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Essen ist Grüne Hauptstadt Europas 2017

Am 1. Januar 2017 habe ich gar nicht daran gedacht: Essen ist seit gestern Europäische Grüne Hauptstadt 2017. Das Programm hatte ich mir noch gar nicht angesehen. Es kam auch recht späte.

Das ist nicht weiter schlimm. Die erste Veranstaltung ist ein Termin für Senioren. Dazu zähle ich mich noch nicht. Die offizielle Eröffnungsfeier ist für den 21. Januar 2017 vorgesehen.

Eine Hymne für die Grüne Hauptstadt?

Bereits veröffentlicht wurde vor Weihnachten ein Song. Danke für den Hinweis an die Ruhrbarone. Den Song kann man nur einmal hören, aber er bleibt dann unvergesslich.

Und jetzt alle:

Wir leben hier im Revier,
So schön grün ist es hier,

EU-Umwelthauptstadt: Essen wird’s nicht. Neue Chance für Ruhr.

Europäische Umwelthauptstadt / European Green CapitalDen Titel „Europäische Grüne Hauptstadt“ bzw. Europäische Umwelthauptstadt wird im Jahr 2016 die Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens, tragen. Glückwunsch! Oslo war lange als Favorit gehandelt worden, konnte sich aber am Ende nicht durchsetzen. Die Stadt Essen kam mit ihrer Bewerbung immerhin in die Endrunde. Es war die erste Bewerbung aus Essen. Ljubljana hatte sich bereits im Vorjahr beworben.

Die Essener Bewerbung war aus der Initiative für eine regionalen Bewerbung hervorgegangen, bei der anfangs die Städte Bochum, Essen und Dortmund vorangegangen waren. Die Abstimmung untereinander war aber nicht optimal, zeitlich und rechtliche Hürden traten auf, so dass sich am Ende Essen für eine Bewerbung ohne die Partner entschieden hatte. Jetzt zeigt sich, dass es alleine nicht reicht. Aber aus der Essener Bewerbung kann die Metropole Ruhr viel lernen, um es doch gemeinsam zu versuchen.

Die rechtlichen Hürden dafür werden derzeit aus dem Weg geräumt. Mit der anstehenende Novelle des RVR-Gesetzes wäre dann eine gemeinsame Bewerbung möglich. An gemeinsamen Umweltzielen arbeiten die Stadtverwaltungen und der RVR derzeit.

Natürlich steht Essen auch der Weg offen, es erneut allein zu versuchen. Ich halte es für klug, jetzt zu analysieren, was Ljubljana besser gemacht hat. Essen hat es ja bereits in die Endrunde geschafft. Die Region kann einen Beitrag leisten, wo es Essen allein nicht schafft.

Keine Wissenschaftsmetropole, kein Weltkulturerbe – Masse macht nicht Klasse!

An gescheiterten Bewerbungen der letzten Jahre können einige Gemeinsamkeiten abgelesen werden. Essen wurde nich Umwelthauptstadt, die Industrielandschaft des Ruhrgebiets wird nicht als Weltkulturerbe vorgeschlagen und die Region wurde nicht als Wissenschaftsregion ausgezeichnet. Es mangelt oft an fehlender regionaler Zusammenarbeit. Entweder fehlt sich ganz oder es reicht nur, Einzelprojekte zusammenzufügen, ohne dass ein schlüssiges Konzept vorliegt. So zuletzt geschehen bei der Bewerbung als UNESCO-Weltkulturerbe. Die schiere Menge an Einrichtungen, den immer selben Industriedenkmälern und Hochschuleinrichtungen reicht nicht. Masse macht nicht Klasse! Hier muss die Region an sich arbeiten. Da muss auch mal auf etwas verzichtet werden, was nicht dazu gehört. Aber dieser Auswahlprozess, dieses Nein-Sagen, das fällt der Region schwer. Das Bedürfnis nach regionalen Konsenz führt schnell zur Beliebigkeit, weil jeder mit allem beteiligt wird. Konzentration auf das Wesentlich fehlt dann.

