Schlagwort-Archive: Dahlhausen

Aufkleber „Schwimmbrücke Dahlhausen muss offen bleiben!“

Mit über 4.000 Unterzeichnern endete die Unterschriftensammlung für die Petition „Schwimmbrücke Dahlhausen muss offen bleiben!“. Einige weitere Unterschriftenbögen aus Arztpraxen und Geschäften sind in dieser Woche noch eingetroffen und werden noch ergänzt. Die Stadtverwaltung nimmt inzwischen von einer Entscheidung über ihren Vorschlag auf dauerhafte Schließung der Schwimmbrücke am 19. Januar 2016 Abstand. Erst nach einem Ideenwettbewerb für andere Lösungen soll Mitte 2016 entschieden werden. Allerdings wird die Brücke für Bauarbeiten an der Lewackerstraße geschlossen werden.

Als Aktion zur Unterstützung der politischen Forderung nach Offenhalten der Brücke hat die CDU einen Aufkleber fertigen lassen (siehe Bild). Am kommenden Freitag, den 15. Januar 2016 soll dieser erstmalig ab 8 Uhr an der Brücke verteilt werden. Auch Auslegen in einigen Geschäften ist vorgesehen.
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Entscheidung über Schließung der Schwimmbrücke verschoben

Die Bochumer Stadtverwaltung hat die Entscheidung über eine Schließung der Schwimmbrücke in Bochum-Dahlhausen auf die Jahresmitte 2016 verschoben. Das geht aus zwei Mitteilungen hervor, die jetzt dem städtischen Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur zu seiner Sitzung am 19. Januar 2016 übersandt wurden. Hier hätte bisher eine Entscheidung über den Verwaltungsvorschlag, die Brücke zu schließen, fallen sollen.

Die Stadtverwaltung will jetzt erst den Ideenwettbewerb zur Schwimmbrücke abwarten. Mitte 2016 sollen die Vorschläge verwaltungsseitig in Zusammenarbeit mit der Polizei bewertet werden. Dann soll es eine neue Vorlage für die Stadtbezirksvertretung Bochum-Südwest und den für Verkehrsfragen zuständigen städtischen Ausschuss geben.

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Online-Petition: Schwimmbrücke Dahlhausen muss offen bleiben!

Die Stadt Bochum will die Schwimmbrücke in Dahlhausen dauerhaft für den motorisierten Verkehr sperren. Nur noch Fußgänger und Radfahrer sollen die Brücke passieren dürfen.
Gegen den Vorschlag der Vollsperrung der Brücke für den Autoverkehr erhebt sich Protest. Kein Wunder, denn die Verwaltung beschreibt in ihrer Vorlage selber die Alternative: Die Brücke könnte zumindest in Richtung Bochum befahrbar bleiben. Nun gibt es online eine Unterschriftensammlung gegen die Vollsperrung (auf OpenPetition).
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Schwimmbrücke Dahlhausen soll gesperrt werden

Kommunalpolitiker an der Schwimmbrücke
Kommunalpolitiker an der Schwimmbrücke
„Kurzfristige Maßnahmen und Sachstand zur Findung einer langfristigen Lösung“ heißt es im Titel eines schriftlichen Vorschlags der Bochumer Stadtverwaltung. Zum einen geht es um den Weg zu einer neuen Brücke über die Ruhr, die dann auch wieder befahrbar sein soll. Zum anderen birgt die Vorlage einen überraschenden Beschlussvorschlag: Die Schwimmbrücke soll für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Nur noch Fahrradfahrer und Fußgänger sollen sie passieren dürfen.

Die Bochumer Stadtverwaltung hat noch eine andere Lösung erwogen, aber verworfen. Denkbar wäre die Befahrung in nur eine Richtung. Ziel auch dieser Variante ist, die Gefahren für auf den Schienen haltende Fahrzeuge zu reduzieren. Daher kommt die Einbahnstraßenregelung auch nur in Richtung Bochum infrage. Fahrbahnaufbauten würden nur auf der Hattinger Seite ein langsames passieren erzwingen. Auf der Bochumer Seite mit dem Bahnübergang könnte zügig passiert werden. Allerdings will die Verwaltung jetzt ganz auf Nummer sicher gehen, so dass nur nach links abgebogen werden kann. Da alle Fahrzeuge dann nach links abbiegen und schließlich auf die Kreuzung Lewackerstraße / Dr. C.Otto-Straße treffen, ist diese dann überlastet. Also kommt die Verwaltung zu einer Vorschlag: Besser als zuviel Verkehr ist kein Verkehr. Die Brücke soll gesperrt werden. Schwimmbrücke Dahlhausen soll gesperrt werden weiterlesen

Pontonbrücke Dahlhausen: Varianten, aber keine Lösung

Ein Vorankommen bei der Lösungsfindung für die nur noch eingeschränkt nutzbare Pontonbrücke in Bochum-Dahlhausen ist derzeit nicht erkennbar. Die Bochumer Stadtverwaltung führt weitere Gespräche mit den Akteuren wie Deutsche Bahn und den Nachbarstädten. Wie dem Bochumer Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur berichtet wurde, gibt es vier Varianten, wobei sich keine als bevorzugbare Lösung abzeichnet. Die Stadtverwaltung will nun zunächst Auskünfte vom Eisenbahnbundesamt, der Deutschen Bahn und neue Verkehrszählungen abwarten.

Die vier Varianten stellen sich derzeit wie folgt dar:

  1. Bau einer Brücke über die Eisenbahnstrecke hinweg, aber Dahlhauser Tiefbau. Allerdings kommt es dann auf Hattinger Seit zu Beeinträchtigung von Schutzgebieten. Die Stadt Hattingen lehnt das ab.
  2. Bau einer Verbindung über eine alte Eisenbahnbrücke auf Höhe des Eisenbahnmuseum. Die Brücke würde dann von Bochum auf Essener Stadtgebiet führen, nicht mehr auf Bochumer. Das würde Ausbauarbeiten auf Essener Stadtgebiet erfordern, die absehbar nicht erwartet werden können. Auf Bochumer Seite würden Planungen zum Eisenbahnmuseum und zum Ruhrauenpark „durchkreuzt“.
  3. Eine Erneuerung im Bestand, bei der eine neue Brücke nördlich oder südlich an die Schwimmbrücke anschließend errichtet wird. Wobei es hier mit der Bahn und dem Bundesamt übereinzukommen gilt. Problematisch ist, dass eine Kreuzungssituation wie jetzt nicht mehr zulässig wäre.
  4. Eine Variante bestände in der Errichtung einer neuen Brücke an der gleichen Stelle, allerdings müsste die jetzige Schwimmbrücke um einige Meter versetzt werden. Diese hat aber der Landschaftsverband Westfalen-Lippe kürzlich als bundesweit einmalig unter Schutz gestellt. Das war wenig hilfreich.

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Umstrittener Umbau des Ruhrbogens füllt Halle

Mehr als 300 Bürger füllten am Montagabend die Gebläsehalle des Industriemuseums Heinrichshütte in Hattingen. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellte ihre Pläne für den Umbau der Ruhr zwischen Dahlhauser Wehr und Hattinger Wehr vor. Anlass für die Maßnahme ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) will bis 2027 die Ruhr an mehreren Stellen zu einem artenreicheren Gewässer umgebaut wissen. Allein schon die Zielsetzung und dazu, ob dies sinnvoll mit dieser Maßnahme erreicht werden kann, ist umstritten.

