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IKEA streicht Projekte auf der grünen Wiese

IKEA wird nicht nach Bottrop gehen, also nicht aufs Kraneburger Feld. Das dürfte in Bottrop und im angrenzenden Essen wie eine Bombe einschlagen. IKEA hatte vor zwei Jahren den Weg gestartet, Planungsrecht zu bekommen. Jetzt bricht es ihn selber ab. Anlass ist eine geänderte Strategie.

Demnach will IKEA zwar nicht nach Bottrop, aber weiterhin im Ruhgebiet expandieren. Dazu gehört eine Erneuerung des Marktes in Essen, aber auch der Wunsch nach Bochum oder Herne zu gehen. Bisher waren dort Gelände an der A43 in Betracht gezogen worden, die abseits der Innenstadt lagen.

Aufgrund gestiegener Zahlen von Menschen ohne Auto will IKEA seine Strategie anpassen. Andere Marktmodelle sollen her, die integrierter in Innenstädten liegen. Ich erinnere mich an die Probleme einen IKEA Homepark in Wuppertal zu errichten, was einem Möbelmarkt samt zusätzlichem Einkaufszentrum entsprochen hätte. IKEA streicht Projekte auf der grünen Wiese weiterlesen

IKEA in Bottrop beginnt den Weg durch die Planungsinstanzen

Mit viel Aufmerksamkeit bedacht, auch hier im Blog, haben der Möbelmarkt IKEA und die Stadt Bottrop am 10.02.2015 ihre Pläne für den Bau eines fünften Möbelhauses im Ruhrgebiet bekannt gegeben. Und BILD verkündet das beispielsweise euphorisch mit den Lettern „Hej, Bottrop“. Ist diese Euphorie begründet? Eine nüchterne Analyse der Pressemitteilung der Stadt Bottrop reduziert die Botschaft darauf, dass versucht werde, die Voraussetzungen für den Bau eines solchen Möbelmarktes im Grenzgebiet der Städte Bottrop, Gladbeck, Essen und Gelsenkirchen zu führen. Laut Pressemitteilung ist dafür mit Gladbeck, Gelsenkircehn und dem Regionalverband Ruhr (RVR) gesprochen worden. Mehr aber auch nicht.

Wenn die Absichtserklärungen von Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) und IKEA-Vertretern genau angeschaut werden, dann bleibt nur, das IKEA nach Bottrop will. Als ideal wird dabei das neue Gewerbegebiet „Am Kraneburger Feld“ im Bottroper Süden (Boy) als Standort angesehen. Für das neue Gewerbegebiet muss aber erst einmal das Planungsrecht geschaffen werden, was sich so liest:

Unabhängig davon sind alle Auswirkungen der Ansiedlung auf die drei Städte und darüber hinaus im Rahmen eines noch durchzuführenden Bebauungsplanverfahrens ausführlich zu untersuchen und zu bewerten. Hierzu zählen insbesondere Umweltauswirkungen, verkehrliche Auswirkungen und Auswirkungen auf die vorhandenen Zentren.

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IKEA auf der Suche nach Platz in der Metropole Ruhr

Stellt man sich die A40 als zentrale Achse durch die Metropole Ruhr vor, dann sind hier zwei IKEA-Märkte aufgereiht: Zum einen Ende hin IKEA im Indupark Dortmund und IKEA in zentraler, innenstädtischer Lage in Essen. Hinzu kommt noch der ebenfalls gut ans Autobahnnetz angebundene Standort in Duisburg am Kreuz A42/A59. Einst gab es noch einen Markt in Dorsten. Etwas ab vom Kern der Metropole gibt es an der A1 einen Standort in Kamen. Das reicht dem IKEA-Konzern nicht. Seine Märkte sind gut ausgelastet. Nachdem die Suche entlang der A43 nicht erfolgreich war, wurde der schwedische Einzel- und Möbelhändler etwas bescheidener. Es wurd ein weiterer Standort entlang der A42 gesucht, es muss auch nicht ein gleich ein ganzes Einkaufszentrum wie das IKEA Scandinavian Centre in Lübeck oder ein Gewerbegebiet „IKEA-Homepark“ mit weiteren Fachmärkten werden.

