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Demo für offene Ruhr-Schwimmbrücke in Dahlhausen

Die WDR-Lokalzeit Ruhr berichtet zur Schwimmbrücke in Dahlhausen am 1. April 2016: Anlässlich des Spatenstichs auf der Lewackerstraße direkt vor der Pontonbrücke demonstrierten Bürger und die CDU gegen die Sperrung der Brücke. Es ist ungewiss, ob die Brücke je wieder für die motorisierten Individualverkehr freigegeben wird.

Schwimmbrücke Dahlhausen nach Ostern gesperrt

Ostermontag wird die Schwimmbrücke in Dahlhausen von der Stadt Bochum gesperrt. Darauf weist die Stadtverwaltung seit einigen Wochen mit einem Schild vor der Brücke hin. Lange Umwege sind dann zwischen den Ort Bochum-Dahlhausen und -Linden, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Niederwenigern notwendig. Die Stadt Bochum begründet die Sperrung mit den notwendigen Bauarbeiten auf der Lewackerstraße, die bis März 2017 dauern sollen. Ob die Brücke überhaupt wieder geöffnet wird soll nach den Sommerferien 2016 entschieden werden.
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Online-Petition: Schwimmbrücke Dahlhausen muss offen bleiben!

Die Stadt Bochum will die Schwimmbrücke in Dahlhausen dauerhaft für den motorisierten Verkehr sperren. Nur noch Fußgänger und Radfahrer sollen die Brücke passieren dürfen.
Gegen den Vorschlag der Vollsperrung der Brücke für den Autoverkehr erhebt sich Protest. Kein Wunder, denn die Verwaltung beschreibt in ihrer Vorlage selber die Alternative: Die Brücke könnte zumindest in Richtung Bochum befahrbar bleiben. Nun gibt es online eine Unterschriftensammlung gegen die Vollsperrung (auf OpenPetition).
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Die denkmalgeschützte Schwimmbrücke in Dahlhausen lässt sich verschieben

„Die denkmalgeschützte Schwimmbrücke in Dahlhausen lässt sich verschieben und eine neue Brücke lässt sich am bisherigen Standort neu bauen“, stellt das Bochumer Ratsmitglied, Dirk Schmidt, fest. Ein Antwortschreiben des Eisenbahnbundesamtes an den Bochumer Bundestagsabgeordneten, Dr. Norbert Lammert, MdB (CDU) bestätigt jetzt, dass im Falle einer Verschiebung die niveaugleiche Kreuzung der Eisenbahnstrecke entlang der Ruhr weiter hin möglich ist (siehe Anlage). Die Kreuzung mit den Gleisen darf an gleicher Stelle sogar ausgebaut werden. Die Errichtung eines neuen Bahnübergangs an anderer Stelle wäre jedoch entsprechend nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz nur mit einem Brückenbauwerk über die Gleise zu erreichen.

Verschobene Schwimmbrücke mit neuer Nutzung
Verschobene Schwimmbrücke mit neuer Nutzung

Zielvorstellung: Erhalt der Brücke im Bestand

Im Mai 2014 haben Kommunalpolitiker aus Hattingen, Essen und Bochum die Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke unterzeichnet. Dabei soll die Erneuerung dieser wichtigen, einzigen direkten Verbindung im Städtedreieck Vorrang vor unrealistischen Großprojekten gegeben werden.
Die Teilsperrung der 1952 errichteten Pontonbrücke behindert den Pkw-Verkehr erheblich. Das Befahren der Brücke ist für LKW verboten, ebenso für Busse. Dadurch besteht keine Linienbusverbindung zwischen Burgaltendorf und dem S-Bahn-Haltepunkt Dahlhausen mehr.
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Umstrittener Umbau des Ruhrbogens füllt Halle

Mehr als 300 Bürger füllten am Montagabend die Gebläsehalle des Industriemuseums Heinrichshütte in Hattingen. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellte ihre Pläne für den Umbau der Ruhr zwischen Dahlhauser Wehr und Hattinger Wehr vor. Anlass für die Maßnahme ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) will bis 2027 die Ruhr an mehreren Stellen zu einem artenreicheren Gewässer umgebaut wissen. Allein schon die Zielsetzung und dazu, ob dies sinnvoll mit dieser Maßnahme erreicht werden kann, ist umstritten.

