Schlagwort-Archive: Schauspielhaus

Anwohnerparken P9 Schauspielhaus

In vielen Häuserblöcken in der Bochumer Innenstadt gibt es mehr Fahrzeuge als Parkplätze. Auch außerhalb des Gleisdreiecks im Ehrenfeld ist das so. Und da wundere ich mich, weshalb das Parkhaus P9 nie überfüllt ist. Als ich am Dienstag dort parkte gab es mindestens eine Vorstellung im Schauspielhaus. Der Theatertarif für 4 € kam zum Einsatz, auch wenn ich selber gar nicht ins Theater wollte. Einen Parkplatz habe ich den Straßen rundherum vergeblich gesucht.

Bereits auf der zweiten Parkebene ist es recht leer. Ich parke auf der Dritten, wo all die verhüllten Oldtimer stehen. Aber auch eine Porsche steht sich die Reifen platt. Laut Kennzeichen darf er nur von April bis Oktober im öffentlichen Straßenraum bewegt werden.

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Der Besuch der Alten Dame, oder: Sparen, Sparen, Sparen

„Im Schauspielhaus feiert Friedrich Dürrenmatts moderner Klassiker „Der Besuch der alten Dame“ am 30. April in der Regie von Anselm Weber Premiere. In der Rolle der großen Rächerin, die als Katalysator für die allgemeine Käuflichkeit wirkt, steht als Gast Mechthild Großmann auf der Bühne des Schauspielhauses.“ (Pressebrief)

Die Inszenierung, Bühnenbild und Schauspieler überzeugten. Es war eine tolle Premiere am Donnerstagabend im Schauspielhaus Bochum. Gute Unterhaltung mit einer Tragikkömödie, in der die Leistung insbesondere auf Mechthilds Großmanns Darstellung der Alten Damen beruht. Das Stück feierte Premiere wenige Tage, nachdem Intendant Anselm Weber erklärt hatte, nach der Spielzeit 2016/17 an das Schauspiel Frankfurt zu wechseln. Und das heiß auch weg von einem Schauspielhaus in Bochum, dass in finanzielle Schieflage geraten war. Zufall, dass die Erklärung des geplanten, wenn auch noch zustimmungspflichtigen, Wechsel kurz vor diese Premiere fällt. Das Rahmengeschehen verführt dazu, paralleln zur Handlung zu ziehen.

Sparen, Sparen, Sparen

Da klagt der Lehrer in „Der Besuch der Alten Dame“ über das andauernde Sparen, Sparen, Sparen. Das schweift der der Blick natürlich auf das Bühnebild. Sie sind in Bochum oft karg, als sei die American Drama Group mit Minimalrequisite unterwegs. Hinten im leeren Raum, gehören getünchte Backsteinwände und einsehbare Bühnentechnik zum Bühnenbild. Not macht erfinderisch? Wie klingt das Klagen des Lehrers nach einem Klagen über die finanziellen Engpässe und marode Bausubstanz. Dann ist auch schnell das Klagen über den Verlust europäischer Werte ein Klagen über Verlust an Kultur. Was wird hier mit Ill geopfert? Die Kultur, das Theater, die Werte? Ziehen wir den Konsum auch in öffentlichen Haushalten der Kultur vor?

Ensemblem als Chor
Chor, Foto: Thomas Aurin

Schluss damit. Die Aufführung des modernen Klassikers lebt der von der schauspielerischen Leistung des Ensembles. Die Zuschauer sind in das Stück einbezogen. Sollen wir aufzeigen bei der Abstimmung der Gemeindeversammlung über die Stiftung, die Ills Tod bedeutet? Anselm Weber klagt uns als Zuschauer auch der Korruption an. Was wäre, wenn wirklich einer aufzeigte? Es tut keiner. So opfern auch wir Ill. Und die Kultur.

Könnten die geschlossenen Wagner-Werke eine Analogie zu den in Abbruch befindlichen Opel-Werken sein?

