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HelloFresh – Teures Fresspaket für Hipster

Einkaufen wird immer mehr zum Online-Shopping. Bei Lebensmitteln stellt das aber immer noch eine Herausforderung dar – für potentielle Käufer und Verkäufer. So haben wir schon verschiedene Konzepte diskutiert und einiges ausprobiert. Angefangen hat das mal mit der Entwicklung eines Speiseplans für eine Woche und Ideen, alles für eine Woche in einem Paket zu bekommen. Jetzt kam mit einer Amazon-Lieferung auch eine Gutschein über 20 € für den Lieferdienst HelloFresh. Das schien zunächst eine erste Lieferung preislich zu halbieren. Also haben wir den Test gewagt.

POSITIV

Screenshot HelloFresh: Bestellvorgang
Screenshot HelloFresh: Bestellvorgang

Die Internetseite von HelloFresh ist gut gestaltet und so war das Bestellen ein Klacks. Allerdings stellte sich heraus, dass es sich um ein Abonnement von Lieferungen handelt. Diese können unter anderem beliebig unterbrochen werden, der Dienst ist recht flexibel. Und für uns war es auch möglich einen abendlichen Liefertermin zu bekommen, so dass wir bei Paketankunft auch sicher zuhause sind. Ansonsten kann das Paket mit etwas Aufwand auch an einen Nachbarn geliefert werden, wenn man das will. Also kam am Vortag eine Email an:

Du erhältst Deine leckere HelloFresh Box diese Woche am:
Dienstag, den 10.03.2015 zwischen 18:00 und 20:00 Uhr.

Und das hat dann auch gut geklappt bei beiden Paketen. Die Waren beider Lieferungen waren in einem großen Karton verpackt samt Kühlakku für die leichter verderblichen Lebensmittel. Rezeptkarten waren dabei und über das Material und seine Qualität kann nicht geklagt werden.
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Einkaufen mit dem Handscanner

Das Personal an der Kasse im Markt lässt sich reduzieren und damit Kosten sparen. Bei Ikea habe ich zum Beispiel die Möglichkeit, selber meine Waren zu scanne und bei vier solcher Scanner-Kassen steht dann nur eine Hilfsperson herum. Anstatt stationärer Kassen und Scanner-Systeme versucht es die französische Supermarktkette „Carrefour“ mit mobilen Systemen. Hier erhält der im hauseigenen Treueprogramm registrierte Kunde ein Handgerät gegen RFID-Identifizierung, um seine EInkäufe selber zwecks Abrechnung aufzulisten.

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Das ist ganz praktisch. Während des Einkauf sehe ich, wie viel ich bereits ausgegeben habe. Es ist aber auch zeitintensiv, jedes Mal den Barcode an der Ware zu suchen. Dabei habe ich den Eindruck, das französische Kassiere wie ich als ungelernte Kunde an den Barcode herangehen. Da wird jeder Barcode an der Ware einzeln gesucht. Kein Vergleich zu den Fachkräften, die genau wissen, wo jeder Code an jedem Artikel ist. Hier kann ein kultureller Unterschied bestehen, der deutsche Kassierer schneller arbeiten lässt.

Der Geschwindigkeitverlust wird ausgeglichen durch die genaue Kontrolle für den Kunden und das schnelle Bezahlen an der Kasse.

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Leider konnte ich das Bezahlen nicht ausprobieren. Plötzlich war unser Einkaufswagen weg. Nach Ausrufen im Supermarkt tauchte er wieder auf, aber ohne das Gerät. Warum so ein Gerät stehlen? Nachprüfungen ergaben, dass nicht mit dem Gerät bezahlt werden kann. Das Problem hat der Supermarkt dessen Handgeräte verschwinden. Da haben stationäre Kassen mit angekabelten Geräten einen Vorteil.

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Ich hab dann doch normal bezahlen müssen mit einem weiteren Scan jedes Artikels.

Die Technik eines solchen Handgeräts beherrscht jedes Smartphone: Scannen per Kamera, Barcode auslesen, Daten aus dem Internet holen. Die Geräte könnten sehr preiswert werden oder auf eine App reduziert werden, die aufs eigene Telefon geladen wird.

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Wer braucht ein Einkaufszentrum als City-Killer in der Bochumer Innenstadt?