IKEA-Parkhaus in Essen, Bild: Richard Carr
IKEA-Parkhaus am Berliner Platz, Essen
Zur einstigen Kruppstadt (Weststadt) hin orientiert, direkt hinter dem dort neu entstandenen Einkaufszentrum Limbecker Platz, liegt ein IKEA-Fachmakrt in integrierter Innenstadtlage. Es gibt eine Stadtbahnanbindung über den Berliner Platz, der Teil des Innenstadtrings ist. Es sieht nach mustergültigem Strukturwandel, denn die zweigeschossige, blaue Stahlhalle geht in ein Parkhaus über, das zum inudstriekulturellen Erbe der Region gehört. Darauf der Schriftzug „IKEA“. Hinter dem IKEA findet sich eine Mischung aus Bau- und Möbelmarkt bzw. Möbelmärkten, gegenüber Elektronikhändler und auch ein universitäres Zentrum, nebenan entstehen neue Wohnformen. Der IKEA-Konzern gibt dem Standort des Marktes keine Zukunft. Er sei zu klein für einen Markt samt der begleitenden, meist großflächigen Einzelhändler.

Standorte an der A 43: Bochum und Wuppertal

In Bochum hat IKEA einen Standort nicht weit vom Kreuz A40/A43 gesucht, siehe Pottblog und Möbelage. Allein die Bochumer Kommunalpolitik wollte ihn nicht. Er widerspricht dem Masterplan Einzelhandel der Stadt, denn IKEA macht viel Umsatz – wenn nicht den größten Anteil davon – mit sogenannten zentrenrelevanten Sortimenten. Der schwedische Riese verkauft ja insbesondere Küchenutensilien, Gardinen und Stoffe, Geschirr und Glaswaren, Bilderahmen etc. Der Standort an der A43 zielte auch auf die Kunden aus Recklinghausen, die mal schneller über die Autobahn herausnehme könnten. Ein Standort etwas weiter südlich im Kreuz A1/A43 ist da weniger attraktiv. Hier sehen die Planerwünsche einen IKEA Homepark vor, der neben einem IKEA-Markt weitere Fachmärkte – bildlich als Hallen vorgestellt – vorsieht. Die Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises laufen Sturm gegen den IKEA Homepark, sie befürchten Kaufkraftverluste in ihren städtischen Zentren, wenn so ein Riese vor ihrer Tür entsteht. Der Regionalverband Ruhr (RVR), politische Klammer der Städte der Metropole Ruhr, hat sich mit einer Resolution gegen das Projekt ausgesprochen, das allerdings schon außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs liegt. Die am förmlichen Planverfahren beteiligt Regionalsplanungsbehörde des RVR hat den Wuppertalern mitgeteilt, dass der Bau eines IKEA Homeparks an dieser Stelle nicht zulässig darstellbar sei und rät daher dringend das Bauleitverfahren einzustellen.

Oder an die A43 in Gelsenkirchen

Anders ist die Situation an der A42 in Gelsenkirchen gelagert. Hier hatte die Stadtverwaltung den schwedischen Investor abblitzen lassen. Vergeblich waren offenbar bisher Anfragen in Herne, Castrop-Rauxel und Bottrop. Das anvisierte Gelände in Schalke-Nord ist aufwendig saniert worden, auch unter Verwendung europäischer Fördergelder. Diese Untersagen eine Folgenutzung durch Einzelhandel. Der Protest von Einzelhändlern und Kommunalpolitikern wendet sich bisher nicht gegen eine Ansiedlung fernab des Innenstadtzentrum. Der Einzelhandelsverband begrüßt so ein Vorhaben ausdrücklich. Böse Zungen behaupten, dass es in Gelsenkirchen nichts mehr zu schützen gibt. Im Gegensatz zur Verwaltung wird bei anderen Gelsenkirchener Akteuren, so der CDU-Ratsfraktion, die das Thema in den Stadtrat trägt), eine IKEA-Ansiedlung auch als Chance gesehen. Die rechtfertigt auch eine eventuell Rückzahlung erhaltener Fördergelder, woran der bisher vergeblich suchende schwedische Riese durchaus beteiligt werden könnte. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass IKEA-Märkte ein positiv besetztes Image haben und sich großer Beliebtheit bei Kunden erfreuen. Die Entwicklung einer lahmenden Innenstadt lässt sich nicht unbedingt dadurch fördern, dass einem potentiellen Konkurrenten Steine an die Füße gebunden werden. So könnte die Stadt Gelsenkirchen die erste Kommune sein, die betreffend der Ablehnung eines IKEA-Marktes in nicht integrierter Einzelhandelslage aus der Reihe tanzt.

