blogs, kommen aber auch zu dem Resultat, dass ein Wahlsieg von Thomas Eiskirch auf keinen Fall schon sicher ist. Die Kandidaten liegen in der Umfrage zu nahe beieinander. Auch wenn etwa 70 % auch davon ausgehen, dass Thomas Eiskirch (SPD) am Sonntag gewinnt, so ist er nur Favorit. 30 % sehen es anders. Und da dürfte die Chance für Klaus Franz stecken. Es kommt massiv auf die Wahlbeteiligung an.

Ein Unterschied fällt beim Gewichtungsprozess, mit dem BOB-Wahl die Prognose erstellt, gleich auf. Im Rahmen der Gewichtung wird ein zu geringer Anteil an weiblichen und an älteren Teilnehmern an der Umfrage von BOB-Wahl ausgeglichen. Doch wer geht am Sonntag wählen? Welche Prozesse sind es? Es ist nicht anzunehmen, dass Ältere und Junge in gleichen Umfang zur Wahl gehen oder eben nicht. Wer erreicht wen?

Hinzu kommen Erwartungshaltungen, wie sich die Wähler der immerhin 10 weiteren, jetzt ausgeschiedenen Kandidaten verhalten. Hierzu gibt es Erwartungshaltungen, aber eben auch nur diese.

Es wird ein spannender Sonntag, selbst wenn viele der Teilnehmer der Studie mit einem erneuten Sieg für die SPD rechnen. Schau’n wir mal.

Details zum Umfrage-Ergebnis gibt es ab Samstag auf bob-wahl.de

BOB-Wahl

BOB-Wahl ist ein Projekt der drei Blogs Pottblog, Ruhrbarone und Schmidts-Katze. Die Autoren haben in den Monaten Juli, August und September Teilnehmer eines Panels befragt, zu denen sich Bochumer Internetnutzer in den Monaten Mai und Juni freiwillig gemeldet hatten.

OB-Wahl Bochum: Wenig Bewegung in Umfrage

Vom 13. bis 22. August 2015 hat BOB-Wahl, das Umfrage-Projekt zur Bochumer Oberbürgermeister-Wahl, eine erneute Befragung zu den erwarteten Ergebnissen am 13. September 2015 durchgeführt. Diese Umfrage erfolgte genau 4 Wochen nach der Juli-Befragung. Sie erlaubt Ansätze zum Vergleich der Entwicklung. Diesmal sind auch alle 12 Kandidaten bekannt. Die Juli-Umfrage konnte sich nur mit 10 Kandidaten befassen. Alle waren damals nicht bekannt. Nachstehend findet sich eine auf der Befragung beruhende Prognose – in Klammern die Ergebnisse des Vormonats.

SPD-Bewerber Thomas Eiskirch MdL (SPD) kann mit 35,2 % [35,7 %] seinen deutlichen Vorsprung gegenüber dem CDU-Kandidaten Klaus Franz mit 25,8 % [27,3 %] halten. Monika Engel (Grüne) reduziert sich auf 10,4 % [12,1 %]. Die Kandidaten von SPD und Grünen bleiben zusammen bei unter 50 %.

Horst Hohmeier (Die Linke) wird mit 6,9 % [5,7 %] verbessert gesehen, Günther Gleising (Soziale Liste) bei 2,8 % [2,4 %]. Für Wolf-Dieter Liese (AfD) werden 2,9 % [2,8 %] prognostiziert und für Jens Lücking (Freie Bürger) weiterhin 3,8 % [3,8 %]. Omid Pouryousefie geht auf 2,5 % [2,2 %].

Wolfgang Wendtland wird bei 6,2% [6,6 %] gesehen. Marcus Zarkse steht bei 1,1% [1,6 %]. Neu erhoben wurden Werte für den unabhängigen Bewerber Franz-Josef Ermann und den NPD-Bewerber Claus Cremer. Die unten dargestellte Tabelle prognostiziert für Ermann 1% und für den NPD-Kandidaten 1,3 %.


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Keine Überraschung bei der Oberbürgermeister-Wahl?