Trittsteinkonzept aus dem Umweltmininsterium

Die Argumentation der Bezirksregierung ist simpel. Zwar lasse sich die Ruhr nicht von der Quelle bis zur Mündung ökologisch gestalten, um aber sich dem Ziele einer Durchgängigkeit zu erreichen, könnten Abschnitte entsprechend realisieren lassen. Das Rahmenkonzept nennt sich Trittsteine. Dazwischen gibt es Staustufen und Fischtreppen.
Der weitere Umbau sei dann notwendig, damit die Ruhr wieder langsamer fließe. Um die Ruhr zu Beginn des Industriezeitalters schiffbar und daher tiefer zu machen, waren im 19. Jahrhundert bauliche Maßnahmen erfolgt, zum Beispiel Buhnen angelegt worden. Die schnellere Fließgeschwindigkeit habe den Grund abgetragen und den Fluss vertieft.

Fluss mit Inseln und Ufer

Loire bei Tours: Breites Flussbett mit Kiesbänken und Bauminseln

Mit der jetzt vorgestellten Maßnahme solle der Fluss flacher werden, sich an den Rändern zumindest an der rechten Seite ausbreiten können und Kiesbänke entstehen. Es kam der Vergleich mit der Loire in Frankreich. Die Ruhr sei „Über Wasser“ ökologisch in Ordnung, die Probleme seien „unter Wasser“. Bei der Aussage, dass die Ruhr in Ordnung sei, kam spontaner Applaus auf.
Der historische Leinpfad bleibe erhalten, da die Grundstücke auf der linken Flussseite für wasserbauliche Maßnahmen nicht zur Verfügung ständen. In die Runde wurde auch gerfragt, ob dies vielleicht anders sei und jemand ein Grundstück abgebe.

Alternativen zur Verbesserung des Wassers der Ruhr geprüft?

Von den Gegnern der Maßahme sprach sich niemand generell gegen Verbesserungen der Qualität der Ruhr. Eine ganze Bandbreite von Akteuren meldete sich zu Wort. Dabei erschien fraglich, ob denn überhaupt eine Verbesserung der ökologischen Qualität der Ruhr erreicht werde oder ob diese nicht die durch die Schäden des Umbau aufgewogen werden. Die Natur hat ja in den letzten 200 Jahren sich der veränderten Ruhr angenommen, so auch der mehr stehenden Gewässer zwischen den Buhnen. Fraglich ist, ob der Nutzen überhaupt groß sei, was auch von einem Vertreter der Fischerei bezweifelt wurde, der darauf hinwies, da bereits das von er Verwaltung vorgeschlagene Trittsteinkonzept dem Erfolg der Maßnahme entgegenstehe. Die Ruhr könne ja nicht durchgängig von der Quelle bis zur Ruhr werden, so dass der mögliche Nutzen für „die Natur“ noch geringer sei.

Ein in mehrerlei Gestalt auftretendes Argument gegen die Maßnahme bezeichne ich als erwartete Fehlallokation. Von Gegnern der Maßnahme wurde mehrfach auf alternative Maßnahmen hingewiesen, der der Umwelt mehr brächten. Es mangelt demnach nicht nur an der Höhe des Nutzens, sondern auch an der Verhältnismäßigkeit von Nutzen zu Aufwand. Das gilt für die Kosten wie für den ökologischen Nutzen gegenüber dem, was zerstört wird.

Hinzu tritt der Aspekt, dass das Bild der Ruhr aus dem Beginn des Industriezeitalters erhalten bleiben solle. Die Ruhr war zum Transport der Kohle über die schiffbar gemacht worden. Pferde zogen die Kähne über den Leinpfad den Fluss hinab. Eine Initiative hat sich daher auch an den Landschaftsverband Westfalen-Lipp gewandt, um den Schutz des Landschaftsbilds zu erreichen.
Auszüge eines Films mit einer Unterwasserkamera zeigten, dass die Ruhr „unter Wasser“ auch nicht arm an Arten ist. Die „Natur“ hat sich auf die montanindustriell vorgeprägte Ruhr eingestellt, zwischen den Buhnen gibt es heute auch Flora und Fauna.