Trittsteinkonzept aus dem Umweltmininsterium

Die Argumentation der Bezirksregierung ist simpel. Zwar lasse sich die Ruhr nicht von der Quelle bis zur Mündung ökologisch gestalten, um aber sich dem Ziele einer Durchgängigkeit zu erreichen, könnten Abschnitte entsprechend realisieren lassen. Das Rahmenkonzept nennt sich Trittsteine. Dazwischen gibt es Staustufen und Fischtreppen.
Der weitere Umbau sei dann notwendig, damit die Ruhr wieder langsamer fließe. Um die Ruhr zu Beginn des Industriezeitalters schiffbar und daher tiefer zu machen, waren im 19. Jahrhundert bauliche Maßnahmen erfolgt, zum Beispiel Buhnen angelegt worden. Die schnellere Fließgeschwindigkeit habe den Grund abgetragen und den Fluss vertieft.

Fluss mit Inseln und Ufer

Loire bei Tours: Breites Flussbett mit Kiesbänken und Bauminseln

Mit der jetzt vorgestellten Maßnahme solle der Fluss flacher werden, sich an den Rändern zumindest an der rechten Seite ausbreiten können und Kiesbänke entstehen. Es kam der Vergleich mit der Loire in Frankreich. Die Ruhr sei „Über Wasser“ ökologisch in Ordnung, die Probleme seien „unter Wasser“. Bei der Aussage, dass die Ruhr in Ordnung sei, kam spontaner Applaus auf.
Der historische Leinpfad bleibe erhalten, da die Grundstücke auf der linken Flussseite für wasserbauliche Maßnahmen nicht zur Verfügung ständen. In die Runde wurde auch gerfragt, ob dies vielleicht anders sei und jemand ein Grundstück abgebe.

Alternativen zur Verbesserung des Wassers der Ruhr geprüft?

Von den Gegnern der Maßahme sprach sich niemand generell gegen Verbesserungen der Qualität der Ruhr. Eine ganze Bandbreite von Akteuren meldete sich zu Wort. Dabei erschien fraglich, ob denn überhaupt eine Verbesserung der ökologischen Qualität der Ruhr erreicht werde oder ob diese nicht die durch die Schäden des Umbau aufgewogen werden. Die Natur hat ja in den letzten 200 Jahren sich der veränderten Ruhr angenommen, so auch der mehr stehenden Gewässer zwischen den Buhnen. Fraglich ist, ob der Nutzen überhaupt groß sei, was auch von einem Vertreter der Fischerei bezweifelt wurde, der darauf hinwies, da bereits das von er Verwaltung vorgeschlagene Trittsteinkonzept dem Erfolg der Maßnahme entgegenstehe. Die Ruhr könne ja nicht durchgängig von der Quelle bis zur Ruhr werden, so dass der mögliche Nutzen für „die Natur“ noch geringer sei.

Ein in mehrerlei Gestalt auftretendes Argument gegen die Maßnahme bezeichne ich als erwartete Fehlallokation. Von Gegnern der Maßnahme wurde mehrfach auf alternative Maßnahmen hingewiesen, der der Umwelt mehr brächten. Es mangelt demnach nicht nur an der Höhe des Nutzens, sondern auch an der Verhältnismäßigkeit von Nutzen zu Aufwand. Das gilt für die Kosten wie für den ökologischen Nutzen gegenüber dem, was zerstört wird.

Hinzu tritt der Aspekt, dass das Bild der Ruhr aus dem Beginn des Industriezeitalters erhalten bleiben solle. Die Ruhr war zum Transport der Kohle über die schiffbar gemacht worden. Pferde zogen die Kähne über den Leinpfad den Fluss hinab. Eine Initiative hat sich daher auch an den Landschaftsverband Westfalen-Lipp gewandt, um den Schutz des Landschaftsbilds zu erreichen.
Auszüge eines Films mit einer Unterwasserkamera zeigten, dass die Ruhr „unter Wasser“ auch nicht arm an Arten ist. Die „Natur“ hat sich auf die montanindustriell vorgeprägte Ruhr eingestellt, zwischen den Buhnen gibt es heute auch Flora und Fauna.

Die Nutzung der Ruhr für den Wassersport war auch ein Teilaspekt. So ist fraglich, wie die Ruhr sich mit wandernden Kiesbänken für Kanuten nutzen lässt.

Das Geld ist da, jetzt muss es verbaut werden?

Herausgearbeitet wurde in er Veranstaltung auch, dass das Geld aufgrund der Wasserabgabe vorhanden sei und jetzt quasi nach Verwendung suche. Und die ist am Winzer Ruhrbogen einfach zu finden, da hier Fluss und Grundstücke in Landeseigentum seien. Hier zeigt sich ein Problemer grüner Nebenhaushalte: Das für bestimmte Zwecke vereinahmte Geld der Bürger muss nun am Budgetrecht des Landtags vorbei verwendet werden. Dies verstärkt Legitimationsdefizite bei der Implementation so entstandener Maßnahmen. Kritisch ist, dass eine Beteiligung der Bürger und demkoratisch gewählter Vertretung erst nach Erstellung der Pläne erfolgt. Auf kommunaler Ebene ist es demokratischer Standart, dass zu nächst diskutiert und beschlossen werden muss, ober überhaupt geplant wird und dafür Geld zur Verfügung steht. Die Bezirksregierungen tragen erhebliche zu Demokratiedefiziten im Nordrhein-Westfalen bei.

Knie des Ruhrbogens
Ruhr-Umbau: Nebenarme im Knie des Winzer Ruhrbogens, Hattingen

Bezirksregierung Düsseldorf visualisiert Beispiel des Umbaus

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat ein paar Grafiken erstellen lassen, um den heutigen Zustand der Ruhr jetzt und nach den mehrjährigen Umbaumaßnahmen darzustellen; Baumaßnahmen können nur im Winter erfolgen.
Zwei animierte Bilder auf dieser Seite geben den Großteil davon wieder. Der Betrachter sollte darauf achten, dass die Grafiken der Planungen tendenziös zusätzlich grün eingefärbt ist, um sie gefälliger zu machen; beim Ist-Zustand wurde auf eine Kolorierung verzichtet. Auch werden die Angler die zu Inseln zusammengefassten Buhnenköpfe mit Gumpen kaum so wie dargestellt nutzen können: Sie müssten dahin rudern oder schwimmen. Die Kolorierung verstärkt den Eindruck, dass es um die Realisierung eines ideologisch geprägten Idylls geht. Die Verwendung des Bildes von der Loire, die keine industriekulturell geprägter Fluss wie die Ruhr ist, spricht für sich.

Buhnen oder Insel in der Ruhr
Winzer Ruhrbogen: Umbaumaßnahme Buhnen zu Insel

Ruhr: Wie soll die Natur am und im Fluss aussehen?

