Schlagwort-Archive: SPNV

1.000 neue Fahrradboxen im RRX-Gebiet

„1.000 Fahrradboxen mit elektronischen Schließsystemen und einem Anteil, der online spontan gebucht werden kann, sollen im Gebiet des VRR entstehen. 186 davon allein in Bochum, da es hier viele geeignete Standorte gibt“, berichtet Dirk Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion über Beratungen der letzten Tage in Bochum und Essen. Beschlossen wurde dort ein Förderantrag mit dem Titel VRRadboxen.

Fahrradboxen am S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop werden ausgetauscht

„Bochum verfügt derzeit über bescheidene 32 Boxen. Leider sind sie in einem erbärmlichen Zustand. Die Boxen am S-Bahnhof Höntrop sind total schmutzig, sie werden ersetzt. Die neuen Boxen erhalten ein elektronisches Schließsystem, so dass das Problem verloren gegangener Schlüssel der Vergangenheit angehört“, so Dirk Schmidt weiter.

Auch freut den CDU-Politiker, dass gerade Städte entlang des RRX-Korridors sich beteiligen. Damit bauen sich die Haltepunkte und Bahnhöfe aus, über die zukünftig der Rhein-Ruhr-Express fahren wird.

Parkboxen können spontan per App gebucht werden

Besonders wichtig ist dem CDU-Verkehrspolitiker, dass ein Anteil von 20 % aller Boxen zukünftig über eine VRR-weite App spontan buchbar sein soll. Die „multimodale Knotenpunkte“ werden so attraktiver, da bei einer spontanen Tourenplanung eine Box am angeradelten Bahnhof bei Verfügbarkeit gebucht werden kann.

„Flexibel buchbare Fahrradboxen sind besonders für Radfahrer teurer Räder oder Pedelecs interessant. Die Fahrräder werden elektrisch, das Mieten von Fahrradboxen wird digital“, so Dirk Schmidt abschließend.

Autonomes AST: Wenn der Bus auf Knopfdruck kommt

Ich sitze im Bus und will raus. Dann drücke ich den Knopf. Meist hält der Bus dann an der nächsten Station. In manchen Gegenden hält er da, wo ich aussteigen will. Jetzt aber mal andersherum: Ich stehe an der Haltestelle und drücke den Knopf. Es kommt ein Bus. Ein Traum?

Nein. Ein derartiger Service nennt sich AST (AnrufSammelTaxi oder TaxiBus, siehe Artikel auf der Internetseite des VRR) Hier muss 30 Minuten vorher angerufen werden. Dann verkehrt der Bus oder das Taxi nach Fahrplan.

TaxiBus auf Knopfdruck aus der App? Machbar.

Im nächsten Schritt kommt der Kleinbus aber einfach nach Hause auf Anforderung. Ohne Fahrplan. Das geht. Es ist nichts anderes als ein autonom fahrendes Taxi, dass einen zum nächsten größeren Sammelbahnhof bringt. Vielleicht kein Service für geschäftigte Metropolen, aber für einen mehr ländlicheren, dünner besiedelten Raum. Ein Service für die Abendstunden in Vororten.

Das lässt sich mit selbstfahrenden Auto realisieren. Diese müssen nicht nur dem Individualverkehr dienen. Die Technik lässt sich auch für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einsetzen. Das muss erforscht und getesten werden. Den Nahverkehr kann es revolutionieren.

Mut haben! Ausprobieren!

S-Bahn: Bochum profitiert am meisten vom 15-Minuten-Takt

Es wird noch vier Jahren dauern, aber dann kommt eine der größten Veränderungen seit den 1970er Jahren auf den Nahverkehr im Ruhrgebiet zu. Die zentrale S-Bahn-Linie S1 von Dortmund über Bochum und Essen nach Duisburg wird in den Hauptverkehrszeiten mit 4 statt bisher 3 Zügen je Stunde bedient.

„Die Bochumer Bürger werden am meisten von der Taktverdichtung profitieren. Das liegt an der Mittellage zwischen Essen und Dortmund. Die S1 wird hier ab 2019 zu den Stoßzeiten alle 15 Minuten fahren. Dadurch sollen die vollen Zügen entlastet werden. Ich verbinde damit die Hoffnung auf mehr Komfort für die Fahrgäste“, erklärt Ratsmitglied Dirk Schmidt (CDU). Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion verweist darauf, dass die Taktung dann auch dem zukünftigen Rhein-Ruhr-Express entpricht.

„Natürlich gibt es auch Verlierer bei einer solch großen Veränderung“, erläutert der Wattenscheider. „Liebgewonnene Fahrplangewohnheiten müssen verändert werden. Auch wird es Anpassungsbedarf bei den Verkehrsunternehmen geben. Allerdings erhalten diese einen Zuschuss, für den der VRR als Aufraggeber des S-Bahn-Vekehrs eine verstärktes Angebot zu den Bahnhöfen erwartet. Auch geht die Hälfte der erwarteten Mehreinnahmen von insgesamt 6 Mio. € an die Verkehrsunternhemen“, so Dirk Schmidt weiter.

Die Taktverdichtung auf der S-Bahn-Linie S1 ist ein Teil eines Pakets. Dazu gehört auch die Reaktivierung der Hertener Bahn, die von Recklinghausen über Essen nach Wuppertal verkehren soll.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ist einer der Träger der VRR Anstalt Öffentlichen Rechts und als Zweckverband der Kreise und kreisfreien Städte Aufgabenträger für den Nahverkehr. Er ist eine Tarifgemeinschaft und regelt den überörtlichen Schienenverkehr, so die S-Bahnen. In seinen Gremien sitzen Vertreter aller Kreistag und der Räte der kreisfreien Städte.

