Archiv der Kategorie: ÖPNV

Wenn Weltschmerz eine Theorie ist, ist der Bochumer Hauptbahnhof die Praxis

Sebastian 23 (Sebastian Rabsahl) über Bochumer Sehenswürdigkeiten: „Teil 0 – Bochum Hauptbahnhof„:

Wenn Sie einmal richtig gut gelaunt sind, […] dann empfehle ich als stimmungssenkende Maßnahme einen Spaziergang am Bochumer Hauptbahnhof. Hier wird man prachtvoll desillusioniert:Von 100 auf 0 in 0 Sekunden.
Hier der Mensch noch Mensch, hier kotzt man im Strahlen.
Hier ist ‚Hurensohn!‘ keine Beleidigung, sondern eine Begrüßung.
Hier ist Grau keine Farbe sondern ein Lebensgefühl.
Wenn Weltschmerz eine Theorie ist, ist der Bochumer Hauptbahnhof die Praxis.
Teile unsere Bahnhofs sind so schmutzig, dass die Ratten Handschuhe tragen.

So schlimm ist es dann doch nicht.

S-Bahnhof Langendreer-West: Umgebung hat Graffiti-Problem

Die Umgebung des S-Bahnhofs Langendreer-West hat ein Graffiti-Problem. Während fast schon überraschend die Wartehäuschen auf dem Bahnsteig frei von Graffiti erscheinen, so ist das Umfeld zu den Treppenaufgängen mit hässlichen Graffiti zugeschmiert. Unansehlich sind auch die Reste des Fahrstuhls, dessen Kabine fehlt. Das Graffiti-Problem erstreckt sich weiter über das Areal rund um den Bahnhofs: Brücken, Privathäuser, Trafohäuschen, Verwaltungsgebäude.

Insgesamt ist der S-Bahnhof Langendreer-West in einem schlechten Zustand. Nicht nur der defekte Aufzug fällt auf, sondern auch die mangelnde Sauberkeit im Zugangsbereich. An den Zugängen und Park&Ride-Parkplätzen liegt Müll herum. Die S-Bahn-Station Langendreer-West erhält daher im jährlich vom Verkehrsverbunde Rhein-Ruhr herausgegebenen Stationsbericht seit Jahren stets die schlechteste Note. Die Ampelwertung liefert konstant ‚Rot‘.
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MetropolRadRuhr hatte erfolgreiches 2014 … und baut 48 Stationen ab

Beim von der Firma nextbike betriebenen Fahrradverleihsystem metropolradruhr.de kommen zwei zunächst widersprüchliche Zahlen zusammen. Im letzten Jahr konnten die Ausleigen im Vergleich zum Vorjahr (2013) um 187 % gesteigert werden, auf mehr als 176.000. Dennoch werden in diesem Jahr 48 Stationen abgebaut.

In Bochum konnten die Ausleihen 20.000 auf mehr als 65.000 gesteigert werden, was +218 % enstpricht. Ursächlich ist ein Rahmenvertrag der Studenten der Ruhr-Universität und der Hochschule Bochum mit dem Betreiber, der die Nutzung allen Studenten dieser Hochschulen erschließt. Sie fahren die ersten 60 Minuten gratis.
In Gelsenkirchen und Oberhausen ging die Nutzung hingegen um 7 % zurück. Auch Bottrop liegt im Abwärtstrend mit -8 %. Hier erfolgt der stärkste Abbau. Von 24 Stationen bleiben noch 7 über. Weniger Stationen wird es auch in Hamm (-8), Gelsekirchen (-7), Herne (-4), Mülheim an der Ruhr (-5) und Oberhausen (-7).

Der Abbau wird mit dem Erhalt der Rentabilität des Systems begründet. Der Betreiber nextbike erhält keine (direkten finanziellen) Subventionen für den Betrieb. Zur Deckung der Kosten werden zudem weiter Werbeeinnahmen benötigt.

P.S.: Zu diesem Erfolg hat sicher auch der Streik im Nahverkehr in 2014 beigetragen. An den drei Tagen wurden 10% des damaligen Jahresaufkommens erbracht.

Semesterticket: VRR und Studenten auf Einigungskurs

Seit Monaten stritten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und die Vertretung der Studierendenschaften (AStA) über die Fortführung des landesweiten Semestertickets für Studenten. Anlass ist eine vom VRR vorgesehene Preiserhöhung, die nicht nur die allgemeine Preissteigerung auffangen soll. Die Studenten sollen einen höheren Finanzierungsbeitrag leisten, um mehr Gerechtigkeit gegenüber anderen Abonnenten, zum Beispiel Auszubildenden, herzustellen. Von Seiten der Studenten wird erwartet, dass mit den vorgesehenen Steigerungen im Jahr 2019 ein Semesterticket dann etwas mehr als 26 € pro Monat kosten soll. Im Vergleich dazu kosten das teuerste YoungTicket der Preisstufe A3 53 €, bei Preisstufe B für benachbarte Städte sind es bereits 78 € und für den gesamten Leistungsumfang des Semestertickets wären es deutlich mehr als 100 €.

