Archiv der Kategorie: Verkehr

Kennzahlen: Apps im VRR-Verbund

Seit April 2017 verfügen die Verkehrsunternehmen des VRR über eine gemeinsame App zur Navigation durch den öffentlichen Nahverkehr und Kauf digitaler Fahrscheine. Die 25 Unternehmen haben diese sogenannte Verbund-App marginal angepasst oder setzen am Ende am gleichen System eines Ticketshops an. Der Start war holprig. Aber inzwischen wachsen die Nutzerzahlen kontinuierlich.

Im jüngsten Bericht schreibt die VRR-Verwaltung:

Die Nutzer empfinden die neue Oberfläche als modern und gelungen, sehen allerdings je nach Nutzungsweise der App noch Optimierungspotenziale. Häufig wird die Performance, also die Geschwindigkeit der App beim Start und während der Nutzung, bemängelt.

Zwischenzeitlich wurden zwei Updates vorgenommen, die Verbesserungen brachten. Ein zwischenzeitlicher Rückgang der Nutzer konnte durch das weitere Wachstum wieder aufgeholt werden.
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Leitbild Mobiltität: Der Bürger will zur Arbeit, nicht von A nach B!

Die Stadtverwaltung Bochum hat ein Leitbild für Mobilität entwickelt. So etwas wird heute benötigt, um Verwaltung und Planung steuern zu können. Meint man. Diese Leitbild reduziert die Bochumer Bürgerinnen und Bürger zu Beförderungsfällen. Diese Beförderungsfälle wolle von A nach B. Leider, dürften die Autoren denken. Und deswegen muss das möglichst ohne Belastung für Umwelt und das Stadtbild erfolgen. Das Verkehr ein wichtiges Element einer Stadt ist, kommt nicht vor. Grabesstille passt nicht zum Wort Stadt.

Menschen verfolgen Ziele – Menschen haben persönliche Bedürfnisse

Die Bedürfnisse von Menschen variieren. Sie unterscheiden sich nach Alter, Geschlecht und Beruf. Wer jünger als 18 Jahre ist, der wird seine Strecken nicht allein mit dem Auto bewältigen. Die Nutzung des Autos lässt im Alter nach. Familien mit Kindern haben andere Anforderungen. Weshalb gibt es Familienparkplätze? Frauenparkplätze? Und nicht alle haben ein Auto.

Der zweite Entwurf für ein Leitbild Mobilität ist völlig verhunzt. Erneut. Er erfüllt höchstens die Bedürfnisse derjenigen, die keinen Verkehr wollen. Eine Stadt aber braucht Verkehr. Und eine Stadt braucht Verkehr nicht nur für ihre Bürgerinnen und Bürger, sondern alle, die von außerhalb hierher kommen.

Verkehr und Stadtentwicklung?

Wenn ein Leitbild nicht auf der Ebene der Ziele und Lebenssituationen von Menschen definiert wird, dann doch bitte auf der Ebene der Stadtentwicklung. Bochum ist ein Oberzentrum in der Mitte von Ruhr. Es ist Universitätsstadt und Sitz vieler Verwaltungen. Diese Beschreibung ist nicht vollständig. Aber sie steht in ihrer Kürze schon im Kontrast zum Leitbild, dass die Stadtverwaltung vorgelegt hat.

Hier ein Zitat:

Bochum wird auch 2030 die Mobilität seiner Einwohner sicherstellen – unabhängig von individuellen finanziellen Voraussetzungen. Im Allgemeinen lautet dabei das Grundbedürfnis, von A nach B zu kommen. Es ist also nicht entscheidend, mit welchem Verkehrsmittel die Bochumer ans Ziel kommen, sondern, dass sie in der Lage sind, ihre Ziele in einer angemessenen Zeit, zu bezahlbaren Kosten und insbesondere verkehrssicher erreichen zu können. Alle Bochumer gelangen auch 2030 an ihre Ziele, aber mit weniger Emissionen. (*)

Der Text belegt das Ziel: Die Reduktion von Verkehr. Die Reduktion von Belastungen ist ja wünschenswert, aber wie Verkehr aussehen soll, kommt im Papier zu kurz. So kann Stadt nicht gestaltet werden.