Kaufleute im Umfeld der IHK sind zu dem Schluss gekommen, dass die Bochumer Innenstadt noch Platz und Bedarf für 20.000 qm Einzelhandelsfläch habe. Für einige Kaufleute ist es hingegen die Grenze dessen, was sie maximal noch verträgt. Die Zahl ist bereits angejahrt. Auch wenn es angesichts der zahlreichen Leerstände in der Innenstadt, auch in Einkaufszentren wie der Drehscheibe, nicht so aussieht, so findet doch eine Entwicklung statt: Aus der ehemaligen Westfalenbank ist ein feiner Einkaufstempel geworden, das Modehaus Baltz hat sich vergrößert, in der Mayerschen Buchhandlung gibt es jetzt „Shop in Shop“ und C&A hat sich um eine Etage an Verkaufsfläche verringert. Am Horizont steht neuer Einzelhandel auf Teilen des Geländes der früheren Schlegelbrauerei gegenüber dem Rathaus – 2.500 qm wurden laut Mitteilung der Stadtverwaltung dort genehmigt. Wofür und von wem werden die Flächen eines Einkaufszentrums mit mehreren 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche benötigt?

City-Killer in der Bochumer Innenstadt
Eine These wundert mich besonders bei den Befürwortern eines weiteren Einkaufszentrums: Wie soll denn mit so einem Einkaufszentrum eine neue Qualität in die Bochumer Innenstadt gebracht werden. Ich erwartet da die gleichen Filialisten und Ketten wie überall. Davon hat Bochum genug. Das Projekt hilft nicht. Da es frühestens 2019 realisiert werden wird, droht bis dahin Stillstand. Darüberhinaus wartet Akteuere vor weiteren Entscheidungen gerade diese Entscheidung ab.

Mehr auf einer speziellen Website…
Ich will das Thema hier nicht in aller Breite diskutierten.Das geht gar nicht, das geht noAntrag CDU Stopp City-Killer h gar nicht und dafür reicht der Platz nicht. Ich wende mich gegen das Projekt. Solange die Stadt Bochum noch keine Ausschreibung vorgenommen hat, um einen – oder den einzig möglichen – Investor zu finden, lässt sich eines Erachtens noch was erreichen. Danach ist es zu spät bzw. nur mit Schaden möglich, den Kurs zu ändern.

Auf der Internetseite „CityKillerBochum“ bei Facebook und im Internet findet sich mehr.

Im Dezember 2012 habe ich bereits einen Antrag gegen so ein Shopping-Center für den Kreisparteitag der CDU Bochum am 23. Februar 2013 verfasst, der derzeit in der Partei diskutiert wird. Diese Woche habe ich den Antrag erstmals in einem Gremium vorgestellt. Hier der Antragstext:Antrag CDU Stopp City-Killer

IKEA auf der Suche nach Platz in der Metropole Ruhr

Stellt man sich die A40 als zentrale Achse durch die Metropole Ruhr vor, dann sind hier zwei IKEA-Märkte aufgereiht: Zum einen Ende hin IKEA im Indupark Dortmund und IKEA in zentraler, innenstädtischer Lage in Essen. Hinzu kommt noch der ebenfalls gut ans Autobahnnetz angebundene Standort in Duisburg am Kreuz A42/A59. Einst gab es noch einen Markt in Dorsten. Etwas ab vom Kern der Metropole gibt es an der A1 einen Standort in Kamen. Das reicht dem IKEA-Konzern nicht. Seine Märkte sind gut ausgelastet. Nachdem die Suche entlang der A43 nicht erfolgreich war, wurde der schwedische Einzel- und Möbelhändler etwas bescheidener. Es wurd ein weiterer Standort entlang der A42 gesucht, es muss auch nicht ein gleich ein ganzes Einkaufszentrum wie das IKEA Scandinavian Centre in Lübeck oder ein Gewerbegebiet „IKEA-Homepark“ mit weiteren Fachmärkten werden.

IKEA-Parkhaus in Essen, Bild: Richard Carr
IKEA-Parkhaus am Berliner Platz, Essen
Zur einstigen Kruppstadt (Weststadt) hin orientiert, direkt hinter dem dort neu entstandenen Einkaufszentrum Limbecker Platz, liegt ein IKEA-Fachmakrt in integrierter Innenstadtlage. Es gibt eine Stadtbahnanbindung über den Berliner Platz, der Teil des Innenstadtrings ist. Es sieht nach mustergültigem Strukturwandel, denn die zweigeschossige, blaue Stahlhalle geht in ein Parkhaus über, das zum inudstriekulturellen Erbe der Region gehört. Darauf der Schriftzug „IKEA“. Hinter dem IKEA findet sich eine Mischung aus Bau- und Möbelmarkt bzw. Möbelmärkten, gegenüber Elektronikhändler und auch ein universitäres Zentrum, nebenan entstehen neue Wohnformen. Der IKEA-Konzern gibt dem Standort des Marktes keine Zukunft. Er sei zu klein für einen Markt samt der begleitenden, meist großflächigen Einzelhändler.