Deutschland ist insgesamt eine Kulturlandschaft, die auch vom Menschen überformte Natur- und Landschaftsschutzgebiete umfasst. Die Römer klagte bereits über die dichten germanischen Wälder, die auf den fehlenden Verbiss bereits ausgerotteter Herdentiere zurückging. Unsere Vorstellung von Natur ist eine gesellschaftliche Vorstellung und ein der Politik zugängliches Produkt. Eine Verabsolutierung dieser „Vorstellung Natur“ führt zu einem ökologischen Fundamentalismus. Die von Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) getragene Renaturierung der Ruhr in dieser Form vertritt ein radikales Bild von Natur. Indstrienatur hat demnach auf ehemaligen Zechengeländen Platz, nicht aber in der Ruhr. Dabei scheint das Leben dort gar nicht soviel ärmer.

Wir sollten versuchen beide Vorstellungen eines Ökosystems zu erhalten, aber auch effizient unsere Gelder einsetzen.

Volle Gebläsehalle im Industriemuseum Henrichshütte, Hattingen
Volle Gebläsehalle im Industriemuseum Henrichshütte, Hattingen

P.S: Weitere Maßnahmen des Trittsteinkonzepts sind der Bau der Saarner Aue in Mülheim an der Ruhr und der Wengener Aue zwischen Witten und Wetter(Ruhr).

P.P.S.: Ein weiterer, ausführlicher Bericht findet auf Lokalkompass:Hattingen – „Renaturierung der Ruhr: Emotionale Info-Veranstaltung in der Hattinger Gebläsehalle

Brückenposse von Bochum

Die Schwimmbrücke in Bochum-Dahlhausen ist eine der Brückenbauwerke, die die Stadt Bochum nicht in den Griff bekommt. SPD und Grüne haben über Jahre zu wenig in den Erhalt von Straßen und Brücken investiert. Die Liste ist lang, wo lange gewartet werden musste und wird: Brücke am Lohring, Buselohstraße, von-Waldthausen … Und dann immer diese Schikanen! (Ein Beitrag von Sat.1 mit der CDU-Politikerin Walburga Isenmann aus Essen-Burgaltendorf.)

Ruhr-Schwimmbrücke wieder frei nach Sperrung

Eine Meldung aus Burgaltendorf:

Nachdem ein Gutachter die Schwimmbrücke in Augenschein genommen hat, wurde die Brücke wieder freigegeben werden. Es konnten glücklicherweise keine Beschädigungen festgestellt werden. Da die Brücke heute in den frühen Morgenstunden von einem 40 Tonnen LKW befahren wurde, war diese den ganzen Tag zur Überprüfung gesperrt.

Ruhr-Schwimmbrücke mit Brückenuntersichgerät
Ruhr-Schwimmbrücke mit Brückenuntersichgerät, Bild: Marin von der Gathen

Außer Schrammen an den Schikanen und zerquetschtem Asphaltbelag, der auf Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke_finalder Brückenzufahrt lag, scheint nichts Schlimmeres passiert zu sein. Strukturelle Schäden an der Brücke, eine weitere Beeinträchtigung der Statik der Brücke habe der Gutachter nicht feststellen können. Der 40 Tonner hatte die Brücke zweimal überquert, da er am Bochumer Ufer nicht weitergekommen war. Die Schäden waren glücklicherweise nicht der Rede wert.

Der Zustand der Brücke, die nur eingeschränkt nutzbar ist, ist unbefriedigend. Behelfsweise können zumindest PkW, die Brücke weiter nutzen. Dennoch muss es bei der Forderunn bleiben, dass die Brücker zügig erneuert wird. Dazu hatte sich einige CDU-Kommunalpolitiker heute – lange im Voraus verabredet – an der Schwimmbrücke getroffen. Hier der Link zu Ihrer Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke (PDF).

Brückenuntersichtgerät an der Ruhr-Schwimmbrücke
Spezialgeräte zur Untersuchung der Schwimmbrücke, Bild: Martin von der Gathen

Sperrung: 40-Tonner beschädigt Ruhr-Schwimmbrücke in Dahlhausen

In den Morgenstunden versuchte ein 40-Tonner die Ruhr-Schwimmbrücke im Dreieck Bochum-Dahlhausen, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Niederwenigner zu überqueren. Nach Aussagen von Anwohnern soll der vermutlich aus Serbien stammende Sattelzug die Brücke von Essen auskommend passiert haben. Dazu schob er die Schikanen beiseite, die eine Überqueren durch Lkw verhindern soll. Auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke kam er aber an den dortigen festen Einbauten zur Zugangsbeschränkung nicht weiter und versucht zunächst auch über das Gleisbett der S-Bahn-Linien zu wenden. Das Manöver soll zwei Stunden gedauert haben, wobei der Lkw schließlich die Brücke rückwärts nochmal überquerte. Die Brücke soll dabei Geräusche von sich gegeben haben.

Schwimmbrücke bis 2.8 tDie Brücke ist derzeit gesperrt. Mit Hilfe eines Brückeuntersichtgeräts (siehe Foto) soll die Brücke, die Schäden unter anderem an der Fahrbahn genommen hat, hinsichtlich weiterer statischer Defekte untersucht werden. Dann wird entschieden, ob die Brücke weiterhin für den Pkw-Verkehr eingeschränkt genutzt freigeben wird. Bis dahin dürfen nur Fußgänger passieren.
Die bereits defekte Brücke wurde zuletzt trotz Einschränkungen von rund 4.000 Fahrzeugen pro Tag passiert. Sie stellt eine der kürzesten Verbindungen zwischen dem Bochumer Süden und Essen dar. Die nächsten Ruhr-Überquerungen sich ca. 10 km bzw. 12 km Fahrweg entfernt.

Brückenuntersichtgerät auf dem anlieferenden Sattelschlepper
Brückenuntersichtgerät auf dem anlieferenden Sattelschlepper

Politiker aus Bochum, Essen und Hattingen vereinbaren gemeinsames Vorgehen

Hier versuchte der Sattelschlepper zu wenden!
Hier versuchte der Sattelschlepper zu wenden!
Am gleichen Tag (19.05.) waren um 12 Uhr an der Schwimmbrücke CDU-Kommunalpolitiker aus seit längerer Zeit schon verabredet, um ein weiteres gemeinsames Vorgehen über Stadtgrenzen hinweg zu vereinbaren.
Den Politikern für die anliegenden Ortsteile Burgaltendorf, Dahlhausen und Niederwenigern war wichtig zu betonen, dass sie zuerst die zügige Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung aller beteiligten Verwaltungen erwarten. Dann könne mit vereinter Stimmen auch nach Fördermöglichkeiten im Bestand gesucht werden. Die CDU-Politiker streben eine Sanierung an Ort und Stelle an. Einer größeren, verkehrsreicheren Lösung an der Stelle der jetzigen, defekten Brücke erteilten sie eine Absage – auch einer Lösung weiter flussaufwärts oder abwärts. Andere Lösungen seien aufgrund verkehrlicher Mehrbelastungen für die Bürger auf beiden Seiten der Ruhr nicht gewünscht und auch finanziell unrealistisch.

Gemeinsame Erklärung zur Schwimmbrücke

In der Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke vereinbarten die Politiker für diese Brücke in der Mitte der Metropole sich zukünftig gegenseitig zu informieren und ihr Vorgehen zu koordinieren, um ihre Verwaltungen gemeinsame in die gleiche Richtung zu bewegen.