IKEA ist durchaus noch am Standort Schalke-Nord interessiert. Gespräche laufen nach einem Bericht der WAZ wieder – zumindest mit Politikern. Irgendwo wird der schwedische Riese, der trotz positiven Images auch nur ein Wirtschaftskonzern ist, Kompromisse machen müssen. Das gilt für die Standorte Gelsenkirchen, Essen wie Wuppertal. Aus Düsseldorf ist zu vernehmen, dass zwei Polit-Opas einst verschiedener parteipolitischer Prägung zwecks Lobbyarbeit zum Thema angeheuert wurden und Gespräche führen. Lobbyarbeit des Konzerns lässt sich erahnen. Bei dem Thema gibt es viel zu gewinnen – oder zu verlieren.

Factory Outlet ante portas: nix Roermond, Werl!

Klar, war ich auch schon mal an einem Sonntag in Roermond, Niederlande. Die Innenstadt habe ich nicht gesehen, sondern nur vor den Toren der Stadt das Designer Outlet Roermond, das als factory outlet mit zudem günstigen Preisen wirbt. An Sonn- und Feiertagen ist da ein reges Gedränge und das Parksystem zieht die Fläche umgebender Gewerbebetriebe mit ein.

Shoppingtour, Bild: von Miss x  / photocase.de
Shoppingtour, Bild: von Miss x / photocase.de
Aus der Mitte der Metropole Ruhr brauche ich zu Kleidungs- und Gartenmärkten in den Niederlanden via Düsseldorf etwa eine Stunde Fahrtzeit. Das reicht noch für den Ausflugcharakter. Je weiter östlich ich jedoch herkomme, desto weniger attraktiv wird es. Also entsteht irgendwo Richtung Sauerland Bedarf für ein weiteres Factory Outlet, selbst wenn es sich an nordrhein-westfälischen Ladenöffnungszeiten halten muss: Sonntags dicht.

DOC Roermond und geplantes FOC Werl im Vergleich
Werl ist diese kleine Stadt am Autobahnkreuz Werl. Das ist da, wo eine meiner beiden Autobahnrouten ins Sauerland herlaufen. Über die A40//B1-A44-Direktverbindung bis zum Kreuz Werl. Geschätzte Fahrzeit aus der Mitte der Metropole Ruhr: ca. 30-40 Minuten, stark abhängig vom Verkehr auf der A40.
Daten zum geplanten factory outlet center: 80.000 qm Gesamtfläche, vermietbare Fläche inklusive Grünanlage, Parkplätze, Sozialräume: 25.000 qm, reine Verkaufsfläche für 60 bis 80 „Shops“: 18.000 qm. Zum Vergleich: Nach einer Erweiterung (als circa-Angaben zur Verkaufsfläche) um 7.000 qm ist das Center in Roermond nun etwa 35.000 qm (etwa 70 Shops) groß; in den nächsten Jahren soll es noch stärker wachsen. (Weitere Center im Vergleich im Wikipedia-Artikel: Factory-Outlet-Center.)

Projekte vor den Türen der Metropole Ruhr: IKEA Homepark und FOC Werl
Der Standort ist ideal. Zum Einzugsbereich gehört das östliche Ruhrgebiet mit den Städten Hamm und des Kreises Unna sowie das gesamte Sauerland. Das ruft gleich ein weiteres Projekt vor den Türen des Ruhrgebiets in Erinnerung: den IKEA Homepark bei Wuppertal, am Kreuz von A43, A46 und A1. Bei beiden Projekten regt sich inzwischen Widerstand aus den umgebenden, betroffenen Kommunen. Das sind nicht nur die direkt angrenzenden Gemeinden.

Ich hab dann mal einen Blick in das Regionale Einzelhandelskonzept für das Östliche Ruhrgebiet geworfen, wobei Ruhrgebiet hier auch über die Grenzen des RVR hinaus geht und insbesondere Werl erfasst. Da wird unter Rückgriff auf eine Studie des Regionalverbands Ruhr („Kommunale Daseinsvorsorge bei rückläufiger Bevölkerung“) aus dem Jahr 2005 folgendes angegeben:

„Angesichts schrumpfender Einwohnerzahlen ist der Ausbau weiterer außerhalb der Stadt- und Stadtteilzentren gelegener Einzelhandelsflächen nur in eng definierten Ausnahmefällen zuzulassen.“

Allerdings schrumpft zum Beispiel die Kraufkraft in den mittelgroßen Städten des Ruhrgebiets laut Prognose, während sie an den Rändern und in den kleinen Gemeinde stagniert oder sogar wächst. Das ist für Werl verlockend, wenn dann auch noch 1.000 neue Arbeitsplätze locken.

