Schlagwort-Archive: Deutsche Bahn

RE 11 zu spät, zu kurz oder ganz ausgefallen

3 bis 4,5 Minuten durchschnittlicher Verspätung, 14 % der Züge mit weniger (nur 1) Wagen und 4 % ganz ausgefallene Züge… Die Misere der Deutschen Bahn in Ruhr.

Jetzt ist es amtlich! Der RegionalExpress 11 (RE 11) zwischen Duisburg und Hamm, manchmal auch bis Kassel-Wilhelmshöhe hat arge Probleme. Häufig kommt der RE11 zu spät, er verfügt nicht über alle Wagen oder fällt ganz aus. Im jüngst veröffentlichten „Qualitätsbericht SPNV 2017“ des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) heißt es:

Häufig fuhren die Züge der Linien RE 6 und RE 11 allerdings nicht mit den vertraglich vorgeschriebenen Sitzplatzkapazitäten, weil Fahrzeuge fehlten.
[…]
Der RE 11 ist im Vergleich zum Vorjahr doppelt so spät: Im Schnitt sind es nun über dreieinhalb Minuten.
[…]
Beim RE 11 ist die Lage hingegen grundlegend anders. Hier fehlt bei einer Abweichung in der Zugbildung in der Regel gleich die Hälfte der Sitzplätze, weil der Zug dann nur mit einem ET 425 unterwegs ist, obwohl der VRR eine Doppeltraktion bestellt hat.

Bei anderen Linien, zum Beispiel RE 6, sieht’s nicht besser aus


An dieser Stelle mache ich kenntlich, dass der VRR für das Jahr 2017 unterschiedliche Zahlen zu Verspätungen veröffentlicht hat. Die zur Pressemitteilung am 28.02.2018 veröffentlichten Verspätungszahlen weichen von denen im Qualitätsbericht, der am 08.03.2018 schriftlich vorgelegt wurde ab. Beim RE 11 sind 4,75 Minuten durchschnittliche Verspätung gegenüber knapp unter 3 Minuten.

BYKE – Innovative Konkurrenz für metropolradruhr

Neue Systeme zur Ausleihe von Fahrrädern kommen in die Städte:

  • Neben metropolradruhr, gibt es in Essen jetzt BYKE, in Oberhausen LIDL-Bike
  • Die neuen Systeme arbeiten stationslos; die Ausleihtechnik steckt im Rad.
  • BYKE erfordert die Nutzung einer App in einem Smartphone mit Bluetooth. Die Ausleihe und Rückgabe ist sekundenschnell und einfach einfach möglich.
  • Die Rückgabe ist bequem ‚überall‘ möglich, aber der Kunde ist für den Abstellort am Ende der Fahrt verantwortlich.

Das metropolradruhr hat ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen. BYKE hat in Essen jetzt auch Räder aufgestellt. Und dieses Fahrradverleihsystem funktioniert anders: es ist stationslos.

BYKE und Nextbike im Vergleich

Das Modell von nextbike, dem Betreiber von metropolradruhr, besteht aus Stationen, an denen Räder selber ausgeliehen und zurückgegeben werden. Das läuft in Ruhr seit 6 Jahren so. Über die Stationsnummer weiß ein Computersystem, an welcher Station – also wo – das Fahrrad gerade steht. Per Telefon, SMS und dann auch APP werden Zugangscodes für Zahlenschlösser ausgetauscht.

BYKE setzt hingegen hohe Anforderungen an die Technik des Kunden. Es muss schon ein Smartphone sein, denn über die App und die Bluetooth-Verbindung wird das Schloss des Rades geöffnet. Und natürlich benötigt die App eine Internetverbindung, um GPS-Standort zu melden und Buchungsvorgänge zu beginnen. Sind die Voraussetzungen erfüllt, dann klappt das schneller und weniger aufwändig als mit Nextbike. Hier macht sich eine echte Innivation bemerkbar: Den QR-Code scannen und alles läuft.
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DB Reisezentrum Bochum bietet den schlechtesten Service im VRR-Gebiet

