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Grünes Artefakt: Neugestaltung Grummer Teiche

Es mag sein, dass die Grummer Teich in Bochum ein naturnaher Park sind. Von extensiver Pflege spricht mancher, wenn möglichst für die Pflege einer Grünanlage ausgeben wird. Auf einer Informationsveranstaltung verwies ein Bürger darauf, dass die Teiche früher einmal alle 10 Jahre gereinigt worden seien. Ist das das Problem? Mangelnde Pflege?

Glaube ich einem Ökologen, der auf dieser Veranstaltung vortrug, dann ist der Grummer Bach ökologisch minderwertig. Wie minderwertig ist aber umstritten mit den Bürgern. Die finden sehr wohl Nistplätze für den Eisvogel und Wasserflöhe. Der Ökologe will den Bach „ökologisch aufwerten“, auch ästhetisch könne einiges verbessert werden.

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Wirksames Grillverbot ohne Grillverbot

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Auf der Bochumer Stadtautobahn findet sich seit Jahren ein Schild „Radar“, das die Fahrgeschwindigkeit effektiver reduzieren soll als ein Tempolimit allein. Eine Radarfalle für Temposünder gibt es dort höchstens gelegentlich.

Schmechtingstal oder Schmechtingwiese heißt der Park hinter den Häuserzeilen der Herner Straße und vor der teilweise gut bürgerlichen Bebauung so etwa des Dichterviertels am Stadtpark. Das ist ein Grünzug, der von der Wiese vorm Bergbaumuseum über die Kleingartenanlage bis zur A40 führt.

Die Stadt Bochum hat dort an der Schmechtingwiese ein neues Schild. Es drückt unter anderem aus, dass das Grillen dort verboten sei. Die Stadtverwaltung hat das Schild in seiner nicht gerade offiziell wirkenden Form dort aufgestellt. Anlass ist, das Grillen, das Überhand genommen haben sollen, damit einzuschränken. Und wie Anwohner und Verwaltung im Umweltausschuss der Stadt berichteten, wirkt es auch. Das Grillen soll weniger ein Problem darstellen, in Form einer Belästigung von Bürgern und Anwohnern.

Die Belästigung kenn ich nicht aus eigenem Erleben. Zuletzt war ich vor etwa 7 bis 8 Jahren zu einem Geburtstagsgrillen unweit einer Hütte im Schmechtingtal. Und daher hier lose die Infos, die mich dazu erreichen:

  • Das Grillen im Schmechtingtal soll nach dem Grillverbot am Kemnader See ausgeufert sein.
  • Es sollen vor allem Migranten dort verstärket gegrillt haben.
  • Das Grillen soll in größeren Familienverbänden erfolgt sein.
  • Das Grillen soll zu erheblichen Mengen zurückgelassener Abfälle geführt haben.
  • Anwohner und Besucher des Parks seien durch Lärm und Rauch belästigt worden.
  • Es seien nicht immer aufgeständerte Grille verwendet worden, so dass der Rasen beschädigt wurde.

Fazit einer Email an mich dazu: „Viele trauten sich gar nicht mehr hinein [ins Schmächtigstal].“

Und jetzt hat die Stadtverwaltung gesagt, dort darf nicht mehr gegrillt werden. Allerdings hat die Stadterwaltung gar keine Grundlage dafür, dies zu bestimmen. Das Schild entfaltet keine Wirkung. Da steht zwar ein Grillverbotschild, es gibt aber gar kein Grillverbot. Ein wenig wurmt und ärgert mich das schon. Ich bin versucht, meinen keine zwei Euro teuren Einweggrill, der vermutlich von chinesischen Kinderhänden zusammengepackt wurde, zu nehmen und aus Protest dort eine Wurst zu grillen!

Auch Die Linke hat das bemerkt und konfrontiert den Stadtrat auf der kommenden Sitzung mit einem „Antrag, die Schilder wieder abzubauen, da sie „irreführend“ seien. Und sie haben sogar recht, dass so ein Verbötchen auch die beschränkt, die quasi ordnungsgemäß grillen ohne andere zu belästigen oder zu schädigen. Wie sieht so was aus? Müll wieder mitnehmen, einen aufgeständerten, nicht zu großen Grill verwenden sowie Lärm und zu starke Rauchentwicklung verhindern. Die Glut oder Asche wird nicht auf den Raßen entsorgt. Einfach mal das gute Benehmen des Grillens beachten!