Wo bleibt das Dekadenprojekt fürs Ruhrgebiet, Frau Kraft?

Urspünglich hieß das Dekadenprojekt einmal „EXPO Fortschrittsmotor Klimaschutz“ mit dem Hannelore Kraft (SPD) das Ruhrgebiet beglücken wollte. Allerdings warte ich noch immer vergebens auf irgendetwas Konkretes von der nordrhein-westfälischen Regierungschefin. Das Landeskabinett soll sich noch immer nicht mit dem Thema befasst haben, das vollmundig verkündet wurde. Dabei könnte die Metropole Ruhr das Projekt jetzt gut brauchen, wenn sie sich auf den Weg macht, Europäische Umwelthauptstadt, auch Europäische Grüne Hauptsstadt genannt, zu werden.

2020? von *tigerente* / photocase.com
2020?
Ein Jahr nach der Verkündung des EXPO-Projektes, dass nie Konzeptreife erlangte, schrumpft es verbal auf den Begriff Dekadenprojekt. Die Erläuterung für den Begriff steht in einer Presseerklärung der Oberbürgermeister und Landräte (19.05.2011), überwiegend mit SPD-Parteibuch, die bezeichnenderweise bereits im Titel „Dekadenprojekt der Landesregierung stößt auf Zustimmung“ den Zusammenhang herstellt.

„Das Dekadenprojekt soll an die Erfolge der Internationalen Bauausstellung Emscherpark und der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 anknüpfen und dem Ruhrgebiet eine Entwicklungsperspektive für die Zeit bis zum Jahr 2020 eröffnen.“

Einen Monat später beschäftigte sich das Ruhrparlament mit dem Dekadenprojekt als „regionales Leitprojekt mit internationale Strahlkraft“ dann mit einer Bewerbung als Europäische Umwelthauptstadt, denn der CDU war die Worthülse „Dekadenprojekt“ zwischenzeitlich zu inhaltsleer geworden.

Auf dem Weg dahin bereitet der RVR in enger Abstimmung mit den Kommunen unter Berücksichtigung der Projekte Emscher-Umbau sowie InnovationCity die Bewerbung als Europäische Umwelthauptstadt (European Green City) – nach Möglichkeit bereits für die Jahre 2015 oder 2016 – vor.

Das Konzept des Dekadenprojektes wird abschließend der Verbandsversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt.

Rund neun Monate später liegt dem Ruhrparlament endlich etwas vor – zur Bewerbung als „Europäische Grüne Hauptstadt“. Der Regionalverband Ruhr tritt nicht mehr hervor, andere haben vermutlich das Ruder übernommen. Die Landeregierung ist es nicht. Auch den Räten der Städte wird etwas vorgelegt, die gleiche Vorlage. So befassen sich in den nächsten Tagen zur Vorberatungen Ausschüsse in Bochum, Dortmund und Essen mit einer in der zweiten Jahreshälfte anstehenden Bewerbung in Brüssel. Eine dicke Broschüre, das „Memorandum“, zur Bewerbung liegt auch vor. Es kann beim RVR als PDF heruntergeladen werden.

Was könnte eine erfolgreiche Bewerbung in Brüssel gebrauchen? Unterstützung wäre etwas. Geld natürlich auch. Und auch im „Memorandum“ wird angeführt, dass das Projekt „Europäische Grüne Hauptstadt“ zu werden, ein Zwischenschritt sei hin zum Dekadenprojekt. Nur kommt da nichts! Höchstens ein Vorwort für das „Memorandum“.

Wo bleibt die angekündigte Hilfe für das Ruhrgebiet, Frau Kraft? Wann konkretisieren sie das Dekadenprojekt? Was soll das sein, wenn es nicht die „EXPO Fortschrittsmotor Klimaschutz ist? Nicht nur die Innovation City Bottrop wartet, das ganze Ruhrgebiet wartet!


Bild: ‚2020?‘ von *tigerente* / photocase.com