„Die Deutsche Bahn bietet im Reisezentrum am Bochumer Hauptbahnhof den schlechtesten Service im gesamten Gebiet des Verkehrsverbunds. Und das trotz Zusagen vor einem Jahr, das Verbesserungen erfolgen würden“, stellt Ratsmitglied Dirk Schmidt (CDU) enttäuscht anlässlich der Vorlage des Qualitätsbericht 2015 des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr fest. Hatte das DB-Reisezentrum im Vorjahr auf einem schlechten Rang 29 gelegen, so ist es inzwischen auf den letzten Platz abgerutscht. „Das mit dem Aufrufsystem hat nicht funktioniert, die durchschnittliche Wartzeit hat sich gegenüber dem Vorjahr um 10 Minuten verlängert!“ ergänzt der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion.
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Graffiti und Müll – Bahnhof Bochum-Hamme braucht Pflege

Von der Dorstener Straße aus ist der Bahnhof Bochum-Hamme fast unscheinbar. Hier befindet sich einer der beiden Zugänge zu dem einen Bahnsteig, an dem der Zug zwischen Bochum und Herne hält. Es ist keine schöne Ecke hier in Hamme. Das Brückenlager der Unterführung und die Schallschutzwände am Gleis sind mit Graffiti beschmiert. Grünflächen im Zugangsbereich müssten von Müll befreit werden und die ungenutzten Fahrradständer wären auch mal zu säubern. Ein Anstrich täte der Umhausung für die Fahrräder gut. Offenbar wurde sich lange nicht mehr um den Zugangsbereich gekümmert. Das Wartehäuschen auf dem Bahnsteig wurde jedoch von Graffiti befreit.

Gerade die Stadtverwaltung ist gefordert, die Umgebung der Zugänge, der Brückenlager und Stellplätze zu säubern.
Der Zustand der Bochum S-Bahn-Haltepunkte belegt erhebliche Versäumnisse seitens der Stadtverwaltung. Geld für die Graffiti-Beseitigung wurde nicht mehr in die Hand genommen. Allerdings könnte auch die Deutsche Bahn hier und da tätig werden. Im Konzern sind die Zuständigkeiten geteilt. Während DB Station&Service sich zum Beispiel ums Wartehäuschen kümmert, sieht es bei den Schallschutzwänden in der Umgebung schlimm aus.

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Hohe Servicedefizite am Bochumer Hauptbahnhof

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat vergangene Woche den jährlich erscheinenden Qualitätsbericht zum Schienenverkehr vorgelegt. Der VRR vegleicht darin die Entwicklung der Qualität der von Eisenbahnverkehrsunternehmen erbrachten Leistungen, zum Beispiel von Deutsche Bahn Regio und Abellio. Kundenbefragungen und Testkäufer bewerten auch Wartezeiten und Fachkompetenz in den 32 DB-Vertriebsstellen. Der Hauptbahnhof in Bochum hat sich dabei von Platz 12 auf Platz 29 verschlechtert. Nur 68 % der erfolgten Beratungsgespräche lieferten hier beim Test im Herbst 2014 korrekte Antworten.

„Grob betrachtet erhalten die Bochumer Bürger nur unterdurchschnittliche Leistungen von der Deutschen Bahn“, fast Dirk Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion Bochum, die auf Bochum bezogenen Ergebnisse zusammen. „Allein für den Service auf der RB 40 von Essen nach Hagen wurde ein überdurchshnittlicher Service festgestellt. Diese Linie wird von Abellio betrieben.“ Hingegen hielten an Bochum Hbf mit RE 1, RE 11 und S 1 gerade Linien, die zum Beispiel mit Sauberkeit Funktionalität der Toiletten und Punktlichkeit Probleme hätten.