Die Nutzung der Ruhr für den Wassersport war auch ein Teilaspekt. So ist fraglich, wie die Ruhr sich mit wandernden Kiesbänken für Kanuten nutzen lässt.

Das Geld ist da, jetzt muss es verbaut werden?

Herausgearbeitet wurde in er Veranstaltung auch, dass das Geld aufgrund der Wasserabgabe vorhanden sei und jetzt quasi nach Verwendung suche. Und die ist am Winzer Ruhrbogen einfach zu finden, da hier Fluss und Grundstücke in Landeseigentum seien. Hier zeigt sich ein Problemer grüner Nebenhaushalte: Das für bestimmte Zwecke vereinahmte Geld der Bürger muss nun am Budgetrecht des Landtags vorbei verwendet werden. Dies verstärkt Legitimationsdefizite bei der Implementation so entstandener Maßnahmen. Kritisch ist, dass eine Beteiligung der Bürger und demkoratisch gewählter Vertretung erst nach Erstellung der Pläne erfolgt. Auf kommunaler Ebene ist es demokratischer Standart, dass zu nächst diskutiert und beschlossen werden muss, ober überhaupt geplant wird und dafür Geld zur Verfügung steht. Die Bezirksregierungen tragen erhebliche zu Demokratiedefiziten im Nordrhein-Westfalen bei.

Knie des Ruhrbogens
Ruhr-Umbau: Nebenarme im Knie des Winzer Ruhrbogens, Hattingen

Bezirksregierung Düsseldorf visualisiert Beispiel des Umbaus

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat ein paar Grafiken erstellen lassen, um den heutigen Zustand der Ruhr jetzt und nach den mehrjährigen Umbaumaßnahmen darzustellen; Baumaßnahmen können nur im Winter erfolgen.
Zwei animierte Bilder auf dieser Seite geben den Großteil davon wieder. Der Betrachter sollte darauf achten, dass die Grafiken der Planungen tendenziös zusätzlich grün eingefärbt ist, um sie gefälliger zu machen; beim Ist-Zustand wurde auf eine Kolorierung verzichtet. Auch werden die Angler die zu Inseln zusammengefassten Buhnenköpfe mit Gumpen kaum so wie dargestellt nutzen können: Sie müssten dahin rudern oder schwimmen. Die Kolorierung verstärkt den Eindruck, dass es um die Realisierung eines ideologisch geprägten Idylls geht. Die Verwendung des Bildes von der Loire, die keine industriekulturell geprägter Fluss wie die Ruhr ist, spricht für sich.

Buhnen oder Insel in der Ruhr
Winzer Ruhrbogen: Umbaumaßnahme Buhnen zu Insel

Ruhr: Wie soll die Natur am und im Fluss aussehen?

Deutschland ist insgesamt eine Kulturlandschaft, die auch vom Menschen überformte Natur- und Landschaftsschutzgebiete umfasst. Die Römer klagte bereits über die dichten germanischen Wälder, die auf den fehlenden Verbiss bereits ausgerotteter Herdentiere zurückging. Unsere Vorstellung von Natur ist eine gesellschaftliche Vorstellung und ein der Politik zugängliches Produkt. Eine Verabsolutierung dieser „Vorstellung Natur“ führt zu einem ökologischen Fundamentalismus. Die von Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) getragene Renaturierung der Ruhr in dieser Form vertritt ein radikales Bild von Natur. Indstrienatur hat demnach auf ehemaligen Zechengeländen Platz, nicht aber in der Ruhr. Dabei scheint das Leben dort gar nicht soviel ärmer.

Wir sollten versuchen beide Vorstellungen eines Ökosystems zu erhalten, aber auch effizient unsere Gelder einsetzen.