RE 11 zu spät, zu kurz oder ganz ausgefallen

3 bis 4,5 Minuten durchschnittlicher Verspätung, 14 % der Züge mit weniger (nur 1) Wagen und 4 % ganz ausgefallene Züge… Die Misere der Deutschen Bahn in Ruhr.

Jetzt ist es amtlich! Der RegionalExpress 11 (RE 11) zwischen Duisburg und Hamm, manchmal auch bis Kassel-Wilhelmshöhe hat arge Probleme. Häufig kommt der RE11 zu spät, er verfügt nicht über alle Wagen oder fällt ganz aus. Im jüngst veröffentlichten „Qualitätsbericht SPNV 2017“ des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) heißt es:

Häufig fuhren die Züge der Linien RE 6 und RE 11 allerdings nicht mit den vertraglich vorgeschriebenen Sitzplatzkapazitäten, weil Fahrzeuge fehlten.
[…]
Der RE 11 ist im Vergleich zum Vorjahr doppelt so spät: Im Schnitt sind es nun über dreieinhalb Minuten.
[…]
Beim RE 11 ist die Lage hingegen grundlegend anders. Hier fehlt bei einer Abweichung in der Zugbildung in der Regel gleich die Hälfte der Sitzplätze, weil der Zug dann nur mit einem ET 425 unterwegs ist, obwohl der VRR eine Doppeltraktion bestellt hat.

Bei anderen Linien, zum Beispiel RE 6, sieht’s nicht besser aus


An dieser Stelle mache ich kenntlich, dass der VRR für das Jahr 2017 unterschiedliche Zahlen zu Verspätungen veröffentlicht hat. Die zur Pressemitteilung am 28.02.2018 veröffentlichten Verspätungszahlen weichen von denen im Qualitätsbericht, der am 08.03.2018 schriftlich vorgelegt wurde ab. Beim RE 11 sind 4,75 Minuten durchschnittliche Verspätung gegenüber knapp unter 3 Minuten.

BYKE – Innovative Konkurrenz für metropolradruhr

Neue Systeme zur Ausleihe von Fahrrädern kommen in die Städte:

  • Neben metropolradruhr, gibt es in Essen jetzt BYKE, in Oberhausen LIDL-Bike
  • Die neuen Systeme arbeiten stationslos; die Ausleihtechnik steckt im Rad.
  • BYKE erfordert die Nutzung einer App in einem Smartphone mit Bluetooth. Die Ausleihe und Rückgabe ist sekundenschnell und einfach einfach möglich.
  • Die Rückgabe ist bequem ‚überall‘ möglich, aber der Kunde ist für den Abstellort am Ende der Fahrt verantwortlich.

Das metropolradruhr hat ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen. BYKE hat in Essen jetzt auch Räder aufgestellt. Und dieses Fahrradverleihsystem funktioniert anders: es ist stationslos.

BYKE und Nextbike im Vergleich

Das Modell von nextbike, dem Betreiber von metropolradruhr, besteht aus Stationen, an denen Räder selber ausgeliehen und zurückgegeben werden. Das läuft in Ruhr seit 6 Jahren so. Über die Stationsnummer weiß ein Computersystem, an welcher Station – also wo – das Fahrrad gerade steht. Per Telefon, SMS und dann auch APP werden Zugangscodes für Zahlenschlösser ausgetauscht.

BYKE setzt hingegen hohe Anforderungen an die Technik des Kunden. Es muss schon ein Smartphone sein, denn über die App und die Bluetooth-Verbindung wird das Schloss des Rades geöffnet. Und natürlich benötigt die App eine Internetverbindung, um GPS-Standort zu melden und Buchungsvorgänge zu beginnen. Sind die Voraussetzungen erfüllt, dann klappt das schneller und weniger aufwändig als mit Nextbike. Hier macht sich eine echte Innivation bemerkbar: Den QR-Code scannen und alles läuft.
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Endgültige Sperrung der Schwimmbrücke in Dahlhausen

Plötzlich und unerwartet erfolgte die Sperrung der Schwimmbrücke in Dahlhausen. Nach einer Email an die politischen Geschäftsstellen – nicht die Ratsmitglieder direkt – kam es direkt zu einer Pressekonferenz, In dieser wurde die Sperrung der Schwimmbrücke verkündet. Eine ordnungsbehördliche Verfügung. Diese muss auch gerichtsfest sein. Da wird die Verwaltung ganze Arbeit geleistet haben. Hier gibt es die Präsentation der Pressekonferenz.