„Der Bochumer Hauptbahnhof wird vom VRR zur Kategorie A mit großen und bedeutsamen Bahnhöfen gezählt. Die ermittelten Werte zeigen hierfür nicht angemessenen Rückgang der Servicequalität. Alarmierend ist, dass fast ein Drittel aller Antworten in Beratungsgesprächen vom VRR als falsch bewertete wurden. Hier ist die Deutsche Bahn gefordert schnellstens etwas zu tun. Das Vorbild sollte Hagen sein. Hier waren alles Beratungsgespräche zu 100% richtig.“

Abschließend verweist Dirk Schmidt aber noch auf etwas Positives. Laut kürzlich veröffentlichtem Stationsbericht hat der Hauptbahnhof in Bochum kein Graffiti-Problem.
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Gleisarbeiten an der S1 in Höntrop im Sommer 2015

Teilweise mit Baulärm, aber auch mit sehr ruhigen Zeit ohne Zuglärm können die Bürger in Wattenscheid-Höntrop im Sommer rechnen. Die Deutsche Bahn will zwischen den Bahnhöfen Bochum und Essen-Steele Ost 20.000 Schwellen und 42.000 Tonnen Schotter austauschen. Es handelt sich um die Strecke für die sich Anwohner derzeit für mehr Lärmschutz einsetzen. Anlass sind zusätzliche Züge nach Inbetriebnahme des Rhein-Ruhr-Expresses auf der anderen Strecken über den Bahnhof Wattenscheid.

Für Reisende aus Höntrop und Bochum-Ehrenfeld werden die Bauarbeiten aber eine echte Belastung. Die zweitweise Sperrung der Strecke wird einen umständlichen Schienenersatzverkehr mit Bussen erforderlich machen. Das wird die Fahrtzeiten auf der Strecke deutlich verlängern. Einige Höntroper können auf andere Linien, insbesondere die Straßenbahn 310 ausweichen.

Der zentral in der Siedlung Höntrop gelegene Bahnhof ist Station für viele Pendler zur Arbeit, aber auch für viel Schüler. Diese wollen zu den nicht weit vom Bahnhof liegenden Schulen oder steigen hier zum Schulzentrum in Westenfeld und den Berufsschulen in Wattenscheid um. Durch die Verlagerung der Bauzeiten in den Sommer werden daher Probleme für diese Pendler reduziert.
Die Bahnlinie, über die die S1 führt, teilt Höntrop in einen Nord- und einen Südteil
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Fail! VRR und Bahn AG: Installiertes, elektronisches Ticket-System abgeschaltet

Touchpoint-RFID-Tag mit Daumen nach unten
Fail: Touchpoint der Deutschen Bahn (hier in Wetter)
Die Reste des Kulturhauptstadtprojektes Ruhr.2010 im Bereich des Nahverkehrs können an den Bahnhöfen und DB-Haltepunkten der Metropole Ruhr besichtigt werden. Im Rahmen eines Probebetriebes konnte von sämtlichen Bahn-Haltepunkten aus per Handy eine elektronische Fahrkarte gelöst werden – Touch & Travel hieß das. Der Probebetrieb im Jahr der Kulturhauptstadt lief so erfolgreich, dass das System bundesweit eingeführt wird, aber nur an ICE-, IC- und EC- Haltepunkte bzw. dort, wo Verkehrsverbünde und Deutsche Bahn kooperieren. In der Metropole Ruhr, wo der Probebetrieb erfolgreich lief, findet diese Kooperation nicht statt. Die sogenannten Touchpoints, blaue Schilder mit RFID-Tags (siehe Bild) etc., finden sich auch an Haltepunkten, an denen kein DB-Fernverkehr hält. Wird der Touchpoint genutzt, zum Beispiel seine Nummer in die App auf dem Mobiltelefon eingegeben, dann erscheint eine Fehlermeldung. Denn der Punkt ist dem System unbekannt. Auf Nachfrage teilte mir die Hotline, deren Nummer auf jedem Touchpoint aufgedruckt mit, dass dieser Touchpoint noch nicht abgebauter Rest des Pilotbetriebs sei. Es ging mal an der Ruhr, jetzt nicht mehr. In Berlin lässt sich an jedem U- und S-Bahnhaltepunkt eine Fahrt so lösen und beenden.