Für die Gremiensitzungen des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) lag nun ein erstes Einigungsergebnis vor, wobei mit 15 Hochschulen schon Vereinbarungen getroffen worden sein sollen. Strittig sind eigentlich nur noch Kleinigkeiten wie der Umfang der Fahrradmitnahme und der Personenmitnahmen in den Abendstunden und am Wochenende. Sah die Verwaltung des VRR wenig Möglichkeiten, eine Lösung für Erstsemester zu finden, die bereits vor Beginn des Semester sogenannte Vorkurse besuchen, so sahen die Politiker das am Mittwoch im Ausschuss für Tarif und Marketing etwas anders. Diese beauftragten die Verwaltung eine, wenn auch nicht kostenlose, Lösung aufzuzeigen. Mit dieser Lösung wird nicht mehr in diesem Monat und zum Vertragsabschluss über das neue Semesterticket gewartet. Ziel kann aber sein, mit der Beschlussfassung über die Bedingungen des Semestertickets einen Auftrag an die VRR-Verwaltung zu geben, eine Lösung zu kreieren und umzusetzen. Dann wäre auch einem Anliegen der Studenten entgegengekommen.
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Graffiti beeinträchtigt S-Bahnhof Bochum-Ehrenfeld

Der Zugangsbereich zum S-Bahnhof Bochum-Ehrenfeld ist eine Zumutung. Die Unterführung an der Bessemer Straße unter der Bahnstrecke ist an den Wänden vollständig mit hässlichen Graffiti bedeckt. Unterbrochen wird das an den Wänden nur von Großplakaten. Auch die Fahrradabstellanlage links vom Zugang zum Bahnsteig ist verschandelt. Der aktuelle Stationsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) gibt dem Bahnhof in der Ampelwertung nur ein ‚Rot‘ – im Vorjahr war es noch ein ‚Gelb‘. Zugleich weist der VRR darauf hin, dass die Stadt Bochum hier in der Verantwortung ist. Und wer genau hinsieht, der bemerkt, dass ab den Treppen zum Bahnsteig Schmierereien regelmäßig entfernt werden. Scheinbar kümmert sich hier die Deutsche Bahn mehr um die Bereiche der Bahnsteige als die Stadt um die ihr zuzuordnenden Zuwegungen.
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S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop hat ein Graffiti-Problem

Der S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop hat ein Graffiti-Problem. Das ist nicht nur dem aktuellen Stationsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zu entnehmen. Bereits bei der Fahrt über die Höntroper Straße ist es zu sehen: Großflächige Graffiti an den Brückenlagern, Schmierereien am Bahnhofsgebäude und zugesprühte Bahnhofsschilder. Flächen der DB Station&Service und der Stadt Bochum sind betroffen, aber auch Privater.
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Neue Rolltreppen für U-Bahn-Stationen

Auf Vorschlag der Verwaltung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR AöR) soll das Modernisierungsprogramm für Fahrtreppen – allgemein auch Rolltreppen genannt – aufgestockt werden auf 10 Mio. €. Unterstützt werden bis zu 90 % die Erneuerung von Rolltreppen an Stadtbahn-Anlagen (U-Bahnhöfen). Möglich machen das Rückflüsse nicht benötigter Fördermittel im Vorjahr.

Gleisarbeiten an der S1 in Höntrop im Sommer 2015

Teilweise mit Baulärm, aber auch mit sehr ruhigen Zeit ohne Zuglärm können die Bürger in Wattenscheid-Höntrop im Sommer rechnen. Die Deutsche Bahn will zwischen den Bahnhöfen Bochum und Essen-Steele Ost 20.000 Schwellen und 42.000 Tonnen Schotter austauschen. Es handelt sich um die Strecke für die sich Anwohner derzeit für mehr Lärmschutz einsetzen. Anlass sind zusätzliche Züge nach Inbetriebnahme des Rhein-Ruhr-Expresses auf der anderen Strecken über den Bahnhof Wattenscheid.