Die Begründung für die Sperrung soll die Missachtung der Verkehrsregeln durch alle Verkehrsteilnehmern – inklusive Fahrradfahrer – sein. Medienvertreter berichten von der Pressekonferenz, die Verstöße seien immens und gefährlich.

Bedürfnis für die Verbindung bleibt bestehen

Die Sperrung wird das Problem nicht beseitigen, dass ein starkes Bedürfnis für diese Verkehrsbeziehung über die Ruhr hinweg besteht. Daher wird das Thema „Schwimmbrücke“ nicht verschwinden. Es wird anders diskutiert werden.
Dabei darf nicht vergessen, dass die jetzt gemessene Fahrzeugfrequenz geringer ist als vor der langen Sperrung. Der Verkehr hat sich andere Wege gesucht. Zu dem muss auch die Länge der Umwege einbezogen werden. Die Petition von 2016 hat den Bedarf belegt.

Die Berichterstattung wird zunächst aus der reinen Meldung bestehen. Dann lassen die folgenden Tage Hintergrundberichte erwarten. Diese sollen hier gesammelt werden.

Videoüberwachung am Bochumer Hauptbahnhof (ZOB)

„Am neuen ZOB ist die Einrichtung einer Videoüberwachung möglich und zulässig.“ Diese Erklärung des Datenschutzbeauftragten der BoGeStra nahmen am Dienstag die städtischen Verkehrspolitiker in der Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Mobilität entgegen. Die Ausschussmitglieder befassten sich aufgrund einer Anfrage mit dem Thema Videoüberwachung im ÖPNV / SPNV.

„Die Installation der Kameras war bereits vor dem Videoüberwachungsverbesserungsgesetz auf Grundlagen des Bundesdatenschutzgesetzes möglich. Vor diesem Hintergrund verwundert mich umso mehr, dass SPD und Grüne noch im Dezember die Forderungen der CDU nach Videoüberwachung ausgewählter Haltestellen abgelehnt haben, als es um den neuen Nahverkehrsverplan ging“, so Ratsmitglied Dirk Schmidt (CDU).
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Nahverkehrsplan 2017: Meilenstein für mehr Bus & Bahn

„Alle 15 oder zumindest alle 30 Minuten ein Bus oder eine Bahn und an manchen Stellen sogar alle 7 ½ Minuten – das ist der Kern des neuen Nahverkehrsplans für die Stadt Bochum“, stellt CDU-Ratsmitglied Dirk Schmidt nach Beschlussfassung im Rat der Stadt Bochum am letzten Donnerstag fest. „Ich bin sehr zufrieden. Eine lange Debatte in Ausschüssen endete jetzt auch in einer langen Debatte im Rat. Aber am Ende wurde der Nahverkehrsplan einstimmig verabschiedet. Das ist ein gutes Fundament.“

Dissens hatte es im Rat zuletzt in drei Punkten gegeben. Ein strittiger Punkt war der der 3-Minuten-Takt für die Stadtbahnlinie U35 insbesondere zu Stoßzeiten. Nachdem der Fachausschuss das Ziel der höheren Zugfolge beschossen hatte, nahmen SPD und Grüne diesen Beschluss im Rat wieder zurück. Ebenso fand der CDU-Antrag auf Videoüberwachung auch außerhalb vom Hauptbahnhof und der Stadtbahnanlage keine Mehrheit. Abgelehnt wurde der Wunsch der Bezirksvertretung Wattenscheid, den Haltestellenbereich am August-Bebel-Platz zu überwachen.
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Digitalisierung: Durchgängiges Ticket für den NRW-Nahverkehr

Ich habe eine Vision. Ich steige einfach in den Bus. In einen Bus des Verkehrsunternehmens BoGeStra bei mir vor der Haustür. Bei Fahrtantritt checke ich beim Fahrer ein. Dann fahre ich zum Bahnhof Wattenscheid und nehmen einen Zug. Ob der von Abellio oder von der Deutschen Bahn AG kommt ist mir gleich. Vielleicht steht auch in grün VRR drauf. Damit fahre ich nach Hagen und steige um. Und wenn ich in Kirchhundem, dann nehme ich den Bus nach Lennestadt-Saalhausen. Da will ich hin.