Nicht zu unterscheiden: Funktionierender Touchpoint am DB-Reisezentrum Bochum Hbf
Nicht zu unterscheiden: Funktionierender Touchpoint am DB-Reisezentrum Bochum Hbf
Für die „Metropole“ Ruhr ist das unbefriedigend. So kann ich zwar per Touch & Travel, wie das Angebot der Deutschen Bahn heißt, von Bochum nach Hagen fahren, denn beides sind IC-Haltepunkte. Hingegen kann ich nicht von Wattenscheid nach Wetter fahren. Beide Bahnhöfe sind mit Touchpoints ausgerüstet, doch es ist ein potemkinsches Angebot. Es geht nicht. Mehr noch! Eigentlich könnte es sogar für den örtlichen Nahverkehr nutzbar sein, so wie es in Berlin der Fall ist. Im Pilotbetrieb hieß es dazu in der WAZ am 01.09.2009:

Touch & Travel werde so umgesetzt, dass auch der Übergang auf andere Verkehrsmittel – beispielsweise vom ICE auf den Bus oder umgekehrt – möglich sei, versichert die DB. Das erspare den Ticketkauf auch beim Umstieg auf andere Verkehrsmittel. Auch seien keine Kenntnisse über Tarifgrenzen mehr erforderlich. Touch & Travel benötige keine aufwändige und teure Infrastruktur an den Haltestellen und Bahnhöfen, da die Datenübertragung zum Hintergrundsystem über das Mobilfunknetz stattfinde.

Streit um technisches System: Per Mobiltelefon bezahlen oder per Chipkarte
An wem liegt es nun, dass das Bahnfahren ohne Fahrkartenkauf in der Metropole Ruhr nicht mehr möglich bzw. nur sehr eingeschränkt möglich ist? Liegt es an der Deutschen Bahn, die die Touchpoints nicht wieder abgebaut hat? Oder liegt es am VRR? Beide sind in meinen Augen Schuld, sie kommen nicht zueinander. Ein Nachfrage bei Verantwortlichen des Verkehrsverbunds Rhein Ruhr (VRR) brachte mir die Antwort, dass der VRR ein anderes System bevorzuge, keines das an ein Mobiltelefon und die Ortung gebunden sein. Der VRR favorisiert ein NRW-weit einheitliches Modell, dessen Pilotbetrieb er realisieren will. Dabei soll eine Chipkarte (darauf der RFID-Chip) zum Einsatz kommen, die an ein Online-Vertriebs-Tool aller Nahverkehrsgesellschaften mit einem System namens EFM3 andockt. Die Vereinheitlichung aller Standards und Verfahren ist das Ziel und dürfte bis 2017/19 dauern. Dafür kann man dann losfahren und muss sich nicht um Tarife kümmern in NRW – so der Plan, wenn alle mitmachen. ‚Touch & Travel‘ wäre sofort verfügbar, wenn denn der VRR mit der Bahn kooperieren würde. Und daher gilt die Weisheit: Das Bessere (=VRR) ist der Feind des Guten (=Bahn). Ergebnis: Fail! Lässt sich denn nicht beides realisieren? Das seine sofort, das andere später? Ich könnte am Bahnhof Wetter meine Fahrkarte per Handy lösen und in Berlin-Zehlendorf aussteigen. Das wäre nicht einmal auf NRW beschränkt!

Behelfen muss ich mich mit einem separaten Handyticket-System für Mobiltelefone in der losfahrenden und ankommenden Stadt, sofern ich Fernverkehrszüge nutze, die an Fernverkehrhaltepunkten (=großen Bahnhöfen) halten. Die polyzentrale Struktur der Metropole Ruhr, die sich auch in einem sternförmigen Nahverkehrsnetz mit Hauptbahnhöfen als Mittelpunkten niederschlägt, wird bis auf weiteres mit den Methoden der interkonnektiven Welt konserviert.Es ist die übliche Tragödie des alten Ruhrgebiets.

Kommunalpolitker aller Kommunen, ja Regionalpolitiker, vereinigt Euch. Schiebt das Thema mit Anträgen, Anfragen und Resolutionen an. Lasst Euch dazu berichten. Das Thema ist ja noch nicht einmal hinreichend als Missstand bekannt. Ich will mal sehen, wo ich das einbringen kann. Fortsetzung folgt …

Potemkinsches Angebot: Touchpoint am Bahnhof Wetter (Ruhr)
Potemkinsches Angebot: Touchpoint am Bahnhof Wetter (Ruhr)