Volle Gebläsehalle im Industriemuseum Henrichshütte, Hattingen
Volle Gebläsehalle im Industriemuseum Henrichshütte, Hattingen

P.S: Weitere Maßnahmen des Trittsteinkonzepts sind der Bau der Saarner Aue in Mülheim an der Ruhr und der Wengener Aue zwischen Witten und Wetter(Ruhr).

P.P.S.: Ein weiterer, ausführlicher Bericht findet auf Lokalkompass:Hattingen – „Renaturierung der Ruhr: Emotionale Info-Veranstaltung in der Hattinger Gebläsehalle

Protest gegen Umgestaltung des Ruhrbogens bei Hattingen

Die Bezirksregierung Düsseldorf plant den Umbau des Winzer Ruhrbogens. Die Ruhr bei Hattingen so entsprechend den Vorstellungen der Landesregierung „reanturiert“ werden. Genau dagegen erhebt sich lauter Protest auch von Naturschützern – aber auch von Wassersportlern. Viele Bürger halten die Maßnahme, die vorgeblich der Verbesserung von Oberflächengewässern auf Veranlassung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie dienen soll, schlicht fü Geldverschwendung in Millionenhöhe.
Inzwischen hat sich ein Initiativkreis gegründet, der Unterschriften für eine Petition gegen die Maßnahme sammelt.

Protest von Naturschützern und Wassersportlern

Unter anderem wird die Ansicht vertreten, dass die Natur die Buhnen bereits angenommen habe. Buhnen sind Einbauten im 90 Gradwinkel zum Ufer, durch die die Fließgeschwindigkeit in der Flußmitte und damit nachfolgend die Wassertiefe erhöht wird. Die Wasserflächen zwischen den Buhnen fallen dadurch ruhig. Das Ökosystem habe sich dieser Wasserflächen entlang der Ruhraue inzwischen angenommen. Die Maßnahmen des Landes schadeten mehr, als dass sie nutzen. Eine geringere Fließgeschwindigkeit könnte zur Verschlammung des Grundes führen und den Lebensraum zahlreicher Arten vernichten.

Landschaftsbild gefährdet

Gefährdet ist aber auch das industriekulturell geprägte Landschaftsbild. Die Ruhr mit ihren Buhnen wurde zu Beginn des Industriezeitalters so schiffbar gemacht. Der Winzer Ruhrbogen ist ein Beispiel der Vermischung vorindustrieller Kulturlandschaft mit industriekulturellen Elemente aus der Anfangszeit der industrielle Revolution, dort wo der Kohlebergbau an der Oberfläche einst begann.

Im November 2014 will die Bezirkregierung ihre Pläne vorlegen.

Links

WAZ Hattingen: „Ruhrbogen – Gegner der Renaturierung wollen Petition einreichen“ (26.09.2014)

WAZ Hattingen: „Ruhrbogen II – Noch kein fertiges Konzept zur Umgestaltung“ (24.09.2014)

WAZ Hattingen: „Ruhr – Naturschützer gegen Renaturierung (11.09.2014)

Lokalkompass: „Hattinger gegen Renaturierung der Ruhr“ (09.09.2014)

Artikelbild

Ruhr zwischen Hattingen (links) und Bochum (rechts), die Ruhrbrücke Kemnader Straße unten rechts im Bild (Fotograf: N. Selisky 2004, GNU Free Documentation License, Wiki Commons)

Brückenposse von Bochum

Die Schwimmbrücke in Bochum-Dahlhausen ist eine der Brückenbauwerke, die die Stadt Bochum nicht in den Griff bekommt. SPD und Grüne haben über Jahre zu wenig in den Erhalt von Straßen und Brücken investiert. Die Liste ist lang, wo lange gewartet werden musste und wird: Brücke am Lohring, Buselohstraße, von-Waldthausen … Und dann immer diese Schikanen! (Ein Beitrag von Sat.1 mit der CDU-Politikerin Walburga Isenmann aus Essen-Burgaltendorf.)