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Geplante ‚Abschüsse‘ im Höntroper Südpark

Heftig diskutiert wird in Wattenscheid der von der Stadt Bochum geplante Abschuss des Damwilds im Tiergehege im Südpark. Geldmangel ist die Ursache. Berichte dazu finden sich in der WAZ Wattenscheid in den letzten zehn Tagen hier, hier, hier und hier. Ich habe mich dazu schon in einem Kommentar und zu Bürgern geäußert. Gestern habe ich zudem eine Anfrage (siehe unten) an die Verwaltung gerichtet, die heute mit nachstehender Pressemitteilung verbreitet wurde.

Ich befürchte, dass aus haushalterischen Gründen am Ende das Vogelgehege im Stadtgarten und das Tiergehege im Südpark gegeneinander ausgespielt werden. Das gilt es dann abzuwägen.

Tiergehege im Südpark
Schmidt fragt nach „Abschuss“ des Damwilds

Nach Presseberichterstattungen plant die Verwaltung den Abschuss des im Tierge-hege Südpark gehaltenen Damwildes, da der Tierpark aus Kostengründen geschlos-sen werden soll.

„Im Tiergehege darf nicht einfach geschossen werden. Der Abschuss des Damwildes bedarf einer Sondergenehmigung. Ich fände es merkwürdig, wenn die geplanten Ab-schüsse im Tiergehege im Südpark von denen genehmigt werden sollten, die für den Betrieb des Geheges verantwortlich sind.“, erklärt Dirk Schmidt, Mitglied des Rates der Stadt Bochum. Mit der Bitte um Beantwortung zur nächsten Sitzung des Umwelt-ausschusses des Stadt Bochum am 4. November 2010 hat die CDU-Fraktion der Verwaltung einige Fragen zu den Vorgängen um den Südpark gestellt (siehe Anla-ge).

Dirk Schmidt, der sich u. a. bei „Lernort Natur“ engagiert: „Der Verlust des Tiergehe-ges wäre sehr bedauerlich. Gerade in Großstädten bemühen wir uns doch, den Men-schen und insbesondere den Kindern Natur näher zu bringen. Für so ein Anliegen ist das alles kontraproduktiv.“

Bemerkenswert zynisch findet Schmidt ist, wenn sich gerade Vertreter von SPD und Grüne an die Spitze der Bewegung für den Erhalt des Tiergeheges stellen wollen. Es sind gerade diese beiden Parteien, die den Haushalt der Stadt Bochum zu verant-worten haben.

Schmidt weiter: „Ich habe allerdings auch kein Verständnis für Äußerungen aufgereg-ter Bürger gegenüber städtischen Funktionsträgern, auf sie zu schießen zu wollen. Sicherlich sind diese Drohungen nicht ernst zu nehmen. Moderate Töne bei einer Lösungssuche, wie sie Pfarrer Dirks von ‚Du bist Höntrop‘ findet, sind hier hilfreicher.“

Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Ordnung, Si-cherheit und Verkehr am 4. November 2010

„Abschüsse“ im Tiergehege Südpark

Laut Zeitungsberichten (u.a. WAZ Wattenscheid 02. Oktober und 05. Oktober 2010) plant die Verwaltung den Abschuss des im Tiergehege Südpark gehaltenen Damwildes.

Die CDU Fraktion bittet um Beantwortung folgender Fragen:

1. Wird das Tiergehege im Südpark als Wildgehege geführt?

2. Wer ist Genehmigungsbehörde für die Ausnahmegenehmigung des Abschus-ses von Tieren in den befriedeten Bezirken, insbesondere im Wildgehege im Südpark?

3. Wen gedenkt die Verwaltung mit dem Abschuss zu beauftragen?

4. Welches Gremium hat den Abschuss ggf. mit welcher Mehrheit – beschlos-sen?

5. Hält die Verwaltung den Abschuss mit den Grundsätzen des Tierschutzes für vereinbar?

6. Hält die Verwaltung „Geldmangel“ für einen wichtigen Grund, der dazu berechtigt einem Tier Leid zuzufügen bzw. es zu töten?

7. Welche Alternativen sieht die Verwaltung?

Ich bitte um Beantwortung in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses.