Standorte an der A 43: Bochum und Wuppertal

In Bochum hat IKEA einen Standort nicht weit vom Kreuz A40/A43 gesucht, siehe Pottblog und Möbelage. Allein die Bochumer Kommunalpolitik wollte ihn nicht. Er widerspricht dem Masterplan Einzelhandel der Stadt, denn IKEA macht viel Umsatz – wenn nicht den größten Anteil davon – mit sogenannten zentrenrelevanten Sortimenten. Der schwedische Riese verkauft ja insbesondere Küchenutensilien, Gardinen und Stoffe, Geschirr und Glaswaren, Bilderahmen etc. Der Standort an der A43 zielte auch auf die Kunden aus Recklinghausen, die mal schneller über die Autobahn herausnehme könnten. Ein Standort etwas weiter südlich im Kreuz A1/A43 ist da weniger attraktiv. Hier sehen die Planerwünsche einen IKEA Homepark vor, der neben einem IKEA-Markt weitere Fachmärkte – bildlich als Hallen vorgestellt – vorsieht. Die Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises laufen Sturm gegen den IKEA Homepark, sie befürchten Kaufkraftverluste in ihren städtischen Zentren, wenn so ein Riese vor ihrer Tür entsteht. Der Regionalverband Ruhr (RVR), politische Klammer der Städte der Metropole Ruhr, hat sich mit einer Resolution gegen das Projekt ausgesprochen, das allerdings schon außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs liegt. Die am förmlichen Planverfahren beteiligt Regionalsplanungsbehörde des RVR hat den Wuppertalern mitgeteilt, dass der Bau eines IKEA Homeparks an dieser Stelle nicht zulässig darstellbar sei und rät daher dringend das Bauleitverfahren einzustellen.

Oder an die A43 in Gelsenkirchen

Anders ist die Situation an der A42 in Gelsenkirchen gelagert. Hier hatte die Stadtverwaltung den schwedischen Investor abblitzen lassen. Vergeblich waren offenbar bisher Anfragen in Herne, Castrop-Rauxel und Bottrop. Das anvisierte Gelände in Schalke-Nord ist aufwendig saniert worden, auch unter Verwendung europäischer Fördergelder. Diese Untersagen eine Folgenutzung durch Einzelhandel. Der Protest von Einzelhändlern und Kommunalpolitikern wendet sich bisher nicht gegen eine Ansiedlung fernab des Innenstadtzentrum. Der Einzelhandelsverband begrüßt so ein Vorhaben ausdrücklich. Böse Zungen behaupten, dass es in Gelsenkirchen nichts mehr zu schützen gibt. Im Gegensatz zur Verwaltung wird bei anderen Gelsenkirchener Akteuren, so der CDU-Ratsfraktion, die das Thema in den Stadtrat trägt), eine IKEA-Ansiedlung auch als Chance gesehen. Die rechtfertigt auch eine eventuell Rückzahlung erhaltener Fördergelder, woran der bisher vergeblich suchende schwedische Riese durchaus beteiligt werden könnte. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass IKEA-Märkte ein positiv besetztes Image haben und sich großer Beliebtheit bei Kunden erfreuen. Die Entwicklung einer lahmenden Innenstadt lässt sich nicht unbedingt dadurch fördern, dass einem potentiellen Konkurrenten Steine an die Füße gebunden werden. So könnte die Stadt Gelsenkirchen die erste Kommune sein, die betreffend der Ablehnung eines IKEA-Marktes in nicht integrierter Einzelhandelslage aus der Reihe tanzt.

IKEA ist durchaus noch am Standort Schalke-Nord interessiert. Gespräche laufen nach einem Bericht der WAZ wieder – zumindest mit Politikern. Irgendwo wird der schwedische Riese, der trotz positiven Images auch nur ein Wirtschaftskonzern ist, Kompromisse machen müssen. Das gilt für die Standorte Gelsenkirchen, Essen wie Wuppertal. Aus Düsseldorf ist zu vernehmen, dass zwei Polit-Opas einst verschiedener parteipolitischer Prägung zwecks Lobbyarbeit zum Thema angeheuert wurden und Gespräche führen. Lobbyarbeit des Konzerns lässt sich erahnen. Bei dem Thema gibt es viel zu gewinnen – oder zu verlieren.