Details zu politischen und verwaltungsseitigen Schwierigkeiten mit der Erneuerung der Ruhr-Schwimmbrücke finden sich auch im Beteitrag ‚Bochum, Essen, Hattingen und eine Brücke‘ vom 07.05.2014.

Bilder vom Manöver finden sich auf der Facebook-Seite von Burgaltendorf.

Ein erster und ausführlicher Zeitungsbereicht findet sich über DerWesten/Westfalenpost: „40-Tonner fuhr sich fest – Schwimmbrücke Dahlhausen gesperrt“.

Update: Nach Infos aus Burgaltendorf sollen die Gutachter keine Beschädigungen gefunden haben, die eine weitere Sperrung rechtfertigen. Die Brücke soll in Kürze wieder freigegeben werden.

Bochum, Essen, Hattingen und eine schwimmende Brücke

Schwimmbrücke im Städtedreieck Bochum-Dahlhausen, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Dumberg
Schwimmbrücke im Städtedreieck Bochum-Dahlhausen, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Dumberg
Für die Erneuerung der Schwimmbrücke zwischen Bochum, Essen und Hattingen ist kein Geld da. Viele Pendler nutzen die Brücke von Bochum nach Essen. Die auf einem Ponton ruhende Brücke verkürzt die Fahrzeiten über die Ruhr erheblich. Ist sie, wie leider oft, gesperrt, dann müssen Umwege über Hattingen-Mitte oder Essen-Steele gefahren werden. Viele Autofahrer meiden die Brücke bereits und es ist klar, dass bei einem Ausbau der Verbindung mit mehr als 10.000 Fahrzeugen pro Tag gerechnet werden muss. Aber ein Aus- oder Ersatzbau ist nicht in Sicht. Die betroffenen Städte und der Ennepe-Ruhr-Kreis bekommen das interkommunal nicht hin und auch die Finanzierung – untereinander oder mit Landesgeldern – steht nicht. Ein jahrelanges Trauerspiel in der Mitte der Metropole Ruhr.

Schild in Burgaltendorf
Weiträumig umfahren: Breiten und Gewichtsbeschränkung

Im Bau- und Verkehrsausschuss des Stadt Essen steht sie morgen wieder auf einer Tagesordnung (Drs. 617/2014). Die Essener Stadtverwaltung wird einen Bildervortrag abliefern und berichtet. Weshalb sollte sie mehr tun? Weder das Nord- noch das Südufer der Brücke über die Ruhr sind Essener Stadtgebiet. Ein Blick auf die Karte zeigt aber das Dilemma. Es sind gerade mal 700 bis 1.200 Meter von der Brücke bis zum Essener Stadtteil Burgaltendorf – je nachdem, ob Luftlinie herangezogen oder die Straße genommen wird, die entlang der Stadtgrenze läuft. Die Brücke ist eine direkte Verbindung nach Bochum für einen Ort, von dem aus in drei Himmelsrichtungen der Weg über die Ruhr führt.

Die Schwimmbrücke wurde nach dem zweiten Weltkrieg errichtet, zunächst provisorisch und dann in der heutigen Form. Sie ist eine technische Besonderheit, denn statt eines Mittelpfeilers lagert das Gewicht auf einem Schwimmkörper, dem Ponton. Ein Teil kann sogar ausgeschwenkt werden, um Schiffe passieren zu lassen. Eine Ruhrschleuse schließt sich unmittelbar an. Vor der Brücke liegt eine Eisenbahntrasse durchs Ruhrtal. Nur die Lewackerstraße trennt sie vom Hang. Es geht hier steil ins Ruhrtal hinunter. Nicht viel Platz für ein Bauwerk, dass den idealerweise den Bahndamm und die Ruhr gleichzeitig überbrücken sollte. Ein Verlegung der Brücke ist daher immer wieder im Gespräch. Allerdings würde das Verkehrsströme verändern oder auch die Beteiligten an der Brücke. Eigentümer der Brücke ist der Ennepe-Ruhr-Kreis, den Bau hat die seinerzeit reiche Stadt Bochum bezahlt, ebenso die Unterhaltung. Nutznießer eines Neubaus stromabwärts wäre auch die Stadt Essen, dann aber sicher auch an den Kosten beteiligt. Gegen eine Lösung stromaufwärts hat sich die Stadt Hattingen ausgesprochen (vgl. insgesamt Drs. Bo 20132463).

Für Busse gesperrt: Fahrgäste müssen zu Fuß über die Brücke

Nur eine Fahrspur, daher eine Ampelanlage
Nur eine Fahrspur, daher eine Ampelanlage
Für den Hattinger Stadtteil Dumberg hat die Anbindung nur bedingt Priorität. Die drei Kommunen finden nicht zueinander. Die Essener Ratsfrau Wallburga Isenburg (CDU) nennt das inzwischen eine „Posse“. Sie kommt aus Burgaltendorf und weiß um 12 bis 14 km Umweg, die gefahren werden muss. In Bochum-Dahlausen liegt der nächste S-Bahnhof für den Ort, aber die marode Brücke kann die Busse nicht der tragen. Die Busline wurde in einen Essener und einen Bochumer Teil geteilt. Die Passagiere müssen zwischen den Haltestellen beider Linien zu Fuß über die Brücke. Wenn sie nicht gerade wegen Hochwasser oder akuter Reparaturen gesperrt ist ….

Kein Geld für kommunale Straßen, kein Geld für Landesstraßen

Die Kommunen müssten sich auf eine Verteilung der Kosten einigen. Hilfreich wäre, wenn die Straße von einer Kreisstraße zu einer Landesstraße aufgestuft werden könnte. Dann – so das Kalkül – könnte das Land die Straße zumindest anteilig bezahlen. Das erwartet Verkehrsaufkommen einer neuen Brücke rechtfertigt das, aber es gibt bereits viele Landesstraßen in der Umgebung. Die Bauprogramme des Landes sind jedoch von der rot-grünen Landesregierung weiter reduziert worden. Die Programme sind völlig überzeichnet.

Auch bei der Bezuschussung kommunaler Straßen sieht es nicht besser aus. Mit Hinweis auf die Auseinandersetzungen mit dem Bund über die Nachfolge des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes ab 2020 werden keine Mittel mehr bewilligt. Landesverkehrsminister Michael Groschek MdL (SPD) hat von den dürftigen Resten des Programm noch einen Topf für ein Sonderprogramm bilden lassen. Dessen Titel lässt etwas hoffen, denn es geht um kommunale Großbrücken. Doch da sind viele marode, nicht nur im Dreistädteecke. Es wäre schon hilfreich, wenn die die Betroffenen sich gemeinsam ans Land wenden würden.

Schwimmbrücke im Dreieck Bochum-Essen-Hattingen

Wie ist der Deutsche Türkische Kulturverein ADÜTDF in Bochum Dahlhausen einzuordnen?