Ruhr-Schwimmbrücke wieder frei nach Sperrung

Eine Meldung aus Burgaltendorf:

Nachdem ein Gutachter die Schwimmbrücke in Augenschein genommen hat, wurde die Brücke wieder freigegeben werden. Es konnten glücklicherweise keine Beschädigungen festgestellt werden. Da die Brücke heute in den frühen Morgenstunden von einem 40 Tonnen LKW befahren wurde, war diese den ganzen Tag zur Überprüfung gesperrt.

Ruhr-Schwimmbrücke mit Brückenuntersichgerät
Ruhr-Schwimmbrücke mit Brückenuntersichgerät, Bild: Marin von der Gathen

Außer Schrammen an den Schikanen und zerquetschtem Asphaltbelag, der auf Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke_finalder Brückenzufahrt lag, scheint nichts Schlimmeres passiert zu sein. Strukturelle Schäden an der Brücke, eine weitere Beeinträchtigung der Statik der Brücke habe der Gutachter nicht feststellen können. Der 40 Tonner hatte die Brücke zweimal überquert, da er am Bochumer Ufer nicht weitergekommen war. Die Schäden waren glücklicherweise nicht der Rede wert.

Der Zustand der Brücke, die nur eingeschränkt nutzbar ist, ist unbefriedigend. Behelfsweise können zumindest PkW, die Brücke weiter nutzen. Dennoch muss es bei der Forderunn bleiben, dass die Brücker zügig erneuert wird. Dazu hatte sich einige CDU-Kommunalpolitiker heute – lange im Voraus verabredet – an der Schwimmbrücke getroffen. Hier der Link zu Ihrer Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke (PDF).

Brückenuntersichtgerät an der Ruhr-Schwimmbrücke
Spezialgeräte zur Untersuchung der Schwimmbrücke, Bild: Martin von der Gathen

Sperrung: 40-Tonner beschädigt Ruhr-Schwimmbrücke in Dahlhausen

In den Morgenstunden versuchte ein 40-Tonner die Ruhr-Schwimmbrücke im Dreieck Bochum-Dahlhausen, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Niederwenigner zu überqueren. Nach Aussagen von Anwohnern soll der vermutlich aus Serbien stammende Sattelzug die Brücke von Essen auskommend passiert haben. Dazu schob er die Schikanen beiseite, die eine Überqueren durch Lkw verhindern soll. Auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke kam er aber an den dortigen festen Einbauten zur Zugangsbeschränkung nicht weiter und versucht zunächst auch über das Gleisbett der S-Bahn-Linien zu wenden. Das Manöver soll zwei Stunden gedauert haben, wobei der Lkw schließlich die Brücke rückwärts nochmal überquerte. Die Brücke soll dabei Geräusche von sich gegeben haben.

Schwimmbrücke bis 2.8 tDie Brücke ist derzeit gesperrt. Mit Hilfe eines Brückeuntersichtgeräts (siehe Foto) soll die Brücke, die Schäden unter anderem an der Fahrbahn genommen hat, hinsichtlich weiterer statischer Defekte untersucht werden. Dann wird entschieden, ob die Brücke weiterhin für den Pkw-Verkehr eingeschränkt genutzt freigeben wird. Bis dahin dürfen nur Fußgänger passieren.
Die bereits defekte Brücke wurde zuletzt trotz Einschränkungen von rund 4.000 Fahrzeugen pro Tag passiert. Sie stellt eine der kürzesten Verbindungen zwischen dem Bochumer Süden und Essen dar. Die nächsten Ruhr-Überquerungen sich ca. 10 km bzw. 12 km Fahrweg entfernt.