S-Bahnhof Langendreer-West: Umgebung hat Graffiti-Problem

Die Umgebung des S-Bahnhofs Langendreer-West hat ein Graffiti-Problem. Während fast schon überraschend die Wartehäuschen auf dem Bahnsteig frei von Graffiti erscheinen, so ist das Umfeld zu den Treppenaufgängen mit hässlichen Graffiti zugeschmiert. Unansehlich sind auch die Reste des Fahrstuhls, dessen Kabine fehlt. Das Graffiti-Problem erstreckt sich weiter über das Areal rund um den Bahnhofs: Brücken, Privathäuser, Trafohäuschen, Verwaltungsgebäude.

Insgesamt ist der S-Bahnhof Langendreer-West in einem schlechten Zustand. Nicht nur der defekte Aufzug fällt auf, sondern auch die mangelnde Sauberkeit im Zugangsbereich. An den Zugängen und Park&Ride-Parkplätzen liegt Müll herum. Die S-Bahn-Station Langendreer-West erhält daher im jährlich vom Verkehrsverbunde Rhein-Ruhr herausgegebenen Stationsbericht seit Jahren stets die schlechteste Note. Die Ampelwertung liefert konstant ‚Rot‘.
S-Bahnhof Langendreer-West: Umgebung hat Graffiti-Problem weiterlesen

Graffiti beeinträchtigt S-Bahnhof Bochum-Ehrenfeld

Der Zugangsbereich zum S-Bahnhof Bochum-Ehrenfeld ist eine Zumutung. Die Unterführung an der Bessemer Straße unter der Bahnstrecke ist an den Wänden vollständig mit hässlichen Graffiti bedeckt. Unterbrochen wird das an den Wänden nur von Großplakaten. Auch die Fahrradabstellanlage links vom Zugang zum Bahnsteig ist verschandelt. Der aktuelle Stationsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) gibt dem Bahnhof in der Ampelwertung nur ein ‚Rot‘ – im Vorjahr war es noch ein ‚Gelb‘. Zugleich weist der VRR darauf hin, dass die Stadt Bochum hier in der Verantwortung ist. Und wer genau hinsieht, der bemerkt, dass ab den Treppen zum Bahnsteig Schmierereien regelmäßig entfernt werden. Scheinbar kümmert sich hier die Deutsche Bahn mehr um die Bereiche der Bahnsteige als die Stadt um die ihr zuzuordnenden Zuwegungen.
Graffiti beeinträchtigt S-Bahnhof Bochum-Ehrenfeld weiterlesen

Neue Rolltreppen für U-Bahn-Stationen

Auf Vorschlag der Verwaltung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR AöR) soll das Modernisierungsprogramm für Fahrtreppen – allgemein auch Rolltreppen genannt – aufgestockt werden auf 10 Mio. €. Unterstützt werden bis zu 90 % die Erneuerung von Rolltreppen an Stadtbahn-Anlagen (U-Bahnhöfen). Möglich machen das Rückflüsse nicht benötigter Fördermittel im Vorjahr.

Bochum will neuen Nahverkehrsplan auf RRX ausrichten

„Die Stadt Bochum macht sich auf den Weg, einen neuen Nahverkehrsplan zu erstellen. Das ist gut so, denn die Fortschreibung des alten Nahverkehrsplanes ist längst überfällig“, erklärt Dirk Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bochum.

Auf Antrag der CDU-Fraktion wird der Nahverkehrsplan, der für einen Zeitraum von fünf oder mehr Jahren beschlossen wird, auch auf den zukünftigen Betrieb des Rhein-Ruhr-Expresses ausgerichtet. Der VRR rechnet damit, dass der Rhein-Ruhr-Express ab 2018 fährt.

Rhein-Ruhr-Express mit Halt in Wattenscheid (z.Z.: RE1&2 halten, RE4&6 nicht)
Rhein-Ruhr-Express mit Halt in Wattenscheid (z.Z.: RE1&2 halten, RE4&6 nicht)
„Mit dem Rhein-Ruhr-Express wird ab 2018 ein Premiumprodukt des Schienenverkehrs auf der Stammstrecke durchs Ruhrgebiet fahren. Von Dortmund über Bochum, Essen nach Düsseldorf und Köln soll dann alle 15 Minuten ein Zug fahren. Das muss bei der Planerstellung berücksichtigt werden.“ Dirk Schmidt, der die Stadt Bochum seit kurzem in den Gremien des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) vertritt, verweist auf entstehende Parallelangebote über Gelsenkirchen und Wanne-Eickel, die Fahrgastströme verändert werden, und auf die laufende Diskussion über eine zukünftige Anpassung des S-Bahn-Taktes. „Wenn wir die Chancen des RRX nutzen wollen, dann müssen wir uns jetzt darauf einrichten, denn sonst dauert es weitere fünf Jahre.

Über Nahverkehrspläne erfolgt in Deutschland die Steuerung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Die kreisfreien Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen sollen mit diesem Planungsinstrument den Nahverkehr in ihrem Gebiet beschreiben und auf finanziell realistische Grundlagen stellen. Die Nahverkehrspläne sind wesentlich für eine integrierte Nahverkehrsbedienung, bei der unterschiedliche Anbieter und Verkehrsträger aufeinander abgestimmt werden.

VRR plant S-Bahn Taktverlängerung von 20 auf 30 Minuten

Eine Verdichtung des S-Bahn-Takts auf 15 Minuten in Stoßzeiten bedeutet ein 30-Minuten-Takt zu den übrigen Zeiten. Das bewerten nicht alle Nutzer positiv. Sven Krämer aus Essen warnt vor langen Wartezeiten bei Ausfällen im 30-Minuten-Takt. Er plädiert für einen 10/20-Minuten-Takt. Ein Cross-Posting aus seinem Blog sven-essen.de.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), gegründet am 01.01.1980, mit Sitz in Gelsenkirchen plant in einer Studie den S-Bahntakt wochentags von 20 Minuten auf 30 Minuten zu verlängern.