Dieser Text entstand als Antwort auf einen Text von Sebastian Hammer in meinem Facebook-Profil. Den Text von Hammer lehne ich ab,  da die Argumentation – höflich ausgedrückt – auf nicht vorgenommenen Differenzierungen, Verallgemeinerung und meines Erachtens Fehlinterpretationen beruht.  Er ist stellvertretender Vorsitzender der Jusos Bochum, der SPD-Jugendorganisation, und laut Angaben in seinem Facebook-Profil für die „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der IFAK e. V.“ verantwortlich.

Die „Deutsche Türkische Föderation“ (Almanya Türk Federasyonu – ATF) ist die deutsche Organisation der seit 1995 in Brüssel ansässigen Europäischen Konförderation der „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa e. V. (ADÜTDF – Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu). Der deutsche Verband ist bereits 1978 aus einem Zusammenschluss mehrerer türkischer Vereine hervorgegangen. (vgl. KAS 2002) Der Verband ist föderativ organisiert und hat in Deutschland ca. 150, Nordrhein-Westfalen ca. 70 örtliche Vereine. Bundesweit hat sich die Zahl der Mitglieder von einst 20.000 in den 1990er Jahren (2003: ca. 10.000) auf 7.000 reduziert, was auch durch einige Abspaltungen von neuen Verbänden bedingt ist.(Zahlen vgl. NRW 2009) Die Finanzierung erfolgt vor allem über Mitgliedsbeiträge. Die Mitglieder sehen ihre Aufgabe in der sozialen, kulturellen und ökonomischen Unterstützung ihrer Mitglieder sowie der Förderung von „Zusammenarbeit und Solidarität“ (ebd.). Konkretisieren kann sich dies zum Beispiel in Dienstleistungen für Bestattungen in Deutschland oder in der Türkei.

„Die ADÜTDF gilt als Auslandsorganisation der türkisch-nationalistischen MHP (Milliyetci Hareket Partisi/Partei der nationalistischen Bewegung). Diese propagiert die Ideologie der nationalen Einheit aller Turkvölker auf der Grundlage der türkischen Identität. Während sie vor Beginn der achtziger Jahren den Islam als etwas dem Türkentum Artfremdes betrachtete, vertritt sie heute die Türkisch-Islamische Synthese (Türk Islam Sentezi), eine Ideologie, in welcher islamische und ethnisch-nationale Elemente miteinander verknüpft werden. […] [E]ntsprechend halten die Idealistenvereine ihre Anhänger zum Moscheebesuch und zur Verrichtung des Freitagsgebetes an und organisieren Korankurse und Wallfahrten nach Mekka.“ (KAS 2002)

Die MHP war 1969 aus der „Republikanischen Bauern-Volkspartei“ hervorgegangen und eng mit den durch ihren Anführer bereits in den 1960er-Jahren gegründeten para-militärischen Kommandolagern, deren meist ideologisch und militärisch unterwiesene Jugendliche sich selbst als „Bozkurtcula“ – deutsch „Graue Wölfe“ – bezeichneten. Die Grauen Wölfe agierten in der Türkei gegen linke Bewegungen und kurdische Autonomie-Bestrebungen. Die auch gewaltsam ausgetragenen Konflikte politischer Gruppen in der Türkei führten zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen mit mehr als 5.000 Toten und schließlich zum dritten türkischen Militärputsch 1980, in dessen Folge alle Parteien – auch die MHP und die Grauen Wölfe – verboten wurden. Ziel war eine Neuordnung der türkischen Gesellschaft und des politischen Systems, was zahlreiche oppositionelle Türken in das europäische Exil trieb. Die MHP existiert unter diesem Namen wieder seit 1992 und war von 1998 bis 2002 an der türkischen Regierung beteiligt. Bei den Wahlen 2007 (14,3 % Stimmenanteil) tat sie sich durch Anti-EU-Rhetorik und Agitation gegen die PKK hervor. PKK ist die Abkürzung für die marxistische, kurdische Untergrundbewegung „Arbeiterpartei Kurdistans“, die von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten als terroristische Vereinigung eingestuft wird.

ADÜTDF, MHP, Graue Wölfe und viele weitere, in unterschiedlichem Maß nationalistische Gurppen – auch in Deutschland tätige Verein und Dachverbände – bezeichnen sich als Idealisten (Ülkücü-Bewegung). Der ideologische Hintergrund des Spektums türkischen, nationalistischen Ülkücü-Bewegung ist aufgrund rassistischer (passender wohl stark nationalistisch überzogener) und panturkistischer Elemente mit entsprechenden Ausgrenzungstendenzen kritisch zu bewerten. Eine Darstellung hierzu gibt der Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW 2004). Inwieweit dies jedoch auf den europäischen bzw. deutschen Zweig der Bewegung, bei vorhandener Anpassung an die westeuropäische bzw. deutsche Gesellschaft, zu übertragen ist, bleibt fraglich. Einer pauschalen Übertragung auf alle deutschen Vereine und Mitglieder fehlt die Grundlage.

Migranten bringen ihre politischen Einstellungen und Konflikte mit

Türkische Migranten zu unterschiedlichen Zeiten und aller politischen Richtungen haben die Konflikte untereinander mit nach Deutschland gebracht. Bis in die 1990er Jahren sollen para-militärische „Graue Wölfe“ in Deutschland politische Gewalt ausgeübt haben. Anhänger des Anführers der MHP in Deutschland und der Idealistenvereine wie in der ADÜTDF sollen darin immer wieder verstrickt gewesen sein, wie in das Erpressen von Spendengeldern von türkischen Gastarbeitern oder Messerstechereien. Berichterstattungen des Spiegel dazu stehen Dementi des ADÜTDF gegenüber. Der deutsche ADÜTDF hat vor Jahren Gewalt als Mittel zur Durchsetzung ihrer ideologischen Überzeugungen abgelehnt. Kritiker merken an, dass sich die Methoden geändert hätten, da die Anhänger inzwischen zu Wohlstand gelangt seien.
Auf eine von der Fraktion Die Linke, namentlich u. a. von der Bochumer Bundestagsabgeordneten Sevim Dağdelen gestellt Anfrage im Deutschen Bundestag nach der Beteiligung der ADÜTDF an Demonstrationen mit Flaschen- und Steinwürfen wurde seitens der Bundesregierung geantwortet, dass “kein organisatorischer oder personeller Bezug zur ADÜTDF festgestellt werden“ (BTAG 2008) konnte. Im Verfassungsschutzbericht des Bundes wird der ADÜTDF nicht aufgeführt, im Bericht des Verfassungsschutzes des Landes Nordrhein-Westfalen der den ADÜTDF präventiv beobachtet, heißt es: „Gewalttätige Aktionen, die sich früher meist gegen PKK-Anhänger gerichtet haben, sind seit einigen Jahren aus diesem Spektrum nicht mehr zu verzeichnen gewesen.“ [Hervorhebung durch den Autor] (NRW 2009, S.10)

Zulauf erhielten die ADÜTDF und andere türkisch-nationalistische Organisationen zuletzt nach den rechtsextremistisch, neonazistisch motivierten Gewalttaten (Brandanschläge) gegen Türken in Mölln und Solingen in der ersten Hälfte 1990er Jahren. Dahinter steht der durch die Anschläge ausgelöste Wunsch nach Stärke und Gegenwehr. Es gibt neben ausländischen – türkischen – Komponenten der Konflikte unter Migranten auch inländische Komponenten.

