Schlagwort-Archive: Oberbürgermeister

Was Du jetzt für die Öffnung der Schwimmbrücke tun kannst

In diesem Artikel steht, wer gerade über eine Öffnung der Schwimmbrücke berät und beschließt. Dann folgt der Vorschlag eines Schreibens an die Verwaltungen in Bochum, Essen und Hattingen sowie des Ennepe-Ruhr-Kreises. Natürlich an die Leitung, also die Bürgermeister. Anschriften, ggf. Email-Adresse und eine Formulierungshilfe werden angegeben.
Die inhaltlichen Aspekte der Beratungen in den verschiedenen Kommunen und Gremien sind in diesem Artikel zusammengefasst.


  • Musterbrief an Stadt Bochum als PDF, ODT oder DOCX
  • Musterbrief an Stadt Essen, Stadt Hattingen und Ennepe-Ruhr-Kreis als PDF, ODT oder DOCX


Die Sperrung der Schwimmbrücke in Dahlhausen kam überraschend. Sie erfolgte als ordnungsbehördliche Verfügung. Es hat keinen vorherigen Beschluss eines Gremiums gegeben. (Wahl-)Beamte haben hier allein entschieden. Verwaltungen und Politiker beraten derzeit über das weitere Vorgehen; die Verwaltungsspitzen sind selber Politiker mit Titel wie Oberbürgermeister, Bürgermeister oder Landrat.

Hier wird dargestellt, wie Bürgerinnen und Bürger sich an diese Politiker wenden können.
Was Du jetzt für die Öffnung der Schwimmbrücke tun kannst weiterlesen

Grundsteuer in Bochum: So viel müssen Sie 2018 mehr bezahlen

  • Im Entwurf weist der Haushaltsplan der Stadt Bochum für 2018 eine Lücke von 20 Mio. € aus.
  • Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) macht keine Einsparvorschläge.
  • Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) schlägt eine Erhöhung der Grundsteuer um 23,3 % vor.
  • Bochum liegt im Vergleich zu Kommunen in NRW und in Deutschland bereits jetzt sehr hoch bei der Grundsteuer, so ist Düsseldorf derzeit schon 30 % günstiger.
  • Die Grundsteuer wird von den Eigentümer entrichten und ggf. an Mieter über die Nebenkostenabrechnung weitergegeben.

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch stellt sich nicht als Freund von Einsparvorschlägen dar. Zumindest ist er es dann nicht, wenn er die Sparvorschläge als Verwaltung vorbringen muss. Da der Haushalt der Stadt Bochum im Entwurf für das anstehende Jahr 2018 jedoch eine Lücke von 20 Millionen € ausweist, muss er diese schließen. Wer A sagt, muss auch B sagt. Das Geld will er aus einer Steuererhöhung holen. Der Hebesatz der Grundsteuer B (Einfamilienhäuser, Mietshäuser, Eigentumswohnungen etc.) soll von 645 % auf 795 % steigen.

Kommentar:

Ob die Entscheidung vom Rat so getroffen wird, steht noch aus. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) und Kämmerer Dr Manfred Busch (Grüne) diese Steuererhöhung nicht bereits mit den Stadtratsfraktionen von SPD und Grünen abgesprochen hätten. Auffällig ist, dass Rot-Grün beginnt, sich auf die schlechte Finanzausstattung durch Bund und Land einzuschießen, die Schuld an der notwendigen Steuererhöhung sei. Das fällt den Bochumer Koalitionsfraktionen leicht, da sie im Land seit der verlorenen Landtagswahl keine Verantwortung mehr tragen. Es lässt sich leicht auf andere mit dem Finger zeigen, wenn dort keine anderen Parteifreunde mehr in der Verantwortung sind.

Die CDU wird aller Erwartung gegen diese Steuerhöhung vorgehen.

Grundsteuer verschiedener Städte im Vergleich

Zum Vergleich hier einmal wieviel die Hebesätze in anderen Städten betragen und eine beispielhafte Berechnung für ein Gebäude mit einem Einheitswert von 100.000 €.