Die unzuverlässigen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn

Die Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn AG. Eine nicht enden wollende Geschichte der Defekte. Heute stand ich wieder vor einem diesern blau-rot-silbernen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn. Ich war am Kölner Hauptbahnhof angekommen und sah, dass in 6 Minuten ein pünktlicher ICE nach Essen fährt. Es waren sogar Automaten frei. Also tippte ich Schritt für Schritt die Angaben hinein. Ich hatte Zeit meine Bahnbonuspunkte zu sammeln und wollte dann zahlen. Die Maschine akzeptierte meine EC-Karte scheinbar und die Eingabe der vierstelligen PIN stand als letzte Hürde vor mir. Ich scheiterte. Die Anzeige über dem Ziffernblock teilte mir im Widerspruch zum Bildschirm mit, dass dieser Vorgang nicht möglich sei. An weiteren Automaten musste ich jetzt anstehen. Der Zug wurde nicht mehr angezeigt, als ich an der Reihe war. Ich verpasste ihn. Die nächste und langsamere Verbindung war erst mehr als eine halbe Stunde später. Für den Weg nach Essen benötigte ich 50 Minuten länger. So kenne ich die Deutsche Bahn: eine Geschichte der Enttäuschungen.

Welchen Bahnhof hätten’s denn gern?

Fahrkartenautomaten im Kölner Hauptbahnhof

Ich müsste es eigentlich besser wissen. Ich will mich aber einfach nicht an den miesen Automatenservice gewöhnen. Am Vortag war ich erst nach Wesseling gefahren. Am Wesselinger Hauptbahnhof hält nur die Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Dennoch kannte der Fahrkartenautomat am Essener Hauptbahnhof ‚Wesseling‘. Er bot mir gefühlte 30 Ausstiegsbahnhöfe an. Ein Anruf im Büro half mir, mich für ‚Köln Hbf‘ und die Stadtbahn zu entscheiden. Allerdings bekam ich nicht den Zug gebucht, den ich laut Fahrplan nehmen wollte. Der Automat wollte mich unbedingt per Regionalbahn schicken. Also musste ich dann doch ins Reisezentrum, Schlange stehen, mit dem Automatenbetreuer sprechen, um dann schließlich eine Fahrkarte nur nach Köln zu buchen. Dort sollte ich dann separat eine Fahrkarte für die Stadtbahn kaufen. Doch es kam anders: Der Automat bot mir NRWPlus an für Köln an. Ich verstand, dass ich damit den Nahverkehr in Köln nutzen dürfe, wozu Wessling leider nicht mehr gehört. Der Automatenbetreuer erklärte mir, dass das jedoch keine Rolle spiele, da Köln Hbf der nächste Bahnhof sei. Vertrauend auf diese geographischen Kenntnisse kaufte ich erfolgreich eine Fahrkarte. Bis Wesseling wurde ich nicht kontrolliert.

So schlimm ist die Geschichte nicht. In Kamen und in Wattenscheid gab’s neulich überhaupt keine Fahrkarten. Die Servicetelefonnummer für defekte Automaten werde ich beim nächsten Anruf in die Kurzwahlliste meines Telefons übernehmen.

Das Tarifsystem müsste einfacher, die Fahrwegeermittlung noch komfortabler. Aber neben der Software müsste die Maschine auch in den Hardwarekomponenten besser werden. Keine Papierschnipsel mehr, keine versagenden Kartenleser, keine nicht funktioniernden Geldscheinerkenner, keine defekten Telefonmodule für die EC-Kartenbezahlung und so weiter. Mit meinem Telefon funktioniert „Touchpoint“ (Kontaktpunkt für Tickets per Handy) leider nicht. Aber statt eines völligen Umstiegs auf ein anderes System, dass die Hardware zum Kunden verlagert, erwarte ich zuverlässigere, bedienerfreundliche Automaten. Die Komponentensammlung der Deutschen Bahn ist davon noch entfernt. Zuverlässig sind die erst, wenn ich mich auf die verlassen kann, wenn sie meine Erwartungen erfüllen.

Der graue Bildschirm eines defekten oder abgestürzten Fahrkartenautomatens der Deutschen Bahn AG reiht sich in die blauen Bildschirme einiger Windows-Betriebssystemversionen der 1990er ein: Guru!