Die Sitzung des Wahlausschusses der Stadt Bochum am 3. August 2015 war kurz und sehr formalisiert. Die Verwaltung stellte fest, dass alle 12 Kandidaten alle Voraussetzungen für die Wahl erfüllen. Das ist insbesondere für die Kandidaten wichtig, die 420 Unterstützungsunterschriften beibringen mussten. Ansonsten wurden die Rufnamen für die Wahlzettel festgelegt, da zahlreiche Kandidaten über mehrere Vornamen verfügten. Die Kandidaten lauten Thomas Eiskirch (SPD), Klaus Franz (CDU), Monika Engel (Grüne), Wolf-Dieter Liese (AfD), Horst Hohmeier (Linke), Günther Gleising (Soziale Liste), Jens Lücking (Freie Bürger), Claus Cremer (NPD), Wolfgang Wendland (unabhängig), Marcus Zarske (unabhängig), Omid Pouryousefi (unabhängig) und Franz-Josef Ermann (unabhängig).

Die Favoriten im Rennen sind sicher die Kandidaten der beiden großen Parteien: Der SPD-Landtagsabgeordnete und bisherige örtliche Vorsitzende der SPD und Klaus Franz, einst Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der CDU. Besonder hervor sticht die Kandidatur des Alt-Punkers Wolfgang Wendland, bekannt unter anderem durch seine Band ‚Die Kassierer‘. Seine Kandidatur ist klar gegen die von Thomas Eiskirch gerichtet. Wolfgang Wendland erhält bundesweit Zuspruch für seine Kandidatur, aber wird da in Bochum helfen? Kann er oder ein anderer Kandidat eine Überraschung erzielen?
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Registrier Dich für die Bochumer Wählerbefragung 2015!

Du wohnst in Bochum? Du bist älter als 16 Jahre? Dann brauchen wir Dich! Und zwar für ‚BOB-Wahl‘. So heißt das Projekt einer Wählerbefragung zur Oberbürgermeister-Wahl in Bochum am 13. September 2015. Die Herausgeber der Blogs Pottblog.de, Ruhrbarone.de und Schmidts-Katze.info wollen dabei gemeinsam Bochumer Bürger zu politischen Themen und natürlich auch zum Wahlausgang befragen.

Du willst mitmachen? Registrier Dich auf www.bob-wahl.de

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Hier gibt’s ein Video zum Ablauf der Wählerbefragung.

Nicht Eiskirch: Verliert SPD Bochum OB-Kandidaten?

Die SPD in Bochum wird in nächster Zeit voraussichtlich einen Oberbürgermeister-Kandidaten weniger haben. Nein, nicht der frisch mit mageren 73 % aufgestellte Landtagsabgeordnete Thomas Eiskirch ist gemeint. Es geht um Omid Pouyousefi. Er soll mal Sachkundiger Bürger der SPD im städtischen Ausschuss für Migration und Integration gewesen sein. Dass das Gremium nicht mehr existiert, hat er nicht wahrgenommen, wenn man einen Blick auf seine Internetseite wirft. Dass er „Politiker (SPD)“ (so auf Facebook ‚Omid machts‚) ist, hat hin weniger bekannt gemacht als seine Tätigkeit für das Musik-Projekt X-Vision.

Und wieso soll die SPD diesen Politiker nun verlieren? Weil sie ihn rausschmeißen muss. Die Satzung der SPD verbietet es, dass Mitglieder gegen von der Partei aufgestellte Kandidaten kandidieren. Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann hat es so gerade erwischt. Ihre Partei hat sie nicht wieder aufgestellt und da sie dennoch kandidiert, war’s das soweit mit der SPD-Mitgliedschaft. Der SPD-Ortsverein Hamme war schon gut dafür, den ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement zu „entsorgen“, weil er zur Nichtwahl der SPD aufgerufen habe. Dann müsste mindestens dieser Ortsverein jetzt auch gegen Pouyousefi vorgehen.

Ich bin gespannt, ob der Rausschmiss des aus Persien stammenden unter dem Parteivorsitz von Thomas Eiskirch oder schon von Serdar Yüksel erfolgt. Beide sollen heute im Landtag „rotiert“ und telefoniert haben, als sie von der Kandidatur erfuhren. Nach solchen Berichten, haben sie das nicht kommen sehen.