StadtHebesatzEigentumswohnung
mit Einheitswert 100 T€
Berlin810 %2.835 €
Dortmund610 %2.135 €
Duisburg695 %2.433 €
Düsseldorf440 %1.540 €
Essen670 %2.345 €
Hamburg540 %1.890 €
München535 %1.873 €
Bochum (2017, alt)645 %2.258 €
Bochum (2018, neu)795 %2.783 €

Die Tabelle zeigt, dass Bochum sich damit weiter an die Spitze der Tabelle setzt. In der Tabelle ist nur Berlin teurer. München, Hamburg und Düsseldorf verlangen deutlich weniger Steuern von Eigentümern und Mietern.

Soviel müssen Sie als Mieter oder Eigentümer in 2018 mehr bezahlen

Die prozentuale Erhöhung sagt noch nicht aus, ob diese Erhöhung spürbar ist. Um das zu ermitteln müsste der Eigentümer den letzten Steuerbescheid oder der Mieter mal die letzte Nebenkostenabrechnung heranziehen.

Die Grundsteuer wird über die Mietnebenkosten an die Mieter weitergegeben! Sie ist eine der 17 Kostenarten, die laut Betriebskostenverordnung auf die Mieter umgelegt werden können.

Die Grundsteuer wird über einen Grundsteuermessbetrag ermittelt, in den auch die Art der Bebauung eingeht. Für die ersten 38.347 € gibt es für Einfamilienhäuser einen Rabatt. Zweifamilienhäuser (3,1 Promille) sind etwas preiswerter als die übrigen Häuser (3,5 Promille), aber die nachfolgende Berechnung erlaubt auch für Ein- und Zweifamilienhäuser zwar nicht exakte, aber hinreichend genaue Berechnungen, welche Mehrkosten im Jahr 2018 auf die Eigentümer und Mieter zukommen.

Die anfallende Grundsteuer muss dann noch auf die Wohnungen umgelegt werden. Das erfolgt für Mieter so wie in der letzten Nebenkostenabrechnung. In der Regel dürfte eine Abschätzung in Form der Teilung durch die Anzahl der Mietparteien ausreichen, wenn alle Wohnungen etwa gleich groß sind. Unten ein Beispiel.

 Alt (2017)
Hebesatz
Neu (2018)
Hebbesatz
Mehrbelastung
pro Jahr
Einheitswert645 %795 %
10.000 €226 €278 €53 €
25.000 €564 €696 €131 €
38.347 €866 €1.067 €201 €
50.000 €1.129 €1.391 €263 €
75.000 €1.693 €2.087 €394 €
100.000 €2.258 €2.783 €525 €
125.000 €2.822 €3.478 €656 €
150.000 €3.386 €4.174 €788 €
175.000 €3.951 €4.869 €919 €
200.000 €4.525 €5.565 €1.050 €
250.000 €5.644 €6.956 €1.313 €
300.000 €6.773 €8.348 €1.575 €
350.000 €7.901 €9.739 €1.838 €
400.000 €9.030 €11.130 €2.100 €
450.000 €10.288 €12.521 €2.363 €
500.000 €11.813 €13.913 €2.625 €

Beispielrechnung für Mieter

Beispiel: Eine Mieter wohnt (komfortabel) in einem Mietshaus mit 7 Wohnungen, die alle die gleiche Größe haben. Das Haus hat einen Einheitswert von 500.000 €. Die Mehrkosten betragen nach vorstehender Tabelle dann 2.625 € pro Jahr.

Umgelegt auf die 7 Mieter wären das 375 € pro Mieter und Jahr. Das entspricht 31,25 € pro Mieter und Monat.

Mein Tipp: Monatliche Abschlagszahlung erhöhen!

Die meisten Mieter zahlen monatlich einen Abschlag auf die Nebenkosten. Jährlich erfolgt dann eine Spitzabrechnung, die zu einer Nachzahlung an oder einer Rückzahlung vom Vermieter führt. Für 2018 – abzurechnen in 2019 – ist damit mit einer Nachzahlung zu rechnen.

Sollte die kalte Jahreszeit jetzt kälter werden und die Kosten zum Beispiel für Öl oder Gas steigen, dann kann die Nachzahlung in 2019 schnell sehr, sehr bitter werden.