Zurück in Wattenscheid geht’s so weiter …
Am Donnerstagmorgen habe ich genügend Zeit, denn der RegionalExpress hat Verspätung. Ich hätte gerne ein Tagesticket für 11,60 €. Aber bei der angebotenen EC-Zahlung heißt es dann am Ziffernblock: Vorgang nicht möglich. Ein zweiter Versuch scheitert ebenfalls. Banknoten nimmt der Automat nur bis 10 € an. Ich kann nur 4,90 € zusammenstückeln. Bei insgesamt 3 Fahrten heute wird das also teurer als ein Tagesticket.

Bahnhof Wattenscheid für 1,5 Mio. € – wer kauft?

Letzte Woche sprach ich mit einem der „Gewerbetreibenden“ am Bahnhof Wattenscheid, der Post bekommen hatte. Das bestätigte mir Infos zum angestrebten Verkauf des Bahnhofsgebäudes in Wattenscheid. Die Bahn will danach 1,5 Mio. € für das Gebäude haben, hieß es. Ein Gebäude, das ziemlich heruntergekommen sein soll. Und das sagte jemand, der auch schon einmal nicht öffentlich zugängliche Bereiche näher gesehen hat. Und so stellt sich die Frage, wer soll einen Bahnhof für die Summe kaufen, wenn dann weitere Renovierungen notwendig sind. Will die Bahn eine entsprechend hohe Miete an den zukünftigen Eigentümer zahlen?

Eingerüsteter Bahnhof Wattenscheid
Bahnhof Wattenscheid mit Gerüst für die Arbeiten der Meisterschüler der Gebäudereinigung Wattenscheid

Meisterschüler reinigen Fassade
Mein Blick auf den eingerüsteten Bau ließ auch gleich den Verdacht aufgekommen, dass der jetzige Eigentümer das Gebäude aufhübschen will. Die ersehnte Uhr ist eine Weile da. Allerdings ist es nicht die abhanden gekommene Uhr mit großen Zeigeren; die wird vermutlich bei den verloren gegangenen Eingangstüren liegen. Ironie Ende. Jetzt wird die Fassade gemacht. Allerdings besagen ein paar Hinweisschilder, dass hier die Meisterschüler der Gebäudereiniger Innung Dortmund am Werk sind – mit freundlicher UNterstützung „von DB Station & Services AG und DB Services GmbH“. Ist das eine besonders kostengünstige Form der Renovierung oder eine nette „pro bono“-Aktivität zur rechten Zeit. Zufall?

Kein Aufzug
Eines wird einem zukünftigen Eigentümer sicher fehlen: Die Barrierefreiheit, insbesondere ein Aufzug. Der Aufzugschacht ist da, aber leider zugemauert. Die aufgerufen 340.000 € kommen mir sehr hoch vor (siehe Beitrag auf lokalkompass.de vom 23.08.2012: „Einmal mehr Ärgernis, Bahnhof Wattenscheid„). Der Bahnhof war beim letzten Bahnhofssanierungsprogramm nicht berücksichtigt worden. Ich hoffe auf ein weiteres. Möge der Landtag NRW mal dies in Angriff nehmen, sobald das laufende Programm zu Ende geht.
Für die Barrierfreiheit werden auch Eingriffe in städtische Grundstücke notwendig sein. So einfach ist die Eigentümerfrage rund um den Bahnhof gar nicht. Funktional zusammenhängende Flächen, zum Beispiel verwahrloste Beete, Rasenflächen und der ehemalige Bushalt, haben nicht alle die gleichen Eigentümer.

Rhein-Ruhr-Express als Chance
Eine weitere Chance stellte auch immer die Realisierung des Rhein-Ruhr-Express (RRX) dar. Die Dinge können auch vermischt werden. Die ausstehende Regierungserklärung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) soll den RRX unterstützen, was sie nichts kostet, denn der Investitionsplan des Bundes sieht Mittel im Bundeshaushalt ab 2013 vor. Allerdings scheiterte eine Realisierung derzeit an der rot-grünen Landeregierung, da sie sich nicht an den zusätzlichen Betriebskosten des neuen Premiumangebots im Regionalverkehr anteilig beteiligen will. Hannelore Karft tritt Gas und Bremse zugleich. Derzeit sollen 2 von 4 RRX in Wattenscheid halten alle 4 wären besser. Das Premiumangebot benötigt auch einen besseren Bahnsteig und Bahnhof. Eine Veräußerung wird hoffentlich keinen Auswirkungen auf den Halt von Zügen haben. Das entscheidet die Bahn nicht alleine.