Für Reisende aus Höntrop und Bochum-Ehrenfeld werden die Bauarbeiten aber eine echte Belastung. Die zweitweise Sperrung der Strecke wird einen umständlichen Schienenersatzverkehr mit Bussen erforderlich machen. Das wird die Fahrtzeiten auf der Strecke deutlich verlängern. Einige Höntroper können auf andere Linien, insbesondere die Straßenbahn 310 ausweichen.

Der zentral in der Siedlung Höntrop gelegene Bahnhof ist Station für viele Pendler zur Arbeit, aber auch für viel Schüler. Diese wollen zu den nicht weit vom Bahnhof liegenden Schulen oder steigen hier zum Schulzentrum in Westenfeld und den Berufsschulen in Wattenscheid um. Durch die Verlagerung der Bauzeiten in den Sommer werden daher Probleme für diese Pendler reduziert.
Die Bahnlinie, über die die S1 führt, teilt Höntrop in einen Nord- und einen Südteil
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NachtExpress NE 10 hält ab Januar 2015 in Wattenscheid

Fahrgäste steigen in einen Bus bei Nacht.
NachtExpress NE 10: Nachts mehr Verkehr!
Die neue NachtExpress-Linie zwischen Gelsenkirchen und Bochum wird ab Januar auch am August-Bebel-Platz in Wattenscheid-Mitte halten. Der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur hat dieser Linienführung für 2015 zugestimmt. Über den Probebetrieb soll in einem Jahr berichtet werden.

Geprüft wissen will der Ausschuss auch eine Linienführung über die Südfeldmark. Allerdings machten Vertreter von CDU und auch FDP im Ausschuss klar, dass entgegen Vorstellungen der Wattenscheider Grünen der Halt am August-Bebel-Platz erhalten bleiben müsse.

Neuer NachtExpress Gelsenkirchen-Wattenscheid-Bochum

Seit den Sommerferien verkehrt eine NachtExpress-Linie zwischen dem Bochumer und dem Gelsenkirchner Hauptbahnhof bis nach Gelsenkirchen-Buer. Die Express-Linie hat bisher nur 10 Haltestellen und umfährt Wattenscheid über die Ortsumgehung Günnigfelder Straße. Das soll sich dann ändern. Der NachtExpress 10 soll dann von Bochum Hbf über Südring, Jacob-Mayer-Straße/Jahrhunderthalle, August-Bebel-Platz, Feiheitstraße über Gelsenkirchen Hbf bis nach Gelsenkirchen-Buer fahren. Die zwei zusätzlichen Haltestellen seien laut Beschlussvorlage (20141726) der Stadt Bochum an den zuständigen Mobilitätsausschuss ein echter Mehrwert. Stimmt.

Bus der Stadtwerke Hamm in verfremdeten Farben
Nachts mehr Verkehr: Von Bochum nach Gelsenkirchen über Wattenscheid

NachtExpress 10: Linienvariante über Wattenscheid-Heide wird noch diskutiert

Der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur der Stadt Bochum wird am 25.11.2014 auch noch entscheiden müssen, wie mit einer Anregung der Bezirksvertretung Wattenscheid umgegangen werden soll. Diese will nicht den August-Bebel-Platz angefahren wissen, sondern einen Haltepunkt in der Süldfeldmark bzw. in Heide, um die Anbindung dort verbessert zu wissen. Allerdings kann der NachtExpress dann nicht mehr über die A40 fahren. Die BoGeStra hat dazu noch keine Stellungnahme abgegeben.

Die Mehrkosten betragen für den Verwaltungsvorschlag 9.700 € pro Jahr. Zunächst soll ein Pilotbetrieb bis Ende 2015 erfolgen, der dann ausgewertet wird. Die Linienführung des NachtExpress 20 soll den Anforderungen neuer, junger Kunden gerecht werden. Die Fahrt über die ganze Strecke von GE-Buer nach Bochum Hbf dauert etwa 40 Minuten. Zusammen mit der RB 46 gibt es dann nachts zwischen Bochum und Gelsenkirchen eine halbstündliche Verbindung, also: Nachts mehr Verkehr!

Ich setze darauf, dass das ab Januar so klappt, und finde das richig gut.

Bochum will neuen Nahverkehrsplan auf RRX ausrichten

„Die Stadt Bochum macht sich auf den Weg, einen neuen Nahverkehrsplan zu erstellen. Das ist gut so, denn die Fortschreibung des alten Nahverkehrsplanes ist längst überfällig“, erklärt Dirk Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bochum.

Auf Antrag der CDU-Fraktion wird der Nahverkehrsplan, der für einen Zeitraum von fünf oder mehr Jahren beschlossen wird, auch auf den zukünftigen Betrieb des Rhein-Ruhr-Expresses ausgerichtet. Der VRR rechnet damit, dass der Rhein-Ruhr-Express ab 2018 fährt.