Daher wird empfohlen zum 1. Januar 2018 den Abschlag zu erhöhen. Wird per Überweisung gezahlt, so ist einfach der Dauerauftrag bei der Bank zu erhöhen. Wird per Lastschrift bezahlt, so sollte der Vermieter um eine Erhöhung gebeten werden.

Und hier zeigt sich auch die fatale Zeitverschiebung. Die jetzt geführte Diskussion und Entscheidung über die Erhöhung der Grundsteuer in Bochum, wirkt sich im Portemonnaie oft erst in 2019 aus. Der Zusammenhang von der Diskussion jetzt, höheren Nebenkosten und einer fälligen Nachzahlung wird vielen Bürgerinnen und Bürger leider nicht hinreichend klar. Eine Herausforderung für die Politik.

Eine Hoffnung gibt es noch. Der Stadtrat kann den Vorschlag der Steuererhöhung ablehnen. Dann müsste gespart werden. SPD und Grüne würden da aber nur herangehen, wenn der Druck der Bürgerinnen und Bürger hinreichen stark vorgetragen wird. Vielleicht kommt dann etwas zwischen 645/675 und 795 heraus. Beim letzten Mal war 2015 ein Hebesatz von 800 vorgeschlagen worden, der dann aber nicht kam.

Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Bochum: Eine Prognose

Am 13. September 2015 fand die Oberbürgermeisterwahl in Bochum statt. Keiner der 12 Bewerber konnte mehr als 50 % der Stimmen auf sich vereinigen. Daher findet am 27. September eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen statt. Im Rennen sind daher noch Thomas Eiskirch (SPD) und Klaus Franz (CDU). BOB-Wahl hat zur Stichwahl eine weitere Befragung der Panelteilnehmer unternommen.

Wahlprognose von BOB-Wahl zur Bochumer Oberbürgermeisterwahl 2015
Wahlprognose von BOB-Wahl zur Bochumer Oberbürgermeisterwahl 2015
Laut Prognose von BOB-Wahl kommt Thomas Eiskirch auf 52,6 % [53,9 %] und Klaus Franz auf 47,4 % [46,1 %]. In Klammern sind die Ergebnisse der Rohdaten angegeben.

BOB-Wahl gewichtet die Daten für seine Prognose anhand demografischer Angaben des Alters und des Geschlechts. Die Verteilung weiterer Merkmale floss bereits bei der Zusammenstellung des Teilnehmer für dieses Panel ein. Es handelt sich um den gleichen „Pool“ der bei den vorherigen Befragungswellen Befragten.

Die leichte Verschiebung zwischen Rohdaten und gewichteter Prognose resultiert aus der Korrektur der Geschlechts- und Altersverteilung. Werden Frauen und ältere Bürger stärker gewichtet, dann legt Klaus Franz hier zu. Ein Aspekt der nicht zu vernachlässigen ist, wenn es bei der Stichwahl darum gehen sollte, wer Wähler bewegen kann, zur Wahl zu gehen.

Da die Differenz zwischen beiden Kandidaten sehr gering ist, ist nach unserer Prognose auch nicht unwahrscheinlich, dass es Thomas Eiskirch am Sonntag nicht wird. Allerdings haben mit Ausnahme der Anhänger der Freien Bürger alle Anhängerschaften – selbst die der CDU – den SPD-Bewerber vorn gesehen. Meist nur knapp, teilweise aber recht deutlich – so bei den SPD-Anhängern. Wiederum sind es ungewichtet auch nur ca. 70 %, die Eiskirch vorne sehen. Die übrigen tippten sehr, sehr knapp oder für den CDU-Bewerber. Eine Stimme mehr oder weniger kann am Sonntag den Unterschied ausmachen.

Die September-Befragungswelle lief vom 20. bis 22. September einschließlich und mit 3 Tagen nur ein Drittel so lang wie die bisherigen Befragungswellen im Juli und August.
Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Bochum: Eine Prognose weiterlesen

Thomas Eiskirch (SPD) wahrscheinlich OB von Bochum, aber nur wahrscheinlich

Wahlprognose von BOB-Wahl zur Bochumer Oberbürgermeisterwahl 2015
Wahlprognose von BOB-Wahl zur Bochumer Oberbürgermeisterwahl 2015
Nach dem der SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahlen in Bochum unter 40 % landete, zeichnet sich einer Umfrage des Projekts BOB-Wahl jetzt auch ein knapper Ausgang bei der Stichwahl in Bochum ab. Das wäre nicht das erste mal, das es so knapp wird. Es würde aber reichen, denn mit 52,6 % wären mehr als 47,4 % für Klaus Franz (CDU).