Eine Idee wird benötigt
Ideal wäre natürlich eine Idee, wie sich aus dem Bahnhof, aus Gastronomiebereichen, Büros, Wohnräumen und Betriebsflächen etwas an zentraler Stelle mitten in der Metropole Ruhr machen ließe. Vielleicht noch etwas für das weitere Fördergelder abgerufen werden können. Hat da jemand eine Idee?

Bis dahin rufe ich regelmäßig mal die Liste der beworbenen Angebot der DB Services Immobilien Gmbh in Nordrhein-Westfalen auf.

Absage an RRX ist nicht hinnehmbar

Gerade komme ich nicht so dazu, hier im Blogg zu berichten, aber zum Rhein-Ruhr-Express, will ich wenigstens mal die Pressemitteilung hier ablegen. Selbst die Infos darin könnten noch weitergehen, aber so ist das halt mit kurzen Infotexten.Der Rhein-Ruhr-Express ist wichtig für die Metropole Ruhr und seine Bürger. Eine Absage ist nicht hinnehmbar! 

Zur gestrigen Berichterstattung zum Rhein-Ruhr-Express (RRX) erklärt Dirk Schmidt, Mitglied des Rates der Stadt Bochum und CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis 109 (Wattenscheid, Eickel, Bochum): 

„Die Metropole Ruhr braucht den Rhein-Ruhr-Express. Das Ruhrgebiet und somit auch dessenBürger brauchen eine komfortable, schnelle und verlässliche Nahverkehrsverbindung. Der Tod des Nachfolgekonzeptes des Metrorapid ist nicht hinnehmbar. 

Nordrhein-Westfalen benötigt seit Jahrzehnten eine bessere Verbindung auf der Strecke von Dortmund durch das Ruhrgebiet nach Köln. Zahlreiche Engpässe sowie die Bewältigung heutiger und sicher auch zukünftiger Fahrgastmengen führen regelmäßig zu so genannten „Verzögerungen“ im Betriebsablauf. Wer auch nur gelegentlich mit einem Regionalexpress entlang der Stammstrecke durch das Ruhrgebiet fährt, ist mit zahllosen Verspätungen vertraut. 

Speziell in Wattenscheid erfährt man dabei fast täglich, was die gemeinsame Nutzung der Gleise durch Fern- und Nahverkehr bedeutet. Der zum Warten gezwungene Regionalexpress wird häufig vom ICE überholt. Verspätungen im Nahverkehr sind die Folge. Daher ist der Bau RRX und ein damit verbundener Halt am sanierten Wattenscheider Bf. wichtig für die Wattenscheider Bürger und die gesamte Stadt.  

Eine verlässliche Verbindung, wie sie das Rhein-Ruhr-Express-Konzept vorsieht, bedeutet nicht nur Pünktlichkeit, sondern auch Regelmäßigkeit. Der Charme des Konzeptes liegt darin, dass bei vier Zügen pro Stunde zu jederzeit alle 15 Minuten ein Zug kommt. Simulierungen des Betriebsablaufs haben gezeigt, dass es auch durch einen Halt am Bahnhof Wattenscheid nicht zu Verzögerungen für die Reisenden kommt. Zudem können Bahnhof und Umfeld erwarten, durch das RRX-Konzept zusätzlich aufgewertet zu werden. Die Absage an das RXX Projekt werde ich nicht einfach akzeptieren. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Planungen für die Strecke quer durchs Ruhrgebiet immer weiter nach hinten geschoben werden.“ 

  

Hier Links dazu: 

DerWesten.de: Bahn in der Sackgase, 27.01.2010 

DerWesten.de, Kommentar: Fehlende Lobby, 27.01.2010

 

Der Stadtspiegel Wattenscheid hatte hierzu auf der Titelseite berichtet.