FDP unterstützt Kandidatur

Laut Pressemitteilung unterstützt die FDP Bochum die Kandidatur des Unabhängigen. Damit ist wohl gemeint, dass sie für die Kandidatur ist, aber nicht selber aufstellt. Auf dem Wahlzettel wird nicht FDP stehen dann, was vielleicht als schädlich angesehen wird.
Dennis Rademacher, Kreisvorsitzender der FDP Bochum, begründet die Unterstützung des zweiten Musikers (mit abgeschlossenem Studium!) durch die FDP: „Als Freie Demokraten setzen wir uns für Weltoffenheit und Aufstieg durch Bildung ein. Omid Pouryousefi hat uns als Person überzeugt, weil er genau dafür steht. Als Migrant hat er in einem zunächst fremden Land seinen Weg gesucht und gemacht: von der Hauptschule zum Gymnasium über sei abgeschlossenes Studium der Tontechnik bis hin zur Selbständigkeit als Musiker, Autor und Jugendprojektleiter. Das ist genau der Gründergeist, den Bochum unbedingt braucht. Omid Pouryoursefi kann der unabhängige Manager und Motivator sein, der den Mief im Rathaus kräftig durchlüftet.“

Da die Stadtgestalter scheinen, ebenso vorgehen zu wollen, werden für Pouryousefi wie für Wolfgang Wendland Unterschriften gesammelt werden müssen. Los sollte es am Mittwochabend auf dem Ratshausplatz gehen. Ein Wahlwerbevideo hat der ‚unabhängige‘ Kandidat bereits:


Als Kommentar bitte ich mir glaubwürdige weitere Erklärungen für die Unterstützung durch die Bochumer FDP zu nennen 🙂


Nachtrag
Die WAZ Bochum berichtet heute über Omid Pouryousefi.

Franz. CDU-OB-Kandidat sieht Stadtverwaltung als Dienstleister

Klaus Franz ist seit Montagabend offiziell Oberbürgermeister-Kandidat der CDU Bochum. Diese hat ihn mit 96 % der anwesenden Mitglieder im Planetarium an der Castroper Straße aufgestellt. Vor dem Wahlgang gab es eine Vorstellung des Kandidaten, der danach auf Ziele im Wahlkampf und eine erste Kampagne einging. Dabei stand gar nicht er im Mittelpunkt. Die Kampagne heißt schlicht: „für Bochum.“ Und damit verbindet Klaus Franz, der 10 Jahre lang in der CDU Verantwortung als Kreisvorsitzender und Fraktionsvorsitzender trug, auch eine Vorstellung. Es geht nicht um ihn oder irgendeinen anderen Kandidaten bei der Wahl. Es geht zuerst einmal um die Bürger und darum, was sie von der Stadterwaltung erwarten. Die Stadt müsse Dienstleister sein, so sein „Credo“.

Und so starte der Wahlkampf des CDU-Kandidaten mit einer Kampagne www.fuer-bochum.de. In dieser taucht der Kandidat gar nicht auf. Es werden Fragen gestellt. Zum Beispiel so: „Willst Du Macht oder lieber Macher?“

Internetseite 'Für Bochum'
Internetseite ‚Für Bochum‘

Und auf den ersten Werbemitteln bleibt Franz dann auch erst einmal Gesichtslos. Es wird Aufkleber „Für Bochum“ in Form einer Sprechblase geben. Und was zum Anpacken: Gartenhandschuhe. Damit setzt sich Franz wie Wolfgang Wendland von der inhaltlichen Vorgabe des SPD-Kandidaten Thomas Eiskirch ab. Dieser fordert gleich eine weitere Gesamtschule für Bochum. Gerätselt wird, welche Schule er dafür schließen wolle. Aber das „er“ ist schon falsch. Am Ende entscheidet sowas der Rat. Dort besteht derzeit eine Mehrheit aus SPD und Grüne.

Wendlands Programm fokussiert stärker, was er im Amt des Oberbürgermeisters tun könne. Ähnlich sieht sich Klaus Franz. Als Oberbürgermeister müsste er ein Vermittler sein. Mehrheiten im Rat ändern sich ja nicht, sondern nur ein Person. Diese hat auch 1 Stimme und die Sitzung zu leiten. Aber das ist kein Stadtpräsident mit diktatorischen Mehrheiten.

Bei der Ähnlichkeit der Ansätze wundert es nicht, wenn – sicher scherzhaft gemeint – Klaus Franz sich in der Stichwahl mit Wolfgang Wendland sieht. Hierzu mehr in einem Artikel im Lokalkompass Bochum: OB-Stichwahl – Franz und Wölfi.