Die Autoren des Projekt BOB-Wahl, darunter der Autor dieses Blogs, kommen aber auch zu dem Resultat, dass ein Wahlsieg von Thomas Eiskirch auf keinen Fall schon sicher ist. Die Kandidaten liegen in der Umfrage zu nahe beieinander. Auch wenn etwa 70 % auch davon ausgehen, dass Thomas Eiskirch (SPD) am Sonntag gewinnt, so ist er nur Favorit. 30 % sehen es anders. Und da dürfte die Chance für Klaus Franz stecken. Es kommt massiv auf die Wahlbeteiligung an.

Ein Unterschied fällt beim Gewichtungsprozess, mit dem BOB-Wahl die Prognose erstellt, gleich auf. Im Rahmen der Gewichtung wird ein zu geringer Anteil an weiblichen und an älteren Teilnehmern an der Umfrage von BOB-Wahl ausgeglichen. Doch wer geht am Sonntag wählen? Welche Prozesse sind es? Es ist nicht anzunehmen, dass Ältere und Junge in gleichen Umfang zur Wahl gehen oder eben nicht. Wer erreicht wen?

Hinzu kommen Erwartungshaltungen, wie sich die Wähler der immerhin 10 weiteren, jetzt ausgeschiedenen Kandidaten verhalten. Hierzu gibt es Erwartungshaltungen, aber eben auch nur diese.

Es wird ein spannender Sonntag, selbst wenn viele der Teilnehmer der Studie mit einem erneuten Sieg für die SPD rechnen. Schau’n wir mal.

Details zum Umfrage-Ergebnis gibt es ab Samstag auf bob-wahl.de

BOB-Wahl

BOB-Wahl ist ein Projekt der drei Blogs Pottblog, Ruhrbarone und Schmidts-Katze. Die Autoren haben in den Monaten Juli, August und September Teilnehmer eines Panels befragt, zu denen sich Bochumer Internetnutzer in den Monaten Mai und Juni freiwillig gemeldet hatten.

OB-Wahl Bochum: Wenig Bewegung in Umfrage

Vom 13. bis 22. August 2015 hat BOB-Wahl, das Umfrage-Projekt zur Bochumer Oberbürgermeister-Wahl, eine erneute Befragung zu den erwarteten Ergebnissen am 13. September 2015 durchgeführt. Diese Umfrage erfolgte genau 4 Wochen nach der Juli-Befragung. Sie erlaubt Ansätze zum Vergleich der Entwicklung. Diesmal sind auch alle 12 Kandidaten bekannt. Die Juli-Umfrage konnte sich nur mit 10 Kandidaten befassen. Alle waren damals nicht bekannt. Nachstehend findet sich eine auf der Befragung beruhende Prognose – in Klammern die Ergebnisse des Vormonats.

SPD-Bewerber Thomas Eiskirch MdL (SPD) kann mit 35,2 % [35,7 %] seinen deutlichen Vorsprung gegenüber dem CDU-Kandidaten Klaus Franz mit 25,8 % [27,3 %] halten. Monika Engel (Grüne) reduziert sich auf 10,4 % [12,1 %]. Die Kandidaten von SPD und Grünen bleiben zusammen bei unter 50 %.

Horst Hohmeier (Die Linke) wird mit 6,9 % [5,7 %] verbessert gesehen, Günther Gleising (Soziale Liste) bei 2,8 % [2,4 %]. Für Wolf-Dieter Liese (AfD) werden 2,9 % [2,8 %] prognostiziert und für Jens Lücking (Freie Bürger) weiterhin 3,8 % [3,8 %]. Omid Pouryousefie geht auf 2,5 % [2,2 %].