Eastgate – Das Unbehagen mit einem ECE-Einkaufszentrum

Shopping-Center Eastgate an der Marzahner Promenade

Die Tage war ich in Berlin-Marzahn. Was willst Du da?, hörte ich es später fragen. Marzahn ist gar nicht so schlimm wie sein Ruf! Die Denkfigur kommt mir aus der grünen Metropole Ruhr bekannt vor. Ich wollte mir da die eine oder andere städtebauliche Entwicklung ansehen. Und so landete ich auch im Zentrum, an der Marzahner Promenade mit dem Einkaufszentrum Eastgate.

Und dann war ich da shoppen. Ich war im Einkaufzentrum an dieser Promenade. Es ist direkt an die Brücke zur S-Bahn-Endstation montiert. Und es war schön da. Wir schlenderten durch die Mall und aßen zu Abend in einem gut besuchten food court. Klar, das hätte ich auch irgendwo zuhause bekommen könne. Selbst die Einrichtung der Shopping-Center ähnelt sich: Geländer, Schilder, Parkhausgestaltung etc. Ich hab mich da wohl gefühlt – keine Frage.

Dann fragte ich mich, ob Betreiber dieses Centers wohl die ECE Projektmanagement ist, die Einkaufs-Center-Entwicklungsgesellschaft; korrekt „ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG“ mit Sitz in Hamburg. Ich konnte nur eine Schild zum Centermanagement finden, nicht mit einem Hinweis auf die Gesellschaft. Die Website des Eastgate half mir aber weiter. Ja, es ist ein Objekt der ECE!

Bochum: Mehrere Gebäude, kein Monolith!
Das wäre dann doch die nette Gelegenheit für ein Foto. In Essen gibt es nach der Öffnung Centers am Limbecker Platz viele zu beobachtende Entwicklung in der Innestadt – nicht nur Gutes. In Bochum gibt es bereits Objekte von ECE. Eventuell kommt eines auf dem Gelände des frei werdenden Landgerichtsgebäudes hinzu. Da wird bereits länger diskutiert und verhandelt. Ich meine, es sind bereits 4 Jahre. Ein Beschluss des Stadtrats stammt aus 2010.

Eine wesentliche Vorgabe für das Bochumer Projekt ist die Aufteilung des Areals in mehre Blöcke mit separaten Gebäuden, aber auch Stockwerkzahl. Es gibt halt Dinge, die nicht gewollt sind. Schöne Skizzen habe ich im Kopf. Einzelne Häuserblöcke zwischen denen die Mall verläuft. Nein, nicht zwischen den Häusern, sondern von Haus zu Haus, um die Straßen zwischen den Blöcken zu überwinden. Eine Mall, die die Shopper im Einkaufszentrum hält ist mir – und nicht nur mir – ein Graus. Es geht um eine Belebung der Innnestadt. Und so soll so ein Einkaufszentrum in die Innenstadt hineinstrahlen. Idealerweise mit Geschäften, die vom Center hinaus Richtung Straße, hier die Viktoriastraße und den Buddenbergplatz offen sind. Wäre das nicht eine tolle Zukunft: Eine belebte Vikoriastraße und ein Buddenbergplatz, die mit Fußgängern, Kaffees und vielleicht sogar kleinen Ständen gefüllt ist. Eine belebte Vikotriastra0e, eine belebte Kortumstraße, eine attraktiver Bongard-Boulevard!

Wo bleibt das Leben vorm Center?
In Marzahn sah ich die Promenade vor dem Eastgate-Center. Einen Brunnen gibt es da und die Läden des Eastgate reihen sich entlang dieser nach Urbanität schreienden Fußgängerzone. Nur zwei Dinge fehlten hier: Die Fußgänger und die Eingangstüren zu den Läden. Es herrschte dort kein rummelige Leben – im Gegensatz zum food court. Die Fotomontage zeigte es: keine zur Promenade hin geöffneten Läden, kaum Fußgänger, keine Café. Dafür Notausgänge. Klar die müssen sein, aber auch die Läden zeigten durch die Türen nur die Rückseiten ihrer Dekoration.
Die Fotomontage zu diesem Artikel gibt die Teile der Fußgängerzone wieder, die am Eastgate im 90-Grad-Winkel aufeinander treffen. Ebbe! Nur eine Momentaufnahme?
Ich las von einem neuen städteaulichen Projekt, das mit Fördergeldern angegangen werden soll, um nun endlich die Marzahner Promenade zu beleben. Das Eastgate gibt es seit 2005. Den Bushafen davor („Marzahner Promenade“) seit 2012. Wann kommt das Leben ins Zentrums von Marzahn?

