Schlagwort-Archive: Sturm

+++ Keine Rosenmontagszüge in WAT-Höntrop, BO-Linden, E-Kupferdreh +++

Die Rosenmontagszüge in Wattenscheid-Höntrop und Bochum-Linden wurden am Montagmogen aufgrund der Unwetterwarnung abgesagt. Bereits gestern wurde der Zug in Essen Kupferdreh abgesagt, der am 13. März 2013 um 11:11 Uhr nachgeholt werden soll. Grund für die Unwetterwarnung sind Sturmböen bis zur Stärke 9 oder 10. Der Zug in Essen-Rüttenscheid entfällt.

Für das Gänsereiten gibt es alternative Planungen. Es soll ggf. in Hallen verlegt werden.

Angaben ohne Gewähr.

Stadt Bochum: Im Haushalt nur 70 neue Straßenbäume

Der Haushalt einer Gemeinde soll angeblich in Zahlen gegossene Politik sein. Dann muss sich in Bochum noch was tun. Denn für nächstes Jahr ist bisher Geld für etwa 70 neue Straßenbäume vorgesehen. Die dem Haushaltsplanentwurf für 2014 zu entnehmende Zahl entspricht nicht einmal der Hälfte von dem, was im Jahr 2013 vor dem Pfingststurm gefällt wurde. Im Vorjahr gab es laut Mitteilung der Stadtverwaltung (Nr. 20141507) 560 verwaiste „Baumscheiben“ an Straße. Die3> Stadt hatte zuletzt gerade einmal Geld für ein Achtel der notwendigen Neupflanzungen. Gerade mal etwa 40.000 Euro. Das war dar sogar noch mehr als geplant.

Schiefer Straßenbaum an der Jung-Stilling-Straße in Wattenscheid-Westenfeld
Schiefer Straßenbaum an der Jung-Stilling-Straße in Wattenscheid-Westenfeld

Irritierend: Grüne haben Kürzung bei Baumpflanzungen zugestimmt

Kopf schütteln musste ich im letzten Kommunalwahlkampf, wenn Grüne Politiker lautstark für mehr Baumpflanzungen in der Stadt eintraten. Sie hatten den Haushalt mit dieser Misere zugestimmt. Ich bin gespannt, wie sie jetzt mit der Situation umgehen. Laut Mitteilung der Verwaltung werden in den nächsten Jahren 12 Mio. € für neue Bäume benötigt. Bisher war das Steckenpferd der Grünen die Erfassung aller Bäume. Der Papiertiger der Erfassung aller Bäume kostete mehr als für Neupflanzungen zur Verfügung standen.

2013 fehlten 560 Straßenbäume – 2014 sind es 3200 mehr

Nach dem Pfingststurm Ela sind weitere 3.200 Bäume in Bochum zu ersetzen. Das betrifft nicht Straßenbäume, nicht Grünanlagen, Parks und Wald. Da wird sicher eine Debatte geführt werden müsse, wie das kurzfristig und dann mittelfristig bei der Unterhaltung finanziert werden kann. Im „grünen Bereich“ der Verwaltung ist in den letzen Jahre bereits so viele gespart worden, das er unterfinanziert ist. Und im Haushalt der Stadt Bochum sind weitere 30 Mio. Euro einzusparen.

2,3 Mio. vom Land für Bäume

Das Land stellt der Stadt Bochum übrigens 2,3 Mio. € zur Verfügung, um alle Sturmschäden abzudecken. Der Schaden für Bochum liegt eher 10-mal so hoch. Die Zahlen werden im Haushalt, der Finanzrechnung und Bilanz am Ende nachzuvollziehen sein. Mittel- bis langfristig muss hier investiert werden – auch mal konzentriert, zum Beispiel im Bochumer Stadtpark, Wattenscheider Stadtgarten und Ehrenmal ebenso im Volkspark in Langendreer.

Um eine Gegenfinanzierung zu gewährleisten, wird auf Unnötiges verzichtet werden müssen. Erst einmal müssen Bäume gepflanzt werden.

Sturmschäden an Bäumen treiben Städte gen Überschuldung

Was kostet ein Baum? Die Ersatzbeschaffung eines Baumes ist teuer. Sie wird fällig bei einem Verkehrsunfall. Bäume gehören den Städten. Ihnen gehören die Straßen, die Bäume und sie haben die Pflege bezahlt, damit der Baum anwachsen kann. Junge wie mittelalt gepflanzte Bäume benötigen diesen Start, der mal 3, mal 10 Jahre braucht. Die Aufwendungen hierfür sind geringer als die Ersatzbeschaffung eines Baumes. Aber dennoch finden sich in den Bilanzen der Städte Tausende an Bäumen mit dem Erstellungswert, der bei Großstädten auf 1.000 € und mehr je Baum geschätzt wird (siehe Methode Koch). Viele dieser Bäume haben an Wert aufgrund von Sturmschäden verloren – teilweise vollständig. Bei beispielsweise 17.000 Baumschäden in Düsseldorf entspricht das schnell einem Wertverlust von 17 Mio.€ zzgl. Kosten für die Beseitigung und Schäden an der Infrastruktur, an Kanälen, Kabeln und Straßen. Das muss jetzt in die Haushalts eingearbeitet werden.

Sturmschäden : In Essen-Stelle hat es diesen Baum aus seiner Pflanzinsel gerissen
In Essen-Stelle hat es diesen Baum aus seiner Pflanzinsel gerissen
In Essen-Stelle hat es diesen Baum aus seiner Pflanzinsel gerissen
In Essen-Stelle hat es diesen Baum aus seiner Pflanzinsel gerissen
EU-Hilfe: Wie hoch ist die Gesamtsumme der Sturmschäden?

Anders als bei Sturmschäden im „ländlichen“ Raum fallen die Schäden bei einer deutlich höheren Zahl an Akteuren an. Liegt eine Waldfläche, dann sind davon ein paar Eigentümer betroffen. Bei kleinteiligeren Siedlungen und Gärten ist das komplizierter. Daher kann auch der Gesamtschaden nur schwerlich ermittelt werden. Ein Ansatz ist, über die Versicherungen die Gesamtschadenhöhe zu schätzen.

Die Höhe des Gesamtschaden ist wichtig, um EU-Hilfen zu erhalten. Nur wenn der Schaden 3,5 Mrd € insgesamt neträgt oder 2,5 Mrd € allein in der Region NRW, dann könnte auch ein Zuschuss aus Brüssel kommen. Bis dahin sind die Kommunen allein auf das Land angewiesen. Kommunalpolitiker und Landesregierung führen auch schon Gespräche.

In der Presse waren einige Forderungen und Vorstellunge´n zu lesen. Es sieht aber nur nach einem kleinen Beitrag aus. Das Land wir den Kommunen nicht die Bäume ersetzen wollen – nicht zum Preis der Ersatzbeschaffung und auch nicht zu den Gehstehungskosten. Das wird die Bilanzen der eh schon gebeutelten Städte belasten. Ich vernehme Stimmen, dass gesetzlich eingriffen werden soll.

Die finanziellen Auswirkungen würden dann per Gesetz beseitig? Ist das der Sinn einer ordentlichen Haushaltswirtschaft? Geht ’ne Stadt durch abgängige Bäume wirklich pleite?