Wolfgang Wendtland wird bei 6,2% [6,6 %] gesehen. Marcus Zarkse steht bei 1,1% [1,6 %]. Neu erhoben wurden Werte für den unabhängigen Bewerber Franz-Josef Ermann und den NPD-Bewerber Claus Cremer. Die unten dargestellte Tabelle prognostiziert für Ermann 1% und für den NPD-Kandidaten 1,3 %.


OB-Wahl Bochum: Wenig Bewegung in Umfrage weiterlesen

Keine Überraschung bei der Oberbürgermeister-Wahl?

Die Sitzung des Wahlausschusses der Stadt Bochum am 3. August 2015 war kurz und sehr formalisiert. Die Verwaltung stellte fest, dass alle 12 Kandidaten alle Voraussetzungen für die Wahl erfüllen. Das ist insbesondere für die Kandidaten wichtig, die 420 Unterstützungsunterschriften beibringen mussten. Ansonsten wurden die Rufnamen für die Wahlzettel festgelegt, da zahlreiche Kandidaten über mehrere Vornamen verfügten. Die Kandidaten lauten Thomas Eiskirch (SPD), Klaus Franz (CDU), Monika Engel (Grüne), Wolf-Dieter Liese (AfD), Horst Hohmeier (Linke), Günther Gleising (Soziale Liste), Jens Lücking (Freie Bürger), Claus Cremer (NPD), Wolfgang Wendland (unabhängig), Marcus Zarske (unabhängig), Omid Pouryousefi (unabhängig) und Franz-Josef Ermann (unabhängig).

Die Favoriten im Rennen sind sicher die Kandidaten der beiden großen Parteien: Der SPD-Landtagsabgeordnete und bisherige örtliche Vorsitzende der SPD und Klaus Franz, einst Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der CDU. Besonder hervor sticht die Kandidatur des Alt-Punkers Wolfgang Wendland, bekannt unter anderem durch seine Band ‚Die Kassierer‘. Seine Kandidatur ist klar gegen die von Thomas Eiskirch gerichtet. Wolfgang Wendland erhält bundesweit Zuspruch für seine Kandidatur, aber wird da in Bochum helfen? Kann er oder ein anderer Kandidat eine Überraschung erzielen?
Keine Überraschung bei der Oberbürgermeister-Wahl? weiterlesen

Franz. CDU-OB-Kandidat sieht Stadtverwaltung als Dienstleister

Klaus Franz ist seit Montagabend offiziell Oberbürgermeister-Kandidat der CDU Bochum. Diese hat ihn mit 96 % der anwesenden Mitglieder im Planetarium an der Castroper Straße aufgestellt. Vor dem Wahlgang gab es eine Vorstellung des Kandidaten, der danach auf Ziele im Wahlkampf und eine erste Kampagne einging. Dabei stand gar nicht er im Mittelpunkt. Die Kampagne heißt schlicht: „für Bochum.“ Und damit verbindet Klaus Franz, der 10 Jahre lang in der CDU Verantwortung als Kreisvorsitzender und Fraktionsvorsitzender trug, auch eine Vorstellung. Es geht nicht um ihn oder irgendeinen anderen Kandidaten bei der Wahl. Es geht zuerst einmal um die Bürger und darum, was sie von der Stadterwaltung erwarten. Die Stadt müsse Dienstleister sein, so sein „Credo“.

Und so starte der Wahlkampf des CDU-Kandidaten mit einer Kampagne www.fuer-bochum.de. In dieser taucht der Kandidat gar nicht auf. Es werden Fragen gestellt. Zum Beispiel so: „Willst Du Macht oder lieber Macher?“

Internetseite 'Für Bochum'
Internetseite ‚Für Bochum‘

Und auf den ersten Werbemitteln bleibt Franz dann auch erst einmal Gesichtslos. Es wird Aufkleber „Für Bochum“ in Form einer Sprechblase geben. Und was zum Anpacken: Gartenhandschuhe. Damit setzt sich Franz wie Wolfgang Wendland von der inhaltlichen Vorgabe des SPD-Kandidaten Thomas Eiskirch ab. Dieser fordert gleich eine weitere Gesamtschule für Bochum. Gerätselt wird, welche Schule er dafür schließen wolle. Aber das „er“ ist schon falsch. Am Ende entscheidet sowas der Rat. Dort besteht derzeit eine Mehrheit aus SPD und Grüne.