Der Widerstand gegen dieses Projekt ist groß. An einem Protestschreiben („Hammer Erklärung“) beteiligten sich die Städte Ahlen, Arnsberg, Bergkamen, Bönen, Dortmund, Hagen, Hamm, Iserlohn, Kamen, Lippstadt, Lünen, Menden, Meschede, Paderborn, Schwerte, Soest, Sundern, Unna, Warstein und Werne. Gefordert sind aber auch die Regionalräte Arnsberg und der RVR als Regionalrat Ruhr. Sie haben regionalplanerisch Einfluss. Für die Metropole Ruhr hoffe ich, dass sich zumindest angesichts der gemeinsamen Betroffenheit durch einen Außenstehenden eine gemeinsame Position finden lässt. Zu einer notwendigen Auseinandersetzung mit der Vielzahl eigener Projekte, Erweiterungen und innerstädtischen Shopping-Center sehe ich noch lange keinen Ansatz, geschweige denn für ein einheitliches Konzept fürs Ruhrgebiet.

Metropole Ruhr – Quo vadis?

„Zur Zukunft des Regionalverbands Ruhr: Kulturhauptstadt, Wirtschaftsförderung, Regionalplanung“ lautet der Untertitel einer Veranstaltung der Kommunalpolitischen Vereinigung Herne (KPV) am Montag, den 08.02.2010 um 19 Uhr in Herne. Der genaue Ort steht noch nicht fest. Referent werde ich sein. Eingeladen wurde ich dazu heute vom neuen Vorsitzenden der KPV Herne, Herrn Peter Neumann-van Doesburg. Das freut mich.

Im Vorfeld der Landtagswahl am 9. Mai 2010 werde ich auch darlegen können, warum es für die Metropole Ruhr wichtig ist, dass in Nordrhein-Westfalen weiterhin die CDU regiert.

RVR übernimmt die Regionalplanung in der Metropole Ruhr

Es ist soweit: Etwa 35 Jahre nach die damalige SPD-Landesregierung dem Ruhrgebiet die Kompetenz für die Regionalplanung entzogen hat, kehrt sie nun aus Arnsberg, Düsseldorf und Münster zurück. Der Regionalverband Ruhr (RVR) gibt aus diesem Anlass im Haus der Metropole Ruhr, dort wo ich arbeite, um 17 Uhr einen kleinen Empfang. Da werde ich kurz reinschauen, denn für dieses Ziel hat die CDU und gerade auch die CDU-Fraktion im RVR lange gekämpft.

Oliver Wittke zum Regionalverband Ruhr

Auf der Bezirksversammlung der Jungen Union Ruhrgebiet sprach am Dienstag, den 28. Juli 2009, Oliver Wittke MdL. Oliver Wittke ist seit 2008 Vorsitzender der CDU Ruhr und war von 1990 bis 1996 Vorsitzender der Jungen Union Ruhrgebiet. Das hab sogar ich noch als JU-Kreisvorsitzender erlebt.

Die Rede dauerte insgesamt über eine halbe Stunde, in der Delegiertenwahlen ausgezählt wurden. Ich hab daraus 6’37“ herausgeschnitten, in denen es um die Metropole Ruhr und den Regionalverband Ruhr geht. Ist sicher viel, aber kürzen ist äußerst mühselig. Oliver Wittke hat frei gesprochen und es konnte ihm gut zugehört werden.

In der Rede ist eigentlich alles Wesentliche drinnen, was zur Zeit drinnen sein müsste. Er kritisiert die derzeitige Führung des Regionalverbands Ruhr für den dort herrschenden Stillstand, geht auf die neu übertragene Regionalplanung und die Situation des öffentlichen Nahverkehrs ein. Er kritisiert die Grünen, die in Sonntagsreden für die Metropole seien, dann am Montag aber die SPD unterstützen, die das gerade nicht will. Und so weiter …