Die Arbeit der Idealistenvereine wird dann als schädlich – „integrationshemmend“ – angesehen, wenn sie zu einer Abwendung von der deutschen Gesellschaft, in eine Parallelwelt, führt. Die deutsche ADÜTDF vertritt auch eine stark türkeiorientierte Sichtweise, „spricht jedoch in Bezug auf ihre Klientel von westeuropäischen Türken“ und sieht sich als demokratische Organisation der gesellschaftlichen Mitte, die sich im Rahmen der Gesetze bewegt. Es ist offensichtlich eine Anpassung an die neue Heimat erfolgt. Der Dachverband fördert die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft und legt seinen Mitgliedern das Engagement in Ausländerbeiräten und kommunal Gremien nahe. (s./vgl.KAS 2002) Der Verfassungsschutzbericht NRW 2010 gibt zur ADÜTDF (Ülkücü-Bewegung) folgende Bewertung ab:

„Aufgrund der Vielfalt und auch der Vielzahl der hier [beim Verfassungsschutz] bekannten Internetauftritte liegt die Vermutung nahe, dass die Ülkücü-Bewegung mit ihren Positionen und Forderungen das Entstehen einer extremistischen, isolierten Jugendbewegung in Deutschland fördert. Insbesondere unter den türkischstämmigen Jugendlichen der zweiten und dritten Migrantengeneration gibt das Erstarken eines übersteigerten türkischen Nationalbewusstseins Anlass zur Sorge, da dies die Integration der Jugendlichen in die Lebens- und Gesellschaftsverhältnisse in Deutschland behindert. Ob die Beeinflussung der Jugendlichen allein durch das Internet oder auch in den Vereinen bzw. durch Mitschüler erfolgt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Zurückliegende Vorfälle an Kölner Schulen lassen vermuten, dass der Einfluss von Mitschülern nicht zu unterschätzen ist.“ (NRW 2009)

Eine Studie des Kreuzberger Zentrums für Demokratische Kultur, schließt daran mit folgender Feststellung an: „Andererseits ist es aber auch erforderlich (ZDK 2003), stärker in diese Einrichtungen hinein zu schauen, sich mit den dort organisierten MitgliederInnen kritisch auseinander zu setzen und vor allem die Jugendlichen nicht allein der Obhut der Vereinsvorstände zu überlassen.“ (ZDK 2003) Vor diesem Hintergrund müssen öffentliche Stigmatisierungen, die politisch aus dem Migrantenmilieu heraus motiviert sein können, mit Vorsicht betrachtet werden. Sie sind kontraproduktiv.

Der Deutsche Türkische Kulturverein in Dahlhausen an der Dr. C-Otto-Straße gehört diesem Verband an. Der Dahlhausener Verein wird wie der zur ADÜTDF gehörende Verein an der Rottstraße im Verfassungsschutzbericht des Landes NRW nicht genannt. Sie sind politisch bisher nicht in Erscheinung getreten. (vgl. auch RN 05.05.2011)

Zusammenfassung

Der Dachverband ADÜTDF ist mit türkischen-nationalistischen Organisationen verpartnert und mit der MHP auf eine Partei im türkischen Parlament bezogen. Konflikte zwischen rechten und linken türkischen Gruppen und innerhalb dieser sowie zur kurdischen Autonomie-Bewegung, insbesondere der PKK, sind mit den Migranten nach Deutschland gekommen. Diese Konflikte wie auch durch deutschen Extremismus geförderte Tendenzen zur Abschottung waren und sind schädlich für die Integration in Deutschland. Ihre Fortsetzung kann von der deutschen Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Noch weniger kann politische Gewalt gegen oder zwischen Gruppen toleriert werden.
Der Verein in Dahlhausen kann damit auch nicht in Verbindung gebracht werden. Der Umzug in die neuen Räume an der Dr. C.-Otto-Straße ist Anzeichen des vermehrten Wohlstands der zu einem großen Teil selbstständig tätigen 60 Mitglieder und ihrer Familienangehörigen. Dort wird im Sinne des ADÜTDF ehrenamtliche Arbeit zur Selbsthilfe der Mitglieder geleistet. Die derzeitige öffentlicher Stigmatisierung durch linksgerichtete Migrantenorganisationen und politische Organisationen erweist sich als schädlich, da sie eine Ausgrenzung bewirken und es dem Verein derzeit schwer fällt, zum Beispiel Deutschlehrer zu finden. Die Integrationsbemühungen des örtlichen Vereins im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe wirken gerade einer befürchteten Abkapselung entgegen, im Gegensatz wie die mit dem deutschen Rechtsstaat wenig verträgliche Forderung linker Gruppen, dass der Verein aus Dahlhausen verschwinden müsse.

Zur Symbolik

Der blau-graue Wolf war Namensgeber der para-militärischen Kommandos, die sich selber „Graue Wölfe“ nannten. Der graue Wolf entstammt der Türkischen Mythlogie, einer Gründungssage, die alle Turkvölker teilen und sie auf das Volk der Göktürken zurückführt. Diese hätten sich nach einem verloren Krieg für Generationen in ein fruchtbares Tal in den Bergen zurückgezogen. Das Volk habe das Tal und die Berge erst mit Hilfe der Wölfin Asena verlassen können. Der graue Wolf ist als Symbol nicht einer Organisation allein zuzurechnen.

Die MHP verwendet als Logo eine rote Fahne mit drei Halbmonden und geht auf die Kriegsflagge des osmanischen Reichs zurück, auf dessen positive Teile sich türkische Nationalisten beziehen.

Literatur

BTAG 2008	Bundestagsdrucksache Nr. 16/7682 vom 08.01.2008; Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dağdelen ,Wolfgang Neskovic und der Fraktion DIE LINKE (Drs. 16/7455)
KAS 2002	Türkische politische Organisationen in Deutschland , Sevket Kücükhüseyin; Konrad-Adenauer-Stfitung (Hrsg.); Zukunftsforum Politik Nr. 45; Sankt Augustin, August 2002
NRW 2004	Türkischer Nationalismus: ‚Graue Wölfe’ und ‚Ülkücü’ (Idealiste)-Bewegung, Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen 2004
NRW 2009 	Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2010,
Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen,  2010
NRW 2010	Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2010, Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, März 2011
Wikipedia DE
- Militärputsch in der Türkei 1980
- Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland
- Milliyetçi Hareket Partisi
ZDK 2003	Demokratiegefährdende Phänome in Kreuzberg und Möglichkeiten der
		Intervention - ein Problemaufriss, Eine Kommunalanalyse im Berliner Bezirk
		Friedrichshain-Kreuzberg Berlin, Februar 2003

Protest gegen „Graue Wölfe“ in BO-Dahlhausen ist ökonomisch motiviert

Türkische Fahne flattert im WindVorgeschichte
Seit vielen Jahren gibt es einen türkischen Verein in Bochum-Dahlhausen. Probleme gibt es nun, seit der Verein ein öffentlich sichtbareres, neues Domizil direkt am Kreisverkehr – quasi dem Ortskern – bezogen hat. Dabei gehen die neuen Probleme gar nicht von dem Verein aus, sondern von den Neidern.