Was in der Vision fehlt: Das lästige Kaufen unterschiedlicher Fahrscheine unterschiedlicher Tarife von verschiedenen Verkehrsverbünden. Nach dem Betreten des ersten Busses erkennt ein im Hintergrund arbeitendes System, wo ich lang gefahren bin. Vielleicht geht das über mein Mobiltelefon, vielleicht über eine Chipkarte. Und dann rechnet das System für mich den günstigsten Tarif ab. Und dann erkennt es auch, wenn ich am gleichen Tag oder Wochenende zurückgefahren sein sollte, so dass eventuelle Angebote herangezogen werden.

Digitalisierung ermöglicht, getrennte Tarifgebiete zusammen zu führen

In dieser Vision traue ich einem System. Das Vertrauen erfordert Sorgfalt bei der Erstellung des Systems aus Technik und Tarifen. Ein System das Unterschiede zwischen Anbieter überbrückt. Die Unterschiede zwischen Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen. Unabhängig davon, was diese Unterschiede bewirkt. Ich muss die Unterschiede nicht mehr beseitigen. Aber sie verlieren das Trennende. Diese Chance bietet die Digitalisierung.

NRW-Landesverkehrsminister Hendrik Wüst ging darauf in einer Rede vor den Teilnehmern der Mobilitätskonferenz Ruhr am Montag ein.

„Wenn wir die Perspektive eines Nutzers einnehmen, der sonntagabends auf dem Sofa sitzt und per App eine Reise nach China, nach AUstralien, bucht, vielleicht sogar beides: erst China, dann Australien. [..] Der kann das alles in einer App tun.

Aber dann versuchen Sie mal, von Euskirchen nach Bielefeld-Brackwede zu kommen. Das Abenteuer bei der Buchung ist bei der zweiten Variante größer.“ (NRW-Landesverkehrsminister Hendrik Wüst, 18.09.2017)

Das Zitat findet sich in diesem Mitschnitt.

Im VRR wird schon daran gearbeitet

Den Weg dahin hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bereits beschritten. Er hat die Federführung bei einem Pilotprojekt. Erste Tests sind geplant, aber es wird noch etwas Zeit brauchen. Erste Testergebnisse erwarte ich Ende 2018. Wir arbeiten daran.

Die Mär vom Ende des Sozialtickets, oder: Rot-Rot-Grüne Schauergeschichte

  • Es gibt deutlich mehr Käufer des Sozialtickets als erwartet.
  • Der Preis des Sozialtickets im VRR musste zum 1.10.2017 erhöht werden, um die Ausgaben zu decken.
  • Die Finanzierungszusage der alten Landesregierung für das Sozialticket in NRW endet zum 31.12.2017. Eine Neuregelung ist erforderlich.
  • CDU und FDP wollen für NRW landesweit ein Azubi-Ticket einführen.
  • SPD, Grüne und Linken versuchen das Sozialticket für ein Wahlkampfthema Soziale Gerechtigkeit heranzuziehen.

Land auf, land ab in Nordrhein-Westfalen trunen SPD, Grüne und auch Die Linke mit Anträgen und Resolutionen durch die Gremien, die sich für den Erhalt des Sozialtickets im Nahverkehr aussprechen. Das ist ein spezielles Angebot zu einem günstigen Preis im Nahverkehrs am eigenen Wohnort unterwegs zu sein, in der Regel einer kreisfreien Stadt oder sogar einem ganzen Kreis.

Sozialticket: Woher diese Aktionismus?