Die S-Bahn Rhein-Ruhr fährt nun seit dem Jahre 1967, damals als erste Linie die heutige S 6 von Essen nach Köln. Im Laufe der folgendenen Jahre kamen immer mehr Linien hinzu und ersetzten die Nahverkehrszüge, die beim VRR die Bezeichnung “N” hatten. Also die heutige S9 war früher die N9, ausgestattet mit der Diesellok-BR 212 später dann 216 / 218 und den bekannten Silberlingen. Diese Linie verkehrte schon im 30 Minuten Takt zwischen Bottrop und Velbert-Langenberg, aber als N-Verkehrslinie.

Auf den gesamten S-Bahnlinien besteht, bis auf wenige Abschnitte ein kontinuierlicher 20 Minuten Takt in der Zeit von morgens ca. 6 Uhr bis abends ca. 19 Uhr. Danach wird auf ein 30 Minuten Takt umgestellt, was auch den Bedürfnissen entspricht. Auch wenn die Läden um 20.00 Uhr schließen, so sind die S-Bahnen nicht bedeutend voller. Am Wochenende wird von sonntags morgens abgesehen (da fahren die S-Bahnen nur stündlich) durchgehend bis zur Nacht ein 30 Minuten Takt angeboten. Im Gegensatz zu den RE-Linien sind die im Raum Essen mir bekannten S-Bahnlinien nur in der Hauptverkehrszeit morgens und abends wirklich voll. Hier will der VRR auch die Taktrate auf alle 15 Minuten verdoppeln.

S-Bahn Rhein-Ruhr
S-Bahn Rhein-Ruhr

In der Theorie klingt das alles wunderbar, aber da die Deutsche Bahn AG, die mit ihrer S-Bahn Rhein-Ruhr Tochter den S-Bahnverkehr abwickelt, auch schon gerne ausfällt – wegen Triebwagenstörungen oder Störungen an der Strecke (Signal, Weichen etc..) oder Verspätungen aus vorheriger Fahrt bzw. Verzögerungen im Betriebslauf (klingt auch immer sehr gut als Ausrede, wenn man den wahren Grund verschleiern möchte, zum Beispiel wenn der Triebwagenführerwechsel nicht so zügig voran schreitet wie geplant – weil er selber eine Verspätung gefahren ist), wird der 15 Minuten-Takt in der Rush Hour nur auf dem Papier existieren.
Beim 30 Minuten-Takt und wenn da mal zwei Züge hintereinander ausfallen (alles schon mal im 20 Minuten Takt erlebt – auch wenn die DB da immer nur einen entschuldigen lässt – dass dies die Ausnahme sei), wartet man womöglich 1,5 Stunden auf den nächsten Zug, der dann proppevoll sein wird. Aber da Zugausfülle nach einem Bericht vom ARD Markencheck bei der DB nicht in die Pünktlichkeitsstatistik fallen, weil nur das sonst fährt auch registriert werden kann, sind die Züge daher alle pünktlich, auch wenn einer oder gar zwei ausgefallen sind. Leider kennt die DB auch nur ihr eigenes Unternehmen, was an Linienbussen am Bahnhof hält, ist für sie schon fremdes Territorium auf das man nicht verweisen darf (man hat immer noch das uralte Denken. Früher um 1900 waren Straßenbahnen die Konkurrenz für die Bahn. Diese durften ja nicht einmal ebenerdig mit einem Bahnübergang die Gleise überqueren. Das hat man denen verboten.) und das in einem Verkehrsverbund. Ich muss auch sagen, die örtlichen Verkehrsbetriebe, auch wenn sie jetzt mit der geplanten Umstellung des Taktes sich aufregen, so richtig haben es viele noch nicht begriffen, dass der Fahrgast vom Bus oder von der Bahn in den Zug umsteigen könnte. Oft fahren viele Bus- und Straßenbahnfahrer wohl absichtlich langsam so, dass man den Zug verpasst.

Untereinander, zwischen den Verkehrsbetrieben herrscht ja nicht einmal Einigkeit. Ein Bus der Linie 143 der STOAG wartet sehr ungerne die 30 Sekunden ab an der Haltestelle in Essen-Frintrop am Kreyenkrop auf die Straßenbahn der Linie 105 ab, obwohl sie schon im Nacken sitzt.

Daher kann ich die Aufregung nicht verstehen, wenn die örtlichen Verkehrsbetriebe jetzt so laut schreien.

Die Taktverlängerung der S-Bahn auf 30 Minuten hat allerdings eine fatale Außenwirkung. Nicht jeder wird bereit sein, statt 20 Minuten 30 Minuten auf die Bahn zu warten. Wer, wie ich, kein Auto hat, wird nichts anderes übrig bleiben, aber wer die Wahl hat, wird sich auf das Auto konzentrieren. Fahrgäste, die das System S-Bahn bislang benutzt hatten, weil 20 Minuten noch so eben ging, werden diese Toleranz auch bei 30 Minuten haben und dann wenn die Bahn wieder ausfällt? Wohl kaum? Wer möchte schon 1 Stunde an einem Bahnsteig im Winter stehen, wenn der Wind von allen Seiten bläst und es saumäßig kalt ist? Da hift auch die beste Kleidung nichts. In Wülfrath-Aprath oder Essen-Überruhr gibt es auch kein Café in das man sich mal hinsetzen könnte. Oder erlebt die Bahnhofs-Gaststätte dann wieder eine Renaissance?

Regionalbahn, Regionalbahn und S-Bahn
Regionalbahn, Regionalbahn und S-Bahn
Im Ruhrgebiet leben über 5 Millionen Einwohner laut Wikipedia im Jahre 2011 und die S-Bahn fährt alle 30 Minuten. In anderen größeren Ballungszentren fährt sie bedeutend häufiger. Die Regional-Express Linien quer durch das Ruhrgebiet sind in der Hauptverkehrszeit und am Wochenende eher Menschentransporter, weil man so dicht gedrängt stehen muss und kaum Luft zum Atmen.