Rhein-Ruhr-Express mit Halt in Wattenscheid (z.Z.: RE1&2 halten, RE4&6 nicht)
Rhein-Ruhr-Express mit Halt in Wattenscheid (z.Z.: RE1&2 halten, RE4&6 nicht)
„Mit dem Rhein-Ruhr-Express wird ab 2018 ein Premiumprodukt des Schienenverkehrs auf der Stammstrecke durchs Ruhrgebiet fahren. Von Dortmund über Bochum, Essen nach Düsseldorf und Köln soll dann alle 15 Minuten ein Zug fahren. Das muss bei der Planerstellung berücksichtigt werden.“ Dirk Schmidt, der die Stadt Bochum seit kurzem in den Gremien des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) vertritt, verweist auf entstehende Parallelangebote über Gelsenkirchen und Wanne-Eickel, die Fahrgastströme verändert werden, und auf die laufende Diskussion über eine zukünftige Anpassung des S-Bahn-Taktes. „Wenn wir die Chancen des RRX nutzen wollen, dann müssen wir uns jetzt darauf einrichten, denn sonst dauert es weitere fünf Jahre.

Über Nahverkehrspläne erfolgt in Deutschland die Steuerung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Die kreisfreien Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen sollen mit diesem Planungsinstrument den Nahverkehr in ihrem Gebiet beschreiben und auf finanziell realistische Grundlagen stellen. Die Nahverkehrspläne sind wesentlich für eine integrierte Nahverkehrsbedienung, bei der unterschiedliche Anbieter und Verkehrsträger aufeinander abgestimmt werden.

VRR plant S-Bahn Taktverlängerung von 20 auf 30 Minuten

Eine Verdichtung des S-Bahn-Takts auf 15 Minuten in Stoßzeiten bedeutet ein 30-Minuten-Takt zu den übrigen Zeiten. Das bewerten nicht alle Nutzer positiv. Sven Krämer aus Essen warnt vor langen Wartezeiten bei Ausfällen im 30-Minuten-Takt. Er plädiert für einen 10/20-Minuten-Takt. Ein Cross-Posting aus seinem Blog sven-essen.de.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), gegründet am 01.01.1980, mit Sitz in Gelsenkirchen plant in einer Studie den S-Bahntakt wochentags von 20 Minuten auf 30 Minuten zu verlängern.

Die S-Bahn Rhein-Ruhr fährt nun seit dem Jahre 1967, damals als erste Linie die heutige S 6 von Essen nach Köln. Im Laufe der folgendenen Jahre kamen immer mehr Linien hinzu und ersetzten die Nahverkehrszüge, die beim VRR die Bezeichnung “N” hatten. Also die heutige S9 war früher die N9, ausgestattet mit der Diesellok-BR 212 später dann 216 / 218 und den bekannten Silberlingen. Diese Linie verkehrte schon im 30 Minuten Takt zwischen Bottrop und Velbert-Langenberg, aber als N-Verkehrslinie.

Auf den gesamten S-Bahnlinien besteht, bis auf wenige Abschnitte ein kontinuierlicher 20 Minuten Takt in der Zeit von morgens ca. 6 Uhr bis abends ca. 19 Uhr. Danach wird auf ein 30 Minuten Takt umgestellt, was auch den Bedürfnissen entspricht. Auch wenn die Läden um 20.00 Uhr schließen, so sind die S-Bahnen nicht bedeutend voller. Am Wochenende wird von sonntags morgens abgesehen (da fahren die S-Bahnen nur stündlich) durchgehend bis zur Nacht ein 30 Minuten Takt angeboten. Im Gegensatz zu den RE-Linien sind die im Raum Essen mir bekannten S-Bahnlinien nur in der Hauptverkehrszeit morgens und abends wirklich voll. Hier will der VRR auch die Taktrate auf alle 15 Minuten verdoppeln.