Brückenuntersichtgerät auf dem anlieferenden Sattelschlepper
Brückenuntersichtgerät auf dem anlieferenden Sattelschlepper

Politiker aus Bochum, Essen und Hattingen vereinbaren gemeinsames Vorgehen

Hier versuchte der Sattelschlepper zu wenden!
Hier versuchte der Sattelschlepper zu wenden!
Am gleichen Tag (19.05.) waren um 12 Uhr an der Schwimmbrücke CDU-Kommunalpolitiker aus seit längerer Zeit schon verabredet, um ein weiteres gemeinsames Vorgehen über Stadtgrenzen hinweg zu vereinbaren.
Den Politikern für die anliegenden Ortsteile Burgaltendorf, Dahlhausen und Niederwenigern war wichtig zu betonen, dass sie zuerst die zügige Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung aller beteiligten Verwaltungen erwarten. Dann könne mit vereinter Stimmen auch nach Fördermöglichkeiten im Bestand gesucht werden. Die CDU-Politiker streben eine Sanierung an Ort und Stelle an. Einer größeren, verkehrsreicheren Lösung an der Stelle der jetzigen, defekten Brücke erteilten sie eine Absage – auch einer Lösung weiter flussaufwärts oder abwärts. Andere Lösungen seien aufgrund verkehrlicher Mehrbelastungen für die Bürger auf beiden Seiten der Ruhr nicht gewünscht und auch finanziell unrealistisch.

Gemeinsame Erklärung zur Schwimmbrücke

In der Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke vereinbarten die Politiker für diese Brücke in der Mitte der Metropole sich zukünftig gegenseitig zu informieren und ihr Vorgehen zu koordinieren, um ihre Verwaltungen gemeinsame in die gleiche Richtung zu bewegen.

Details zu politischen und verwaltungsseitigen Schwierigkeiten mit der Erneuerung der Ruhr-Schwimmbrücke finden sich auch im Beteitrag ‚Bochum, Essen, Hattingen und eine Brücke‘ vom 07.05.2014.

Bilder vom Manöver finden sich auf der Facebook-Seite von Burgaltendorf.

Ein erster und ausführlicher Zeitungsbereicht findet sich über DerWesten/Westfalenpost: „40-Tonner fuhr sich fest – Schwimmbrücke Dahlhausen gesperrt“.

Update: Nach Infos aus Burgaltendorf sollen die Gutachter keine Beschädigungen gefunden haben, die eine weitere Sperrung rechtfertigen. Die Brücke soll in Kürze wieder freigegeben werden.

Bochum, Essen, Hattingen und eine schwimmende Brücke

Schwimmbrücke im Städtedreieck Bochum-Dahlhausen, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Dumberg
Schwimmbrücke im Städtedreieck Bochum-Dahlhausen, Essen-Burgaltendorf und Hattingen-Dumberg
Für die Erneuerung der Schwimmbrücke zwischen Bochum, Essen und Hattingen ist kein Geld da. Viele Pendler nutzen die Brücke von Bochum nach Essen. Die auf einem Ponton ruhende Brücke verkürzt die Fahrzeiten über die Ruhr erheblich. Ist sie, wie leider oft, gesperrt, dann müssen Umwege über Hattingen-Mitte oder Essen-Steele gefahren werden. Viele Autofahrer meiden die Brücke bereits und es ist klar, dass bei einem Ausbau der Verbindung mit mehr als 10.000 Fahrzeugen pro Tag gerechnet werden muss. Aber ein Aus- oder Ersatzbau ist nicht in Sicht. Die betroffenen Städte und der Ennepe-Ruhr-Kreis bekommen das interkommunal nicht hin und auch die Finanzierung – untereinander oder mit Landesgeldern – steht nicht. Ein jahrelanges Trauerspiel in der Mitte der Metropole Ruhr.

Schild in Burgaltendorf
Weiträumig umfahren: Breiten und Gewichtsbeschränkung

Im Bau- und Verkehrsausschuss des Stadt Essen steht sie morgen wieder auf einer Tagesordnung (Drs. 617/2014). Die Essener Stadtverwaltung wird einen Bildervortrag abliefern und berichtet. Weshalb sollte sie mehr tun? Weder das Nord- noch das Südufer der Brücke über die Ruhr sind Essener Stadtgebiet. Ein Blick auf die Karte zeigt aber das Dilemma. Es sind gerade mal 700 bis 1.200 Meter von der Brücke bis zum Essener Stadtteil Burgaltendorf – je nachdem, ob Luftlinie herangezogen oder die Straße genommen wird, die entlang der Stadtgrenze läuft. Die Brücke ist eine direkte Verbindung nach Bochum für einen Ort, von dem aus in drei Himmelsrichtungen der Weg über die Ruhr führt.