Wendlands Programm fokussiert stärker, was er im Amt des Oberbürgermeisters tun könne. Ähnlich sieht sich Klaus Franz. Als Oberbürgermeister müsste er ein Vermittler sein. Mehrheiten im Rat ändern sich ja nicht, sondern nur ein Person. Diese hat auch 1 Stimme und die Sitzung zu leiten. Aber das ist kein Stadtpräsident mit diktatorischen Mehrheiten.

Bei der Ähnlichkeit der Ansätze wundert es nicht, wenn – sicher scherzhaft gemeint – Klaus Franz sich in der Stichwahl mit Wolfgang Wendland sieht. Hierzu mehr in einem Artikel im Lokalkompass Bochum: OB-Stichwahl – Franz und Wölfi.

Franz. Oberbürgermeister-Kandidat
Franz. Oberbürgermeister-Kandidat

Jens Lücking kandidiert als OB in Bochum – diesmal für die Freien Bürger

Am Aschermittwoch hat ein weiterer Kandidat seinen Hut in den Ring um das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Bochum geworfen. Mit Jens Lücking will nun der Frontmann der ‚Freien Bürger‘ kandidieren, der selber als einziges Mitglied seiner Liste im Rat vertreten ist. Vor 5 Jahren hatte Jens Lücking noch für die FDP kandidiert. Aus einer Abspaltung von der FDP sind die Freien Bürger im Jahr 2012 hervorgegangen. Bei der Kommunalwahl zum Bochumer Stadtrat im Mai 2014 hatten die Freien Bürger 1,6% erreicht, was für eine nur geringe Verankerung in der Bevölkerung spricht. Bei den OB-Wahlen 2009 hatte der FDP-Kandidat 8,7% mobilisiert.

Angesichts der Zahlen der letzten Kommunalwahl ist die Kandidatur überraschend. Denkbar ist, dass die Freien Bürger das Kalkül der Grünen teilen. Diese kandidieren laut Berichterstattung auch deshalb mit einem eigenen Kandidaten, um im Wahlkampf Mitglieder zu gewinnen. Dabei geht es auch um Schärfung der Wahrnehmung des eigenen politischen Profils.
Jens Lücking kandidiert als OB in Bochum – diesmal für die Freien Bürger weiterlesen

Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister

Es ist die Meldung des Tages in Bochum und in Facebook-Timelines der Region. Der Wattenscheider Punk-Sänger Wolfgang Wendland will im September bei der Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Bochum kandidieren. Das verspricht, den Oberbürgermeister-Wahlkampf medial überregional interessant zu machen. Erste Spitzen von Sympathisanten gehen bereits gegen den vorgeschlagenen SPD-Kandidaten, den Landtagsabgeordneten Thomas Eiskirch (SPD). Wendland verfügt im Gegensatz zu Eiskirch über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ganz so abwegig ist die Kandidatur von Wolfgang Wendland, liebvoll „Woelfi“ genannt nicht. Er war immer schon politisch, nicht nur in den Liedtexte für seine Band ‚Die Kassierer‘. Da wurde schon mal der Polizeipräsident oder SPD und Grüne aufs Korn genommen. Das nur lokal bekannte, öffentliche Geheimnis ist, dass der 53-jährige sich politisch engagiert.

Der politische Weg des ‚unabhängigen‘ Wölfi

Zunächst soll Wolfgang Wendland Mitglied der CDU, Ortsverband Wattenscheid-Stadtmitte, gewesen sein. Aus dieser flog er zwangsweise raus, da die CDU keine Doppelmitgliedschaften und Kandidaturen für andere Parteien erlaubt. Wendland war Kanzlerkandidat der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschland (APPD) geworden.
Diese Kapital wurde abgeschlossen. Die Partei Die Linke kürte Wolfgang Wendland 2009 zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl zur Stadtbezirksvertretung Wattenscheid, das zur Stadt Bochum gehört. Dadurch gewann Die Linke einen Sitz im Nachfolger des Wattenscheider Stadtrates. Dort hat der parteilose Wölfi fünf Jahre lang an der Kommunalpolitik der vor 40 Jahren nach Bochum eingemeindeten Hellwegstadt mitgewirkt.
Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister weiterlesen