Wir brauchen den Takt 10/20 bei der S-Bahn und mit der neuen Leittechnik der DB, die sie zurzeit in Duisburg und Wuppertal installiert, müsste das möglich sein. Den 10 Minuten Uni-Takt der S 1 zwischen Bochum und Dortmund hat man vor einigen Monaten ja abgeschafft. Aber das passt ja alles zusammen. Die Landespolitik, vorallem die Grünen haben bislang überhaupt noch nichts dazu gesagt. Denen ist das Thema auch wohl ganz egal. Aber sie müssen sich eher äußern, wenn es um unseren Fleischkonsum geht (Veggie-Day nur mal so angemerkt) und was sie uns noch alles verbieten wollen. Der ÖPNV steht inzwischen ganz unten auf der Liste.

Ich hoffe, das war vom VRR nur ein schlechter Scherz.

Ich will alle 15 Minuten mit der S-Bahn fahren können!

Derzeit läuft in den Städten des Ruhrgebiets, die zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gehören, eine Diskussion, ob ab dem Jahr 2020 die S-Bahnen statt im 20-Minuten-Takt dann in Stoßzeiten alle 15 Minuten und in Nebenzeiten alle 30 Minuten fahren sollen. Das soll die Züge zu Stoßzeiten entlasten und den Fahrgästen mehr Komfort bieten. Kommunalverwaltungen und Verkehrsgesellschaften befürchten jedoch Mehrkosten, da sie ihre Angebote an Bahnen und Bussen auf den Takt der Züge einrichten müssten. Das Thema erreicht mich besonders intensiv, da mich der Rat der Stadt Bochum Ende September frisch in die Gremien des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr entsandt hat. Deswegen entstand auch dieser Beitrag, der zunächst im Blog Ruhrbarone erschien.

S 15Alle 15 Minuten durch die die Metropole Ruhr, von Dortmund nach Essen, das fände ich grundsätzlich ein tolles Angebot. Das soll es bis Mitte der 2020er Jahre mit dem Rhein-Ruhr-Express in Nordrhein-Westfalen und in der Metropole Ruhr geben. Der Fuhrpark dafür ist bestellt. Das Rollmaterial steht ab Ende 2018 zur Verfügung. Im 15-Minuten-Takt geht es dann auf der Stammstrecke Dortmund-Bochum-Essen. Daran angeschlossen sind als Zubringer der Vorlaufverkehr einzelner Linien u. a. Minden, Koblenz, Aachen, Münster. Auf dieses Komfortangebot werden sich die Verkehrsverbünde, die Kommunen und Kreise ihre Nahverkehrspläne und die Verkehrsgesellschaften (Bogestra, EVAG, DSW etc.) einstellen müssen.

Auch die S-Bahn muss sich anpassen. Und dazu ist jetzt die Chance da! Die Ausschreibung sämtlicher S-Bahn-Linien im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) steht an. Aufgrund der benötigen Größe der Projekte, notwendiger Züge und Mitarbeiter, erfolgt die Zuteilung der Aufträge an Unternehmen deutlich vor dem Beginn des ausgeschriebene Zeitraums. Daher muss bereits vor der Ausschreibung entschieden werden, wie der S-Bahn-Verkehr zwischen 2020 und 2030 aussehen soll.

15/30-minütiger S-Bahn-Takt hilft gegen überfüllte Züge

S-Bahn Rhein-Ruhr DBDer morgendliche S-Bahn-Verkehr in der Metropole Ruhr ist durch überfüllte Züge geprägt. Ein verstärkter Takt zu Stoßzeiten hilft ab. Morgens würden die S-Bahn-Linien alle 15 Minuten verkehren. Zum Ausgleich der Kosten wären es dann zu anderen Zeiten, wenn die Züge abends leer sind, alle 30 Minuten. Ich fände das gut für die Nutzer und als Nutzer. Das ist ein gewichtigeres Argument, als die Koordinierung der Fahrpläne.

S-Bahn-Takt 15/30: Verknüpfung mit RRX, RE und RB

Viele haben noch gar nicht realisiert, dass demnächst auch der Rhein-Ruhr-Express im 15er Takt durch das Ruhrgebiet saust. Im Rahmen des integrierten Fahrplans müssen sich die Hauptlinien des kommunalen Nahverkehrs, Bus und Bahn, auf einen solchen Takt bei den S-Bahnen ausrichten. Zumindest argumentieren so die Verkehrsunternehmen. Da würde zu einigen Zeiten auch mehr Material benötigt werden, zu anderen weniger. Das muss vollständig untersucht werden, nicht nur der Mehr- auch der Minderbedarf. Allerdings frage ich mich, wo der Mehrbedarf ist, wenn in den Stoßzeiten Takte von 10 Minuten oder darunter schon angeboten werden. Und was nützt das bei üblichen Verspätungen? Die Frage, ob Veränderung überhaupt nötig sind, muss vorab geklärt werden.

Praktisch ist, dass die Regionalexpresslinien und Regionalbahnen auch im kompatiblen 30-Minuten-Takt verkehren. Im Idealfall und bei Pünktlichkeit ist der zeitliche Abstand an den Anschlusspunkten von beispielsweise Bus zu Bahn immer der gleiche:

Nehme ich den Bus eine halbe Stunde später, dann fährt auch da gleich der Zug eine halbe Stunde später. Das ist ein erheblicher Komfortgewinn. Der wiegt sogar auf, dass nur jede zweite S-Bahn nach Düsseldorf durchfährt, weil der 15-Minuten-Takt nur im Ruhrgebiet gilt. Alle 15 Minuten durchs Ruhrgebiet, alle 30 Minuten ins Rheinland.
Das ist stark vereinfacht, aber ich bewerte es als verträglich im Vergleich zum Verlust, dass die S-Bahn nicht immer „bis nach Köln“ durchfährt.

