Schlagwort-Archive: Theater

Träum weiter – Solide Komödie am Schauspielhaus Bochum

Die junge Künstlerin Nora ist ins ins Koma gefallen. Um sie herum versammelt sich ihre auseinandergedriftete türkisch-griechisch-deutsche Familie und ihre Ex-Freundin. Diese Komödie der Zwischenzustände unter Kulturen, Generationen, Geschlechtern, sexuellen Orientierungen und zwischen Leben und Tod ist mit Charakteren überzeichnet, die alle ihr Päckchen an Problemen im Leben vor sich her tragen. Und manchmal ist es auch mehr als eins.

„Es muss Menschen wie mich geben, damit die Welt nicht untergeht.“

Dennoch bearbeitet die Dortmunder Drehbuchautorin Nesrin Şamdereli – bekannt von „Almanya – Willkommen in Deutschland“ (Youtube-Trailer) – die Themen der Päckchen bis in alle Tiefe. Es ist halt eine Komödie, eine dramatische Komödie mit gutem Ausgang. Und hier will gelacht werden, um den Preis kein Problem zu tief zu bearbeiten.

So überzeichnet die Autorin Nora als bio-deutschen Gutmenschen. Regisseurin Selena Kara lässt Schauspielerin Anne Eigner mit blondem Zopf auftreten. Und diesem Gutmenschen mit Helfer-Syndrom geht es nicht um ein Päckchen, sondern um alle Päckchen, die sie lösen will. Mit dem Ziel dafür gefeiert zu werden, der Gesellschaft ein Vorbild zu geben.
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Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Der ideale Ehemann

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu und so besuchte ich am noch eine Aufführung von Oscar Wildes ‚Der ideale Ehemann“ am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Das Stück läuft dort bereits ein Jahr. Die Rezension der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hat Bestand: In Wiesbaden gibt es den perfekten Theaterabend. Die Neuübersetzung ist in die politische Leben der Bundesrepublik Deutschland am Standort Hessen eingepasst. Es ist bleibt politisch und gesellschaftlich allgemein, aber ohne Vorwissen, hätte ich nicht gedacht, dass das Stück von Oscar Wilde geschrieben wurde. Ich hätte mir glatt des Autors Faxnummer geben lassen können….

Es sind die kleinen Elemente im Stück, die es in den Geschmack des Zeitgeistes einpassen. Eines Zeitgeistes der sich der Vergangenheit bedient, aber nicht der Vergangenheit, in der ein Oscar Wilde lebte. Wir hören Auszüge aus alten deutschen Schlagern. Die Mode fügt sich in das Ende der 1940er bis 1950er Jahre ein. Wer denkt da nicht an all die Hipster, die sich nach Vintage-Mode sehnen. Und selber der politisch wenig Interessiert kennt Uwe Barschels „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!“. Und spielt der idealisierte Ehemann auf einem aktuellen Hintergrund mit den Dramen menschlicher Beziehungen. Mehr will ich gar nicht schreiben. Hineingehen und genießen.

Das Stück wird im Kleinen Haus des Wiesbadener Theaters aufgeführt. Dennoch lohnt sich der barocke Pausenraum am Kurhaus. Das Gebäude und die Umgebung lohnen den Weg schon allein.

Foto: Hess. Staatstheater Wiesbaden, Paul Leclaire
Foto: Hess. Staatstheater Wiesbaden, Paul Leclaire


Lasse ich mein Theaterjahr Revue passieren, dann sind ‚Der Besuch der alten Dame‘ am Schauspielhaus Bochum und ‚Der ideale Ehemann“ am Hessischen Staatstheater Wiesbaden meine gelungenen Theaterabende 2015 gewesen.

Fotos dieses Beitrag vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden: Paul Leclaire.

Viel Lärm um Nichts, Schauspielhaus

Shakespeares Komödie ‚Viel Lärm um Nichts‘ hatte am Samstagabend Premiere im Schauspielhaus Bochum. Die unter der Regie von Olaf Kröck (und Ensemble, siehe dazu RN)entstandene Adaption ist keine textgetreue Wiedergabe verbunden mit einer Kostümschlacht. Wer diese Form des ‚klassischen Theaters‘ sucht, war falsch? Szenen vermeintlich modernen Sprachgebrauch angepasste Passagen wechseln mit Bruchstücken ursprünglichen (deutschen) Texts. Der Plot wurde in ein Krankenhaus verlegt. Das Bühnenbild überzeugte.

In die Komödie waren Slapstick-Einlagen eingebaut. Diese waren vorhersehbar, was mich nicht gestört hat. Anders sahen das meine Begleitung und weitere Zuschauer. Beim zweiten Slapstick war zu hören: „Jetzt mach doch weiter.“ Aber des dauerte, bis der Ping-Pong-Ball erfolgreich auf dem Tischtennis-Tisch landete.
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Künstler für Opel – Solidaritätsaktion vorm Schauspielhaus

Die Arbeit bleibt hier - keine Werksschließung
Bochumer Künstler für Opel: Die Arbeit bleibt hier – keine Werksschließung
Am Dienstagabend fand auf dem Hans-Schalla-Platz die Solidaritätsaktion statt, zu der Bochumer Künstler und das Schauspielhaus geladen hatten. Solche Aktivitäten vor dem markanten Stadttheater an einer innenstädtischen Straßenkreuzung haben unter wechselnden Intendanten und Krisen in der Ruhrgebietsstadt Tradition. Reden und Solidaritätsadressen gab es von Bochums Oberbürgermeisterin, Gewerkschaftsvertreter aus Deutschland und Bochums spanischer Partnerstadt Oviedo sowie von Künstlern. Sie gestalteten das Programm mit Musik und insbesondere dem Wort.

Den Sinn der Veranstaltung unter dem Motto „Die Arbeit bleibt hier – keine Werksschließung in Bochum“ liefert mir der asturische Gewerkschaftler, der auf ein spanisches Lied verwies. Darin heiße es, dass wer kämpfe, verlieren können. Wer aber nicht kämpfe, der habe bereits verloren. Wie die Veranstaltung ist dies an die Führung von Opel und General Motors adressiert. Hier stehen diese Woche weitere Gespräche und Sitzungen an, von denen Entscheidungen erwartet werden. Und insbesondere eine klare – klarere und deutliche – Aussage für die Zukunft von Opel in Bochum.

Das nachstehende Video entstand auf der Veranstaltung unter Mitwirkung von Christian Haardt, Landtagsabgeordneter der CDU.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=9G3eLZBNtiY

Weitere Berichte
Natürlich fokussiert auf die Großen Namen Weber, Rohde, Goosen, Bender, die insbesondere zu Beginn auftraten, gibt es weitere Berichterstattung. Opels Betriebsratschef Rainer Einenkel nennt auf seiner Seite „wir-gemeinsam.eu“ alle angmeldeten Künstler: Frank Goosen, Bochumer Symphoniker, Armin Rohde, X-Vision, Hennes Bender, Sebastian 23, Bahnhof Langendreer, Fidena, Prinz Regent Theater, Rottstr 5 Theater, Museum Bochum, Kulturhaus Bochum e.V. Thealozzi, Mitglieder des Schauspielhauses, Starlight Express, VfL Bochum

Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes“ (WAZ Bochum, 26.06.2012)

Bochumer Künstler für Opel“ (WDR Lokalzeit Ruhr, TV-Ausgabe vom 26.06.2012)

Und dann fand ich noch diesen Blogbeitrag eines gewissen Detlef.