Dazu fünf Aspekte:

  • Am 24. September 2017 ist Bundestagswahl und mit dem Thema Sozialticket lässt sich vermeintlich das Thema Soziale Gerechtigkeit abarbeiten. Das liegt auf der Wahlkampflinie von SPD und Die Linke. Wird noch etwas Teilhabe unter Anträge etc. gemischt, dann passt es auch auf die Grünen.
  • Die Landesförderung für das Sozialticket der Verkehrsverbünde in Nordrhein-Westfalen war von der abgewählten rot-grünen Landesregierung bis zum 31.12.2017 befristet. Allein der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat dafür jährlich 30 Millionen Euro Zuschuss aus dem Landeshaushalt erhalten. Das muss neu verhandelt werden. Und lautstarke Forderungen helfen davon abzulenken, dass hier eine Baustelle hinterlassen wurde.
  • Die von der alten, rot-grünen Landesregierung bereit gestellten Gelder haben – zumindest im Bereich des VRR nicht mehr ausgereicht. Knapp war es schon im Vorjahr, aber in 2017 musste der VRR den Preis erhöhen. Kaufberechtigte, zum Beispiel Hartz IV-Empfänger, müssen ab 1. Oktober 2017 jetzt 37,80 € dafür bezahlen; bei Einführung 2011 waren es 29,90 € (vgl. NRz 5.7.2017). Die Kostensteigerung bei den Verkehrsverbünden kommt dadurch zustande, dass es weit mehr Bezieher des Sozialtickets gibt, als seinerzeit erwartet wurden. Dazu tragen auch Flüchtlinge bei, die bezugsberechtigt geworden sind. Beim VRR schlägt eine Vereinbarung aus der Zeit der Einführung durch: Können die Kosten nicht gedeckt werden für das Sozialticket, dann wird das Angebot von der VRR-Verwaltung beendet.
  • Diese Beendigung will nun wirklich niemand – auch CDU-Vertreter sind dagegen. Daher fiel die Entscheidung für eine moderate Preisanpassung, um die Finanzlücke zu schließen. Das Sozialticket hat sich ja auch gelohnt für die Kommunen und die Verkehrsunternehmen, die mehrheitlich in kommunaler Eigentümerschaft sind. Es sind mehr Leute für den Nahverkehr gewonnen worden. Meiner Einschätzung nach hielt sich die Kanibalisierung bei anderen Ticketangebot in Grenzen, so hießen: Die Verluste bei den Verkäufen anderer Tickets waren geringer.
    Das Ticket kostet jetzt noch immer weniger als die Hälfte eines vergleichbaren Ticket1000 im Abo. (siehe Übersicht VRR)

  • Im Koalitionsvertrag von CDU und FPD für Nordrhein-Westfalen fehlt das Wort „Sozialticket“. Hingegen findet sich das politische Projekt eines landesweiten Angebots eines „Azubi-Tickets“. Dabei soll es sich um ein Angebot für Auszubildende handelt, wie es vielfach spezielle Ticketangebote für Studierende gibt. Das Semesterticket, oder Studi-Ticket oder Uni-Ticket. Und jetzt wird von SPD und Grünen, die gerade die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, der Teufel einer Abschaffung des Sozialtickets – ggf. im Tausch für das Azubi-Ticket – an die Wand gemahlt.

Noch ist die neue Landesregierung in der Findungsphase. Erste Zeichen deuten darauf hin, dass über das gesamte Theme an Tarifangeboten – spricht Fahrscheinen – für verschiedene bedürftige Gruppen gesprochen wird. Und da muss auch über die bisherigen Leistungen gesprochen werden. Das betrifft die Leistungen der Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen für diese Gruppen wie auch die Leistungen aus dem Landeshaushalt an die, die diese Leistungen dann erbringen. Es wäre mir ein Graus, wenn die einzige Finanzierung daraus bestünde, dass die Preise für „gewöhnliche“ Nutzer mehr steigen müssen, um die Sozialtickets und Azubi-Tickets zu finanzieren. Das passiert schon über Steuern.