S-Bahn-Takt: Lobbyarbeit der Verkehrsbetriebe gegen Veränderungen

Es gibt Gegner dieser Maßnahmen. Es sind die örtlichen Verkehrsbetriebe. Sie machen seit Monaten Stimmung gegen diesen Vorschlag. Wie Lobbyisten beraten sie die Mitglieder ihrer Kommunen in Gesprächsterminen. Im Vordergrund stehen die Kosten – sagen sie. So wird vielerorts dargelegt, dass zusätzliche Busse und Bahnen angeschafft werden müssten.

Das Problem mit zu wenig Rollmaterial ist nicht neu: Die überfüllte U35 zwischen Bochum Hbf und Ruhr-Universität kann nicht mehr verstärkt werden, weil kein weiterer Zug mehr da ist. Es wird also bereits mehr Material benötigt. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Ich bekomme Millionenbeträge an den Kopf geworfen. In der einen Kommunen seien es 2 Mio. € mehr und in der anderen 5 Mio. €. Dabei wird die Debatte überhaupt nicht darüber geführt, woher diese Mehrkosten kommen und ob sie notwendig sind. Ich befürchte, dass die Material- und Betriebskosten zusammengezogen wurden. Und es wurde nur eine Verstärkung zu Stoßzeiten eingepreist. Die Anpassung an den 30er-Takt zu mehr schwächeren Zeiten wurde vermutlich nicht beachtet. Mich beschleicht die Befürchtung, dass hier Stimmung gegen unbequeme Änderungen gemacht wird.

Das Zaudern vor der Umstellung der eigenen Fahrpläne ist einem Schreiben des scheidenden Bochumer Stadtbaurats (siehe Drs. BO 20141777) zu entnehmen:

Derzeit abgestimmte Anschlüsse zwischen Bus- und Straßenbahnlinien würden nicht mehr funktionieren. Um den Fahrgästen weiterhin gute Anschlussmöglichkeiten anbieten zu können, müssten voraussichtlich deutlich mehr Linien angepasst werden. Hier wäre im Zuge der geplanten gutachterlichen Untersuchung des Bus- und Straßenbahnliniennetzes zu prüfen, wie Angebot und Nachfrage bei einer Taktumstellung in Einklang gebracht werden könnten

[…]

Das Argument des einheitlichen Taktes mit dem RRX greift aus Aufgabenträgersicht nur, wenn der öffentliche Straßenpersonennahverkehr konsequent umgestellt wird. Der RRX soll zwar aus verschiedenen Linien bestehen, die sich zwischen Dortmund und Köln zu einem durchgehenden 15-Minuten-Takt überlagern.

[…]

Derzeit ist nicht bekannt, ob die bisherige Umlage für den Schienenpersonennahverkehr auch nach 2019 erhalten bleibt und sich dadurch eine Ersparnis an anderer Stelle ergeben könnte.

Geld aus den Regionalisierungsmitteln von Bund und Land ab 2020

Der letzte Satz aus dem Schreiben verweist auf ein Problem. Es gibt keine Sicherheit über Geld von Land und Bund für eine Taktumstellung. Es gibt überhaupt keine Sicherheit, dass es überhaupt Gelder für den Schienenpersonennahverkehr ab 2020 gibt.
Dahinter versteckt sich der Streit zwischen Bund und Ländern über die Regionalisierungsmittel, über die Nachfolge des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes und des Entflechtungsgesetzes.

Das Problem ist bei der Föderalismusreform entstanden, als die Verkehrsthemen mit ihrem Einverständnis an die Länder gingen. Die Länder habe aber nicht das Geld zur Verfügung gestellt, dass der Bund einsparen will. Jetzt hangeln sich Länder und Kommunen in Deutschland von Jahr zu Jahr. Für Verkehrsprojekte – Straße, Schiene, Wasser – ist das eine Katastrophe, denn diese brauchen langfristige Finanzierungssicherheit. Die jetzige Diskussion um den S-Bahn-Takt betrifft die Zeit ab 2020.

Die Finanzierung einer Taktverdichtung in der Metropole Ruhr – bei Bussen, Bahnen und Zügen – bedarf auch einer Unterstützung durch die Landesregierung. Von ihr kommt die Anregung zum 15-Minuten-Takt. Wie bisher müssen die Kommunen und Verkehrsgesellschaften bei Investitionen in zusätzliche Infrastruktur wie Rollmaterial unterstützt werden.

Wieso reden wir nicht über Lösungsversuche? Wieso wird der VRR nicht zum S-Bahn-Takt gehört?

Die derzeitige Diskussion ist davon geprägt, dass die Verkehrsbetriebe sich bemühen, jegliche Veränderungen und Mehrkosten zu verhindern. Wie und ob eine Taktumstellung realisiert wird und ob die Konsquenzen gewollt sind, wird nicht diskutiert. Es wird noch nicht einmal mit dem Auftrageber der Studien zur Taktumstellung gesprochen. Vom Land NRW kam die Anregung. Der VRR muss schließlich entscheiden, ober 15/30- oder 20/30-Minuten-Takt ausschreibt. Der VRR schreibt in Vorlage Z/VIII/2014/0546 vom 19.08.2014 an die Kommunalpolitiker, die die Räte und Kreistage in seine Gremien entsenden, Folgendes, was sich auf die Diskussion vor Ort bezieht.

Während des gesamten Beteiligungsverfahrens stand der VRR bereit, in politischen Gremien und Ausschüssen die Untersuchung und deren Ergebnisse vorzustellen.

Voller BahnsteigIch will mal den VRR hören zum S-Bahn-Takt und den Gutachter, der die Anregung der Landesregierung durchgespielt hat.

Zur Zeit nehmen die neu gewählten, politischen Gremien des VRR ihre Arbeit auf. Im Dezember soll dort über die Taktverdichtung beraten werden.