Der Verein trägt sich allein, also ohne Unterstützung durch Steuergelder. Das neue Heim haben die Mitglieder in Eigenleistung prächtig ausgestattet. Da fallen gleich die teuren Kacheln auf und Toilettenräume, die ich mir privat für ein eigenes Häuschen wünschen würde. Und zu einer neuen Einrichtung gehören nicht nur der bekannte Billardtisch, sondern auch Flachbildschirme, DVD-Player, Beamer etc. Die Vereinsmitglieder, u. a. ehemalige, so genannte Gastarbeiter und auch heutige Ladenbesitzer, haben es zu etwas gebracht in Deutschland. Und diesen bescheidenen Wohlstand kann man in den Vereinsräumen sehen.

Jetzt sind diese neuen, größeren Räumlichkeiten sehr attraktiv – auch für Jugendliche und Kinder der Vereinsmitglieder und auch von Nicht-Vereinsmitgliedern. Das Verhältnis der Mengen zueinander kenne ich nicht, aber die, die nun dort ihre Zeit verbringen, standen bisher nicht auf der Straße, sondern wurden an anderer Stelle betreut, zum Beispiel durch die IFAK, einem linksgerichteten Bochumer Integrationsverein, der als erster Integrationsarbeit in Bochum leistete.

Die IFAK beschreibt zum Beispiel eine solche Aktivität im Stadteilzentrum Dahlhausen auf ihrer Internetseite:

„Von 13.00 bis 16.00 Uhr gibt es die Möglichkeit in attraktiven Räumlichkeiten unterschiedliche Freizeitangebote im Spiel, Sport und Kreativbereich in Anspruch zu nehmen.“

Ich habe den Eindruck, dass u. a. dieses Angebot nicht mehr hinreichend angenommen wird. Was soll’s, mag man meinen, aber wenn man in so einem Integrationsverein drinsteckt, hat  das weit reichende Konsequenzen für die eigene Arbeit. Was der eine Verein ehrenamtlich aufzieht, gewährleisten bei dem anderen Verein Mitarbeiter, finanziert überwiegend aus Steuergeldern. Auch die öffentlich geförderte, wenn nicht sogar voll finanzierte, Immobilie kann natürlich nur bescheidener daherkommen. Aber ohne Kinder und Jugendliche in der Betreuung ist der Grund der eigenen Arbeit und Existenz, ja der Jobs der Mitarbeiter, infrage gestellt. Und so wundert es mich nicht, wenn sich unterschiedliche Gruppen nun gegenseitig diffamieren. Damit meine ich Vorwürfe der folgenden Art: Die einen sind rechtsradikal, die anderen lassen Kinder Alkohol trinken. Die einen rechneten Teilnehmer an Deutschkursen gegenüber staatlichen Stellen ab, die gar nicht da seien, und die anderen seien als Menschenfischer für eine nationalistische Ideologie unterwegs … etc. pp.

Türk Federasyon oder „Graue Wölfe“
Der zentrale Vorwurf des konkurrierenden Vereins IFAK und des „Internationaler Kulturverein Regenbogen Bochum-Dahlhausen“ lautet, dass der Verein eine Organisation der „Grauen Wölfe“ sei und daher der deutschen Dachorganisation „Türk Federayson“ oder lang „Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu“ angehören. Und das ist so, wird nicht bestritten und ist klar und deutlich auf dem Schild über dem Eingang zu lesen.

Wer sind die „Türk Federasyon“, „Grauen Wölfe“ oder türkischen Idealisten? Das ist schwierig, komplex und facettenreich. Zur Beantwortung muss man sich mit den Gründen und Folgen des Militärputsches in der Türkei Anfang der 1980er Jahre befassen, der das vorherige – als gescheitert angesehene – politischen System mit seinen damaligen Parteien beseitigte. Dieses hatte sich durch einen starken, gewalttätig ausgetragenen Konflikt zwischen linken und rechten Gruppen bis hin zu politisch motivierten Morden ausge zeichnet. Die unterschiedlichen Gruppen türkischer Migranten zu verschiedenen Zeiten haben diese Konflikte mit nach Deutschland gebracht und in der Vergangenheit auch hier ausgetragen. Das scheint mir nun in neuer Weise zurückzukommen, wobei sich über die Jahrzehnte auch Wandlungen ergeben haben, so zum Beispiel eine Abkehr von politisch motivierter Gewalt und die Erkenntnis, dass Deutschland für die meisten zur Heimat geworden ist und man sich etwas erarbeitet hat.

Jetzt ließe sich der Türkische Verein auf diese nette Rolle ehemaliger Gastarbeiter (unzutreffend) reduzieren. Aber wodurch zeichnet sich der Dachverband aus, was ist das gemeinsame dieser Vereine, deren Dachverband betont, dass der die deutsche Variante bzw. Variante in Deutschland ist? Ich sehe da zwei Aspekte, die mir nicht so gefallen:

Nationalgefühl
Die Ideologie scheint mir auf einer Überhöhung des Türkentums – Panturkismus bzw. Turanismus – aufgebaut zu sein, die sich allerdings einer Anpassung an die Verhältnisse in Deutschland nicht entziehen konnte. Keiner wird den Anschluss Deutschlands an die Türkei fordern. Die Existenz von westeuropäischen Türken ist akzeptiert. Den Grad dieses Linkenn eher fremden Nationalgefühls kann ich nur schwer trennen vom von mir als typisch türkisch wahrgenommenen starken Nationalgefühl bzw. Patriotismus. Da gibt es sich erheblich unterscheidende Semantiken von politischen Begriffen und eine sehr extreme politische Sprache, ja eine andere politische Kultur. Ergänzt um die Sprachbarriere erschwert dies Außenstehenden ein Verständnis von Vorgängen und Positionen. Auffällig ist ein Bezug zur türkischen Mytholgie und so las ich auch von einer Beschreibung als türkisch-islamischer Synkrasie. Die Frage ist, wieviel türkischer Nationalismus darf oder kann sein. Die Menschen sind auch Träger dieser mit einer anderen Nation verbundenen Identität. Allerdings zeigt mir Lektüre zum Dachverband auch, dass die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft und Engagement in der Kommunalpolitik ausdrücklich erwünscht wird.

Integrationshemmend
Ist das vermittelte Nationalgefühl übersteigert, dann ist dies integrationshemmend, denn es führt in eine Parallelgesellschaft. Eine leider schon recht alte Broschüre (2002) der Konrad-Adenauer-Stiftung zu türkischen, politischen Organisationen zieht folgendes Fazit:

Die ADÜTDF ist bemüht, in der deutschen Öffentlichkeit als demokratischeVereinigung der politischen Mitte wahrgenommen zu werden und betont ausdrücklich, sich im gesetzlichen Rahmen der Bundesrepublik Deutschland zu bewegen. Dies hängt unmittelbar mit der aktuellen [Anm.: damaligen] Regierungsbeteiligung der MHP zusammen. Unter dem Firnis zur Schau getragener demokratischer Gesinnung befinden sich jedoch weiterhin stark ethno- und kulturzentristische Vorstellungen

Allgemein muss die Haltung der ADÜTDF als integrationshemmend bewertet
werden.

