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Wo in Ruhr 2018 das Osterfeuer brennt

Osterfeuer in Ruhr werden weniger. Grund sind behördliche Auflagen. Zahlreiche Kommunen schreiben seit einigen Jahre eine Anmeldung vor. Von über 100 ist die Zahl in Dortmund inzwischen auf 20 gesunken. Hier wird eine Liste mit >60 Feuern geführt.

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Großbrand in Recycling-Firma Bochum-Riemke: Wer ist KOST/AGR-DAR?

Am Dienstagmorgen brennen seit 5 Uhr Gebäude der Recyclingfirma KOST/AGR-DAR in Bochum-Riemke. Die Firma liegt an der Rensingstraße, direkt an der Stadtgrenze zu Herne (z. B. WAZ). In der Vergangenhheit kam es öfter zu Beschwerden von Anwohnern beiderseits der Stadtgrenze, hier wo in wenigen Kilometern viele Städte aufeinandertreffen. Daher wundert es nicht, dass so ein Großbrand für Geruchsbelästigungen bis nach Oberhausen sorgt. Dazwischen liegen noch Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop. Dieser Beitrag trägt zusammen, wer diese Firma KOST/AGR-DAR ist.

Zum 01. April 2012 wurde aus der Kost Entsorgung und Recycling ein Teil der AGR-Unternehmensgruppe, Konrekt die AGR-DAR GmbH mit Standorten Bochum, Hattingen und Herten. Die AGR-DAR bietet Logistikdienstleistungen rundum Abfall an. So erklärt sich auch, dass in Bochum auch gelbe Säcke brennen, wobei die Sammlung von gelben Sächen und die Abführ der entsprechenden Behälter in Bochum selber bei der stadteigenen USB Bochum liegen.

AGR – Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbh

Müllverbrennungsanlage im Emscherbruch
Müllverbrennungsanlage im Emscherbruch, Herten: Rohstoff-Rückgewinnungszentrum Ruhr (RZR)
AGR steht für Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH, einer 100 %-ige Tochtergesellschaft des Regionalverbands Ruhr (RVR). DAR ist eine Tochter-GmbH des Konzerns (siehe auch bereits RVR-Beteiligungsbericht 2011), wobei DAR für ‚Duale Abfallwirtschaft und Recycling Ruhrgebiet‘ steht.
Die AGR ist Eigentümer und Betreiber des Rohstoffrückgewinnungszentrums (RZR) im Emscherbruch in Herten. Das RZR ist eine Müllverbrennungsanlage mit Rauchgasentschwefelung etc. Hier wird auch Fernwärme und Strom erzeugt, der z. B. die Stadt Herten versorgt. Ein Großteil der Abfallmengen hier bei der AGR stammen im Rahmen des EKOCity-Verbundes aus den Städten der Umgebung. Ich vertrete die Stadt Bochum im Verband.

Recherche-Einstieg zu KOST/AGR-DAR
Wer Informationen zur brennenden Recyclinganlage an der Stadtgrenze Bochum-Herne sucht, der muss also nach der Firma KOST-Entsorgung, dem Konzern AGR (Wikipedia: AGR_mbH) und dem Regionalverband Ruhr (Wikipedia: Regionalverband_Ruhr) recherchieren.

Kauf und ‚Aktion gegen Gestank‘
Die AGR hatte die KOST-Entsorgung und Recycling GmbH 2012 erworben, an der sie seit 1995 beteiligt war, siehe z. B. WAZ. Die privaten Anteilseigner sind ausgeschieden. In der Vergangenheit war es zu heftigen Beschwerden von Anwohnern in Herne und Bochum über Geruchsbelästigungen gekommen. So gibt es eine ‚Aktion gegen Gestank GbR‘ von Anwohnern, die Gelder für eine Klage sammelt. (Hierzu auch WAZ Bochum, Herner Sonntagsnachrichten, Ruhrnachrichten). Am 20. März 2013 gab es meiner Erinnerung nach die letzte Mitteilung zu ‚Geruchsemissionen im Umfeld der ehemaligen Fa. Kost Entsorgung & Recycling GmbH‘ im Umweltausschuss der Stadt Bochum. Der Ausschussvorsitzende Lothar Gräfingholt (CDU) ist selber Anwohner der Anlage und auch Mitglied der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr. ich bin auch Mitglied des Ausschusses.