Ich will nicht, dass Bochum so endet. Es ist zwar Oberzentrum, aber muss sich zwischen Dortmund und Essen behaupten. Essen scheint mir gerade einen Fehler gemacht zu haben. Die Nase vor hat Dortmund. Hier gibt es gerade die schönste Innenstadt mit urbanem Flair beim Shoppen.

Vorerst kein verkaufsoffener Sonntag in 2012 in Bochum

Kein verkaufsoffener Sonntag 2012, mit "schon wieder" von mem-film.de / photocase.deEs sah zunächst nach der jährlichen Pflichtübung aus: Die Abstimmung im Rat war von den Fraktionen freigegeben worden und am Ende würden die Protokollführer des Bochumer Stadtrates zählen müssen. Und am Ende hätten quer durch die Fraktionen diejenigen eine Mehrheit, die verkaufsoffene Sonntag zu den Stadtfesten begrüßten. Die Mehrheit dieser, zu denen ich gehöre, war in den letztem Jahren geschrumpft. Und so geschah es: Denkbar knapp mit 37 zu 36 Stimmen bei 2 Enthaltungen stimmte der Rat gegen die Vorlage Nr. 20112378.

Die Vorlage hielt die Regeln ein. 13 Ausnahmen sollte es geben, aber so, dass oft 2, aber nie mehr als 3 Sonntage in einem Stadtteil geöffnet wären. Gesetzlich erlaubt sind 4. Nur ein Adventssonntag wurde gestattet und die geöffneten Sonntagnachmittage waren allesamt an Fest gebunden: Weinfest und Gertrudisfest in Wattenscheid, „Bänke raus“ in Langendreer, Bergarbeiterfest in Hofstede, Lindener Meile sowie einige Frühlingsfeste, Osterfeste und wochenendliche Weihnachtsmärkte. Daraus wird vorerst nichts. In Bochum bleiben die Läden dicht.

Die Falle der freie Abstimmungen in den letzten Jahren
Ursächlich für die zugenommene Zahl der Abnehmer könnte eine Allianz von Gewerkschaften und Kirchen gegen die Sonntagsöffnungszeiten sein. Laut Zeitungsberichten sprachen der Einzelhandelsverband als Antragssteller und -befürworter nicht mit der Allianz der Gegner. Das kann ein Fehler gewesen sein. Allerdings erlebte ich von einigen fehlenden Stimmen nach der Abstimmung ein Bedauern. In solchen Momenten bin ich dann immer irritiert über Ratsmitglieder, die ihrer Fehlen bei der Ratssitzung oder im Abstimmungsraum bedauern, aber auch über die, die dann doch lieber anders oder für einen Kompromiss gestimmt hätten. Sie haben es auch nicht und es lag auch keine Kompromiss vor. Und das kann auch die Falle gewesen sein: Die Oberbürgermeisterin hatte sich in den letzten Jahren nicht mehr um eine Mehrheit für ihre Verwaltungsvorlage bemüht, sondern an das Verfahren gewöhnt. Die Reduktion von 4 zulässigen auf maximal 3 geöffnete Sonntage war dann nicht genug.

Ich denke, dass da noch was geht. Einige Ratsmitglieder dürften bei einer geringeren Zahl – und vermutlich einfachereren Aufteilung auf die Stadtteile – eher geneigt sein, zuzustimmen. Der Einzelhandelsverbands wird sich fragen müssen, ob er es nochmal mit einem neueren, modifizierten Antrag versuchen will oder sich geschlagen gibt. Für den Bochumer Einzelhandel ist das schlecht.

Die Grünen waren natürlich gegen die sonntägliche Öffnung. Damit sind sie auf Linie, was vorgesehene Verschärfungen des Ladenschutzgesetzes in NRW angeht. Sie legen es darauf an, den Bürgern vorzuschreiben, wie sie zu leben hätten.

Aus für Sonntags-Shopping in Bochum“ (Ruhrnachrichten, Benedikt Reichel, 02.02.2012)

Kein verkaufsoffener Sonntag in 2012“ (WAZ, 02.02.2012)

Allianz gegen Handel – Streit um Sonntag-Shopping“ (Ruhrnachrichten, 01.02.2012)


Bild zum Artikel unter Verwendung von „schon wieder?“ von mem-film.de / www.photocase.de