Zugesch……. Parkanlagen und Liegewiesen

Uettelsheimer See (Moers), 6-Seen-Platte Wedau (Duisburg), Toeppersee (Duisburg), Revierpark Vonderort (Bottrop/Oberhausen), Ruhrtal (Essen) sind wohlklingende Namen wie aus einem Urlaubskatalog. Dieser Urlaubskatalog gefällt aber nicht nur Menschen, sondern auch Gänsen – allen voran die ursprünglich aus Nordamerika stammende Kanadagans. Dabei mögen Gänse gerade Parkanlagen mit See. Hier finden sich neben dem Gewässer auch Weiden, vormals durchaus als Liegewiese genutzt. Gibt es dann noch genügend ruhige Nistplätze, zum Beispiel auf einer Insel im See, dann steht dem Wachsen einer größeren Population nichts im Wege. Das gilt insbesondere für die Kanadagans, die sich in Europa wesentlich stärker zunächst an die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen angepasst hat und weniger menschenscheu als die heimische Graugans ist. Inzwischen ist die Kanadagans ein Kulturfolger: Sie folgt dem Menschen in seine Freizeit- und Parkanlagen. Das gilt auch für die Metropole Ruhr, was die Liste mit Artikeln zu örtlichen Gänseproblemen am Ende dieses Beitrags belegt.

Im Gegensatz zur Bislicher Insel bei Xanten und weiteren Gebieten am Niederrhein, die der Rats durchziehender Gänse dienen, ist die Angelegenheit in Städten bzw. an den Stadträndern der Metropole nicht nur ekelhaft, wenn ganze Wiesen und Wege zugekotet sind. Gänsekot kann auch eine Badedermitits auslösen. Berichtet wird von Juckreiz und Pusteln, nach dem Aufenthalt auf einer belasteten Liegewiese. Wenige Brutpaar stellen dabei kein Problem dar, allerdings große Kolonien. Die Masse macht das Problem.

Die Bekämpfung der Gänseplage ist bereits nicht einfach. Schonzeiten und Schongebiete dienen dem berechtigten Schutz aller Gänsearten, indem sie die Jagd verbieten. Die Schonzeit kann aber ggf. aufgehoben werden, wenn vorgenannten Probleme auftreten. Allerdings ist es nicht einfach und ungefährlich in Städten und Parkanlagen der Jagd nachzugehen. Das dürfte einleuchtend sein. Man denke auch an die Wildschweinprobleme in großen Städten, insbesondere in Berlin. Es gibt aber auch immer wieder Auseinandersetzungen mit Natur- und Tierschützern, die es meines Erachtens übertreiben und große Populationen erhalten wollen. Heute hörte ich von einem Vorschlag, Kinderspielplätze mit zugekoteten Sandflächen auf betroffenen Wiesen einzuzäunen. Kinder wie im Zoo einzusperren, um den Gänsen in unseren Städten Vorrang zu geben halte ich für falsch. Ich bevorzuge, dass die Kinder zudem auch die Wiesen um den Sandkasten herum nutzen können. Daher verfolge ich Projekte der Umsiedlung und Vertreibung von Gänsen. Ähnliche Probleme und Projekte gibt es seit längerem für Stadttauben.

Man müsste sich eigentlich mal insgesamt mit den Kulturfolgern in unserer Region beschäftigen. Ich fasse den Begriff mal weiter: Tauben, Füchse, (Kanada-)Gänse, Enten (hörte ich aus Gelsenkirchen), Wildschweine, Rehe (hörte ich aus Bochum), Kaninchen (diverse Friedhöfe) und ggf. auch Marder und Marderhunde. Weiß da wer mehr?

Einige Artikel zum Thema

Gans schmutzig im Revierpark Vonderort„, Verena Reimann, WAZ Bottrop, 02.07.2010

Revierpark Vonderort : Gans oder garn nicht„, Dennis Vollmer, WAZ Oberhausen, 24.06.10^0

Unterbacher See : Mit dem Bussard gegen Gänse„, Sonja Schmitz, Rheinische Post Düsseldorf, 06.05.2010

Gänse im Visier, Marcus Schymiczek, WAZ Essen, 24.09.2010

Unterbacher See : Freie Flugbahn für Gänse„, Hans Onkelbach, Rheinische Post Düsseldorf, 21.05.2010

Unterbacher See : Gänse dürfen geschossen werden„, Hans Onkelbach, Rheinische Post Düsseldorf, 14.07.2009

Kanadagänse stören den Frieden : Stadt packt die Flinte aus„, Gregor Herberhold, Duisburg, 04.03.2009

Eingewanderte Gänse fressen Weizenfelder leer„, Harry Seelhoff, DerWesten, 31.07.2009


Bild: „Gänseinvasion“ von fult | photocase.com