Fotos: Thomas Aurin, Schauspielhaus Bochum

Viel Lärm um Nichts, Schauspielhaus

Shakespeares Komödie ‚Viel Lärm um Nichts‘ hatte am Samstagabend Premiere im Schauspielhaus Bochum. Die unter der Regie von Olaf Kröck (und Ensemble, siehe dazu RN)entstandene Adaption ist keine textgetreue Wiedergabe verbunden mit einer Kostümschlacht. Wer diese Form des ‚klassischen Theaters‘ sucht, war falsch? Szenen vermeintlich modernen Sprachgebrauch angepasste Passagen wechseln mit Bruchstücken ursprünglichen (deutschen) Texts. Der Plot wurde in ein Krankenhaus verlegt. Das Bühnenbild überzeugte.

In die Komödie waren Slapstick-Einlagen eingebaut. Diese waren vorhersehbar, was mich nicht gestört hat. Anders sahen das meine Begleitung und weitere Zuschauer. Beim zweiten Slapstick war zu hören: „Jetzt mach doch weiter.“ Aber des dauerte, bis der Ping-Pong-Ball erfolgreich auf dem Tischtennis-Tisch landete.
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Künstler für Opel – Solidaritätsaktion vorm Schauspielhaus

Die Arbeit bleibt hier - keine Werksschließung
Bochumer Künstler für Opel: Die Arbeit bleibt hier – keine Werksschließung
Am Dienstagabend fand auf dem Hans-Schalla-Platz die Solidaritätsaktion statt, zu der Bochumer Künstler und das Schauspielhaus geladen hatten. Solche Aktivitäten vor dem markanten Stadttheater an einer innenstädtischen Straßenkreuzung haben unter wechselnden Intendanten und Krisen in der Ruhrgebietsstadt Tradition. Reden und Solidaritätsadressen gab es von Bochums Oberbürgermeisterin, Gewerkschaftsvertreter aus Deutschland und Bochums spanischer Partnerstadt Oviedo sowie von Künstlern. Sie gestalteten das Programm mit Musik und insbesondere dem Wort.

Den Sinn der Veranstaltung unter dem Motto „Die Arbeit bleibt hier – keine Werksschließung in Bochum“ liefert mir der asturische Gewerkschaftler, der auf ein spanisches Lied verwies. Darin heiße es, dass wer kämpfe, verlieren können. Wer aber nicht kämpfe, der habe bereits verloren. Wie die Veranstaltung ist dies an die Führung von Opel und General Motors adressiert. Hier stehen diese Woche weitere Gespräche und Sitzungen an, von denen Entscheidungen erwartet werden. Und insbesondere eine klare – klarere und deutliche – Aussage für die Zukunft von Opel in Bochum.

Das nachstehende Video entstand auf der Veranstaltung unter Mitwirkung von Christian Haardt, Landtagsabgeordneter der CDU.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=9G3eLZBNtiY

Weitere Berichte
Natürlich fokussiert auf die Großen Namen Weber, Rohde, Goosen, Bender, die insbesondere zu Beginn auftraten, gibt es weitere Berichterstattung. Opels Betriebsratschef Rainer Einenkel nennt auf seiner Seite „wir-gemeinsam.eu“ alle angmeldeten Künstler: Frank Goosen, Bochumer Symphoniker, Armin Rohde, X-Vision, Hennes Bender, Sebastian 23, Bahnhof Langendreer, Fidena, Prinz Regent Theater, Rottstr 5 Theater, Museum Bochum, Kulturhaus Bochum e.V. Thealozzi, Mitglieder des Schauspielhauses, Starlight Express, VfL Bochum

Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes“ (WAZ Bochum, 26.06.2012)

Bochumer Künstler für Opel“ (WDR Lokalzeit Ruhr, TV-Ausgabe vom 26.06.2012)

Und dann fand ich noch diesen Blogbeitrag eines gewissen Detlef.