U 81 in Düsseldorf: Wer hat, dem wird gegeben

Laut Thomas Jarzombek MdB (CDU) Vorsitzender der CDU Düsseldorf, wird in der Landeshauptstadt ein zweites Stadtbahnprojekt gebaut und sicherlicht gefördert werden. Die Linie der U 81 soll Flughafen, Messe und Neuss verbinden, aber auch Teile des vorhandenen Netzes verwenden.

Die schuldenfreie Stadt Düsseldorf ist damit die Ausnahme beim Stadtbahnbau. Sie kann noch in Nahverkehrsprojekte investieren, wie auch die Wehrhahnlinie (U71-74). Stadtbahnbau ist teuer, aber es winken auch erhebliche Fördermittel (z. B. GVFG). Ohne Eigenmittel keine Fördermittel. Hoch verschuldete Städte an der Ruhr haben das Nachsehen. Allerdings haben sie dafür noch die RWE-Aktien, die Düsseldorf für seinerzeit viel Geld verkauft hat. (Das ist Sarkasmus.) Das CDU-Plakat „Sie verlassen den schuldenfreien Sektor“ (s. z. B. RP 28.04.2014) trifft es damit genau, denn in der Förderlogik des Nahverkehrs gilt: Wer hat, dem wird gegeben! Ganz so schuldenfrei ist Düsseldorf allerdings nicht, Kassenkredite – der Dispo für Städte – werden auch benötigt, aber in einfacher 100 Mio. € Höhe.

Straßenbahndepot der BoGeStra, Bochum
Straßenbahndepot der BoGeStra, Bochum

Glückwunsch! Und Neid!

Hintergründe finden sich im Blog-Beitrag „Weshalb der Nahverkehr nicht ausgebaut wird“ vom 17.04.2014. Übrigens rechnet die Stadt Bielefeld bei ihrem Projekt einer Stadtbahnlinie 5 bei Kosten von 217 Mio. € mit einer Gesamtförderung von 156 Mio. € = 72 %.

P.S.: Alles Quelle nennt Jarzombek Düsseldorfs OB Dirk Elbers

Energiewende: Wie Brüssel die Metropole Ruhr umbaut

Sonnenlicht von jarts / photocase.de
Sonnenlicht

In Brüssel wird bereits einige Jahre über die Neuausrichtung der Fördermittel für die Periode 2014-2020 diskutiert. Es geht um die Vorgaben der Europäischen Union für die Europäische Regionalpolitik, für die Verwendung der Gelder aus den Europäischen Strukturfonds durch die Nationalstaaten. In Deutschland erfolgen Projektauswahl und Bewilligung durch die Landesregierungen. Daher entscheidet sich derzeit in Brüssel, welche Schwerpunkte Förderprogramme, zum Beispiel beim Städtebau, ab 2014 vorgesehen werden. In diesen stecken zuweilen bis zu 80% Mittel aus Brüssel. Für die Metropole Ruhr sind von großer Bedeutung die Programme zu interregionalen Zusammenarbeit INTERREG und „Ziel 2-Mittel“ aus dem EFRE (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung). Dabei geht es um die Stärkung regionaler Wettbewerbsfähigkeit, um den Strukturwandel in der Metropole Ruhr.

Eine Neuausrichtung kann sich auf formelle Aspekte der Mittelvergabe beziehen. Für die laufende Förderperiode 2007-2013 erinnere ich mich bezüglich strapazierter öffentlicher Finanzen an eine Diskussion, ob die Eigenanteile von Städten und Gemeinden durch Private erbracht werden dürfen. So etwas ist auch immer sehr von Bedeutung. Da spielt auch eine Rolle, wie nach dem Erlass der Richtlinien zur Mittelvergabe nachfolgend die Konkretisierung in Berlin und wichtiger dann in Düsseldorf erfolgen. Die im Grundgesetz vorgegebene Bundesauftragsverwaltung weist der administrativen Ebene der Bundesländer hier eine bedeutende Rolle zu.

Neue Zielvorgaben für regionale Strukturmittel

Bildschirmfoto aus Präsentation der EU-Kommission zur Zukunft der Kohäsionsfonds 2014-2020, Seite 13
Bildschirmfoto aus Präsentation der EU-Kommission zur Zukunft der Kohäsionsfonds 2014-2020 (Seite 13)

Die neuen inhaltlichen Aspekte sind nicht marginal. Seit einem Jahr atme ich auf, als absehbar wurde, dass das Modewort für zukünftige Förderprojekte nicht mehr „kreativ“ wie in „Kreativwirtschaft“ sein wird, sondern „innovativ“ wie in „Innovation“. Im Oktober 2011 hat die Europäische Kommission am Ende eines Konsultationsprozesses ihre Vorstellungen in einer Broschüre und Entwürfe für entsprechende Richtlinien vorgelegt. Nicht abschließend sehe ich folgende Neuerungen für die zukünftige Ausrichtung von Politik in der Metropole Ruhr:

  • Energiewende. Energieeffizienz, Verringerung des CO2-Ausstoßes, Klimaschutz sind ein Thema. Formal wird es für bestimmte Bereiche sogar Mindesquoten bei der Zuteilung von Geldern geben. Im Raum steht für den Bereich regenerative Energie derzeit eine Mindestquote von 20 %. Für 2014-2020 kann NRW derzeit mit 2 Milliarden Euro rechnen, so dass 20% davon 400 Millionen Euro wären. (vgl. Ausführungen zu Investitionsprioritäten in einer Mitteilung an den Rheinkreis Neuss)
  • Stadtentwicklung. In den letzten Jahren hat die EU den Rahmen für eine eigene Stadtpolitik entwickelt. Diese ist im EU-Vertrag nicht vorgesehen, aber sie zu formulieren ist konsequent, denn viele Politikbereiche beeinflussen insbesondere städtische Siedlungsbereiche. (Eine gute Einführung findet sich bei Euractiv.)
  • Innerstädtische Mobilität. Nicht mehr nur die Erforschung neuer Konzepte ist förderfähig, sondern die Realisation – auch und gerade zur Erreichung der Ziele zur Verringerung des CO2-Ausstoßes. Bei der Anbindung an vorgesehene Transeuropäische Netzte (TEN) sollen nicht nur diese förderfähig sein, sondern auch der Anschluss von Orten sekundärer oder sogar tertiärer Bedeutung an diese, also zum Beispiel an den Eisenbahnkorridor CODE24 (Betuwe-Linie). Insgesamt geht die Europäische Union seit geraumer Zeit mehr und tiefer in den Politikbereich Verkehr hinein.