Die Schwimmbrücke wurde nach dem zweiten Weltkrieg errichtet, zunächst provisorisch und dann in der heutigen Form. Sie ist eine technische Besonderheit, denn statt eines Mittelpfeilers lagert das Gewicht auf einem Schwimmkörper, dem Ponton. Ein Teil kann sogar ausgeschwenkt werden, um Schiffe passieren zu lassen. Eine Ruhrschleuse schließt sich unmittelbar an. Vor der Brücke liegt eine Eisenbahntrasse durchs Ruhrtal. Nur die Lewackerstraße trennt sie vom Hang. Es geht hier steil ins Ruhrtal hinunter. Nicht viel Platz für ein Bauwerk, dass den idealerweise den Bahndamm und die Ruhr gleichzeitig überbrücken sollte. Ein Verlegung der Brücke ist daher immer wieder im Gespräch. Allerdings würde das Verkehrsströme verändern oder auch die Beteiligten an der Brücke. Eigentümer der Brücke ist der Ennepe-Ruhr-Kreis, den Bau hat die seinerzeit reiche Stadt Bochum bezahlt, ebenso die Unterhaltung. Nutznießer eines Neubaus stromabwärts wäre auch die Stadt Essen, dann aber sicher auch an den Kosten beteiligt. Gegen eine Lösung stromaufwärts hat sich die Stadt Hattingen ausgesprochen (vgl. insgesamt Drs. Bo 20132463).

Für Busse gesperrt: Fahrgäste müssen zu Fuß über die Brücke

Nur eine Fahrspur, daher eine Ampelanlage
Nur eine Fahrspur, daher eine Ampelanlage
Für den Hattinger Stadtteil Dumberg hat die Anbindung nur bedingt Priorität. Die drei Kommunen finden nicht zueinander. Die Essener Ratsfrau Wallburga Isenburg (CDU) nennt das inzwischen eine „Posse“. Sie kommt aus Burgaltendorf und weiß um 12 bis 14 km Umweg, die gefahren werden muss. In Bochum-Dahlausen liegt der nächste S-Bahnhof für den Ort, aber die marode Brücke kann die Busse nicht der tragen. Die Busline wurde in einen Essener und einen Bochumer Teil geteilt. Die Passagiere müssen zwischen den Haltestellen beider Linien zu Fuß über die Brücke. Wenn sie nicht gerade wegen Hochwasser oder akuter Reparaturen gesperrt ist ….

Kein Geld für kommunale Straßen, kein Geld für Landesstraßen

Die Kommunen müssten sich auf eine Verteilung der Kosten einigen. Hilfreich wäre, wenn die Straße von einer Kreisstraße zu einer Landesstraße aufgestuft werden könnte. Dann – so das Kalkül – könnte das Land die Straße zumindest anteilig bezahlen. Das erwartet Verkehrsaufkommen einer neuen Brücke rechtfertigt das, aber es gibt bereits viele Landesstraßen in der Umgebung. Die Bauprogramme des Landes sind jedoch von der rot-grünen Landesregierung weiter reduziert worden. Die Programme sind völlig überzeichnet.

Auch bei der Bezuschussung kommunaler Straßen sieht es nicht besser aus. Mit Hinweis auf die Auseinandersetzungen mit dem Bund über die Nachfolge des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes ab 2020 werden keine Mittel mehr bewilligt. Landesverkehrsminister Michael Groschek MdL (SPD) hat von den dürftigen Resten des Programm noch einen Topf für ein Sonderprogramm bilden lassen. Dessen Titel lässt etwas hoffen, denn es geht um kommunale Großbrücken. Doch da sind viele marode, nicht nur im Dreistädteecke. Es wäre schon hilfreich, wenn die die Betroffenen sich gemeinsam ans Land wenden würden.

Schwimmbrücke im Dreieck Bochum-Essen-Hattingen