Entwurf des Landeshaushalts 2018 abwarten

Das Sozialticket und auch Maßnahmen wie das Azubi-Ticket bedürfen einer Absicherung im Landeshaushalt. Als jährlich wiederkehrende Ausgaben müssen sie auch in der mittelfristigen Finanzplanung des Landes verankert werden. Und da es Ziel ist, den Landeshaushalt 2018 noch im laufenden Jahr 2017 zu verabschieden, wird die Antwort nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Passagiere zurückgelassen: Wilder Streik bei Eurowings-Subunternehmer in Düsseldorf?

Probleme mit der Abfertigung von Passagieren gibt es bei Eurowings am Flughafen Düsseldorf. Am Montagmorgen bildeten sich bereits vor 5 Uhr Schlangen, die dann bis weit in die Schalterhalle reichten. Am Ende des frühmorgendlichen Betriebs verpassten zahlreiche Passagiere ihre Flüge, u.a. nach Zürich und Stockholm. Sie konnten nicht mehr abgefertigt werden. Passagiere nach Dresden und Hamburg waren zuvor aus den Warteschlangen herausgebeten worden, um ein Umbuchen zu vermeiden. Sie konnten Ihr Gepäck an einem separaten Schalter aufgeben.
Mit der Entgegennahme von Gepäck hat Eurowings die Aviation Handling Services GmbH (AHS) beauftragt. Ihre Mitarbeiter treten in Uniformen der Eurowings auf.

Nach Aussagen des vorgesetzten Supervisors (UW) eskalierte die Situation bis zum Flug Düsseldorf-Stockholm um 7:00 Uhr derart, weil sich 5 Mitarbeiter spotan neu oder weiter krank gemeldeten hatten. Betroffen seien 68 oder 70 Passagiere. Sie sollten sich um ein Hotel bemühen und die Kosten der AHS in Rechnung stellen.

Kritik an der Gepäckabfertigung, an den Sicherheitskontrollen, aber auch dem Check-In gibt es immer wieder. Jüngst hatte Eurowings die Wartezeiten für die Passsgieren erhöht, die aber erst mit dem Winterfahrplan gelten. Auf zahlreichen Tickets ist noch 30 Minunten statt dann 40 Minuten für die Gepäckabfertigung vorgesehen (vgl. RP 30.06.2017, alternativ). Am Montag reichten auch die neuen Zeiten aber bei weitem nicht aus.

Passagieren werden Bestätigungen des Fremdverschuldens verweigert

Bei den Passagieren stieß auf Unmut, dass eine große Anzahl an Schaltern des Check-Ins von Eurowings unbesetzt war. Schlecht organisiert, sah es aus oder aber nach Organisationsverschulden: die wenigen geöffneten Schalter – nach manchen Aussagen teilweise nur drei – reichten nicht für den Ansturm an Passagieren aus. Da sorgte es zunächst für Verärgerung bei den Betroffenen, dass Mitarbeiter der AHS erklärten, sie seien zu spät erschienen. Eurowings würde sie daher „aus Kulanz“ umbuchen. Der ‚Supervisor‘ erklärte später, die AHS sei verantwortlich. Eine schriftliche Bestätigung wurde den Passagieren jedoch verweigert.

Keine Mitarbeiter von Eurowings am Flughafen-Terminal präsent

Die nicht mehr beförderten Passagiere erhielten Umbuchungen, teilweise auch am Dienstag. Das AHS-Personal erklärte, es sei nicht berechtigt auf andere Gesellschaften und auf Folgetage zu buchen. Zu Buchungen auf den Dienstag hätten sich die Mitarbeiter eigenmächtig entscheiden. Zu anderen Schritten seien Sie nicht berechtigt. Vertreter von Eurowings nicht vor Ort. Die Eurowings-Uniformen täuschten.

Die Pressestelle der Flughafen Düsseldorf GmbH erklärte am Montagnachmittag, sie haben von den Vorfällen an den Eurowings-Schaltern gehört. Sie bat jedoch darum, sich direkt an die Fluggesellschaft zu wenden. Von dort lag bis zum Verfassen dieses Beitrags keine Stellungnahme vor. Laut einer Meldung der Rheinischen Post hatte das Unternehmen erklärt, es seien nur 1 Flug und 13 Passagiere gewesen – aufgrund personeller Engpässe.