Energetisch-sanierte Stadtteile und Renaissance der Verkehrsplanung

Das dieses Umsteuern erheblich sein wird, belegt mir die Mindestquote von 20% für Energie-bezogene Projekte. Im so genannten Konzept Ruhr sind die Listen der geförderten, nicht bewilligten und nie hinreichend qualifizerten Projekte der meisten der 53 Kommunen der Metropole Ruhr zusammengeführt. Überraschend – und bedenklich – hoch ist die Zahl der Projekte des Stadtentwicklung, des Stadtumbaus und der Stadtteilerneuerung. Auf diesem Gebiet wird auch eine Reduzierung der Gelder aus dem Bundeshaushalt für das Programm „Soziale Stadt“ (Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf) bedauert. Ich rechne damit, dass die Umsteuerung nicht dazu führt, dass betroffene Stadtgebiete bzw. weitere Stadtgebiete bei einer Förderung nicht zu kurz kommen. Der besondere „Entwicklungsbedarf“ wird nur anders definiert. Die Projekte werden dann aber anders ausgerichtet werden. Um das mal zu pointieren: Es muss dann unter ein Thema wie „Energetisch-sanierte Stadt“ passen. Ähnlich müssen Infrastrukturmaßnahmen nicht (nur) wirtschaftlicher Bedeutung, sondern nach dem Aspekt der Reduktion des CO2-Ausstoßes und Energieverbrauchs beurteilt werden. Und „beurteilt werden“ heißt, dass der Förderantrag bereits so geschrieben werden kann. Vielleicht steht daher sogar eine Renaissance der Verkehrsplanung in der Metropole Ruhr an. Der von der RVR-Verwaltung vorgeschlagene Haushaltsplan 2011 sieht den Einstieg in eine neue Verkehrsplanung für die Metropole Ruhr vor (ebenda, S.21 und 27). Die neue Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel macht sich derzeit für das Thema Verkehr (SPNV/ÖPNV, alternative Logistikkonzepte/Verkehrsträger) stark. (wie mancher ihrer Vorgänger zu Beginn ihrer Dienstzeit) Und da sind ja mindestens zwei Projekte Dauerbrenner: Stadtbahnbau und Rhein-Ruhr-Express. Alles Themen, bei denen verschiedene staatliche Ebenen zusammenwirken.

Rot-Grüne, kommunale Klimaschutzpläne

Zeitlich günstig dürfte sich eine geplante Bewerbung der Metropole Ruhr als Europäische Umwelthauptstadt einpassen. Die kleine Tochter der von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) einst in der ersten Regierungserklärung präsentierten Idee einer Weltausstellung für Klimaschutz und Umwelt wird in der Metropole Ruhr noch verfolgt. Vermutlich aus finanziellen Erwägungen ist in Düsseldorf derzeit Funkstille zum Thema. Die für eine und nach einer erfolgreichen Bewerbung notwendigen Projekte finden so einen Fördergeber. Innovatiotion City Bottrop schient da mit der Akquise der Gelder Privater, also der Bürger, Probleme zu haben. Vielleicht kommt Innovation City einfach etwas zu früh. Aber vielleicht gelingt es denen in Bottrop dann ab 2014 schneller ans öffentlich Geld zu kommen.

Für die Implementierung eines Klimaschutzgesetzes NRW hat die Umsteuerung auch Vorteile. Ich vertrete die These, dass das Klimaschutzgesetz über seine Klimaschutzpläne am Ende ausschließlich die Kommunen belasten wird. Dafür stellt es ich doch hervorragend dar, wenn die kommunalen Geldbeiträge zu EU-geförderten Projekte (im Rahmen von Landesprogrammen) als Maßnahmen im Rahmen eines Klimaschutzplanes dargestellt werden können. Und wenn am Ende dann nicht nur gelabert wird, dann springt über „Energieeffizienz“ auch etwas für Bauunternehmen und Handwerker – quasi „die Wirtschaft“ – heraus. Allerdings bezweifel ich, dass für diese Entwicklung zusätzlich noch das Instrument der Klimaschutzpläne erforderlich ist; einige Kommunen haben bereits ähnliche Instrumente und Pläne entwickelt.

Alte Bekannte, neue Ideen

Energieeeffizienz, Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase, energetische Sanierung, nachhaltige Energiekonzept, regenerative Energie sind Themen für neue oder ausbaubare Geschäftsbereiche. Verwaltungen und Politik sind gehalten hier Konzepte vorzulegen, denn diese werden Geld aus Brüssel akquirieren. Die Kompetenz, Förderanträge zu verfassen, ist in der Metropole Ruhr vorhanden. Jetzt stehen dabei erst grobe Skizzen an. Bei Vorlage aller Rahmenbedingungen wird dann die Umsetzbarkeit zu prüfen sein. Wie wäre es mit ernergieeffizienten Neubaugebieten, Bürgersolaranlagen und Bürgerwindparks, energetischer Sanierung ganzer Stadtteile, CO2-Reduktion durch Ausbau des SPNV/ÖPNV, Logistikkonzepte für Innenstädte, alternative Verkehrsträger für die letze Logistikmeile und Schnellradwege für E-Bikes/Pedelecs? Manches davon ist nicht neu.