Franz. Oberbürgermeister-Kandidat
Franz. Oberbürgermeister-Kandidat

Jens Lücking kandidiert als OB in Bochum – diesmal für die Freien Bürger

Am Aschermittwoch hat ein weiterer Kandidat seinen Hut in den Ring um das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Bochum geworfen. Mit Jens Lücking will nun der Frontmann der ‚Freien Bürger‘ kandidieren, der selber als einziges Mitglied seiner Liste im Rat vertreten ist. Vor 5 Jahren hatte Jens Lücking noch für die FDP kandidiert. Aus einer Abspaltung von der FDP sind die Freien Bürger im Jahr 2012 hervorgegangen. Bei der Kommunalwahl zum Bochumer Stadtrat im Mai 2014 hatten die Freien Bürger 1,6% erreicht, was für eine nur geringe Verankerung in der Bevölkerung spricht. Bei den OB-Wahlen 2009 hatte der FDP-Kandidat 8,7% mobilisiert.

Angesichts der Zahlen der letzten Kommunalwahl ist die Kandidatur überraschend. Denkbar ist, dass die Freien Bürger das Kalkül der Grünen teilen. Diese kandidieren laut Berichterstattung auch deshalb mit einem eigenen Kandidaten, um im Wahlkampf Mitglieder zu gewinnen. Dabei geht es auch um Schärfung der Wahrnehmung des eigenen politischen Profils.
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Der Sexismus eines grünen Politikers

Folgendes kommt dann heute als Kommentar über die Wahlen in Hamburg zur Bürgerschaft rein. Da ist gerade viel Freude, dass es die FDP deutlich über die 5 %-Hürde geschafft hat. (Bei der CDU ist gerade nicht viel Freude.) Aber mancher ärgert sich auch darüber, so einige Grüne FDP-Basher, nach deren Meinung die Grünen in Hamburg wohl noch für eine Großstadt zu schlecht abgeschnitten hätten.

Der Grüne Politiker Jörg Rupp aus Karlsruhe , Mitglied des Landesvorstand der Grünen in Baden-Württember, twittert dann Folgendes über die FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding.

Über ‚Titten und Beine‘ – Sexismus der Grünen

Blanker Sexismus für Volkserzieher, die ständig vorschreiben, was zu tun und was zu lassen ist. Sexismuss ist demnach aber okay, oder was soll ich aus dem Beitrag schließen?

Titten und Beine - Sexismus der Grünen
Tweet von Jörg Rupp (@JoergRupp) zu Wahl zur Hamburger Bürgerschaft

Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister

Es ist die Meldung des Tages in Bochum und in Facebook-Timelines der Region. Der Wattenscheider Punk-Sänger Wolfgang Wendland will im September bei der Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Bochum kandidieren. Das verspricht, den Oberbürgermeister-Wahlkampf medial überregional interessant zu machen. Erste Spitzen von Sympathisanten gehen bereits gegen den vorgeschlagenen SPD-Kandidaten, den Landtagsabgeordneten Thomas Eiskirch (SPD). Wendland verfügt im Gegensatz zu Eiskirch über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ganz so abwegig ist die Kandidatur von Wolfgang Wendland, liebvoll „Woelfi“ genannt nicht. Er war immer schon politisch, nicht nur in den Liedtexte für seine Band ‚Die Kassierer‘. Da wurde schon mal der Polizeipräsident oder SPD und Grüne aufs Korn genommen. Das nur lokal bekannte, öffentliche Geheimnis ist, dass der 53-jährige sich politisch engagiert.

Der politische Weg des ‚unabhängigen‘ Wölfi

Zunächst soll Wolfgang Wendland Mitglied der CDU, Ortsverband Wattenscheid-Stadtmitte, gewesen sein. Aus dieser flog er zwangsweise raus, da die CDU keine Doppelmitgliedschaften und Kandidaturen für andere Parteien erlaubt. Wendland war Kanzlerkandidat der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschland (APPD) geworden.
Diese Kapital wurde abgeschlossen. Die Partei Die Linke kürte Wolfgang Wendland 2009 zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl zur Stadtbezirksvertretung Wattenscheid, das zur Stadt Bochum gehört. Dadurch gewann Die Linke einen Sitz im Nachfolger des Wattenscheider Stadtrates. Dort hat der parteilose Wölfi fünf Jahre lang an der Kommunalpolitik der vor 40 Jahren nach Bochum eingemeindeten Hellwegstadt mitgewirkt.
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