Ich habe aber auch wahrgenommen, dass der Dahlhausener Verein nach einem Deutschlehrer suchte. Das ist für die Mehrung des eigenen Wohlstands in der neuen Heimat Deutschland auch erforderlich. Allerdings kapselt sich der Dahlhauser Verein eher ab. Das mag an Vorgaben des Dachverbands u..a. zur Öffentlichkeitsarbeit liegen, aber auch eine Reaktion auf Angriffe sein. Man will eher seine Ruhe haben und privat bleiben. Von meinem Besuch vor Monaten weiß ich, dass die Angriffe und Berichterstattung betroffen machen und sich die Frage stellt: wie damit umgehen? Die vorhandene Abkehr vom öffentlichen Leben in dieser verfahrenen Situation ist auch integrationshemmend. Ich wünschte mir, der Verein würde sich an bürgerschaftlichen Aktivitäten beteiligen. Bei dem Besuch mit CDU-Kollegen vor ein paar Monaten haben wir denen das auch so gesagt. Man kann übrigens einfach ohne Anmeldung durch die Tür des Vereinslokals laufen und wird herzlich begrüßt.

Menschenfänger?
Der Vorwurf rührt daher, dass die gute Ausstattung der neuen Vereinsräume dem Ziel diene, Kinder und Jugendliche für die eigenen Wertvorstellungen zu gewinnen. Dies hängt von der Beurteilung der Ideologie des Vereins durch die Gegener ab, wobei der Dahlhausener Verein politische nicht auffällig ist, was die Ruhrnachrichten nicht einem Bericht am 5.5.2011 auch feststellten. Den Dachverband, der auch dem Charakter eines ADAC nach Anbieter von Dienstleistungen zum Beispiel für Beerdigungen ist, mag ich da nicht beurteilen. Ich müsste mir dazu mal so ein Deutschlandtreffen der Deutschen Türkischen Föderation anschauen, aber das werde ich kaum tun. Die, die da mit dem Finger zeigen, sind übrigens auch nicht ideologiefrei tätig.

Bei meinem Besuch dort habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Vereinsmitglieder hier voll stolz einiges zusammen getragen, um einfach ihren Verein und ihr Vereinsheim, indem sie viel Zeit verbringen, schön zu machen. Ich gehöre auch einem „Ideologieverein“ an, für den monatlich mehr als 100 € verwendet werden. Das soll Probleme mit einem eventuell übersteigerten Nationalgefühl nicht relativieren, aber auch den Gemeinschaftsaspekt hervorheben. Im Wertesystem der CDU wird hier – nach der katholischen Soziallehre – Subsidarität gelebt. Der Sympathie dafür kann ich mich nicht entziehen: Da haben sich Menschen in ähnlicher Lebenslage, mit ähnlichen Lebensläufen und ähnlicher Herkunft zusammengeschlossen, damit es ihnen besser geht und um sich gegenseitig zu helfen. Und das auch noch ohne Staat und Steuergelder! In dieser Form sieht man das gern.

Leider ist es aber so, dass der Erfolg Verlierer erzeugt und Neider mit sich bringt. Und darin sehe ich die Ursache des künstlichen Aufruhrs in Dahlhausen. Als die Deutsche Türkische Förderation in Dahlhausen noch in alten, schäbigen Räumen war, hat die Ideologie für keinen Aufruhr gesorgt. Das ist jetzt anders. Und das ist mein Vorwurf an die Urheber des Protestes: Es geht hier ums Geld! Der Rest ist geheuchelt. Hier wird nur ausgegrenzt, der Versuch der Integration ist nicht zu erkennen. Man beachte übrigens die Erstunterzeichner: Die versammelte Bochumer Linksszene.

Warum Politik sich damit befasst?
Ich befasse mich auch mit den Vorgängen in Dahlhausen, weil mir diese linke Heuchelei auf den Keks geht. Aber es gibt auch zwei weitere Gründe:

Das Entstehen einer Parallelgesellschaft ist nicht im gesellschaftlichen Interesse. Das einst von den grünen verfolgte Multi-Kulti-Konzept, jeder schön für sich, ist tot. Man muss auf die Deutsche Türkische Föderation weiter zugehen, damit sie sich nicht abkapselt.

Die Ausgrenzung durch die linksorientierte Vereine wie die IFAK, einem Netzwerk linker und grüner Funktionäre verstärkt den Rückzug in eine solche Parallelwelt, zumindest für den privaten Lebensteil. Ich habe in Dahlhausen mit einem Obsthändler und einem Fliesenleger gesprochen, die sich in ihrem Beruf der Gesamtgellschaft kaum entziehen werden können. Was die IFAK aber da gerade initiiert, ist auch integrationshemmend. Offentsichtlich kann man dort nicht akzeptieren, dass auch anderswo gearbeitet werden muss und wird.

Wofür ich stehe
Da ich mich auf einen Hagel an Kritik und Beschimpfungen aus der linksextremen Ecke freue, hier auch gleich meine politischen Forderungen zum Thema:

  • Konflikte aus anderen Ländern – und sogar Zeiten – haben in Deutschland nichts verloren! Links- wie rechtsorientierte Gruppen türkischer Migranten müssen sich von den Konflikten in ihrem Heimatland lösen. Deutschland ist nicht Vorfeld oder Urlaubsland für Konflikte und „Kämpfer“ aus anderen Ländern. Alles andere ist integrationsschädlich, da es das Zusammenleben stört.
  • Vereine zur Selbsthilfe sind mir lieber als auf dauerhafte Alimentierung mit Steuergeldern angewiesen Sozialarbeiternetzwerke. – Pluralität muss es auch in der Integrationsarbeit geben.
  • Migranten sind Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und tragen diese mit sich. Das Ausleben einer auch türkischen Identität muss möglich sein.  Für übersteigerte Nationalgefühle gilt das nicht, wenn sie das friedliche Zusammenleben gefährden. Das wäre integrationshemmend und auch ansonsten eine Verirrung des Denkens.
  • An der Diffamierung von Personen und Vereinen, die sich allein gegen ihren Erfolg  und ihre Leistungen wendete, beteiligte mich nicht. Leider geschieht dies jetzt in Dahlhausen, wo sich die Deutsche Türkische Föderation ein neues Vereinsheim geschaffen hat. Der Protest dagegen ist unglaubwürdig, denn die Initiatoren müssen sich fragen, warum sie erst jetzt aktiv werden. Für mich ist die Antwort salopp formuliert klar: Weil es an den eigenen Geldbeutel zu gehen scheint.

Eine Lösung der Frontstellung in Dahlhausen zwischen den Vereinen kann ich mir vorstellen, aber das ist schwer zu moderieren. Da wird leider noch Zeit vergehen. Insgesamt sollte alle stärker differenzieren.


Vertiefende Linkliste

Aufruf zu „Rote Karte für Graue Wölfe“ auf der Internetseite des Bochumer „Forums für Antirassismus und Kultur“ oder alternativ BO-Alternativ

Türkische, politische Organisationen in Deutschland – Broschüre der Konrad-Adenauer-Stiftung aus 2002.

Zwei Wikipedia-Artikel
zu „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland

zu „Militärputsch in der Türkei 1980

 


Bild: „Hereingeflattert“ von schiffner / photocase.com