 

Link zur Internetseite der EU-Kommission mit vertiefenden Informationen

http://ec.europa.eu/regional_policy/index_de.cfm


Bild: Sonnenlicht von jarts / photocase.de

Update: RRX mit Halt in Wattenscheid – wie oft?


Notice: Undefined index: full in /var/www/vhosts/schmidts-katze.info/httpdocs/wp-includes/media.php on line 215

Notice: Undefined index: full in /var/www/vhosts/schmidts-katze.info/httpdocs/wp-includes/media.php on line 216

Notice: Undefined index: full in /var/www/vhosts/schmidts-katze.info/httpdocs/wp-includes/media.php on line 217

Notice: Undefined index: full in /var/www/vhosts/schmidts-katze.info/httpdocs/wp-includes/media.php on line 218

Ich warte und warte auf ein Dokument zu einer Ausschusssitzung des Verkehrsausschusses des Landtags, in dem die Deutsche Bahn AG einen Bericht hielt. Und wenn ich etwas hier im Blog veröffentliche, kommt gleich eine helfende Hand. Seit einiger Zeit gibt es das Dokument bereits. Es handelt sich um das Ausschussprotokoll APr 14/913, dass auch die Präsentation der Deutschen Bahn AG enthält. Das enthält interessante Aussagen.

Hier meine derzeitigen Gedankengänge:

Der Rhein-Ruhr-Express soll in Wattenscheid halten. Das ist eine gute Nachricht, die da vor einiger Zeit kam. Seit dem beschäftigt mich die Frage, ob er in Höntrop halten wird oder am Wattenscheider Bahnhof. Klar, dass das am Bahnhof Wattenscheid für ganz Wattenscheid und die Park&Ride-Möglichkeiten besser ist. Wie mir berichtet wurde, entstehen bei einer Streckenführung über den Bahnhof Wattenscheid ein paar Probleme am Essener Hbf, wo der RRX dann die Gleise anderer Linien queren müsste. Das ist nicht im Sinne der Beschleunigung und Entbündelung. Eine Führung über Höntrop hätte das Problem nicht. Aber der dortige S-Bahn-Halt wäre nicht das richtige.

Die Entbündelung hieße nach meinen Verständnis auch, dass am Bahnhof Wattenscheid weniger Züge halten müsste als bisher. Denn die Entbündelung könnte nicht erreicht werden, wenn dort z.B. die RB 40 verkehrt. Das erkenne ich auch an der Verwaltungsvorlage aus der Sitzung der Bezirksvertretung Wattenscheid am 15.09.2009.

Jetzt gibt’s also einen RRX-Halt, aber nicht alle Linien halten dort. Den RRX finde ich zunächst einmal gut.  Der muss sein. Mit Blick auf den Halt in Höntrop und dort zusätzlich verkehrende Linien, die bisher am Bahnhof Wattenscheid hielte, sowie ggf. einer Verlängerung der S-Bahn-Linie über Dortmund hinaus, sollte dort die ÖPNV-Anbindung – über den Bahnhof Wattenscheid – verbessert werden. Die Kapazitäten dürften steigen.

Rhein-Ruhr-Express mit Halt in Wattenscheid (z.Z.: RE1&2 halten, RE4&6 nicht)
Rhein-Ruhr-Express mit Halt in Wattenscheid (z.Z.: RE1&2 halten, RE4&6 nicht)

Dies würde dann zum Teil auch ein Problem schon mal etwas ausgleichen: Die Anbindung des Bahnhofs Wattenscheid zu den Nachbarbahnhöfen würde schlecht, weil seltener. Nicht alle RRX-Linien, die auf der Strecke verkehren, würden in Wattenscheid halten. Das ist im Sinne des Kompromisses, der sich daraus ergibt, dass sich Wattenscheid nun mal an der Stammstrecke befindet. Denn Wattenscheid fällt bzgl. RRX unter den Aspekt der Flächenerschließung befindet sich aber geographisch nun einmal im Zentrum der Metropole Ruhr direkt an der Stammstrecke. Damit nicht alle Fahrgäste der Stammstrecke  Fahrzeitverlusten aufgrund des Halts in Wattenscheid erleiden sollen, sollen nur einige RRX halten. Da nun aber nur zwei der vier RRX-Linien halten werden, halten insgesamt weniger Züge. Und das ist dann ein Problem für die Nutzer des Bahnhofs, gerade die aus nicht so weiten Regionen. Das Protokoll führt Reiner Latsch, Konzernbevollmächtiger der DB AG für NRW, an:

Vor dem Hintergrund, dass es dann in Wattenscheid keinen Personenzughalt mehr gegeben hätte, habe man sich dafür entschieden, dort einen zusätzlichen RRX-Halt einzuführen. Die betriebeliche Simulation habe ergeben, dass hierdruch kein Zeitverlust entstehe.

Aha, dann spricht auch nichts dagegen, dass all RRX-Linien am Bahnhof Wattenscheid halten. Ich gehe davon aus, dass alle RRX-Linien die gleichen Schienstränge nutzen.

Wer sind diese Nutzer? Klar, es sind in großer Zahl Schüler und insbesondere die Nutzer des Park&Ride. Der Bahnhof Wattenscheid hat eine Alleinstellungsmerkmal: Er verfügt über umfangreiche Park&Ride-Stellplätze – kostenlose! In Bochum oder Essen kann nur gegen Entgelt geparkt werden.

Und diese Park&Rider-Nutzer sowie Kurzstreckennutzer des RRX muss man ins Feld führen. Eine Verbesserung der Anbindung zwischen dem Halt in Höntrop und z.B. der Berufsschule wäre nur ein schwacher Ersatz.

Das muss jetzt mal eine Video oder eine Veranstaltung zum RRX her.
Nach diesem Update muss ich dennoch das neue Dokument erst vollständig durcharbeiten.