S-Bahn Rhein-Ruhr
S-Bahn Rhein-Ruhr

In der Theorie klingt das alles wunderbar, aber da die Deutsche Bahn AG, die mit ihrer S-Bahn Rhein-Ruhr Tochter den S-Bahnverkehr abwickelt, auch schon gerne ausfällt – wegen Triebwagenstörungen oder Störungen an der Strecke (Signal, Weichen etc..) oder Verspätungen aus vorheriger Fahrt bzw. Verzögerungen im Betriebslauf (klingt auch immer sehr gut als Ausrede, wenn man den wahren Grund verschleiern möchte, zum Beispiel wenn der Triebwagenführerwechsel nicht so zügig voran schreitet wie geplant – weil er selber eine Verspätung gefahren ist), wird der 15 Minuten-Takt in der Rush Hour nur auf dem Papier existieren.
Beim 30 Minuten-Takt und wenn da mal zwei Züge hintereinander ausfallen (alles schon mal im 20 Minuten Takt erlebt – auch wenn die DB da immer nur einen entschuldigen lässt – dass dies die Ausnahme sei), wartet man womöglich 1,5 Stunden auf den nächsten Zug, der dann proppevoll sein wird. Aber da Zugausfülle nach einem Bericht vom ARD Markencheck bei der DB nicht in die Pünktlichkeitsstatistik fallen, weil nur das sonst fährt auch registriert werden kann, sind die Züge daher alle pünktlich, auch wenn einer oder gar zwei ausgefallen sind. Leider kennt die DB auch nur ihr eigenes Unternehmen, was an Linienbussen am Bahnhof hält, ist für sie schon fremdes Territorium auf das man nicht verweisen darf (man hat immer noch das uralte Denken. Früher um 1900 waren Straßenbahnen die Konkurrenz für die Bahn. Diese durften ja nicht einmal ebenerdig mit einem Bahnübergang die Gleise überqueren. Das hat man denen verboten.) und das in einem Verkehrsverbund. Ich muss auch sagen, die örtlichen Verkehrsbetriebe, auch wenn sie jetzt mit der geplanten Umstellung des Taktes sich aufregen, so richtig haben es viele noch nicht begriffen, dass der Fahrgast vom Bus oder von der Bahn in den Zug umsteigen könnte. Oft fahren viele Bus- und Straßenbahnfahrer wohl absichtlich langsam so, dass man den Zug verpasst.

Untereinander, zwischen den Verkehrsbetrieben herrscht ja nicht einmal Einigkeit. Ein Bus der Linie 143 der STOAG wartet sehr ungerne die 30 Sekunden ab an der Haltestelle in Essen-Frintrop am Kreyenkrop auf die Straßenbahn der Linie 105 ab, obwohl sie schon im Nacken sitzt.

Daher kann ich die Aufregung nicht verstehen, wenn die örtlichen Verkehrsbetriebe jetzt so laut schreien.

Die Taktverlängerung der S-Bahn auf 30 Minuten hat allerdings eine fatale Außenwirkung. Nicht jeder wird bereit sein, statt 20 Minuten 30 Minuten auf die Bahn zu warten. Wer, wie ich, kein Auto hat, wird nichts anderes übrig bleiben, aber wer die Wahl hat, wird sich auf das Auto konzentrieren. Fahrgäste, die das System S-Bahn bislang benutzt hatten, weil 20 Minuten noch so eben ging, werden diese Toleranz auch bei 30 Minuten haben und dann wenn die Bahn wieder ausfällt? Wohl kaum? Wer möchte schon 1 Stunde an einem Bahnsteig im Winter stehen, wenn der Wind von allen Seiten bläst und es saumäßig kalt ist? Da hift auch die beste Kleidung nichts. In Wülfrath-Aprath oder Essen-Überruhr gibt es auch kein Café in das man sich mal hinsetzen könnte. Oder erlebt die Bahnhofs-Gaststätte dann wieder eine Renaissance?

Regionalbahn, Regionalbahn und S-Bahn
Regionalbahn, Regionalbahn und S-Bahn
Im Ruhrgebiet leben über 5 Millionen Einwohner laut Wikipedia im Jahre 2011 und die S-Bahn fährt alle 30 Minuten. In anderen größeren Ballungszentren fährt sie bedeutend häufiger. Die Regional-Express Linien quer durch das Ruhrgebiet sind in der Hauptverkehrszeit und am Wochenende eher Menschentransporter, weil man so dicht gedrängt stehen muss und kaum Luft zum Atmen.

Wir brauchen den Takt 10/20 bei der S-Bahn und mit der neuen Leittechnik der DB, die sie zurzeit in Duisburg und Wuppertal installiert, müsste das möglich sein. Den 10 Minuten Uni-Takt der S 1 zwischen Bochum und Dortmund hat man vor einigen Monaten ja abgeschafft. Aber das passt ja alles zusammen. Die Landespolitik, vorallem die Grünen haben bislang überhaupt noch nichts dazu gesagt. Denen ist das Thema auch wohl ganz egal. Aber sie müssen sich eher äußern, wenn es um unseren Fleischkonsum geht (Veggie-Day nur mal so angemerkt) und was sie uns noch alles verbieten wollen. Der ÖPNV steht inzwischen ganz unten auf der Liste.

Ich hoffe, das war vom VRR nur ein schlechter Scherz.