Erwartunghaltung
Da das Eigentum an den brennenden Hallen beim RVR und damit den Kommunen der Metropole Ruhr liegt und da es diese öffentliche Vorgeschichte samt Bürgerinitiative mit den Geruchsemissionen gibt, wird die politische Aufarbeitung des Brands, sobald der Rauch sich verzogen hat und die Feuerwehr nicht mehr vor Ort ist, einige Gremien befassen. Ich erwarte mindestens Berichte, ansonsten Anfragen, in den Gremien der Städte Herne, Bochum und des RVR. Bei so Bränden stellen sich zunächst einmal die Fragen nach der Art der Emissionen und der Belastung der Anwohner – und damit meine ich nicht allein den Geruch.
Die AGR führt neuerdings wieder Gewinne an den Haushalt des RVR ab. Es kann auch ein finanzieller Schaden erwartet werden.

Mögen die Ausführungen Rechercheuren helfen.

Mül-Kipper vor Müllbunker
Abfall-Logistikunternehmen wie die AGR-DAR/KOST kippen Müll in Containern/Muden in den Müllbunker der RZR-Müllverbrennungsanlage im Emscherbruch, Herten

Wirksames Grillverbot ohne Grillverbot

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Auf der Bochumer Stadtautobahn findet sich seit Jahren ein Schild „Radar“, das die Fahrgeschwindigkeit effektiver reduzieren soll als ein Tempolimit allein. Eine Radarfalle für Temposünder gibt es dort höchstens gelegentlich.

Schmechtingstal oder Schmechtingwiese heißt der Park hinter den Häuserzeilen der Herner Straße und vor der teilweise gut bürgerlichen Bebauung so etwa des Dichterviertels am Stadtpark. Das ist ein Grünzug, der von der Wiese vorm Bergbaumuseum über die Kleingartenanlage bis zur A40 führt.

Die Stadt Bochum hat dort an der Schmechtingwiese ein neues Schild. Es drückt unter anderem aus, dass das Grillen dort verboten sei. Die Stadtverwaltung hat das Schild in seiner nicht gerade offiziell wirkenden Form dort aufgestellt. Anlass ist, das Grillen, das Überhand genommen haben sollen, damit einzuschränken. Und wie Anwohner und Verwaltung im Umweltausschuss der Stadt berichteten, wirkt es auch. Das Grillen soll weniger ein Problem darstellen, in Form einer Belästigung von Bürgern und Anwohnern.

Die Belästigung kenn ich nicht aus eigenem Erleben. Zuletzt war ich vor etwa 7 bis 8 Jahren zu einem Geburtstagsgrillen unweit einer Hütte im Schmechtingtal. Und daher hier lose die Infos, die mich dazu erreichen:

  • Das Grillen im Schmechtingtal soll nach dem Grillverbot am Kemnader See ausgeufert sein.
  • Es sollen vor allem Migranten dort verstärket gegrillt haben.
  • Das Grillen soll in größeren Familienverbänden erfolgt sein.
  • Das Grillen soll zu erheblichen Mengen zurückgelassener Abfälle geführt haben.
  • Anwohner und Besucher des Parks seien durch Lärm und Rauch belästigt worden.
  • Es seien nicht immer aufgeständerte Grille verwendet worden, so dass der Rasen beschädigt wurde.

Fazit einer Email an mich dazu: „Viele trauten sich gar nicht mehr hinein [ins Schmächtigstal].“

Und jetzt hat die Stadtverwaltung gesagt, dort darf nicht mehr gegrillt werden. Allerdings hat die Stadterwaltung gar keine Grundlage dafür, dies zu bestimmen. Das Schild entfaltet keine Wirkung. Da steht zwar ein Grillverbotschild, es gibt aber gar kein Grillverbot. Ein wenig wurmt und ärgert mich das schon. Ich bin versucht, meinen keine zwei Euro teuren Einweggrill, der vermutlich von chinesischen Kinderhänden zusammengepackt wurde, zu nehmen und aus Protest dort eine Wurst zu grillen!

Auch Die Linke hat das bemerkt und konfrontiert den Stadtrat auf der kommenden Sitzung mit einem „Antrag, die Schilder wieder abzubauen, da sie „irreführend“ seien. Und sie haben sogar recht, dass so ein Verbötchen auch die beschränkt, die quasi ordnungsgemäß grillen ohne andere zu belästigen oder zu schädigen. Wie sieht so was aus? Müll wieder mitnehmen, einen aufgeständerten, nicht zu großen Grill verwenden sowie Lärm und zu starke Rauchentwicklung verhindern. Die Glut oder Asche wird nicht auf den Raßen entsorgt. Einfach mal das gute Benehmen des Grillens beachten!

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